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Im Jahre 1687 erschien Isaac Newtons Werk Philosophiae Naturalis Principia Mathematica (Mathematische Prinzipien der Naturphilosophie), in dem Newton drei Grundsätze (Gesetze) der Bewegung formuliert, die als die newtonschen Axiome, Grundgesetze der Bewegung, newtonsche Prinzipien oder auch newtonsche Gesetze bekannt sind. Sie werden in Newtons Werk mit Lex prima, Lex secunda und Lex tertia, insgesamt mit Axiomata, sive leges motus (‚Axiome, oder Gesetze der Bewegung‘), bezeichnet.
Diese Gesetze bilden das Fundament der klassischen Mechanik. Sie werden heute aber nicht mehr unbedingt als Axiome angesehen, weil sie sich als Folgerungen aus moderneren Grundsätzen, die über die klassische ‚newtonsche‘ Physik hinausgehen, ableiten lassen.
Inhaltsverzeichnis |
Das erste newtonsche Gesetz wird auch lex prima, Trägheitsprinzip oder Inertialgesetz genannt. Es wurde als erstes von Galileo Galilei im Jahre 1638 formuliert. Das Trägheitsprinzip macht Aussagen über die Bewegung von physikalischen Körpern in Inertialsystemen bei Abwesenheit von äußeren Kräften:
Lateinischer Originaltext:
Die Geschwindigkeit <math>\vec v</math> ist also unter der genannten Voraussetzung in Betrag und Richtung konstant. Eine Änderung des Bewegungszustandes kann nur durch Ausübung einer Kraft von außen erreicht werden, beispielsweise durch die Gravitationskraft.
In der klassischen Mechanik entspricht das erste newtonsche Gesetz den Gleichgewichtsbedingungen.
Zur Verallgemeinerung des Trägheitsprinzips insbesondere in der speziellen Relativitätstheorie, siehe auch Bedeutung der Trägheit für wichtige Prinzipien der Mechanik.
Das zweite newtonsche Gesetz wird auch lex secunda oder Aktionsprinzip genannt. Es ist die Grundlage für viele Bewegungsgleichungen der Mechanik:
Lateinischer Originaltext:
Formal wird dieser Zusammenhang zwischen Kraft und Bewegungsänderung ausgedrückt als
Der Punkt über einem Buchstaben ist die von Newton in anderem Zusammenhang eingeführte Notation für die zeitliche Änderung einer physikalischen Größe. Das Zeichen <math>\propto</math> dazwischen bedeutet proportional, also in festem Verhältnis stehend.
Im Originalwerk von Newton wurde, in modernen Begriffen ausgedrückt, bereits die allgemein gültige Formulierung <math>\vec F = \dot{\vec p}</math> (mit dem Impuls <math>\vec p</math>) beschrieben. Die Schriften Newtons arbeiten dabei mit geometrischen Darstellungen der Grenzwerte von Strecken- und Flächenverhältnissen.[2] In der Form <math>\vec F = m \vec a</math> wurde das Gesetz zuerst 1750 von Leonhard Euler formuliert.[3] Dabei ist <math>\vec a</math> die Beschleunigung, also ein Maß für die Veränderung der Geschwindigkeit.
Das dritte newtonsche Gesetz wird auch lex tertio, Wechselwirkungsprinzip, Gegenwirkungsprinzip, oder Reaktionsprinzip genannt. Es beinhaltet die folgende Aussage:
Lateinischer Originaltext:
Das Wechselwirkungsprinzip wird auch als Prinzip von actio und reactio oder kurz „actio gleich reactio“ (lat. actio est reactio) bezeichnet.Dieses Prinzip lässt sich auch so formulieren, dass in einem abgeschlossenen System die Summe der Kräfte gleich Null ist. Zusammen mit dem zweiten Axiom folgt der Impulserhaltungssatz.
In Newtons Werk wird das Prinzip der ungestörten Überlagerung oder Superpositionsprinzip der Mechanik als Zusatz zu den Bewegungsgesetzen beschrieben.
Später wurde dieses Superpositionsprinzip auch als Lex quarta, als Viertes newtonsches Gesetz bezeichnet.