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Nowe Warpno

Nowe Warpno
Wappen von Nowe Warpno
Nowe Warpno (Polen)
Nowe Warpno
Nowe Warpno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Police
Fl├Ąche: format|24.56|format=dewiki}} km┬▓
Geographische Lage: 14,279444444444|primary dim=10000 globe= name= region=PL-ZP type=city
  }}
H├Âhe: 1 m n.p.m
Einwohner: format| 1241|format=dewiki}}
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 72-022
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZPL
Wirtschaft und Verkehr
Stra├če: DW 114: Tanowo-Nowe Warpno
DW 115: Stettin-Nowe Warpno
Schienenweg: PKP-Linie 406: StettinÔćöTrzebie┼╝, Bahnstation: Trzebie┼╝ Szczeci┼äski
N├Ąchster int. Flughafen: Stettin-Goleni├│w
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 6 Ortschaften
2 Schulzen├Ąmter
Fl├Ąche: format|197.07|format=dewiki}} km┬▓
Einwohner: format|1681|format=dewiki}}
(30. Jun. 2013)[1]
Bev├Âlkerungsdichte: format|9|format=dewiki}} Einw./km┬▓
Gemeindenummer (GUS): 3211033
Verwaltung (Stand: 2013)
Bürgermeister: Władysław Kiraga
Adresse: pl. Zwyci─Östwa 1
72-022 Nowe Warpno
Webpr├Ąsenz: www.nowewarpno.pl

Nowe Warpno (deutsch Neuwarp) ist eine Stadt im Powiat Policki der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Sie ist zugleich Sitz einer Stadt- und Landgemeinde.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Nowe Warpno liegt im ehemaligen ├Âstlichen Vorpommern nordwestlich von Stettin (Szczecin) an der Landesgrenze zu Deutschland auf einer Halbinsel zwischen Neuwarper See und Stettiner Haff.

Stadtgliederung

Zum Stadtgebiet von Nowe Warpno geh├Âren die bis 1945 selbst├Ąndigen D├Ârfer und jetzigen Stadtteile Karszno (Albrechtshof) und Podgrodzie (Altstadt).

Geschichte

Neuwarp mit Befestigungen 1664

Eine urkundliche Nennung von 1184 mit Warpene wird bezweifelt, es k├Ânnte auch Altwarp gemeint sein.[2] Der genaue Gr├╝ndungszeitpunkt als Stadt ist nicht bekannt. Es wird angenommen, dass es in der Mitte des 13. Jahrhunderts Herzog Barnim I. war, der den Ort mit Magdeburger Recht belegte. Zuvor bestand wahrscheinlich schon eine Burg an der Stelle des n├Ârdlich gelegenen Stadtteils Altstadt. Bei der Teilung Pommerns im Jahre 1295 kam das St├Ądtchen Warp zu Pommern-Stettin. Der Name Neuwarp ist erstmals 1352 mit civitas Nova Warpe[2] zu finden, als Barnim III. seine Einnahmen aus dem St├Ądtchen dem Stettiner Ottostift verlieh. 1378 wurde die Kirche in Neuwarp dem Kloster Jasenitz unterstellt.[2]

Die Entwicklung von Neuwarp zu einem florierenden Hafenst├Ądtchen, das im gesamten Herzogtum Pommern-Stettin Zollfreiheit besa├č, erweckte die Missgunst der Stadt Stettin, die den Schiffsverkehr behinderte, worauf Herzog Otto I. der Stadt die Erlaubnis zu Gegenma├čnahmen erteilte. 1442 erhielt Neuwarp vom Herzog Joachim I. die Privilegien nach dem L├╝bischen Recht.[2] Nach dem verheerenden Brand von 1491, der Neuwarp mit Kirche und Rathaus vollst├Ąndig vernichtete und bei dem s├Ąmtliche Urkunden verloren gingen, best├Ątigte das Herzogshaus im Jahre 1491 alle Rechte der Stadt.[2] 1555 brach wiederum ein Stadtbrand aus, der die Stadt in Schutt und Asche legte.[2] Herzog Philipp I. erneuerte darauf 1556 die Neuwarper Privilegien und verlieh der Stadt wiederum das g├╝nstigere L├╝bische Recht.[2] 1559 besa├č Neuwarp zwei Hospit├Ąler, (Hospital zum St. Georg, Hospital zum Heiligen Leichnam). 1648 fiel Neuwarp an Schweden. Der dritte gro├če Stadtbrand brach 1692 aus.[2]

Nach dem Wiederaufbau hatten die Neuwarper im Gro├čen Nordischen Krieg ab 1710 Einquartierungen russischer, s├Ąchsischer und polnischer Truppen zu ertragen, die dabei auch die Pest in die Stadt einschleppten. Handel und Gewerbe gingen zur├╝ck. Nach dem Frieden von Stockholm im Jahre 1720 kam die Stadt zu Preu├čen. Als w├Ąhrend der Befreiungskriege gegen Napoleon viele B├╝rger in den Reihen der Schillschen Freischar k├Ąmpften, drohten die franz├Âsischen Besatzer, die Stadt niederbrennen zu lassen. Gegen Zahlung einer Bu├če von 1.000 Talern zeigten sich die Franzosen "gn├Ądig" und brannten lediglich ein Haus nieder.

Seit dem Jahre 1818 geh├Ârte die Stadt zum Landkreis Ueckerm├╝nde. Im Laufe des 19. Jahrhunderts fiel Neuwarp als Handelsstadt in die Bedeutungslosigkeit. Wegen der g├╝nstigeren Lage der Nachbarst├Ądte P├Âlitz, Stettin, Swinem├╝nde und Wollin lief der Seehandel auf dem Stettiner Haff immer mehr an Neuwarp vorbei. Auch die Lage an der Spitze einer Landzunge war f├╝r das Handwerk nicht f├Ârderlich, da der Stadt das Umland fehlte.

1862 wurden viele Handwerker verzeichnet, z.B. 23 Schuhmacher. Haupterwerbsquelle war aber die Schifffahrt es gab in Neuwarp 9 Seeschiffer und 89 Kahn- und Bootsfahrer. Weiterer Haupterwerb war die Fischerei, Neuwarp hatte 30 Fischermeister und 18 Gesellen.[2]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Neuwarp zu einem bekannten Luftkurort.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt Teil Polens und in Nowe Warpno umbenannt. Fast die gesamte deutsche Bev├Âlkerung wurde in der Folgezeit vertrieben bzw. zwangsausgesiedelt.

Entwicklung der Einwohnerzahl


Jahr Einwohnerzahl
1740 990[3]
1774 1.260, keine Juden[4]
1779 1.084
1782 1.181, keine Juden[3]
1791 949, keine Juden[5]
1794 1.260, keine Juden[3]
1812 1.457, davon drei Juden[4], keine Katholiken[3]
1816 1.412, davon zwei Katholiken und zwei Juden[4]
1831 1.600, davon acht Katholiken und drei (neun[3]) Juden[4]
1843 1.821, davon 13 Katholiken und 14 Juden[4]
1852 2.017, davon zehn Katholiken und zw├Âlf Juden[3]
1858 1.969, davon 16 Katholiken und zehn Juden[4]
1861 2.125, davon 14 Katholiken und zw├Âlf Juden[3]
1905 1.883
1925 2.007, davon sechs Katholiken und f├╝nf Juden[6]
1933 2.010[7]
1939 2.055[7]
2008 1.194
Das Rathaus von 1697
Stra├če mit Fachwerkhaus

Kirche

Marienkirche

Seitenansicht des Kirchenschiffs der St. Marienkirche

Die bis 1945 evangelische St. Marienkirche ist ein sp├Ątgotischer Backsteinbau mit Chor und Turm. Wahrscheinlich wurde sie 1442 errichtet. Die ehemals farbig gemalte Balkendecke wurde ├╝berstrichen. Nach dem verheerenden Brand im Jahre 1692 wurde das Gotteshaus ein Jahr sp├Ąter wieder aufgebaut und mit einem barocken Altar mit einer Kreuzigungsgruppe zwischen gewundenen S├Ąulen ausgestattet.

Nach dem Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche von der Katholischen Kirche in Polen ├╝bernommen, die sie am 15. August 1946 (Tag "Mari├Ą Himmelfahrt") neu weihte. Seither hei├čt das Gotteshaus Kirche Mari├Ą Himmelfahrt.

Kirchengemeinde

Im Jahre 1267 erschien die Kirche zu "Warpa" unter den Besitzungen des Klosters Grobe. 1286 erh├Ąlt der Propst von St. Marien in Stettin die Gerichtsbarkeit der Kirche von Warp verliehen. 1378 wurde das Kirchenpatronat dem Kloster Jasenitz ├╝bertragen.

Nach 1535 fasste die Reformation auch in Neuwarp Fu├č. Seither amtierten hier bis 1945 insgesamt 20 lutherische Geistliche, verst├Ąrkt um 21 Diakonen, die bis 1898 auch die Filialkirche in Altwarp betreuten, bis diese dann eigene Geistliche bekam.

Vor 1945 geh├Ârte das Kirchspiel Neuwarp mit den Filialgemeinden Wahrlang (heute polnisch: Warno┼é─Öka) und Albrechtshof (Karszno) zum Kirchenkreis Ueckerm├╝nde in der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreu├čischen Union. Das Kirchenpatronat nahmen zuletzt die staatlichen Beh├Ârden sowie Frau von Enckevort aus Albrechtsdorf wahr. 1940 z├Ąhlte das Kirchspiel Neuwarp 2.730 Gemeindeglieder.

Seit 1945 ist die Bev├Âlkerung von Neuwarp ├╝berwiegend katholisch. In der Stadt wurde am 15. August 1946 eine Pfarrei errichtet, die heute zum Dekanat Police (P├Âlitz) im Erzbistum Stettin-Cammin geh├Ârt. In die Pfarrei sind die Filialorte Warno┼é─Öka (Wahrlang), Podgrodzie (Altstadt) und My┼Ťliborz Wielki (Gro├č M├╝tzelburg) eingegliedert. In Neuwarp und Umgebung lebende evangelische Kirchenglieder sind dem Pfarramt der evangelisch-lutherischen Trinitatiskirche (vor 1945 St. Gertrudenkirche) in der Di├Âzese Breslau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet.

Verkehr

Die Stadt ist ├╝ber die Woiwodschaftsstra├če 114 ├╝ber Police (P├Âlitz) erreichbar.

Bahnanschluss besteht ├╝ber das 16 Kilometer entfernte Trzebie┼╝ (Ziegenort). In den Jahren von 1906 bis 1945 war Neuwarp Endstation der Randower Bahn, die von St├Âven (Stobno) ├╝ber Daber (Dobra), Hintersee und Rieth hierher f├╝hrte.

Zwischen Nowe Warpno und der deutschen Nachbargemeinde Altwarp bestand zwischen 1996 und 2010 eine Personenf├Ąhrverbindung.[8]

St├Ądtepartnerschaften

Pers├Ânlichkeiten

S├Âhne und T├Âchter des Ortes

  • Ernst Mentzel (1878ÔÇô1960), deutscher Politiker (DNVP), Mitglied des Deutschen Reichstages
  • Heinz-Dietrich Ortlieb (1910ÔÇô2001), deutscher ├ľkonom, Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsarchivs

Ehrenb├╝rger

  • Im Jahre 1927 ernannte die Stadt Neuwarp den Maler und Graphiker Hans Hartig (1873ÔÇô1936) zum Ehrenb├╝rger. Hartig hatte wie andere K├╝nstler auch den Ort wegen seiner abseitigen Lage gerne zum Arbeiten und auch Erholen aufgesucht und war so der Stadt sehr verbunden.

Gmina Nowe Warpno

Die Stadt- und Landgemeinde Nowe Warpno umschlie├čt eine Fl├Ąche von 197,09 km┬▓ bei einer Einwohnerzahl von 1.600.

Zur Gemeinde Nowe Warpno geh├Âren die Stadtteile Nowe Warpno und Podgrodzie (Altstadt) mit insgesamt 1.400 Einwohnern sowie die Schulzen├Ąmter:

Zum Schulzenamt Brz├│zki geh├Âren folgende Ortschaften:

In den Stadtteil Nowe Warpno sind die Wohnorte Miroszewo (Steinort) und Karszno (Albrechtsdorf) eingegliedert.

Verweise

Weblinks

 Commons: Nowe Warpno ÔÇô Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Bechterm├╝nz, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-181-3.
  • Hans Moderow: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart, Teil I: Der Regierungsbezirk Stettin. Stettin 1903.
  • Gustav Kratz: Die St├Ądte der Provinz Pommern - Abri├č ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. S├Ąndig Reprint Verlag, Vaduz 1996 (unver├Ąnderter Neudruck der Ausgabe von 1865), ISBN 3-253-02734-1, S. 275-278.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des F├╝rstentums R├╝gen. Teil II, Band 1: Die Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und ├ťckerm├╝nde, Anklam 1868, S. 939 ff. und 951 ff.

Fu├čnoten

  1. ÔćĹ a b {{#invoke:Zitation|TitelFormat|titel=Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013}} G┼é├│wny Urz─ůd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}.
  2. ÔćĹ a b c d e f g h i Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des F├╝rstentums R├╝gen. Teil II, Band 1: Die Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und ├ťckerm├╝nde, Anklam 1868, S. 939 ff. und S. 951 ff.
  3. ÔćĹ a b c d e f g Gustav Kratz: Die St├Ądte der Provinz Pommern - Abri├č ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. S├Ąndig Reprint Verlag, Vaduz 1996 (unver├Ąnderter Neudruck der Ausgabe von 1865), ISBN 3-253-02734-1, S. S. 277.
  4. ÔćĹ a b c d e f Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des F├╝rstentums R├╝gen. Teil II, Band 1: Die Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und ├ťckerm├╝nde. Anklam 1868, S. 940.
  5. ÔćĹ Christian Friedrich Wutstrack: Kurze historisch-geographisch-statistische Beschreibung von dem k├Âniglich-preussischen Herzogthume Vor- und Hinterpommern. Stettin 1793, S. 1791.
  6. ÔćĹ Gunthard St├╝bs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Stadt Neuwarp im ehemaligen Kreis Ueckerm├╝nde in Pommern (2011)
  7. ÔćĹ a b Michael Rasemacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Pommern - Kreis Ueckerm├╝nde (2006)
  8. ÔćĹ Website der Gemeinde Altwarp, Hafen, abgerufen am 28. Juli 2010
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