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| AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Neuenhof zu vermeiden. |
| Neuenhof | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Aargau |
| Bezirk: | Baden |
| BFS-Nr.: | 4034 |
| Postleitzahl: | 5432 |
| Koordinaten: | 667166 / 25554047.4472198.329174403Koordinaten: 47° 26′ 50″ N, 8° 19′ 45″ O; CH1903: 667166 / 255540 |
| Höhe: | 403 m ü. M. |
| Fläche: | 5.37 km² |
| Einwohner: | 8178 (31. Dezember 2010)[1] |
| Website: | www.neuenhof.ch |
| Sicht von Wettingen über die Limmat auf Neuenhof | |
| Karte | |
Neuenhof (schweizerdeutsch: ˈnɔɪə.hoːf)[2] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Baden im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im Limmattal, rund drei Kilometer südöstlich des Bezirkshauptorts Baden.
Inhaltsverzeichnis |
Das Dorf liegt auf einer lang gezogenen, engen Ebene zwischen dem linken Ufer der Limmat und dem steilen Ostabhang des Heitersbergs, einem Hügelzug zwischen Limmattal und Reusstal. In einer Flussschlaufe in der nordwestlichen Ecke des Gemeindegebiets, gegenüber dem Kloster Wettingen, liegt das moderne Quartier Webermühle, das durch die Autobahn, eine Hauptstrasse und dem mäandrierenden Fluss vom restlichen Dorf getrennt ist.[3]
Die Gemeindefläche beträgt 537 Hektaren, davon sind 268 Hektaren bewaldet und 148 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 702 Metern auf dem Kamm des Heitersbergs, der tiefste 360 Metern an der Limmat.
Nachbargemeinden sind Wettingen im Norden, Würenlos im Nordosten, Killwangen im Südosten, Oberrohrdorf im Südwesten, Fislisbach im Westen und Baden im Nordwesten.
1975 gruben Archäologen im Oberdorf Reste eines römischen Gutshofes aus. Verschiedene Funde von Münzen, Ziegelstempeln und Keramik deuten darauf hin, dass das Gebäude vom späteren 1. bis zum mittleren 3. Jahrhundert bewohnt war.[4] Die weitere Geschichte bis ins Mittelalter ist wenig erforscht. Im 13. Jahrhundert entstand der «neue Hof», ein Selbstversorgungsbetrieb des Klosters Wettingen, das auf der anderen Seite der Limmat liegt. Dieser Hof wurde zunächst von den Mönchen bewirtschaftet, später aber an Leibeigene verpachtet, die eine kleine Siedlung errichteten. Die Erwähnung dieses Hofes im Lehnsbrief vom 13. Oktober 1393, welcher vom österreichischen Landvogt Engelhart, Herr zu Winsperg in Baden ausgestellt wurde, ist zugleich die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung von Neuenhof (damals noch als Nuiwen Hof).[2]
Im Mittelalter lag die Landesherrschaft bei den Habsburgern. Im Jahr 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Neuenhof war nun Teil des Amtes Wettingen in der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft. Das Dorf blieb weitgehend vom Kloster abhängig. Diese enge Bindung verhinderte die Entstehung anderer Berufszweige. Im 16. Jahrhundert war Neuenhof ein reines Bauerndorf mit bloss einem Dutzend Häusern. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Neuenhof wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden, seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau.
Am 9. August 1847 wurde die erste Eisenbahnlinie der Schweiz zwischen Zürich und Baden eröffnet, die Spanisch-Brötli-Bahn. Obwohl die Strecke durch das Gemeindegebiet führte, erhielt Neuenhof erst im Mai 1990 einen eigenen Bahnhof). Neuenhof wandelte sich allmählich von einer Bauern- zu einer Industriegemeinde. Es entstanden zahlreiche Fabriken, welche die Wasserkraft der Limmat nutzten.
Ab 1950 setzte ein rasanter Aufschwung ein, als Neuenhof immer mehr in den Sog der schnell wachsenden Agglomeration Zürich geriet. Innerhalb von nur zwanzig Jahren stieg die Einwohnerzahl um fast das Vierfache. Die 1971 eröffnete Autobahn war Fluch und Segen zugleich. Zwar ermöglichte sie eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung, doch die Fahrbahn schnitt das Dorf entzwei und der stetig zunehmende Verkehr führte zu immer unerträglicheren Lärmbelastungen. Diese Fehlplanung wurde mit einer im Mai 2003 eröffneten Überdeckung korrigiert.
Die Gemeinde Neuenhof und die Nachbarstadt Baden strebten eine Fusion auf den 1. Januar 2012 zu einer neuen Gemeinde Baden an. Am 30. März 2010 stimmten sowohl die Gemeindeversammlung von Neuenhof, als auch der Einwohnerrat der Stadt Baden dem Fusionsprojekt zu. Das Vorhaben wurde jedoch an der Volksabstimmung vom 13. Juni 2010 von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern der Aargauer Kleinstadt Baden abgelehnt. [5]. Durch eine Fusion würde Baden zur grössten Gemeinde des Kantons aufsteigen. Als Gründe für die Fusion werden seitens Neuenhofs fehlende Entwicklungsperspektiven und finanzielle Schwierigkeiten bei einem Alleingang genannt.[6]
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Geteilt von Gelb und Rot, belegt von zwei fünfstrahligen Sternen in gewechselten Tinkturen.» Auf der Karte des Kantons Zürich von 1667 war ein blau-rot geteiltes Wappen mit zwei gelben Sternen abgebildet. Die blaue Farbe wurde 1953 durch Gelb ersetzt.[7]
Die neuromanische katholische Pfarrkirche St. Joseph wurde 1890 geweiht und 1976 und 2002 renoviert[8]. Seit 1991 gibt es den Kulturweg Baden–Wettingen–Neuenhof.
Bevölkerungsentwicklung:[9]
| Jahr | 1850 | 1900 | 1930 | 1950 | 1960 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 | 2010 |
| Einwohner | 394 | 872 | 1275 | 1986 | 4433 | 7164 | 7203 | 7707 | 7613 | 8178 |
Am 31. Dezember 2010 lebten 8178 Menschen in Neuenhof, der Ausländeranteil ist mit 46,8 % mehr als doppelt so hoch als der kantonale Durchschnitt. Bei der Volkszählung 2000 waren 47,8 % römisch-katholisch, 21,8 % reformiert, 6,8 % christlich-orthodox und 8,8 % muslimisch; 1,7 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 73,8 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 8,7 % Italienisch, 5,5 % Serbokroatisch, 2,0 % Türkisch, 1,9 % Albanisch, 1,3 % Spanisch, 0,9 % Französisch, 0,7 % Englisch.[10]
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Gemeindeammann der Amtsperiode 2010–2013 ist Walter Benz (CVP).
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zuständig. Neuenhof gehört zum Friedensrichterkreis Wettingen.
Seit 1984 ist Holzgerlingen im Landkreis Böblingen Partnerstadt von Neuenhof.
Gemäss der eidgenössischen Betriebszählung 2008 bieten 257 Betriebe insgesamt 1822 Arbeitsplätze an, davon 1 % in der Landwirtschaft, 33 % in der Industrie und 66 % im Dienstleistungssektor.[11] Die meisten der in Neuenhof wohnenden Erwerbstätigen sind jedoch Wegpendler; diese arbeiten in der Agglomeration Baden, in Spreitenbach und weiteren Limmattalgemeinden oder in der Stadt Zürich.
Neuenhof liegt an der stark befahrenen Hauptstrasse 3 zwischen Baden und Zürich, unmittelbar an der Autobahn A1. Die 1990 eröffnete Bahnstation wird halbstündlich durch die Linie S12 der S-Bahn Zürich bedient. Neuenhof wird auch von drei Buslinien der RVBW erschlossen; während der Stosszeit verkehrt alle fünf bis zehn Minuten ein Bus.
In Neuenhof besteht die Möglichkeit die Primarschule, die Realschule und die Sekundarschule zu besuchen. Die Bezirksschule kann in Wettingen oder Baden besucht werden. Die nächstgelegenen Gymnasien sind die Kantonsschule Baden und die Kantonsschule Wettingen.
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