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| Neumarkt | |||
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| (ital.: Egna) | |||
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| Bezirksgemeinschaft | Überetsch-Unterland | ||
| Provinz: | Bozen (Südtirol) | ||
| Region: | Trentino-Südtirol | ||
| Staat: | Italien | ||
| Einwohner (VZ 2011/31.12.2010): | 5.028/5.009 | ||
| Sprachgruppen laut Volkszählung 2011: |
61,65 % deutsch 37,97 % italienisch 0,37 % ladinisch | ||
| Koordinaten | 46° 19′ N, 11° 16′ O46.316666666711.2666666667214Koordinaten: 46° 19′ N, 11° 16′ O | ||
| Meereshöhe: | 210 - 1.720 m s.l.m. (Zentrum: 214 m s.l.m.) | ||
| Fläche/Dauer- siedlungsraum: |
23,7/8,2 km² | ||
| Fraktionen: | Laag, Neumarkt, Vill, Mazon. | ||
| Nachbargemeinden: | Kaltern, Kurtatsch, Kurtinig, Margreid, Montan, Salurn, Tramin | ||
| Partnerschaft mit: | Rheinfelden (D) | ||
| Postleitzahl: | 39044 | ||
| Vorwahl: | 0471 | ||
| ISTAT-Nummer: | 021029 | ||
| Steuernummer: | 80010250217 | ||
| Politik | |||
| Bürgermeister (2010): | Horst Pichler (SVP) | ||
Neumarkt (italienisch Egna, südtirolerisch Naimorkt oder Nuimorkt) ist eine Marktgemeinde im Bozner Unterland und fungiert als Sitz der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland. Der gleichnamige Hauptort liegt unweit vom linken Etschufer am Fuße der 1.672 m hohen Königswiese und ist als Ausflugsziel entlang der Via Claudia Augusta bekannt. Begründet wurde Neumarkt im Herbst 1189 durch Bischof Konrad von Trient als neuer Markt von Enn.[1] Der Wohlstand, der durch ganzjährigen Handel erworben werden konnte, spiegelt sich noch heute im Dorfkern wieder, dessen Erscheinungsbild wohl hauptsächlich aufs 16. Jahrhundert zurück geht. Die Gemeinde zählt 5009 Einwohner (31. Dezember 2010), wobei nur 820 Hektar dauerhaft besiedelt werden dürfen, während der Großteil der restlichen Fläche zum Naturpark Trudner Horn gehört und damit unter Naturschutz steht.
Inhaltsverzeichnis |
Das Gemeindegebiet von Neumarkt erstreckt sich auf einer Fläche von 23,7 km² vom Etschtal über die Madruter Platte sowie den Gstoager Wald und die Königswiese, um in Gebirgslage am Aalbach in südlicher sowie dem Gstoager Mühlbach in östlicher Richtung an natürliche Abgrenzungen zu stoßen. Nach Norden und Westen hin bilden der Castelfederhügel und die Etsch natürliche Barrieren, wobei vereinzelt auch Gebiete am rechten Etschufer noch zu Neumarkt gehören. Nachbargemeinden sind Salurn im Süden, Montan im Osten, Kaltern im Norden sowie Tramin, Kurtatsch, Margreid und Kurtinig im Westen. Die nächsten Großstädte sind Verona 135 km in südlicher und Innsbruck 140 km in nördlicher Richtung. Die Entfernung zu den Provinzhauptstädten Bozen und Trient beträgt 25 bzw. 34 km.
Das Siedlungsgebiet Gemeinde umfasst neben dem Hauptort Neumarkt noch die Fraktionen Vill, Mazon und Laag. Dem Hauptort am nächsten ist das nördlich gelegene Vill, das sich auf der rechten Seite des Trudner Bachs vom Talboden in südöstliche Richtung den Hang entlang ausbreitet. Auf dem Schwemmkegel über Vill und Neumarkt sammelt sich Mazon, die mit Abstand kleinste Fraktion der Gemeinde, welche mit ihren Höfen und Weinbergen die ländlichste Prägung aufweist. Vom Hauptort aus am entlegensten ist die südlich gelegene Fraktion Laag, die sich auf halber Strecke Richtung Salurn befindet und welcher der Weiler St. Florian vorgelagert ist. Die Neumarkter Anteile rechts der Etsch Richtung Tramin mit dem Bahnhof, der Autobahnausfahrt und dem Gewerbegebiet (darunter der Sitz der Firma Würth Italia), werden wiederum zum Hauptort gezählt.
Während das Siedlungsgebiet der Gemeinde im Etschtal nur einen relativ schmalen Streifen einnimmt, wird das Landschaftsbild Neumarkts von der Madruter Platte sowie vom Gipfel der Königswiese geprägt. Beide sind Teil des Naturparks Trudner Horn, an dem Neumarkt 1.409 Hektar Anteil hat,[2] was knapp 60 % der gesamten Gemeindefläche entspricht. Geologisch herrschen in diesen beiden Bergen die hellen Dolomitenkalke vor, während im östlichen Gemeindezipfel hin zum Weißensee der bräunlich rote Quarzporphyr Überhand nimmt.[3] Auf den überwiegend kalkhaltigen Böden der Gemeinde Neumarkt vegetieren folglich vor allem Trockenrasen, Buschwald, Föhren- und Mischwälder.
In der Wildnis finden Waldmaus und Dachs im felsigen Gelände günstige Möglichkeiten für die Anlage ihres Baues, während in den trockenen Föhrenwäldern die Kiefern von Waldameisen bevölkert werden. In diesen submediterranen Buschwäldern überlebt auch die Smaragdeidechse, da sie mit Singzikaden und Gottesanbeterinnen einige ihrer liebsten Beutetiere findet. An den Nord-West-Hängen der Königswiese, wo der Wald von Buchen und Tannen beherrscht wird, kann vereinzelt auch größeres Schalenwild, vor allem Wildschweine und Hirsche, gesichtet werden. Im Geäst dieses Mischwaldes bauen auch zahlreiche Vögel ihre Nester, wobei Meisen, Kleiber, Spechte und Eulen in Baumhöhlen brüten. In den hohen Lagen über 1.000 Meter sind schließlich auch der Kolkrabe und der Schneehase anzutreffen.[3]
Eine Vielzahl an Gebirgsbächen versorgen die Neumarkter Gemeinde mit reichlich Wasser, ehe sie am Talboden angekommen in die Etsch münden. Wichtigster Wasserlieferant unter ihnen ist der 10 km lange Trudner Bach, dessen Einzugsgebiet etwa 28 km² umfasst und von Sedimentgestein dominiert wird. 2010 wurde das der Bach insgesamt dreimal auf seine Trinkwasserqualität untersucht, wobei die Ergebnisse das ganze Jahr über sehr gut waren und einer ersten Klasse der biologischen Gewässergüte laut Makrozoobenthos entsprachen. Mit einer durchschnittlichen Anzahl von 30 verschiedenen Taxa und einem biotischer Index von 12,5 wurde am Trudner Bach das beste Ergebnis aller in Südtirol beprobten Bäche erzielt, was wohl auf die relativ naturnahe Morphologie des Bachbettes zurückzuführen ist. Ein etwas schwächeres Ergebnis der zweiten Güteklasse hingegen lieferte die Untersuchung der Kieselalgen, was darauf hindeutet, dass eine gewisse Menge an Nährstoffen in den Bach gelangt und ihn beeinträchtigt.[4]
Das Klima in Neumarkt ist gemäßigt mit milder mediterraner Prägung in Flora und Fauna. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt rund 12,5 °C (zum Vergleich: Berlin etwa 10 °C), wobei der kälteste Monat der Januar, der trockenste der Februar, der regenreichste der Juni und der heißeste der Juli ist. Die Winde, welche vorwiegend der Ausrichtung des Tales folgen, sind im Allgemeinen schwach bis mäßig, können aber im Sommer als Vorboten von Gewittern manchmal sehr heftig wehen. Übers ganze Jahr gesehen, sind Niederschläge aber eher selten, stattdessen dominieren mit bis zu 300 an der Zahl ganz klar die Sonnentage. Bedingt durch den meist wolkenlosen Himmel sind die Winter tagsüber sonnig und trocken, nachts dafür in der Regel eisig kalt mit Temperaturen weit unterm Gefrierpunkt. Da die Gemeinde selbst über keine eigene Wetterstation verfügt, werden auch heute noch zur allgemeinen Beschreibung des Klimas in der Regel die Daten der Wetterstation von Auer herangezogen.
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Durchschnittliche Temperaturen und Niederschläge für das Südtiroler Unterland, 1981-2010
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Bereits 1181 wurde eine Wiese an der Etsch in Enn genannt, auf der Holzflöße zur Beförderung auf dem Fluss zusammengestellt wurden. Gegründet wurde der Ort als burgum novum Egne im Jahre 1189 von Bischof Konrad von Trient. Durch seine zentrale Lage im Unterland an den Handelsstraßen zwischen Norden und Süden und insbesondere durch die Etschschifffahrt erlangte das Dorf im Mittelalter hohe wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Davon zeugt das „Ballhaus“, wo die Waren gelagert wurden. Im 13. Jahrhundert wurde der ursprüngliche Ort durch Hochwasser zerstört und als „Neuer Markt“ wiederaufgebaut. 1309 verlieh Herzog Otto von Tirol dem Ort Privilegien, die bestimmten, dass alle Güter, die auf Wagen oder Schiffen nach Neumarkt kamen, hier niedergelegt und durch Bewohner von Neumarkt nach einer festgesetzten Reihenfolge weiterbefördert werden mussten.
1340 wurden Teile des Ortes durch ein Feuer zerstört; mit einem 10-jährigen Steuernachlass des Landesfürsten konnte der Ort wiederaufgebaut werden. Der Ansitz Griesfeld, auch als „Spital“ bezeichnet, stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Bei Neumarkt steht die Ruine der im 12. Jahrhundert erbauten Burg Kaldiff. Der Bergfried stürzte im 19. Jahrhundert ein, danach verfiel die Burg.
Im ebenen und besiedelten Bereich ist das Klima relativ mild und weist eine Jahresdurchschnittstemperatur auf, die um die 12° bis 13 °C pendelt. Nördlich der Alpen liegen die Mittelwerte wesentlich niedriger, in München beispielsweise bei 7,6 °C.[9] Die Winde, welche vorwiegend der Ausrichtung des Tales folgen, sind im Allgemeinen schwach bis mäßig.
Die Pfarrkirche St. Nikolaus, auf romanischen Grundmauern stehend, wurde im 15. Jahrhundert erweitert. Hier wirkte 1412 der Steinmetz und Baumeister Konrad von Neumarkt und in der zweiten Jahrhunderthälfte Peter von Ursel. Das Sterngewölbe wurde um 1500 gebaut.
Der Sitz der Pfarre wurde im 13. oder 14. Jahrhundert an die St.-Peters-Kirche in Auer übertragen, Neumarkt also von dort aus seelsorglich betreut. Erst im 17. Jahrhundert erhielt Neumarkt einen Kuraten. 1841 wurde der Ort wieder Pfarrei und 1893 schließlich Dekanat.
Die zweite Hauptkirche ist Unsere Liebe Frau in der Vill. Auch hier wirkten die genannten Baumeister des 15. Jahrhunderts. Die Kirche gilt als eines der schönsten und elegantesten spätgotischen Bauwerke Tirols.
Andreas-Hofer-Straße ⊙46.31272311.271114
1968 schloss Neumarkt hat mit der deutschen Stadt Rheinfelden (Baden) in Baden-Württemberg eine Städtepartnerschaft.
Einmal im Jahr findet das Neumarktner Laubenfest statt. Das dreitägige Fest erstreckt sich vom Hauptplatz bis ins Unterdorf, wobei die verschieden Vereine des Dorfes die Gäste an Ständen mit Speisen und Getränken versorgen.
Am 26. Juni 1968 gründete Luis Walter (Obmann 1968-1984) die Freilichtspiele Südtiroler Unterland (FSU). Mit Inszenierungen der klassischen Autoren des Tiroler Volksschauspiels fand die Bühne bald Anerkennung im In- und Ausland und etablierte sich als maßgeblicher Bestand des Südtiroler Theatergeschehens.
1978 wurde das Theater an der Etsch (TaE) als Plattform für Theater- und Kulturarbeit auch außerhalb der Freilichtsaison ins Leben gerufen.
Mit Übernahme der Vereinsleitung durch Zeno Bampi (1985) wandelt sich der Verein, nunmehr: Freilichtspiele Südtiroler Unterland - Theater an der Etsch (FSU-TaE), zum professionellen Kulturbetrieb. Unter der künstlerischen Leitung des Schauspielers und Regisseurs Roland Selva arbeiten die FSU-TaE an der Entwicklung eines eigenständigen Südtiroler Theaterstils.