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Moussa Traoré (* 25. September 1936 in Kayes) war von 1968 bis 1991 StaatsprÀsident von Mali.
Inhaltsverzeichnis |
TraorĂ© absolvierte seine Ausbildung in Kati bei Bamako und an der MilitĂ€rakademie von FrĂ©jus. Als der französische Sudan 1960 unter dem Namen Mali unabhĂ€ngig wurde kehrte er ins Land zurĂŒck. Er wurde 1961 Unterleutnant und 1963 Leutnant und wurde als MilitĂ€rberater nach Tanganjika geschickt. SpĂ€ter wurde er Ausbilder an der L'Ecole militaire interarmes in Kati und wurde zum Oberst befördert.
Am 19. November 1968 beteiligte er sich am erfolgreichen MilitÀrputsch gegen den autoritÀr regierenden PrÀsident Modibo Keïta. Er wurde Vorsitzender der MilitÀrjunta Comité militaire de la libération nationale und somit Staatsoberhaupt. Nach dem Putsch wurden alle politischen AktivitÀten verboten und ein rigider Polizeistaat errichtet. Auf wirtschaftlichem Gebiet verabschiedete er sich zum Teil von der sozialistischen Politik seines VorgÀngers.
Mali war 1972 und 1973 von der starken DĂŒrre mit nachfolgenden Hungersnöten in der gesamten Sahelzone betroffen. Das Land erhielt zwar internationale Hilfe, vieles wurde aber durch den korrupten Staatsapparat unterschlagen.
1974 proklamierte TraorĂ© eine neue Verfassung fĂŒr die "Zweite Republik". Der seit dem Putsch von 1968 inhaftierte Ex-PrĂ€sident KeĂŻta starb am 16. Mai 1977 unter ungeklĂ€rten UmstĂ€nden, was im Land zu Unruhen fĂŒhrte. Sporadische Komplotte und Umsturzversuche gegen seine Herrschaft zwangen TraorĂ© wiederholt sich von fĂŒhrenden Offizieren und Kabinettsmitgliedern zu trennen und sie inhaftieren zu lassen. Folter und Mord an Oppositionellen waren gĂ€ngige Praxis. Zur StĂ€rkung seiner Position wurde 1979 die Einheitspartei Union DĂ©mocratique du Peuple Malien (UDPM) gegrĂŒndet. Als obligatorische Massenorganisationen gab es die Union Nationale des Femmes du Mali fĂŒr Frauen und die Union Nationale des Jeunes du Mali fĂŒr die Jugend. Im selben Jahr wurde TraorĂ© in Wahlen bestĂ€tigt und bildete eine neue Regierung, in die er vorrangig Zivilisten berief. Im Gegensatz zu seinem VorgĂ€nger bemĂŒhte sich TraorĂ© um gute Beziehungen zum Westen, im Oktober 1988 war er zu einem viertĂ€gigen Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten.
1990 entstanden neue Oppositionsgruppen die TraorĂ©s Regime herausforderten. Am 22. MĂ€rz 1991 wurden Unruhen noch blutig niedergeschlagen, aber bereits vier Tage spĂ€ter setzte ein MilitĂ€rputsch seiner Herrschaft ein Ende. Wie 1968 ĂŒbernahm eine Junta die Macht, diesmal unter dem Namen ComitĂ© de Transition pour le Salut du Peuple. Der AnfĂŒhrer des Putsches General Amadou Toumani TourĂ© wurde ĂbergangsprĂ€sident und fĂŒhrte Mali in die Demokratie.
1992 wurde TraorĂ© fĂŒr Gewaltverbrechen wĂ€hrend seiner Amtszeit zum Tode verurteilt, ein weiteres Todesurteil erging 1999 gegen ihn und seine Frau Mariam, nun wegen Unterschlagung von Staatsvermögen. Beide wurden am 29. Mai 2002 von PrĂ€sident Alpha Oumar KonarĂ© begnadigt und freigelassen. TraorĂ© verfĂŒgt im Land weiterhin ĂŒber einen gewissen Anhang, der in der Partei Mouvement Patriotique por le Renouveau (MPR) organisiert ist. Bei den Wahlen von 2002 erreichte die Partei unter ihrem Vorsitzenden Choguel Kokalla MaĂga 2,71 Prozent der Stimmen, im zweiten Wahlgang unterstĂŒtzte sie den spĂ€teren Wahlsieger TourĂ©.
Modibo Keïta | Moussa Traoré | Amadou Toumani Touré | Alpha Oumar Konaré | Amadou Toumani Touré
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Traoré, Moussa |
| KURZBESCHREIBUNG | malischer PrÀsident |
| GEBURTSDATUM | 25. September 1936 |
| GEBURTSORT | Kayes |