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Der Volkspark Niddatal, meist kurz Niddapark genannt, ist mit etwa 168 Hektar der größte Park in Frankfurt am Main und nach dem Stadtwald Frankfurts zweitgrößte Grünfläche. Der Name rührt vom Fluss Nidda her. Die Nidda umfließt Frankfurts Innenstadt von Nordosten kommend im Norden und Westen, mündet nahe dem Stadtteil Höchst in den Main und bildet die Nordgrenze des Niddaparks.
Inhaltsverzeichnis |
Der Niddapark liegt im Nordwesten des Frankfurter Stadtgebietes und grenzt an mehrere Stadtteile an: an die Nordweststadt und die Siedlung Römerstadt im Norden, an Ginnheim im Osten, an Bockenheim und Hausen im Süden sowie an Praunheim im Westen. Das gesamte Parkgelände bildet einen westlichen Abschnitt des Frankfurter Grüngürtels.[1] Der Park umfasst eine Reihe sehr unterschiedlich gestalteter und genutzter Flächen. Weitläufige, überwiegend naturnah angelegte Wiesenflächen, Gehölze und Feuchtbiotope wechseln sich mit Spiel- und Sportplätzen ab.
Die ersten Ideen, in den Niddaauen im Nordwesten Frankfurts einen Park anzulegen, sind für 1914 nachweisbar. Es sollte ein Park für Freizeitaktivitäten geschaffen werden. Erste Voraussetzungen für die geplante Nutzung und Gestaltung des Geländes wurden im Jahr 1927 mit der Begradigung der Nidda geschaffen, die zuvor bei Hochwasserständen regelmäßig über die Ufer getreten war und Überschwemmungen des Geländes verursacht hatte. Dennoch blieben die Nidda-Auen in den folgenden Jahrzehnten überwiegend teils Brachland, teils landwirtschaftlich genutzte Fläche. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg waren knapp 70% des heutigen Parkgeländes in Privatbesitz und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.[2]
In den 1980er Jahren griff die Stadt Frankfurt den Gedanken der Nutzung des Geländes als ein der Allgemeinheit zugänglicher Park wieder auf. Aus einem 1981 von der Stadt ausgeschriebenen, bundesweiten Ideenwettbewerb für Landschaftsarchitektur-Büros ging der Entwurf des Berliner Teilnehmers Norfried Pohl als Sieger hervor. Der Entwurf diente als Grundlage für das Konzept zur Gestaltung des geplanten Volksparks.[2]
Im Jahr 1989 richtete die Stadt Frankfurt auf dem Parkgelände die Bundesgartenschau (BUGA) aus. Die Investitionen der Stadt beliefen sich auf 185 Millionen D-Mark.[3] Unter anderem wurden anlässlich der BUGA an der U-Bahn-Strecke A die Station Niddapark sowie an der Main-Weser-Bahn ein Bahnhof mit der provisorischen S-Bahn-Haltestelle Bundesgartenschau errichtet. Letztere wurde nach der Bundesgartenschau wieder abgebaut, ein Neubau ist wieder im Gespräch (bessere Anbindung unter anderem des Stadtteils Riedberg).
Die Frankfurter BUGA erwies sich nach 171 Öffnungstagen im Sommer 1989 als wirtschaftlicher Misserfolg: Da die Besucherzahlen mit rund vier Millionen Gästen um 50% hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, hatte die Stadt lediglich 28 Millionen D-Mark an Eintrittsgeldern eingenommen.[3] Nach dem Rückbau der aufwändig gestalteten Blumenanlagen wurde das Gebiet ab 1990 zu einem Landschaftspark umgestaltet und so erneut der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Frankfurter Volksmund lebt die Erinnerung an die Bundesgartenschau fort in der Bezeichnung BUGA-Gelände für den Niddapark.
Der zentrale Teil des Niddaparks besteht hauptsächlich aus parkartig gestalteten Wiesenflächen mit festen Wegen, um den herum sich die anderen Flächen gruppieren: Im Nordwesten und Norden das Praunheimer Wäldchen, daran im Uhrzeigersinn anschließend die Schaudergärtchen und das Ginnheimer Wäldchen, dahinter im Nordosten die Niedwiesen, im Südosten Kleingärten, hinter denen Sportanlagen angelegt wurden. Der weiter südöstlich anschließende Friedhof Bockenheim ist vom Niddapark durch die Main-Weser-Bahn getrennt. Im südlichen Teil des Parks befinden sich mehrere Biotope, die südlich an die Bundesautobahn 66 grenzen, die den südlichsten Teil des Volksparks vom Hauptteil optisch (aber nicht faktisch) trennt und in dem sich unter anderem Sportanlagen des Instituts für Sportwissenschaften der Goethe-Universität befinden. Im Westen grenzt das Parkgelände an Wiesen und Kleingärten an, außerdem steht hier ein Wasserwerk. Der zentrale Teil des Volksparks ist als einziger Teil vollständig parkartig angelegt und wird von einem Niddazufluss durchflossen, der eigentlich ein Altarm der Nidda ist und im Nordosten des Parks in diese mündet. Im westlichen Hausener Teil des Parks befand sich außerdem ein großer Wasserspielplatz, dessen Sprühfeld zurückgebaut wird und stattdessen an gleicher Stelle Schaukeln und eine Wasser-Matschecke entstehen sollen.[4]
Direkt an den Parkgrenzen liegen außerdem mehrere Schulen und andere öffentliche Einrichtungen: die Hermann-Luppe-Schule an der Nordwestecke des Parks, die Geschwister-Scholl-Schule an der Nordostecke, der Friedhof Bockenheim und das St.-Markus-Krankenhaus im Osten, das Institut für Sportwissenschaften im Südosten, das Elisabethenkrankenhaus im Süden, das Pflanzenschutzamt im Süden und eine private japanische Schule im Südwesten.
Der Park wird von mehreren großen Verkehrslinien durchlaufen: Die Rosa-Luxemburg-Straße führt im Nordosten als Hochstraße auf Pfeilern über den Park, die Main-Weser-Bahn begrenzt den Park im äußersten Osten und schneidet ein kleineres Gebiet des Parks im Südosten ab, das nur durch zwei Unterführungen vom übrigen Park aus begehbar ist. Die im Süden auf Betonpfeilern verlaufende Autobahn 66 teilt einen Teil des Parks optisch ab, obwohl dieser unter der Autobahn mit dem Hauptteil verbunden ist.
Erreichbar ist der Park von Westen her durch die U-Bahn-Linie U7 (Haltestelle Hausen), vom Nordwesten her durch die Buslinien 72/73 (Haltestelle Praunheimer Brücke), vom Norden her durch die Buslinie 60 (Haltestelle Am Alten Schloß), von Osten durch die U-Bahn-Linien U1 und U9 (Haltestelle Niddapark) sowie von Süden durch die U-Bahn-Linie U7 (Haltestelle Große Nelkenstraße).[5]
Dem motorisierten Individualverkehr stehen Parkplätze unter anderem am Ginnheimer Wäldchen am östlichen Rand des Geländes sowie an der Praunheimer Brücke an der nordwestlichen Ecke des Parks zur Verfügung.[1]
Durch den Niddapark verläuft in nord-südlicher Ausrichtung ein westlicher Abschnitt des Grüngürtel-Radrundweges. Ein Teil des Grüngürtel-Rundwanderweges führt am nördlichen Rand des Parkgeländes entlang. Der Niddapark wird außerdem vom Europäischen Fernwanderweg E1 durchquert. Die Wege sind ausgeschildert.[1]
50.14233846948.63345146111Koordinaten: 50° 8′ 32,4″ N, 8° 38′ 0,4″ O