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| National Aeronautics and Space Administration â NASA â | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | Bundesbehörde |
| Stellung der Behörde | United States government |
| GrĂŒndung | 29. Juli 1958 |
| Hauptsitz | Washington, D.C. |
| Behördenleitung | Charles Frank Bolden, Administrator[1] Lori B. Garver, Deputy Administrator[2] |
| Anzahl der Bediensteten | 17.900 |
| Website | www.nasa.gov |
Die National Aeronautics and Space Administration (kurz NASA [englisch ËnĂŠsÉ, deutsch meist ËnaËza], zu deutsch Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde) ist die zivile und militĂ€rische US-Bundesbehörde fĂŒr Luft- und Raumfahrt.
NASA wurde am 29. Juli 1958 gegrĂŒndet. Der Hauptsitz der NASA befindet sich in Washington, D.C. (NASA Headquarters, 300 E Street SW).[3]
Die NASA bezeichnet als ihre Vision âdas Leben hier zu verbessern, das Leben nach drauĂen auszudehnen und Leben da drauĂen zu findenâ. Daraus ergibt sich die Mission âunseren Heimatplaneten zu verstehen und zu schĂŒtzen, das Universum zu erforschen und nach Leben zu suchen und die nĂ€chste Generation von Forschern zu begeisternâ. Im Februar 2006 strich die NASA den Schutz der Erde aus ihrem mission statement, um es dem vom damaligen PrĂ€sidenten George W. Bush verkĂŒndeten Raumflugprogramm anzugleichen.[4]
Die Sowjetunion machte 1957 mit dem ersten kĂŒnstlichen Satelliten im All, Sputnik 1, die USA auf ihr eigenes Weltraumprogramm aufmerksam, das noch in den Kinderschuhen steckte. Der Kongress der Vereinigten Staaten sah im sowjetischen Erfolg eine Gefahr fĂŒr die nationale Sicherheit und den technologischen Vorsprung der USA und verlangte sofortige und konsequente MaĂnahmen, wĂ€hrend US-PrĂ€sident Dwight D. Eisenhower und seine Berater sich eher fĂŒr eine ruhige, durchdachte Reaktion aussprachen. Nach monatelangen Beratungen war klar, dass eine neue Behörde geschaffen werden sollte, die fĂŒr alle nichtmilitĂ€rischen WeltraumaktivitĂ€ten zustĂ€ndig ist.
Am 29. Juli 1958 unterzeichnete PrĂ€sident Eisenhower den âNational Aeronautics and Space Actâ, der die Schaffung der NASA vorsah.[5] Die neue Behörde nahm am 1. Oktober 1958 ihre Arbeit auf. Damals bestand sie aus vier Laboratorien und rund 8000 Mitarbeitern, die aus dem schon 43 Jahre alten National Advisory Committee for Aeronautics (NACA) stammten.
Die ersten Projekte der NASA beschĂ€ftigten sich mit der bemannten Raumfahrt und standen unter dem Druck des Wettlaufs ins All. Das Mercury-Programm von 1958 war der erste Schritt: Man untersuchte, ob und unter welchen Bedingungen ein Mensch im Weltall ĂŒberleben könnte. Doch auch hier kam die Sowjetunion den USA zuvor: Am 12. April 1961 absolvierte der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin mit Wostok 1 seinen spektakulĂ€ren ersten Raumflug und umrundete dabei in 108 Minuten einmal die Erde.
Am 5. Mai 1961 war es dann auch fĂŒr die NASA so weit: Alan Shepard war der erste Amerikaner im Weltall, als er mit Mercury 3 15 Minuten lang in einem bogenförmigen Flug den Weltraum erreichte. Der erste Amerikaner, der die Erde umkreiste, war John Glenn in Mercury 6 mit einem fĂŒnfstĂŒndigen Flug am 20. Februar 1962.
Nachdem mit den Mercury-FlĂŒgen erste grundlegende Erfahrungen in der bemannten Raumfahrt gewonnen worden waren, rief die NASA das Gemini-Programm ins Leben. Bei diesem Projekt sollten Experimente durchgefĂŒhrt werden und Problemstellungen bezĂŒglich einer Mondlandungs-Mission bearbeitet werden. Der erste bemannte Flug einer Gemini-Rakete wurde am 23. MĂ€rz 1965 von Virgil Grissom und John Young durchgefĂŒhrt. Es folgten neun weitere Missionen, bei denen die Machbarkeit lĂ€ngerer Weltraumaufenthalte und des Treffens und Andockens zweier Raumschiffe bewiesen wurde. AuĂerdem sammelten diese FlĂŒge medizinische Daten ĂŒber die Auswirkungen von Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper.
Nach dem Erfolg des Mercury- und Gemini-Programms wurde das Apollo-Programm gestartet, um weitere Experimente im All durchzufĂŒhren und im Idealfalle sogar Menschen in die NĂ€he des Mondes zu bringen. Eine massive Ănderung in seiner Konzeption erfuhr das Apollo-Programm durch die AnkĂŒndigung des neuen PrĂ€sidenten, John F. Kennedy. Am 25. Mai 1961 sagte er, die Vereinigten Staaten sollten sich vornehmen, bis 1970 âeinen Menschen auf dem Mond abzusetzen und ihn wieder sicher auf die Erde zurĂŒckzubringenâ. Von nun an war es also Ziel des Apollo-Programms, Astronauten auf den Mond zu bringen.
Nach acht Jahren vorbereitender Missionen, bei denen auch das erste groĂe UnglĂŒck in der Geschichte der NASA stattfand â alle drei Besatzungsmitglieder der Apollo-1-Mission kamen um, als bei einem Bodentest im Raumschiff ein Feuer ausbrach â, erreichte das Apollo-Programm schlieĂlich sein Ziel: Am 20. Juli 1969 landeten mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin die ersten Menschen auf dem Mond und kehrten am 24. Juli sicher auf die Erde zurĂŒck. Als Armstrong aus der MondlandefĂ€hre der Apollo 11 trat, funkte er den bekannten Satz zur Erde: âThat's one small step for [a] man, one giant leap for mankind.â (âDas ist ein kleiner Schritt fĂŒr einen Menschen, aber ein riesiger Sprung fĂŒr die Menschheit.â). Nach Armstrong und Aldrin landeten bis zum Ende des Apollo-Programms im Dezember 1972 noch zehn weitere Menschen auf dem Mond.
Die NASA hatte mit der Landung auf dem Mond die aufsehenerregendste Etappe des Wettrennens ins All gewonnen. Eigentlich stellte das den gewĂŒnschten Erfolg dar, allerdings fehlte jetzt ein Ziel, auf das es sich lohnte hinzuarbeiten. AuĂerdem schwand das Interesse der Ăffentlichkeit, das unbedingt nötig war, um groĂe Budgets durch den Kongress sicherzustellen. Mit Lyndon Johnson verlor die NASA dann auch noch ihren wichtigsten politischen UnterstĂŒtzer. FĂŒr ihn wurde Wernher von Braun als Lobbyist in Washington tĂ€tig.
Zwar gab es PlĂ€ne fĂŒr ehrgeizige Folgeprojekte, wie die Errichtung einer Raumstation, einer Mondbasis oder bis 1990 eine bemannte Marsmission zu starten. Nach dem Ende der Beschaffung von Saturn- und Apollo-Raketen gab es dazu aber kaum noch UnterstĂŒtzung. Nachdem es mit Apollo 13 beinahe zu einer Katastrophe gekommen wĂ€re, bei der die Explosion eines Sauerstofftanks fast alle drei Astronauten getötet hĂ€tte, erhielt die NASA wieder mehr Aufmerksamkeit aus der Bevölkerung. Doch obwohl noch Apollo-Missionen bis Apollo 20 geplant waren, war Apollo 17 die letzte Mission unter der Bezeichnung âApolloâ. GrĂŒnde fĂŒr das Ende der Missionen waren BudgetkĂŒrzungen, teilweise auf Grund des Vietnamkrieges, und die Hoffnung, in naher Zukunft ein wiederverwendbares Raumschiff bauen zu können.
Die ersten Raumsonden, mit denen die NASA die Planeten des Sonnensystems erkundete, waren aus heutiger Sicht einfach gebaute, sondierende Missionen, die in Kleinserie hergestellt wurden und bei einkalkulierten Verlusten meistens als Doppelmission ausgelegt waren. Erst in den 1970er-Jahren beginnt die Entwicklung anspruchsvollerer Missionen, mit individuell an die Aufgaben angepassten Sonden.
Die erste NASA-Planetensonde war Mariner 1, die im Juli 1962 zur Venus startete, aber fehlschlug. Die Schwestersonde Mariner 2 startete einen Monat spĂ€ter und flog erstmals erfolgreich an der Venus vorĂŒber. Die zwei Jahre spĂ€ter gestartete Marsmission Mariner 3 scheiterte, jedoch gelang der im November 1964 gestarteten Schwestersonde Mariner 4 erstmals ein Vorbeiflug am Mars. Im Juni 1967 folgte die Venus-Vorbeiflugsonde Mariner 5, im Februar und MĂ€rz 1969 dann die Mars-Vorbeiflugsonden Mariner 6 und 7. Alle drei Missionen waren erfolgreich.
Zur Vorbereitung der bemannten Mondlandung fĂŒhrte die NASA in den 1960er-Jahren eine intensive Erkundung des Erdtrabanten mit Robotersonden durch. Nachdem 1959 die noch vom US-MilitĂ€r betriebene Vorbeiflugsonde Pioneer 4 als erstes US-Raumschiff â aber nach Lunik 1 â den Mond passierte, schlugen die weiteren Pioneer-Mondsonden 1959/60 alle fehl. Auch von den neun Sonden des Ranger-Programms, die zwischen 1961 und 1965 zum Mond gestartet wurden, ĂŒbertrugen nur die letzten drei erfolgreich Bilder von der MondoberflĂ€che (Aufschlagkapseln). Die beiden Nachfolgeprogramme funktionierten besser: FĂŒnf Surveyor-Sonden landeten zwischen Mai 1966 und Januar 1968 weich auf dem Mond, zwei Sonden scheiterten (Auch hier war die UdSSR schneller: Luna 9 landete im Februar 1966 erstmals weich auf dem Mond). Die fĂŒnf Lunar Orbiter kartierten zwischen August 1966 und Januar 1968 erfolgreich die MondoberflĂ€che.
Nachdem die MondflĂŒge mit Apollo 17 Ende 1972 vorzeitig geendet hatten, wurden in den 1970er-Jahren nur zwei bemannte Projekte durchgefĂŒhrt: von 1973 bis 1974 drei FlĂŒge zur Raumstation Skylab und 1975 das Apollo-Sojus-Projekt.
Um die Kosten fĂŒr den Transport ins All zu senken, begann die NASA Ende der 1960er-Jahre mit der Entwicklung eines wiederverwendbaren Raumgleiters. Allerdings erwies sich diese Aufgabe als komplexer, langwieriger und teurer als ursprĂŒnglich angenommen. Bei stark sinkendem NASA-Gesamtbudget zog so der Bau des Space Shuttles besonders Ende der 1970er und Anfang der 1980er Finanzmittel von unbemannten Missionen ab.
Auch bei der unbemannten Erkundung des Sonnensystems gab es den âWettlauf ins Allâ. Die Sowjetunion war 1970 mit der Venussonde Venera 7, der ersten Landung auf einem fremden Planeten, erfolgreich. Da es allerdings unter den Umweltbedingungen der Venus dort kein Leben geben konnte und auch eine bemannte Erkundung nicht möglich wĂ€re, konzentrierte sich die NASA auf die Erforschung des Mars. WĂ€hrend die UdSSR ein umfangreiches Venusprogramm durchfĂŒhrte, sendeten die USA in diesem Jahrzehnt nur die Doppelmission Pioneer-Venus dorthin. PlĂ€ne fĂŒr dieses Projekt gab es seit 1965. Nach Verzögerungen und BudgetkĂŒrzungen wurde die Mission 1975 genehmigt und 1978 starteten die Landesonden (Multiprobe) und der Orbiter, dessen PrimĂ€rmission bis 1980 lief und der noch bis 1992 aktiv war.
Mitte der 1960er-Jahre arbeitete die NASA an einer ambitionierten Mars-Mission, dem Voyager-Projekt, das sich jedoch als zu groà und teuer erwies. Als Ersatz wurden 1968 Mariner 8 und 9 genehmigt, die 1971 zum Mars starteten (Mariner 8 hatte einen Fehlstart). 1972 erreichte Mariner 9 eine Marsumlaufbahn und war somit der erste Orbiter um einen anderen Planeten. Um die Frage nach Leben auf dem Mars klÀren zu können, musste man allerdings die PlanetenoberflÀche mit einer Landesonde direkt untersuchen.
In der Nachfolge des 1967 eingestellten Voyager-Projekts, wurde Ende 1968 Viking beschlossenen. Diese Mission bestand aus zwei Landern und zwei Orbitern und war das erste GroĂprojekt der Planetenforschung. Der ursprĂŒngliche Start war fĂŒr 1973 vorgesehen, wurde aber wegen des sinkenden NASA-Budgets und der gleichzeitig steigenden Entwicklungskosten auf 1975 verschoben. Die Lander erreichten 1976 erfolgreich die MarsoberflĂ€che und konnten noch bis 1980 bzw. 1982 kontaktiert werden. Die Orbiter arbeiteten ebenfalls weit ĂŒber die PrimĂ€rmission hinaus bis 1978 bzw. 1980. Viking war eine der komplexesten und teuersten NASA-Raumsonden.
Im Rahmen eines langfristigen Erkundungsprogramms des Mars sollten ein Orbiter zur Untersuchung des Klimas und ein mobiler Rover folgen. Aus finanziellen und politischen GrĂŒnden konnten diese PlĂ€ne erst in den 1990er-Jahren mit dem Mars Observer bzw. in den 2000er-Jahren mit den Mars Exploration Rovern Spirit und Opportunity realisiert werden.
Der einzige innere Planet, der bis dahin noch nicht erkundet werden konnte, war Merkur. Anfang 1970 wurde darum Mariner 10 beschlossen. Die Vorbeiflugsonde startete 1973 und konnte Merkur bei drei Begegnungen bis zum Missionsende 1975 erfolgreich erforschen. Mariner 10 war die erste Planetensonde, die die Swing-by-Technik nutzte.
Ende der 1960er-Jahre entwickelte die NASA PlĂ€ne, auch die Ă€uĂeren Planeten mit Raumsonden zu erkunden. Eine besondere Gelegenheit dafĂŒr stellte eine sehr gĂŒnstige Planetenkonstellation Ende der 1970er-Jahre dar, die es ermöglichte alle vier Planeten mit einer Sonde zu besuchen. Ab 1969 wurden darum Missionskonzepte fĂŒr die Grand Tour Suite bzw. das Outer Planets Grand Tour Project und das Thermoelectric Outer Planets Spacecraft (TOPS) ausgearbeitet, welche noch vier bis fĂŒnf Sonden vorsahen. Da diese PlĂ€ne zu groĂ und teuer waren, wurden sie Anfang 1970 gestrichen und als gĂŒnstigere Alternative 1972 das Voyager-Programm genehmigt (kein Zusammenhang mit dem gleichnamigen Mars-Programm). UngeklĂ€rt war bis dahin, ob es möglich wĂ€re, den AsteroidengĂŒrtel zwischen Mars und Jupiter mit einem Raumfahrzeug sicher passieren zu können und wie stark die Strahlung am Jupiter eine Raumsonde beschĂ€digen wĂŒrde. Darum wurden seit 1969 Pioneer 10 und Pioneer 11 als Erkundungsmissionen entwickelt. 1972 startete Pioneer 10, die als erste Sonde Ende 1973 am Jupiter vorbeiflog. Ein Jahr nach der Schwestersonde startete 1973 Pioneer 11, die Ende 1974 Jupiter und 1979 erstmals Saturn erreichte. Damit war der Weg fĂŒr die Voyager-Sonden gebahnt: 1977 starteten Voyager 1 und Voyager 2 ihre lange Reise. Voyager 1 erreichte Jupiter 1979 sowie Saturn 1980 und fĂŒhrte ein umfangreiches Forschungsprogramm durch. Voyager 2 erreichte die beiden Planeten 1979 und 1981 und konnte in der erweiterten Missionsphase nun die Grand Tour durchfĂŒhren und begegnete 1986 Uranus und 1989 Neptun. Die Voyager-Sonden zĂ€hlen zu den erfolgreichsten Projekten der NASA.
Ende der 1970er-Jahre hatte sich die Situation der NASA gravierend verĂ€ndert. Nach dem Auslaufen des Apollo-Programms musste zahlreiche Mitarbeiter die Organisation verlassen, die verfĂŒgbaren Finanzmittel waren erheblich geringer als noch Ende der 1960er-Jahre, die Entwicklung des Space Shuttles verbrauchte einen GroĂteil des Budgets und die politische UnterstĂŒtzung schwand. Unter diesen Rahmenbedingungen wurden nur wenige neue Missionen genehmigt.
Ein Projekt war die Jupiter Orbiter/Probe (JOP), die spĂ€ter in Galileo umbenannt wurde. Erste Ideen dazu gab es seit 1974, die ersten Gelder fĂŒr die Entwicklung wurden 1977 bereitgestellt, der Start der Raumsonde sollte dann ursprĂŒnglich 1982 mit dem Space Shuttle erfolgen, das Missionsende war fĂŒr 1988 vorgesehen. Die Verzögerungen beim Bau des Space Shuttles fĂŒhrten jedoch zu einer Verschiebung des Starttermins auf 1986. 1982 wollte die Regierung Reagan die zu 90 % fertiggestellte Sonde sogar ganz streichen, nur massiver öffentlicher Druck rettete die Mission. Mitte 1985 war Galileo startbereit, doch im Januar 1986 verunglĂŒckte die RaumfĂ€hre Challenger, woraufhin die NASA alle Starts bis zur KlĂ€rung der UnglĂŒcksursache einstellte. Galileo wurde 1987 demontiert und ĂŒberarbeitet und konnte nun schlieĂlich 1989 starten. 1995 erreichte die Sonde das Jupiter-System, das sie bis 2003 erforschte.
Die zweite neue Mission der spĂ€ten 1970er und frĂŒhen 1980er-Jahre war VOIR (Venus Orbit Imaging Radar). Diese Sonde sollte hauptsĂ€chlich mit abbildendem Radar (SAR) die OberflĂ€che der Venus kartieren. Neuerliche BudgetkĂŒrzungen fĂŒhrten 1982 zur Streichung dieses Projektes. AuĂerdem wurde eine weitere wissenschaftliche Hauptmission aufgegeben: die Sonnensonde International Solar Polar Mission. Als Ersatz flogen einige US-amerikanische Experimente auf der europĂ€ischen Schwestersonde Ulysses mit. Bereits 1979 war die amerikanische Partnersonde der europĂ€ischen Giotto-Mission zur internationalen Erforschung des Kometen Halley gestrichen worden.
1983 empfahl ein NASA-internes Gremium eine neue Strategie zur Erforschung des Sonnensystems mit Raumsonden zu niedrigen bis moderaten Kosten. Vier wichtige Kernmissionen der zukĂŒnftigen Planetenerkundung wurden vorgeschlagen: eine verkleinerte VOIR-Mission, ein Mars Orbiter sowie die Comet Rendezvous Asteroid Flyby (CRAF)-Sonde und eine Saturn Orbiter/Titan Probe (SOTP).
Nachdem die geplante Venus-Mission auf ein einziges wissenschaftliches Instrument reduziert worden war und aus Reserve- oder Ersatzteilen frĂŒherer Sonden gebaut werden sollte, waren die Kosten nun niedrig genug fĂŒr einen Neubeginn des Projektes 1984 als Venus Radar Mapper, der spĂ€teren Magellan-Sonde. 1988 war der ursprĂŒngliche Start vorgesehen, der sich durch das Challenger-UnglĂŒck auf 1989 verschob. Von 1990 bis 1992 kartierte Magellan erfolgreich fast die gesamte VenusoberflĂ€che in hoher Auflösung, 1994 verglĂŒhte die Sonde in der VenusatmosphĂ€re.
Ronald Reagan verkĂŒndete 1983 den Beginn der Strategic Defense Initiative (SDI) und 1984 den Bau der Raumstation Freedom (eine Keimzelle der spĂ€teren ISS) als nĂ€chste GroĂprojekte der militĂ€rischen bzw. bemannten Raumfahrt. Somit war eine deutliche Besserung der finanziellen Lage der wissenschaftlichen unbemannten Raumfahrt fĂŒr die nĂ€chsten Jahre nicht zu erwarten.
Im Haushaltsjahr 1984 begann die Entwicklung des Mars Geoscience/Climatology Orbiters (MGCO), des spĂ€teren Mars Observers, der die Forschungen von Viking und Mariner 9 weiterfĂŒhren sollte. Der fĂŒr 1990 geplante Start musste nach dem Challengerunfall auf 1992 verschoben werden. Leider ging der Kontakt zur Sonde kurz vor dem Einschwenken in eine Marsumlaufbahn verloren. Der relativ teure Mars Observer gilt als gröĂter Fehlschlag einer Robotermission in der Geschichte der NASA und war die erste Sonde seit 1967, die scheiterte. Er konnte gröĂtenteils durch die Missionen von Mars Global Surveyor und 2001 Mars Odyssey Ende der 1990er/ Anfang der 2000er-Jahre ersetzt werden. Die dritte Ersatzsonde Mars Climate Orbiter schlug ebenfalls fehl.
FĂŒr das Haushaltsjahr 1990 wurden die Gelder fĂŒr die nĂ€chsten beiden Projekte genehmigt: Cassini-Huygens (die frĂŒhere SOTP) und die Kometensonde CRAF. Bei wiederum knappen Budget und steigenden Kosten fĂŒr die Raumstation wurden 1991 zuerst zwei Instrumente von CRAF gestrichen und 1993 die ganze Sonde. Cassini hingegen wurde gebaut und 1997 gestartet. Seit 2004 arbeitet die Sonde erfolgreich im Saturn-System.
Eine weitere wichtige unbemannte Mission dieser Zeitspanne ist das 1990 gestartete Hubble-Weltraumteleskop, das seit 1977 entwickelt und gebaut worden ist und ursprĂŒnglich schon 1986 starten sollte.
Nach der erfolgreichen Mondlandung erschien den zeitgenössischen NASA-Planern die Kommerzialisierung der Raumfahrt als nĂ€chster logischer Schritt. Dazu mussten aber die Transportkosten ins All deutlich sinken. Als Lösung fĂŒr dieses Problem setzte man auf wiederverwendbare Systeme. Seit Ende der 1960er-Jahre gab es verschiedene Studien, die sich mit dem Konzept eines Raumgleiters befassten. 1972 begann dann die Entwicklung des Space Shuttles mit einem vorgesehenen ersten Start Anfang 1978. Das Projekt wurde schnell teuer und brauchte mehr Zeit. Am 12. April 1981 startete dann die RaumfĂ€hre Columbia erfolgreich zur ersten Shuttle-Mission. 31 weitere FlĂŒge der vier Space Shuttles folgten in den 1980ern. Am 4. April 1983 fĂŒhrte die Challenger ihren Erststart durch, am 30. August 1984 wurde die Discovery erstmals eingesetzt und am 3. Oktober 1985 die Atlantis. Zu einem schweren Unfall kam es am 28. Januar 1986 als die RaumfĂ€hre Challenger beim Start explodierte (Challenger-UnglĂŒck). Das war bis zu diesem Tag einer der schwersten UnfĂ€lle in der Geschichte der NASA.
Zu einem weiteren schweren Unfall mit einer RaumfĂ€hre kam es, als am 1. Februar 2003 die RaumfĂ€hre Columbia beim Wiedereintritt in die ErdatmosphĂ€re auseinanderbrach und verglĂŒhte, was wie bei der Challenger-Katastrophe zu einer langen Flugpause der noch verbliebenen RaumfĂ€hrenflotte fĂŒhrte. Bei beiden UnfĂ€llen kam die jeweils siebenköpfige Besatzung ums Leben.
Anfang der 1990er erlebte die NASA in der Planetenerkundung zwei RĂŒckschlĂ€ge. Zum einen scheiterte die teure Mars-Observer-Mission vollstĂ€ndig, zum anderen fiel bei der Jupiter-Sonde Galileo die Hauptantenne aus, so dass nur ein kleiner Teil der eigentlichen Datenmenge zur Erde gesendet werden konnte. Beide Projekte kosteten jeweils ungefĂ€hr eine Milliarde US-Dollar. Gleichzeitig war die einfache, kostengĂŒnstige Magellan-Sonde, die viele Bauteile Ă€lterer Missionen verwendete, bei der Radarkartierung der Venus erfolgreich. AuĂerdem zeigten die Erfahrungen des letzten Jahrzehnts, dass politisches Desinteresse an Weltraumforschung sowie die Ausrichtung der politischen PrioritĂ€ten auf militĂ€rische Projekte, teure und langfristige Missionen zur Erkundung des Sonnensystems immer wieder gefĂ€hrden konnten. Bei allgemein knappem Gesamtbudget sollte Geld gespart werden. Die Baukosten der Planetenmissionen mussten sinken. Seit 1989 gab es darum in der NASA die Diskussion ĂŒber billigere, kleinere planetare Sonden. 1992 legte der NASA-Chef Daniel Goldin sein Konzept des âfaster, better, cheaperâ vor, das vor allem im neuen Discovery-Programm verwirklicht werden sollte. Jetzt sollte es öfters Starts von insgesamt mehr Raumsonden geben, deren Entwicklungszeit wesentlich kĂŒrzer war. Diese spezialisierten Sonden hatten nur eine begrenzte Nutzlast fĂŒr wissenschaftliche Experimente und waren insgesamt auch leichter, was die Startkosten senkte. Instrumente sollten, wenn möglich, wiederverwendet werden. AusgewĂ€hlt wurden die Missionen regelmĂ€Ăig im Rahmen eines Wettbewerbs. Eine verbindliche Obergrenze fĂŒr die Missionskosten im Discovery-Programm wurde eingefĂŒhrt. 1993 standen dann die ersten beiden Projekte fest: die Asteroiden-Sonde NEAR, die im Februar 1996 startete und der Technologiedemonstrator Mars Pathfinder (Start Dezember 1996). Die beiden anderen Discovery-Missionen der 1990er-Jahre waren die Mondsonde Lunar Prospector (Auswahl 1994, Start 1998) und die Kometensonde Stardust (Start 1999).
Das neue Konzept sollte aber auch auf andere Programme angewendet werden. Schon wĂ€hrend der Entwicklung von Mars Observer hatte man ĂŒber ein langfristiges Marsprogramm nachgedacht. Ein frĂŒhes Konzept sah ein Netz aus mehreren kleinen Landern vor (Mars Environmental Survey -MESUR). Anfang der 1990er-Jahre nach dem Scheitern der Mars Observer-Mission wurde dann mit dem Mars Surveyor Program ein Langzeitprogramm fĂŒr die Erkundung des Mars beschlossen. Die kommenden 10 Jahre sollten alle 26 Monate relativ preiswerte Orbiter und Lander zum Mars starten. Das Programm lief Ende 1994 an, und die erste Sonde war Mars Global Surveyor, der einen groĂen Teil der Instrumente vom Mars Observer wiederverwendete. Die Mission startete Ende 1996 und arbeitete erfolgreich bis November 2006. Der 1998 nachfolgende Mars Climate Orbiter ebenso wie der 1999 gestartete Mars Polar Lander gingen beide verloren. Nach dem Scheitern dieser Missionen geriet der âfaster, better, cheaperâ-Ansatz in die Kritik. Der nĂ€chste Orbiter 2001 Mars Odyssey (Start 2001), der wie der Mars Climate Orbiter noch einige Instrumente des Mars Observers trug, war zwar erfolgreich, die anschlieĂenden Missionen wurden jedoch wieder besser finanziert.
Ende 1989 kĂŒndigte der damalige PrĂ€sident George H. W. Bush mit der Space Exploration Initiative die dauerhafte RĂŒckkehr der USA zum Mond und bemannte FlĂŒge zum Mars an. Da die Kosten dafĂŒr auf mehrere hundert Milliarden US Dollar geschĂ€tzt wurden, gab man diese PlĂ€ne bald wieder auf. Eine Neubelebung erfuhr dieses Projekt allerdings 2004 durch George W. Bushs Vision for Space Exploration.
Im Mai 1992 hatte die RaumfĂ€hre Endeavour ihren Erstflug und ersetzte die verunglĂŒckte Challenger. Bis zum Columbia-Unfall waren damit wieder vier Space Shuttles im Einsatz. Insgesamt wurden von 1990 bis 1999 mit den RaumfĂ€hren 64 FlĂŒge durchgefĂŒhrt. Im Shuttle-Mir-Programm kooperierten Russland und die USA erstmals seit dem Apollo-Sojus-Projekt wieder in der bemannten Raumfahrt. Von 1994 bis 1998 gab es 11 Missionen zur Raumstation, sieben Raumfahrer absolvierten Langzeitaufenthalte auf der Mir. Diese Zusammenarbeit diente als Vorbereitung der Internationalen Raumstation (ISS), deren Aufbau im November 1998 mit dem Start des russischen Fracht- und Antriebsmodul Sarja begann. Kurz darauf brachte die Space-Shuttle-Mission STS-88 das erste US-amerikanische Bauteil ins All, den Verbindungsknoten Unity. Der Bau der Raumstation war 1993 zwischen der USA und Russland vereinbart worden, weitere LĂ€nder schlossen sich dem Vertrag an.
Neben der geplanten Raumstation Freedom suchte die NASA Ende der 1980er Jahre nach weiteren langfristigen Hauptprojekten fĂŒr die Zukunft. Angesichts der Kritik an der Behörde wegen des Challenger-Unfalls fĂŒhrte die positive öffentliche Wahrnehmung der NASA durch ihre schnelle BestĂ€tigung des 1985 entdeckten Ozonlochs zu einer gĂŒnstigen politischen Ausgangslage, die Erdbeobachtung als einen Schwerpunkt im NASA-Programm zu verankern. 1987 wurde die âmission to planet earthâ vorgeschlagen und 1990 offiziell bestĂ€tigt, deren KernstĂŒck das Earth Observing System (EOS) bilden sollte. Die Planungen sahen ursprĂŒnglich den Start von zwei groĂen und komplexen Plattformen vor. BudgetgrĂŒnde fĂŒhrten Anfang der 1990er zu einer Neuplanung des Systems, so dass drei mittelgroĂe Satelliten als Kernelemente des EOS entwickelt wurden: 1999 startete Terra (Landbeobachtung), 2002 Aqua (Meereserkundung) und 2004 Aura (AtmosphĂ€renforschung).
Jedoch war der erste Satellit innerhalb des âmission to planet earthâ-Programms der 1991 gestartete Upper Atmosphere Research Satellite. Dieser neuartige Umweltsatellit, fĂŒr den es seit 1978 Planungen gab und dessen Bau 1984 genehmigt wurde, setzte die erfolgreichen Forschungen der NASA ĂŒber die Zerstörung der Ozonschicht fort und lieferte der Politik wichtige Daten zur ĂberprĂŒfung der Einhaltung des Montreal-Protokolls. Weitere wichtige EOS-VorlĂ€ufermissionen waren TOPEX/Poseidon (Start 1992) und Tropical Rainfall Measuring Mission (Start 1997), deren positive Ergebnisse den praktischen Nutzen von Umweltsatelliten z. B. bei der Unwettervorhersage zeigten.
Politisch konfliktreich waren allerdings die Forschungen zur Globalen ErwĂ€rmung, die seit Anfang der 1990er-Jahre mehr Gewicht bekamen gegenĂŒber der Ozonforschung. Letztere begann Anfang der 1970er Jahre um Bedenken der Umweltschutzbewegung wegen möglicher Verschmutzungen der StratosphĂ€re durch das in der Entwicklung befindliche Space Shuttle besser begegnen zu können. 1975 sowie 1977 wurden durch den Kongress Gesetze verabschiedet, welche der NASA die Berechtigung zur Umweltforschung gaben.
1972 mit dem Start des âEarth Ressources Technology Satelliteâ, spĂ€ter Landsat 1, wurde eine neue Klasse von erdorientierten Satelliten eingefĂŒhrt. Nachdem 1976 die Viking-Sonde auf der Suche nach einem geeigneten Landeplatz fast den gesamten Mars erkundet hatte, fĂŒhrte das zur Ăberlegung Untersuchungsmethoden, die bisher nur in der Planetenforschung angewendet wurden, auch in der Erderkundung einzusetzen. Das gelang mit dem 1978 gestarteten Meereserkundungssatelliten Seasat.
Neue Theorien Anfang der 1980er Jahre von der Erde als Gesamtsystem, die auch durch die vergleichende Planetenforschung beeinflusst wurden, die durch die Mars- und VenusvorbeiflĂŒge der Mariner-Sonden Mitte der 1960er Jahre aufkam, machten Erderkundungssatelliten unverzichtbar fĂŒr die Entwicklung globaler Modelle und fĂŒhrten letztlich zum organisierten Earth Science Programm. [6] [7] [8] [9] [10]
Zur Erforschung des nĂ€heren und entfernten Weltalls startete die NASA zahlreiche Forschungssatelliten und -sonden, darunter die Teleskope OAO (1972â1981), HEAO (1977â1979), IRAS (1983), FUSE (1999â2007) und STEREO (seit 2006).
Der Erforschung der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung dienten ab 1989 die Missionen COBE (1989â1993) und WMAP (seit 2001).
Im Rahmen des Great Observatory Programs startete die NASA ab 1990 vier weltraumgestĂŒtzte Teleskope zur Erforschung des entfernten Universums in allen wichtigen Wellenspektren. FĂŒr den Bereich des sichtbaren Lichts sowie der Ultraviolett- und Infrarotstrahlung wurde 1990 Hubble gestartet. Das Compton Gamma Ray Observatory fĂŒr Gammaastronomie folgte 1991, das Röntgenteleskop Chandra dann 1999 sowie das Spitzer-Weltraumteleskop, ein Infrarotteleskop, schlieĂlich 2003. Diese werden mittelfristig durch noch leistungsstĂ€rkere Nachfolger wie das Gamma-ray Large Area Space Telescope (2008) und das James Webb Space Telescope (ca. 2013) ersetzt.
Ende der 1990er-Jahre war Pluto der einzige Planet, der bisher von keiner Raumsonde erforscht worden war. Um Plutos AtmosphĂ€re untersuchen zu können, die aufgrund seiner Bahneigenschaften fĂŒr die nĂ€chsten zweihundert Jahre auszufrieren droht, sollte eine Raumsonde nicht spĂ€ter als 2004 gestartet werden. Ein anderer Körper des Ă€uĂeren Sonnensystems mit PrioritĂ€t in der Erforschung war der Jupitermond Europa, unter dessen Eiskruste sich nach Daten der Galileo-Mission ein Wasserozean befinden könnte. Darum begannen ab 1996 im Fire&Ice-Projekt bzw. ab 1998 im Outer Planets/Solar Probe Program Entwicklungen fĂŒr drei Raumsonden: Pluto Express bzw. Pluto-Kuiper-Express (auch PKE), Europa Orbiter sowie Solar Probe, einer Mission zur Sonnenforschung. FĂŒr alle drei Projekte war geplant einen gemeinsamen Raumsondenkörper (Spacebus) zu entwickeln, der extrem leicht, hoch strahlungsresistent und energiesparend sein sollte. Die Entwicklung war allerdings komplexer als ursprĂŒnglich erwartet und benötigte darum weitere Entwicklungszeit und zusĂ€tzliche Finanzmittel. Der Start des Europa-Orbiters wurde zunĂ€chst von 2004 auf 2006 verschoben. Im September 2000 entschied sich die NASA die Arbeiten am Pluto-Kuiper-Express abzubrechen. Anfang 2002 wurde auch die Europa-Mission eingestellt.
Jedoch bewirkten starke öffentliche Proteste eine Wiederbelebung der Pluto-Mission. Im November 2001 wurde das Konzept fĂŒr New Horizons ausgewĂ€hlt, so dass die Sonde ab 2003 gebaut werden konnte und im Januar 2006 gestartet ist. New Horizons wurde die erste Mission des nach dem Vorbild des Discovery-Programms neu geschaffenen New-Frontiers-Programm fĂŒr mittelgroĂe Raumsonden. Als zweite Sonde dieses Programms soll 2011 die Jupitersonde Juno starten. Zur Erforschung des Jupiter-Systems begannen 2003 Arbeiten am Jupiter Icy Moons Orbiter (JIMO). Diese recht ehrgeizig dimensionierte Sonde im Rahmen des Projekts Prometheus sollte zeigen, dass es machbar wĂ€re eine Weltraummission durch einen Kernreaktor mit Energie zu versorgen. Anfang 2005 wurde das Projekt eingestellt.
Alle weiteren Raumsonden â mit Ausnahme der Mars-, Mond und Sonnensonden â sind Teil des Discovery-Programms. Die Merkursonde MESSENGER wurde 1999 ausgewĂ€hlt und startete 2004. Sie erreichte 2008 den innersten Planeten und soll ihn bis 2012 eingehend erforschen. Zur Erkundung der Asteroiden Vesta und Ceres wurde 2007 Dawn gestartet. Mit den Sonden Stardust, CONTOUR und Deep Impact wurden und werden Kometen erforscht, jedoch wurde CONTOUR beim Start 2002 zerstört. Die teilweise erfolgreiche Sonde Genesis untersuchte den Sonnenwind. Ende 2007 wurde die Mondmission GRAIL ausgewĂ€hlt, die ab 2011 das Gravitationsfeld des Mondes vermessen soll. Weitere Mondsonden sind der Lunar Reconnaissance Orbiter sowie LCROSS die im Rahmen der Vision for Space Exploration den Mond insbesondere im Hinblick auf spĂ€tere bemannte Expeditionen untersuchen sollen.
Nach den FehlschlĂ€gen im Mars-Programm Ende der 1990er-Jahre wurde in die nĂ€chste Sonde 2001 Mars Odyssey mehr Geld investiert, allerdings zulasten des Mars Surveyor 2001 Landers. Diese bereits fast fertig gestellte Landesonde wurde jedoch in ĂŒberarbeiteter Version als Phoenix im Rahmen des Mars-Scout-Programms 2007 gestartet. FĂŒr das folgende 2003er Startfenster konkurrierte 1999 das Konzept des Athena-Rovers mit einem Orbiter. Das Rover-Konzept wurde ausgewĂ€hlt, so dass ab Mai 2000 die Mars Exploration Rover gebaut wurden und 2003 starteten. Seit Januar 2004 erkunden Spirit und Opportunity erfolgreich die MarsoberflĂ€che. Der Orbiter wurde im nĂ€chsten Startfenster 2005 als Mars Reconnaissance Orbiter zum Mars gesendet. Sowohl die Rover als auch der Orbiter spiegeln das neue Marsprogramm wider, das sich von den kleineren, preisgĂŒnstigeren Missionen der 1990er-Jahre hin zu mittelgroĂen Sonden wandte. Das Mars Science Laboratory, das 2011 starten wird, ist sogar eine groĂe Flaggschiffmission. Erst 2013 werden voraussichtlich ein oder zwei weitere Orbiter nachfolgen.
Die Sonden Helios 1 und Helios 2 starteten in den 70er Jahren um unsere Sonne zu erforschen. Die eine fliegt in Umlaufbahnrichtung, die andere gegen diese Richtung. Somit können sie 3D-Bilder aufnehmen.
Die NASA setzte in diesem Jahrzehnt den Aufbau des EOS fort, so dass 2008 eine Flotte aus 15 Erdbeobachtungssatelliten zur VerfĂŒgung stand, mit der AtmosphĂ€re, LandflĂ€chen, Ozeane, Eisgebiete und Sonneneinstrahlung untersucht werden konnten.
Nach dem Columbia-Unfall im Februar 2003 erfolgte eine grundlegende ĂberprĂŒfung der Schwerpunkte und Ziele des gesamten Raumfahrtprogramms der NASA. Am 14. Januar 2004 kĂŒndigte PrĂ€sident G.W. Bush mit der âVision for Space Explorationâ ein langfristiges Programm an, das die Erkundung des Mondes durch bemannte FlĂŒge wiederaufnehmen sollte, um schlieĂlich Astronauten auf dem Mars zu landen. FĂŒr dieses Vorhaben waren keine zusĂ€tzlichen Gelder vorgesehen, statt dessen sollten durch interne Umschichtungen, die zu Lasten der Erdbeobachtung und des gesamten wissenschaftlichen Programms gingen, die benötigten Mittel beschafft werden. Dadurch wurden laufende Entwicklungen verzögert, und PlĂ€ne fĂŒr Nachfolgemissionen mussten teilweise aufgegeben werden. [11]
Die NASA gab am 4. Dezember 2006 bekannt, dass eine stĂ€ndig besetzte Mond-Basisstation in Planung sei.[12] Als Starttermin wurde das Jahr 2020 und als Termin fĂŒr die Fertigstellung 2024 genannt. Zur Verwirklichung der Planungen wird die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern in Betracht gezogen.[13]
Der Budgetentwurf von PrĂ€sident Barack Obama fĂŒr das Jahr 2010 sieht jedoch massive Ănderungen des Zwecks der Zuweisungen an die NASA vor. Nach den Untersuchungen der Augustine-Kommission beruhen die im Rahmen des Constellation-Programms geplanten bemannten MondflĂŒge auf alter Technologie und wĂŒrden den geplanten finanziellen und zeitlichen Rahmen sprengen. Wichtiger sei es, revolutionĂ€re Technologien zu entwickeln, die bemannte RaumflĂŒge jenseits der Erdumlaufbahn erlauben könnten â dabei soll die ISS auch ĂŒbers Jahr 2016 hinaus angeflogen und finanziell unterstĂŒtzt werden. DarĂŒber hinaus sollen in Zukunft nicht nur die NASA, sondern auch private Unternehmen Raumschiffe entwickeln. Insgesamt sieht der Plan sogar eine Steigerung des NASA-Finanzhaushalts vor.[14]
Anstelle einer Mondbasis plant die NASA einen bemannten Flug zum Planeten Mars. Als Zeitfenster wird das Jahr 2035 von der NASA angegeben. Das neue Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV) soll auf Designs basieren, die ursprĂŒnglich fĂŒr das Orion-Kapsel-System fĂŒr die Mondbasis vorgesehen waren. Zu diesem Zweck kĂŒndigte die NASA am 14. September 2011 das neue Space Launch System (kurz SLS) an, welches in der Lage sein soll, bemannte FlĂŒge zum Mars wie auch zu erdnahen Asteroiden zu ermöglichen.[15] Am 14.02.2012 gab Nasa-Chef Charles Bolden jedoch bekannt, aus zumindest zwei der gemeinsam mit der ESA geplanten Marsmissionen auszusteigen. Grund dafĂŒr seien KĂŒrzungen im Etatplan 2013 der US-Behörde fĂŒr die Planeten-Erforschung. Stattdessen soll die Entwicklung neuer Technologien verstĂ€rkt gefördert werden.[16]
Die NASA ĂŒbernahm bei ihrer GrĂŒndung die Mitarbeiter, Einrichtungen und laufenden Forschungsprogramme (z. B. das X-15 Programm) der NACA, einer seit 1915 bestehenden Forschungseinrichtung fĂŒr Luftfahrt. Seit Ende der 1950er-Jahre forscht die NASA in Zusammenarbeit mit der Industrie als auch dem MilitĂ€r zu den verschiedensten Fragen der Luftfahrt. Beispielsweise wurden neue TragflĂ€chenformen untersucht, die Sicherheit der Flugzeuge bei Unwetter erhöht (Aquaplaning bei Start und Landung, verbesserter Schutz der Avionik und Flugzeugelektronik vor Blitzschlag) sowie Luftverkehrsmanagementsysteme entwickelt. In den 1970er-Jahren war die NASA an der EinfĂŒhrung elektronischer Bildschirme in den Cockpits beteiligt, welche die mechanischen Anzeigen ersetzten. Digitale fly-by-wire Systeme verdrĂ€ngten hydraulische Flugkontrollsysteme. Die NASA forschte zur Verringerung des FluglĂ€rms und zum Einsatz von verbesserten Kompositmaterialien im Flugzeugbau. Mit den experimentellen X-15 Flugzeugen wurden eine Vielzahl von Technologien fĂŒr ĂberschallflĂŒge erprobt. In den 2000er-Jahren fĂŒhrte die NASA Experimente mit Ramjet- und Scramjet-Triebwerken (X-43A) durch. [17]
| Jahr | Budget | Anteil am US-Gesamthaushalt[18][19] |
|---|---|---|
| 1958 | 0,08 Mrd. US-Dollar | 0,12 % |
| 1959 | 0,1 Mrd. US-Dollar | 0,18 % |
| 1960 | 0,4 Mrd. US-Dollar | 0,52 % |
| 1961 | 0,7 Mrd. US-Dollar | 0,91 % |
| 1962 | 1,2 Mrd. US-Dollar | 1,40 % |
| 1963 | 2,5 Mrd. US-Dollar | 2,76 % |
| 1964 | 4,1 Mrd. US-Dollar | 4,27 % |
| 1965 | 5,1 Mrd. US-Dollar | 5,28 % |
| 1966 | 5,9 Mrd. US-Dollar | 5,55 % |
| 1967 | 5,4 Mrd. US-Dollar | 3,15 % |
| 1968 | 4,7 Mrd. US-Dollar | 2,43 % |
| 1969 | 4,2 Mrd. US-Dollar | 2,15 % |
| 1970 | 3,7 Mrd. US-Dollar | 1,74 % |
| 1971 | 3,3 Mrd. US-Dollar | 1,61 % |
| 1972 | 3,4 Mrd. US-Dollar | 1,29 % |
| 1973 | 3,3 Mrd. US-Dollar | 1,15 % |
| 1974 | 3,2 Mrd. US-Dollar | 1,21 % |
| 1975 | 3,3 Mrd. US-Dollar | 1,03 % |
| 1976 | 3,6 Mrd. US-Dollar | 1,00 % |
| 1977 | 3,9 Mrd. US-Dollar | 0,88 % |
| 1978 | 3,9 Mrd. US-Dollar | 0,85 % |
| 1979 | 4,2 Mrd. US-Dollar | 0,84 % |
| 1980 | 4,8 Mrd. US-Dollar | 0,83 % |
| 1981 | 5,4 Mrd. US-Dollar | 0,82 % |
| 1982 | 6,0 Mrd. US-Dollar | 0,83 % |
| 1983 | 6,7 Mrd. US-Dollar | 0,84 % |
| 1984 | 7,0 Mrd. US-Dollar | 0,84 % |
| 1985 | 7,2 Mrd. US-Dollar | 0,77 % |
| 1986 | 7,4 Mrd. US-Dollar | 0,75 % |
| 1987 | 7,6 Mrd. US-Dollar | 0,76 % |
| 1988 | 9,1 Mrd. US-Dollar | 0,86 % |
| 1989 | 11,0 Mrd. US-Dollar | 0,96 % |
| 1990 | 12,4 Mrd. US-Dollar | 0,99 % |
| 1991 | 13,8 Mrd. US-Dollar | 1,05 % |
| 1992 | 13,9 Mrd. US-Dollar | 1,02 % |
| 1993 | 14,3 Mrd. US-Dollar | 1,01 % |
| 1994 | 13,7 Mrd. US-Dollar | 0,94 % |
| 1995 | 13,4 Mrd. US-Dollar | 0,88 % |
| 1996 | 13,8 Mrd. US-Dollar | 0,99 % |
| 1997 | 14,3 Mrd. US-Dollar | 0,90 % |
| 1998 | 13,6 Mrd. US-Dollar | 0,86 % |
| 1999 | 13,7 Mrd. US-Dollar | 0,80 % |
| 2000 | 14,0 Mrd. US-Dollar | 0,76 % |
| 2001 | 14,3 Mrd. US-Dollar | 0,77 % |
| 2002 | 14,9 Mrd. US-Dollar | 0,74 % |
| 2003 | 15,4 Mrd. US-Dollar | 0,69 % |
| 2004 | 15,1 Mrd. US-Dollar | 0,67 % |
| 2005 | 16,2 Mrd. US-Dollar | 0,64 % |
| 2006 | 16,5 Mrd. US-Dollar | |
| 2007 | 16,792 Mrd. US-Dollar | |
| 2008 | 17,309 Mrd. US-Dollar | |
| 2009 | 17,614 Mrd. US-Dollar | |
| 2010 | 18,7 Mrd. US-Dollar | |
| 2011 | 19,000 Mrd. US-Dollar | |
| 2012 | 18,905 Mrd. US-Dollar * | |
| (*) geschÀtzt | ||
Nachdem Michael Griffin im Zuge des PrĂ€sidentenwechsels seinen RĂŒcktritt zum 20. Januar 2009 erklĂ€rt hatte und seine Stellvertreterin Shana Dale bereits mit Wirkung zum 17. Januar ausgeschieden war, hatte die NASA vorĂŒbergehend keinen Administrator. Der designierte Nachfolger Griffins, der vierfache Space-Shuttle-Astronaut Charles Frank Bolden, wurde erst am 15. Juli 2009 vom Senat als neuer Leiter bestĂ€tigt. Zur Stellvertreterin wurde Lori Garver ernannt, die vorher Beraterin von PrĂ€sident Obama in Sachen Weltraumpolitik war.[20]
Die NASA besteht aus einer Reihe von Einrichtungen. Dazu gehören