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Das Nigerdelta oder auch Niger-Delta ist das Mündungsdelta des Nigers in Nigeria. Der westafrikanische Fluss Niger mündet westlich der Stadt Port Harcourt in den südwestlich gelegenen Golf von Guinea, der Teil des Südatlantiks ist. Die Fläche des Deltas beträgt ungefähr 24.000 km², seine Breite über 200 km.
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An der Mündung des Niger fließen im Jahresdurchschnitt etwa 30.000 m³ Wasser pro Sekunde in den Ozean. Die Küste des Deltas ist relativ glatt (keine größeren Küstenzungen) und hat etwa die Form eines Drittelkreises.
Die größte und bedeutendste Stadt im Nigerdelta ist Port Harcourt mit über 1,1 Millionen Einwohnern. Sie ist die Bundeshauptstadt von Rivers. Die Niederschlagsmenge liegt mit über 2400 mm recht hoch.
Der Niger bildet auch in seinem Mittellauf ein Delta, wo er im Staat Mali – bei nordöstlicher Fließrichtung – ein ausgedehntes Sumpfgebiet erreicht. Dieses Binnendelta bei der Stadt Mopti und die umliegende Landschaft wird Massina oder Macina genannt.
Aus 5000 Bohrquellen und 7000 Kilometern Rohrleitungen werden im Nigerdelta pro Tag mehr als zwei Millionen Fass Öl gefördert.[1] Beteiligte Unternehmen sind Shell, Chevron, ExxonMobil, und Total, die teils in Joint Ventures mit dem nigerianischen Staat agieren.
Die Umwelt wird enorm durch Pipelines bzw. durch die Erdölförderung verschmutzt, somit leiden auch die Mangrovensümpfe und deren Einwohner.
In 50 Jahren verschmutzten insgesamt nach Expertenschätzungen mehr als rund 2 Millionen Tonnen Rohöl das Ökosystem des Nigerdeltas. Der Shell-Konzern macht Sabotage und den organisierten Öldiebstahl für die Verschmutzung verantwortlich, Umweltschützer sehen hingegen die berstenden Bohrköpfe und leckenden Pipelines, also mangelnde Sicherheitsstandards durch Unternehmen wie Shell, als Hauptverursacher.[1] Nach Regierungsangaben lief in den vergangenen Jahren durchschnittlich 300 mal im Jahr an beispielsweise Pipelines oder Bohrinseln Öl aus. Die Lebenserwartung der 30 Millionen dort lebenden Menschen sank im Vergleich zum Rest des Landes (51 Jahre), durch die Verschmutzung von Luft, Gewässern und Böden um etwa zehn Jahre.[2] Messungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) ergaben hohe Belastungen des Grundwassers durch Kohlenwasserstoffe, in einem Dorf im Ogoniland wurde der Grenzwert für Benzol im Trinkwasser 900-fach überschritten.[3]
Laut einer im August 2011 veröffentlichten Studie der UNEP wird eine Sanierung der verschmutzten Regionen bis zu 30 Jahre dauern und mindestens eine Mrd. Dollar benötigen; für die Bereitstellung dieses Kapitals schlägt die UNEP die Bildung eines Fonds vor, welcher von der nigerianischen Regierung und den verantwortlichen Mineralölunternehmen finanziert werden soll.[4][5]
Durch die Ölexploration wurden wichtige Lebensgrundlagen (landwirtschaftliche Flächen, für Fischerei genutzte Gewässer) der Bevölkerung zerstört.[6] Die Rebellengruppe Movement for the Emancipation of the Niger Delta kämpft seit Anfang 2006 um die Kontrolle der einheimischen Minderheiten über das Nigerdelta. Die größte Minderheit im Nigerdelta bildet das Volk der Ijaw, viele Angehörige des Volksstammes sind rebellisch und versuchen, sich gegen ihre Ausbeutung zu wehren. Wie viele andere Minderheiten halten sie sich erfolgreich in den Mangrovensümpfen versteckt.
Insbesondere das Siedlungsgebiet der Ogoni im Nigerdelta ist umkämpft. In den 1980ern, angeführt vom später exekutierten Schriftsteller Ken Saro-Wiwa wuchs der Widerstand gegen die Öl-Exploration, die ohne Bevölkerungsbeteiligung und Umweltschutz durchgeführt wurde. Die Ölfelder im Ogoniland liegen heute aufgrund verschiedener Kämpfe zum Teil brach.[1]
Generell ist das Nigerdelta von Sabotagen und Entführungen sowie von Vergeltungsschlägen von Seiten der Regierung heimgesucht. Aufgrund der Konflikte im westlichen Teil des Nigerdeltas hat Shell sich 2006 aus diesem Gebiet zurückgezogen.[7]
5.316666666676.41666666667Koordinaten: 5° 19′ 0″ N, 6° 25′ 0″ O