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Nikolai Nikolajewitsch Bogoljubow (russisch Николай Николаевич Боголюбов; * 8.jul./ 21. August 1909greg. in Nischni Nowgorod; † 21. März 1992 in Moskau) war ein bedeutender russischer theoretischer Physiker und Mathematiker.
Inhaltsverzeichnis |
Mit vierzehn Jahren nahm er an einem Seminar des Lehrstuhls für mathematische Physik der Akademie der Wissenschaften der Ukrainischen SSR unter der Leitung von Nikolai Mitrofanowitsch Krylow teil. 1924 verfasste er seine erste wissenschaftliche Arbeit, so dass er 1925 ohne Diplom eine Aspirantur beginnen konnte. Diese beendete er 1928 mit der Promotion und konnte sich 1930 habilitieren. Von 1928 bis 1973 arbeitete er an der Akademie der Wissenschaften der UdSSR. Von 1936 bis 1950 lehrte er als Professor sowohl an der Universität Kiew wie der Lomonossow-Universität in Moskau. Ab 1949 arbeitete am Steklow-Institut für Mathematik der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.
Ab 1956 war er auch gleichzeitig Leiter des Laboratoriums für theoretische Physik am Vereinigten Institut für Kernforschung (VIK) in Dubna tätig, wo er ab 1965 den Posten des Direktors einnahm. Nach anfänglichen Arbeiten mit rein mathematischen Problemen widmete er sich Problemen der theoretischen Physik. Gemeinsam mit Krylow beschäftigte er sich mit Näherungsmethoden der Analysis und der nichtlinearen Mechanik. Ein weiterer Teil der Untersuchungen betraf Fragen zu einem speziellen Gebiet der modernen Theorie der Differentialgleichungen und der Funktionalanalysis. Bogoljubow und Krylow schufen die sogenannte Theorie invarianter Maße in dynamischen Systemen. Darüber hinaus gelangen ihm grundlegende Arbeiten zur Quantenstatistik (in der Vielteilchentheorie) und der kinetischen Theorie unter Zuhilfenahme moderner mathematischer Methoden. Von 1952 bis 1957 verfasste er einen ganzen Zyklus von Arbeiten zur Quantenfeldtheorie.
Bogoljubow begründete eine Schule der nichtlinearen Mechanik, der statistischen Physik und der Quantenfeldtheorie. Als herausragende Arbeit fand er z.B. eine strenge Ableitung der Boltzmann-Gleichung und entwickelte das Konzept der Renormierungsgruppe und mit Parasiuk die mathematische strenge Grundlegung des Renormierungsverfahrens in der Quantenfeldtheorie (BPHZ-Formalismus, von Klaus Hepp und Wolfhart Zimmermann weiterentwickelt).
Im Jahr 1966 erhielt er den Dannie-Heineman-Preis für mathematische Physik und 1992 die Dirac-Medaille (ICTP). 1958 hielt er mit Wassili Sergejewitsch Wladimirow einen Plenarvortrag auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Edinburgh (On some mathematical problems of quantum field theory).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bogoljubow, Nikolai Nikolajewitsch |
| ALTERNATIVNAMEN | Боголюбов, Николай Николаевич (russisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | russischer Physiker |
| GEBURTSDATUM | 21. August 1909 |
| GEBURTSORT | Nischni Nowgorod |
| STERBEDATUM | 21. März 1992 |
| STERBEORT | Moskau |