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Die Ndebele sind eine im nördlichen Südafrika lebende Ethnie.
Die Ndebele gehören zur Bantu-Sprachgruppe der Nguni, zu denen auch noch die Zulu, Xhosa und Swazi gehören. Sie leben in der heutigen südafrikanischen Provinz Mpumalanga, in die sie vermutlich zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert aus dem Natal-Gebiet einwanderten. Man findet sie heute am häufigsten nordöstlich von Pretoria und bei Middelburg.
Wie auch einige andere Nguni-Sprachen unterscheidet sich die Sprache der Ndebele (amaNdebele) durch ihre charakteristischen Klicklaute von benachbarten Bantu-Sprachen wie dem Shona. In ihrer Siedlungsweise unterscheiden sich die südafrikanischen Ndebele von den simbabwischen. Sie leben vorzugsweise in Rundhütten, während die simbabwischen Ndebele eckige Häuser bevorzugen. Häufig kommen polygame Ehen vor, bei denen jeder Frau ein eigenes Haus zusteht.
Im 19. Jahrhundert ließen sich Buren im Zuge des Großen Trecks im Siedlungsgebiet der Ndebele nieder und versuchten, sie zu verdrängen. Dabei gingen die Buren äußerst brutal vor, sodass sich die Ndebele veranlasst sahen, in die Höhlen von Nomtjarhelo zu fliehen. Die Buren versuchten zunächst, die Höhlen zu sprengen. Als dies misslang, belagerten sie die Höhlen neun Monate lang und hungerten die Geflohenen aus, bis von den 15.000 in den Höhlen Eingeschlossenen nur noch 8.000 am Leben waren. Die noch Arbeitsfähigen wurden zur Arbeit auf den Burenfarmen verpflichtet.
Dadurch ging bei vielen Ndebele die kulturelle Identität verloren. Nur bei den weiter südlich beheimateten Gruppen wurden die traditionellen Zeremonien und die Freude an den Farben weiter gepflegt. Die farbenprächtige Gestaltung der Häuser und der Kleidung ist ein Merkmal dieser Volksgruppe. Traditionell ist am Schmuck und der Kleidung der Familienstand der Frauen zu erkennen: Verheiratete Frauen tragen um den Hals sowie um Arme und Beine schwere Messing- oder Kupferringe (iindzila), während sich die jungen Mädchen mit perlenbesetzten Wülsten schmücken. Der schwere Metallschmuck um Hals und Gliedmaßen wird in der Regel auf Lebenszeit getragen. Die Halsringe sind einzelne Ringe, die von der Bedeutung her Eheringen gleichzusetzen sind. Die Frauen bekommen sie zur Hochzeit angelegt. Sie dienen nicht der Verlängerung des Halses, sondern sind ein Statussymbol und ein Zeichen dafür, dass sie verheiratet sind. Je wohlhabender der Mann, desto mehr Ringe bekommt die Frau. Eine ähnliche Tradition wird auch von Frauen der Padaung in Myanmar gepflegt; diese Frauen tragen Messingspiralen um ihren Hals. Diese dienen jedoch ausschließlich dem Schmuck und der Streckung und „Verlängerung“ des Halses. Die Ndebele pflegen auch ihre eigene Musiktradition, einen choralen Gesang, der von Beinrasseln (amahlwayi) und Schlaghölzern (izikeyi) begleitet wird. Viele Ndebele leben jedoch nicht mehr traditionell.
In der Nähe von Middelburg wird im Museumsdorf Botshabelo die Kultur der Ndebele gepflegt und der Öffentlichkeit nahegebracht.
Bis 1994 waren die meisten Ndebele dem Homeland KwaNdebele zugeordnet.