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| Ниш Niš | ||||
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| Basisdaten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Staat: | Serbien | |||
| Okrug: | Nišava | |||
| Koordinaten: | 43° 19′ N, 21° 54′ O43.324444444421.905192Koordinaten: 43° 19′ 28″ N, 21° 54′ 18″ O | |||
| Höhe: | 192 m. i. J. | |||
| Fläche: | 597 km² | |||
| Einwohner: | 257.867 (2011) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 432 Einwohner je km² | |||
| Telefonvorwahl: | (+381) 018 | |||
| Postleitzahl: | 18000 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | NI | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2008) | ||||
| Gemeindeart: | Stadt | |||
| Bürgermeister: | Miloš Simonović[1] (DS) | |||
| Webpräsenz: | ||||
Niš (kyrillisch Ниш,
anhören?/i, deutsch [veraltet] Nisch) ist die zweitgrößte Stadt im zentralen Serbien und gleichzeitig der Hauptverwaltungssitz des Okrug Nišava. Im Jahr 2011 zählte die Stadt 257.867 Einwohner.[2] Niš ist Industrie- und Handelsstadt und Sitz eines orthodoxen Bischofs. In Niš befinden sich eine Universität und ein Symphonie-Orchester, Museen, Theater und verschiedene Kultureinrichtungen.
Inhaltsverzeichnis |
Gelegen ist die Stadt ca. 250 km südöstlich von Belgrad am Fluss Nišava auf einer Höhe von 192 m über dem Meeresspiegel. Die Fläche der Stadt umfasst 597 km².
Die Stadt Niš besteht aus fünf Stadtbezirken:
In Niš herrscht ein gemäßigtes kontinentales Klima mit den für Europa üblichen vier Jahreszeiten. Die Durchschnittstemperatur beträgt 11,2 °C. Der Juli ist der wärmste Monat des Jahres mit dem Durchschnittswert von 21,2 °C. Der kälteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 0,2 °C. Der Durchschnitt der jährlichen Niederschlagsmenge beträgt 567 mm. Es gibt 123 Tage mit Regen und 43 Tage mit Schnee im Jahr.
Die frühesten Besiedlungen stammen aus der Zeit 6000-5000 v. Chr. Im 3. vorchristlichen Jahrhundert vertrieben die Kelten die Illyrer aus der Gegend um Niš und gründeten die Siedlung Navissos, die Stadt der Fee. Die Römer eroberten die Stadt 75 v. Chr. Navissos wurde in Naissus umbenannt und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Kastelle des römischen Balkans. Durch Naissus führte die strategische Straße Via Militaris, die von Konstantinopel aus über Adrianopel-Philippopolis-Serdica-Naissus quer über die Balkanhalbinsel bis nach Singidunum (heute Belgrad) führte und der ehemaligen Europastraße 5 (heute teils E 75, teils E 80) entspricht. In Naissus wurde um 280 Konstantin der Große geboren, der als römischer Kaiser das Christentum privilegierte; auch der weströmische Kaiser Constantius III. ist ein Sohn der Stadt. Nach 395 gehörte Naissus zu Byzanz. Um 580 siedelten die ersten Slawen um Naissus, die der Stadt ihren slawischen Namen Niš gaben. 615 wurde die Stadt von den Slawen und Awaren erobert, womit die römisch-byzantinische Herrschaft im Moravatal ein vorläufiges Ende fand.
Die Bulgaren unter Khan Krum eroberten Niš um 809, jedoch kam die Stadt ab 1018 wieder unter byzantinische Herrschaft. Als erster serbischer Fürst kam Stefan Nemanja 1185 in den Besitz der Stadt, der sie sogleich zu seiner Hauptstadt machte. In Niš empfing Stefan Nemanja Kaiser Friedrich Barbarossa, der als Kreuzfahrer 1189 entlang der Via Militaris nach Süden zog. 1190 erneuerte Byzanz seine Herrschaft in Niš, um nach 1205 wieder serbisch und 1208 bulgarisch zu werden. In der darauffolgenden Zeit wechselte in der Stadt bulgarische und serbische Herrschaften.
1385 eroberten die Stadt erstmals die Osmanen. Der serbische Fürst Stefan Lazarević konnte Niš seiner Herrschaft angliedern, doch mit der endgültigen Eroberung Serbiens durch die Osmanen 1459 blieb Niš bis 1878 Bestandteil des Osmanischen Reiches. Während der osmanischen Herrschaft war Niš eine der wichtigsten Städte der so genannten Europäischen Türkei. Die Stadt war Sitz eines Paschas und administratives Zentrum der Großprovinz Niš (Vilayet). Die Osmanen erbauten ebenfalls die heutige Festung von Niš, ein Beispiel osmanischer Festungsarchitektur. Hier findet neben anderen kulturellen Aktivitäten heute alljährlich das Kultur-, Film- und Musikfestival E-Fortress festival sowie das Nišville Jazz Festival statt.
Im Ersten Serbischen Aufstand von 1804 bis 1813 brachten serbische Aufständische die Stadt unter ihre Kontrolle. Als Niš von den Osmanen belagert wurde und den Aufständischen die Munition ausging, sprengten sich am 31. Mai 1809 über 1000 Aufständische selbst in die Luft. Die Osmanen erbauten daraufhin als Warnung an die Serben den Totenschädelturm (Ćele Kula), in dem die Schädel von 1836 gefallenen Aufständischen eingemauert wurden. Heute ist der Schädelturm ein nationales Mahnmal.
1861 wurde Midhat Pascha Gouverneur über das Vilayet Niš. In seiner Amtszeit war er erfolgreich bei der Bekämpfung der Räubereien und die dadurch veranlasste Auswanderung der Bulgaren Richtung Serbien. Im Rahmen der Tanzimat-Reformen von 1864 ging das Vilayet Niš im neu gegründeten Vilayet Tuna auf. Neue Provinzhauptstadt wurde Russe an der Donau und Niš verlor an Bedeutung.
Gemäß dem vom Sultan Abdülaziz am 28. Februar 1870 erlassenen Ferman zur Errichtung des Bulgarischen Exarchats wurde die Eparchie Niš dem Bulgarischen Exarchat unterstellt. Bereits zuvor konnte sich eine bulgarische Gemeinde in der Stadt bilden und den Kirchen- und Schulbau finanziell unterstützen. 1878 wurde Niš vom Fürstentum Serbien erobert und in der Folge die bulgarische und moslemische Bevölkerung vertrieben. Die Eparchie Niš wechselte zur serbischen orthodoxen Kirche.
Niš wurde 1878 im Russisch-Osmanischen Krieg von der serbischen Armee besetzt und nach dem Berliner Kongress dem nun unabhängigen Fürstentum Serbien zugesprochen. Niš wurde im Serbisch-Bulgarischen Krieg von 1885/1886, im Ersten und im Zweiten Weltkrieg von der bulgarischen Armee erobert.
() * - Bevölkerung nach den heutigen Grenzen der Stadt
Die Serben stellen mit 162.380 (93,47 %) Einwohnern nach der Volkszählung von 2002 die klare Mehrheit in Nis. Es folgen Roma 4461 (2,56 %), Montenegriner 747 (0,42 %), Bulgaren 679 (0,39 %), Jugoslawen 605 (0,34 %), Kroaten 601 (0,34 %) und die Mazedonier 379 (0,21 %).
Am Ostrand des heutigen Stadtkerns von Niš befindet sich die Römerruine Mediana, einst ein Vorort des antiken Naissus. Nach Mediana wurde der Innenbezirk von Niš benannt.
Die Festung von Niš wurde von den Osmanen auf den Überresten eines römischen Militärlagers im 18. Jahrhundert gebaut. Mit ihrem darin gelegenen Park ist sie heute ein beliebter Treffpunkt. Die Festung enthält eine alte Moschee, ein altes Hamam und ein modernes Amphitheater, das für kulturelle Aktivitäten genutzt wird. Im September findet hier das jährliche Rockfestival Nisomnia statt.
Hinter der Festung befindet sich der Gemüse- und Früchtemarkt und etwas weiter am Boulevard 12. Februar die Gedenkstätte des aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Konzentrationslagers Crveni Krst. Zwischen 1941 und 1944 wurden 10.000 Gefangene dieses Lagers auf dem Hügel Bubanj erschossen. Ihnen ist das Bubanj-Denkmal gewidmet.
Etwa einen Kilometer östlich des Stadtzentrums befindet sich in einer parkähnlichen Anlage das Sportzentrum Čair, zu dem unter anderem das größte städtische Stadion und die Sporthalle Čair gehören. Dort sind auch die wichtigsten Sportvereine der Stadt, der Fußballklub Radnički Niš, der in der zweiten serbischen Liga spielt, und der Erstliga-Handballklub RK Železničar Niš beheimatet.
Niš unterzeichnete erstmals 1985 und erneut im Jahr 2001 ein Kooperationsabkommen mit Saltdal in Norwegen.
Weitere Kooperationsabkommen gibt es mit: