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| Mulde | ||
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Die Mulde bei Bad Düben. | ||
| Daten | ||
|---|---|---|
| Lage | Deutschland | |
| Flusssystem | Elbe | |
| Abfluss über | Elbe → Nordsee | |
| Flussgebietseinheit | Elbe | |
| Quelle | Vereinigung von Zwickauer und Freiberger Mulde bei Sermuth 51° 9′ 37″ N, 12° 47′ 53″ O51.160277777812.7980555556132.4 | |
| Quellhöhe | 132,4 m ü. NHN | |
| Mündung | bei Dessau-Roßlau in die Elbe51.868888888912.231111111157Koordinaten: 51° 52′ 8″ N, 12° 13′ 52″ O 51° 52′ 8″ N, 12° 13′ 52″ O51.868888888912.231111111157 | |
| Mündungshöhe | ca. 57 m ü. NHN [1] | |
| Höhenunterschied | ca. 75,4 m | |
| Länge | 147 km[2]</br>(314 km inkl. Zwickauer Mulde)[3] | |
| Einzugsgebiet | 7.400 km²[4]
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| Abfluss am Pegel Bad Düben 1[6] AEo: 6.170,8 km² Lage: 68,1 km oberhalb der Mündung |
NNQ (02.09.1976) MNQ 1961/2005 MQ 1961/2005 Mq 1961/2005 MHQ 1961/2005 HHQ (14.08.2002) |
5,4 m³/s 15,5 m³/s 64,1 m³/s 10,4 l/s km² 476 m³/s 1760 m³/s</br>(MQ Mündung: 73 m³/s[5] |
| Mittelstädte | Dessau-Roßlau, Bitterfeld-Wolfen | |
| Kleinstädte | Grimma, Wurzen, Eilenburg | |
Die Mulde, auch Vereinte oder Vereinigte Mulde, ist ein linker, nicht schiffbarer Nebenfluss der Elbe. Sie entsteht südöstlich von Leipzig bei Sermuth (Sachsen) durch Vereinigung zweier großer Quellflüsse, der längeren Zwickauer Mulde und der größeren Freiberger Mulde.
Das Einzugsgebiet des Flusses umfasst große Teile Sachsens und besonders den weitaus größten Teil der Nordabdachung des Erzgebirges. Mit einer Wasserführung von annähernd 73 m³/s an der Mündung[7] ist sie der viertgrößte Nebenfluss der Elbe.
Die alte Namensform der Mulde: Milda wird von Namensforschern als die Wasserreiche übersetzt.[8] Der Wortbestandteil Mel mit Bezug auf Mahlen wird zuweilen angesichts einer Vielzahl früher am Fluss betriebener Mühlen mit dem Namen in Verbindung gebracht, was außer Acht lässt, dass Flussnamen die älteste, oft vorgermanische, geographische Namensschicht darstellen.
Inhaltsverzeichnis |
Obwohl die Vereinigung der beiden Quellflüsse bei ungefähr der Hälfte der gesamten Lauflänge der Mulde stattfindet, führen ihr die Freiberger und die Zwickauer Mulde bereits über 80% der gesamten Wassermenge zu. Dies liegt zum einen an der Form des Einzugsgebietes, das im Erzgebirge sehr breit ist und zur Elbe hin schmal wird, und zum anderen an den im Gebirge höheren Niederschlägen und gleichzeitig höheren Anteilen abfließenden Wassers. Die Form der Einzugsgebiete bedingt auch, dass die längere Zwickauer Mulde am Zusammenfluss der kleinere der Quellflüsse ist.
Der stark dominierende hydrologische Hauptast des Flusssystems der Freiberger Mulde ist die Zschopau. In deren oberem Einzugsgebiet ist es mit der Flöha wiederum ein namentlicher Nebenfluss, der die größere Wasserführung einbringt und damit der eigentliche Quellfluss der Mulde ist. Über diesen Hauptfließweg ist die Mulde rund 267 Kilometer lang, über den längsten Fließweg (Zwickauer Mulde) gut 314 Kilometer.[3]
Das Einzugsgebiet der Mulde weist für viele wichtige Fließwege Gesamtgefälle von 600 bis 900 Metern auf, so dass hier für Norddeutschland außergewöhnlich hohe Fließgeschwindigkeiten vorherrschen. Die Mulde wird mitunter sogar als der am schnellsten fließende Fluss Mitteleuropas bezeichnet.[9]
Die Mulde fließt durch das Sächsische Hügelland und führt an Grimma, Nerchau, Trebsen, Wurzen und Eilenburg vorbei. Hinter Bad Düben verlässt sie sächsisches und berührt sachsen-anhaltisches Gebiet und wird dann zwischen Pouch und Friedersdorf zum Muldestausee aufgestaut. Anschließend fließt die Mulde an Muldenstein, Jeßnitz, Raguhn und Dessau vorbei und mündet zwischen Dessau und Roßlau nach 147 km[2] in die Elbe.
Zum Ende der Elster-Kaltzeit floß die Mulde ab Großbothen/Großbardau weiter in Richtung Westen durch die heutigen Städte Leipzig, wo ihr anfangs noch die Saale zufloß, und Halle, wo sie nach Norden zur Elbe hin abbog. Sie erodierte dabei mehrere Rinnen, die sie während der Saale-Kaltzeit wieder auffüllte - der Markkleeberger Muldelauf die Espenhainer Rinne und der Leipziger Muldelauf die Naunhofer Rinne.[10]
Vor etwa 130.000 bis 160.000 Jahren, zum Ende der Saale-Kaltzeit, brach die Mulde bei Grimma durch und floß im heutigen Flussbett nach Norden. Das verbliebene Leipziger Muldetal wird seitdem von der Parthe, ab Leipzig von der Weißen Elster und ab Halle von der Saale durchflossen.
Beim Elbehochwasser 2002 war die Mulde neben der Elbe, der Müglitz und der Weißeritz eines der am stärksten betroffenen Flussgebiete.
Im Juli 2005 wurden vom Umweltbundesamt in Dessau Ergebnisse einer Untersuchung aus dem Jahre 2004 veröffentlicht, wonach in Fischen eine bis zu 18-fach über dem Grenzwert liegende Konzentration von Beta-HCH gemessen wurde. Beta-HCH ist ein Rückstand aus der früheren, seit 1984 allerdings eingestellten Lindan-Produktion in Bitterfeld.
Die bei Leipzig lebende und arbeitende Künstlerin und Kunstpädagogin Marion Bekker (* 1958) hat Landschaft und Architektur des sächsischen Muldentals in zahlreichen ihrer Bilder in expressionistischer Weise festgehalten.
Neue Muldebrücke (1999 errichtet) in Eilenburg