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Natriumnitrat

Strukturformel
Struktur des Na+-Ions Struktur des Nitrations
Allgemeines
Name Natriumnitrat
Andere Namen
  • Natronsalpeter
  • Chilesalpeter
  • Salpetersaures Natrium
  • E 251
Summenformel NaNO3
CAS-Nummer 7631-99-4
PubChem 24268
Kurzbeschreibung

farb- und geruchsloser Feststoff [1]

Eigenschaften
Molare Masse 84,99 g·mol–1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,26 g·cm–3 (20 °C) [1]

Schmelzpunkt

306–307 °C [1]

Siedepunkt

Zersetzung ab 380 °C [1]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser: 874 g·l−1 (20 Â°C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
03 – Brandfördernd 07 – Achtung

Achtung

H- und P-SĂ€tze H: 272-302
EUH: keine EUH-SĂ€tze
P: 260 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
Brandfördernd GesundheitsschÀdlich
Brand-
fördernd
Gesundheits-
schÀdlich
(O) (Xn)
R- und S-SĂ€tze R: 8-22
S: 22-41
LD50

1267 mg·kg−1 (Ratte, oral)[2]

Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich
Natriumnitrat als Granulat
Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke, ehemaliger Abbau von Natriumnitrat in Chile

Natriumnitrat (auch Natronsalpeter oder Chilesalpeter) ist eine chemische Verbindung, das Natriumsalz der SalpetersĂ€ure. Im reinen Zustand liegt es in Form einer hygroskopischen (wasseranziehenden), weißen Substanz oder farblosen Kristallen vor.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

Natriumnitrat ist das wichtigste natĂŒrlich vorkommende Nitrat. Hauptfundort ist Chile, daher auch der Trivialname Chilesalpeter. Weitere natĂŒrliche Vorkommen gibt es in Ägypten, Kleinasien, Kolumbien und Kalifornien.

Gewinnung

NatĂŒrliche Vorkommen werden durch Auslaugung mit heißen Solen gewonnen und durch Filtration von Fremdstoffen gereinigt. Das in der KĂ€lte auskristallisierte Natriumnitrat hat eine Reinheit von etwa 98 %. Das in den Mutterlaugen enthaltene Iodat geht in die Iodgewinnung.

Natriumnitrat kann auch durch Umsatz von Natriumcarbonat mit SalpetersÀure gewonnen werden:

<math>\mathrm{Na_2CO_3 + 2 \ HNO_3 \longrightarrow 2 \ NaNO_3 + H_2O + CO_2}.</math>

Hier bietet sich die Absorption von Restgasen der Ammoniakoxidation in konzentrierter Natriumcarbonat-Lösung an:

<math>\mathrm{Na_2CO_3 + 2 \ NO_2 \longrightarrow NaNO_3 + NaNO_2 + CO_2}.</math>

Zur Oxidation des Nitrits wird dieses mit SalpetersÀure angesÀuert, an der Luft zu Nitrat oxidiert und mit Natriumcarbonat neutralisiert. In Vakuumverdampfern wird es bis zum Feststoff eingeengt.

Natriumnitrat kann auch durch Umsetzung von Natriumhydroxid mit SalpetersÀure gewonnen werden:

<math>\mathrm{NaOH + HNO_3 \longrightarrow NaNO_3 + H_2O}.</math>

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

wichtige thermodynamische Eigenschaften

Chemische Eigenschaften

In heißer SchwefelsĂ€ure wird es unter Bildung von SalpetersĂ€ure zu Natriumhydrogensulfat umgesetzt:

<math>\mathrm{NaNO_3 + H_2SO_4 \longrightarrow NaHSO_4 + HNO_3}</math>

Bei Temperaturen oberhalb von 380 °C zersetzt es sich zu Natriumnitrit:

<math>\mathrm{2 \ NaNO_3 \longrightarrow 2 \ NaNO_2 + O_2}</math>

Bei Temperaturen oberhalb von 800 Â°C zu Natriumoxid:

<math>\mathrm{4 \ NaNO_3 \longrightarrow 2 \ Na_2O + 2 \ N_2 + 5 \ O_2}</math>

Verwendung

Lebensmittelzusatzstoff

Nitrat wirkt gegen Bakterien, vor allem gegen den gefĂŒrchteten Botulismus-Erreger (Clostridium botulinum). Beim Pökelprozess wird der chemisch wenig bestĂ€ndige Muskelfarbstoff (Myoglobin) in eine stabilere Variante umgewandelt (Umrötung). Als Folge davon behĂ€lt das Fleisch seine rote Farbe. Nicht gepökelte Fleisch- und Wurstwaren nehmen eine graue Farbe an, die von den meisten Kunden fĂ€lschlicherweise als Hinweis auf einen Verderb angesehen wird. Zudem wird beim Pökeln ein typisches Aroma ausgebildet.

Natriumnitrat wird fĂŒr Wurstwaren, HartkĂ€se, SchnittkĂ€se, eingelegte Heringe und Sprotten verwendet.

Nitrate selbst sind ungefĂ€hrlich. Problematisch ist ihr Einsatz, weil sie in Nitrite umgewandelt werden. Diese Umwandlung ist im Lebensmittel, aber auch im menschlichen Körper möglich. Nitrite wirken gefĂ€ĂŸerweiternd und blutdrucksenkend. In höheren Dosierungen können sie zu akuten Vergiftungserscheinungen (Mangel an Blutfarbstoff HĂ€moglobin = Zyanose) fĂŒhren. Nitrit kann mit gleichzeitiger Aufnahme von Protein im menschlichen Körper zu stark krebserregenden Nitrosaminen umgewandelt werden.

Nachweis

Nachweisreaktionen
  • Natrium: als hell leuchtend gelb in der blauen Bunsenbrennerflamme
  • Nitrat: Spatelspitze Substanz mit verdĂŒnnter SchwefelsĂ€ure lösen und mit einer kalt gesĂ€ttigten Eisen(II)-sulfatlösung versetzen. Mit etwas konzentrierter SchwefelsĂ€ure unterschichten. An der Grenzschicht entsteht ein brauner Ring, der als Nachweis fĂŒr Nitrat gilt (Ringprobe).

Quellen

  1. ↑ a b c d e f g h Eintrag zu Natriumnitrat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 12. MĂ€rz 2009 (JavaScript erforderlich).
  2. ↑ Datenblatt Natriumnitrat bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
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