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Noam Chomsky

Noam Chomsky (2004)

Avram Noam Chomsky [ˈÊvÉčəm ˈnoʊəm ˈtʃɑːmskÉȘ] (* 7. Dezember 1928 in Philadelphia, Pennsylvania, USA) ist Professor fĂŒr Linguistik am Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Chomsky ist einer der bekanntesten amerikanischen Linguisten der Gegenwart, der – durch die Verbindung von Linguistik, Kognitionswissenschaften und Informatik – vor allem in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts starken Einfluss auf die Entwicklungen dieser Disziplinen ausĂŒbte: Seine BeitrĂ€ge zur allgemeinen Sprachwissenschaft sowie seine Modelle der Generativen Transformationsgrammatik verĂ€nderten den bis dahin vorherrschenden amerikanischen Strukturalismus und seine Kritik am Behaviorismus förderte den Aufstieg der Kognitionswissenschaft. Dadurch wurde Chomsky zu einer zentralen Figur der wissenschaftlichen Diskussionen, vor allem in der als Linguistics Wars bekannt gewordenen heftigen Debatte in den 1960er und 1970er Jahren, die sich auf Philosophie, Kognitionswissenschaft, Informatik (Chomsky hatte u. a. die nach ihm benannte Chomsky-Hierarchie entwickelt) und politische Aspekte ausweitete. Chomsky als einer der bedeutendsten Intellektuellen der politischen Linken Nordamerikas ist seit dem Vietnamkrieg als scharfer Kritiker der US-amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik weltweit bekannt. Dem Arts and Humanities Citation Index von 1992 zufolge ist Chomsky im Zeitraum zwischen 1980 und 1992 die am hĂ€ufigsten zitierte lebende Person der Welt gewesen. Er bezeichnet sich als libertĂ€ren Sozialisten mit Sympathien fĂŒr den Anarchosyndikalismus und ist Mitglied der Industrial Workers of the World.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Chomsky wurde am 7. Dezember 1928 in Philadelphia (Pennsylvania, USA) als Sohn des jĂŒdischen Hebraisten William Chomsky und Elsie Simonofsky geboren. Im Jahr 1945 begann er, an der University of Pennsylvania Philosophie und Linguistik zu studieren. Zu seinen Lehrern zĂ€hlten der Sprachwissenschaftler Zellig S. Harris und der Philosoph Nelson Goodman. Chomskys anarchistische Überzeugungen bildeten sich schon in den 1940er Jahren heraus. Von großer Bedeutung war dabei die Auseinandersetzung mit den anarchistischen Experimenten wĂ€hrend des Spanischen BĂŒrgerkriegs.

Anfang der 1950er Jahre studierte er einige Jahre an der Harvard University, bis er 1955 an der UniversitÀt von Pennsylvania in Linguistik promovierte. In seiner Doktorarbeit The Logical Structure of Linguistic Theory begann er bereits damit, einige der Ideen zu entwickeln, die er 1957 in seinem Buch Syntactic Structures, einem der bekanntesten Werke der Linguistik, ausarbeitete.

Nach der Verleihung der DoktorwĂŒrde lehrte Chomsky zunĂ€chst als Assistenzprofessor, seit 1961 als ordentlicher Professor fĂŒr Linguistik und Philosophie am Massachusetts Institute of Technology. In den 1960er Jahren wurden seine revolutionĂ€ren linguistischen Arbeiten weltweit anerkannt, seither gilt er als einer der wichtigsten Theoretiker auf diesem Gebiet.

Noam Chomsky war seit 1949 mit der Linguistin Carol Chomsky (1930–2008) verheiratet.[1][2] Seine Ă€lteste Tochter ist die Lateinamerikawissenschaftlerin Aviva Chomsky.

Akademisches Wirken

Noam Chomsky (2005)

Noam Chomsky hat die Darstellung natĂŒrlicher Sprachen formalisiert: Die Neuerung war, die einzelsprachlichen AusdrĂŒcke mit Hilfe einer Metasprache rekursiv zu definieren. Die aus der Metasprache abgeleiteten Klassen von Grammatiken können in eine Hierarchie eingeteilt werden, die heute Chomsky-Hierarchie genannt wird. Seine Arbeit stellt einen Meilenstein fĂŒr die Linguistik dar.

Formale Sprachen und die Chomsky-Hierarchie spielen auch in der Informatik eine wichtige Rolle, insbesondere in der KomplexitÀtstheorie und im Compilerbau. Moderne Forscher wie Steven Pinker bauen auf Chomskys Methodik auf.

Zusammen mit den Arbeiten Alan Turings begrĂŒnden sie einen eigenen Bereich in der Mathematik und machen strukturelle Bereiche und Formalismen natĂŒrlicher Sprachen einer mathematischen Betrachtung zugĂ€nglich, unter anderem mit dem Ergebnis, dass maschinelle Übersetzungen prinzipiell möglich sind.

Die mathematische Formalisierung hat unter anderem das Forschungsgebiet der Computerlinguistik hervorgebracht, in dem versucht wird, natĂŒrliche Sprache mit mathematischen Mitteln zu beschreiben. Chomskys Theorien selbst gelangten dabei aber schnell in die Kritik, nachdem bewiesen wurde, dass die generative Transformationsgrammatik Turing-vollstĂ€ndig und damit kognitiv nicht verarbeitbar ist. Als Reaktion beschrĂ€nkte Chomsky daraufhin die Eigenschaften seiner Grammatik durch sogenannte Barriers. Diese und spĂ€tere Grammatiktheorien, wie Government and Binding und Minimalistisches Programm sind allerdings nicht mathematisch formalisiert und spielen damit fĂŒr die Computerlinguistik nur noch eine untergeordnete Rolle neben unifikationsbasierten Grammatiken wie die Lexikalisch-funktionale Grammatik (LFG) und die Head-driven Phrase Structure Grammar (HPSG).

Noam Chomsky ist seit 1965 ein fĂŒhrender linker Kritiker der US-amerikanischen Außenpolitik. Seine VortrĂ€ge werden nicht nur in BĂŒchern, sondern einige auch auf CDs veröffentlicht, die beispielsweise auf dem Label Alternative Tentacles von Jello Biafra erscheinen.

Zusammen mit Edward S. Herman hat Chomsky im Propagandamodell zu erklÀren versucht, wie Massenmedien im kapitalistischen Umfeld die Berichterstattung so gestalten, dass die Interessen der Regierung und der Oberschicht gewahrt bleiben.

BeitrÀge zur Linguistik

siehe auch: Interpretative Semantik

Chomskys erstes Buch Syntactic Structures ist ein gekĂŒrzter, umgearbeiteter Auszug aus seiner weit umfĂ€nglicheren Doktorarbeit Logical Structure of Linguistic Theory, in der er die Transformationsgrammatik einfĂŒhrte. Die Theorie nimmt Äußerungen (Worte, Phrasen, SĂ€tze) und setzt sie mit „OberflĂ€chenstrukturen“ in Zusammenhang, die selbst wieder mit abstrakteren Tiefenstrukturen korrespondieren. (Eine steife und klare Unterscheidung zwischen OberflĂ€chen- und Tiefenstrukturen wird heute in gegenwĂ€rtigen Versionen der Theorie nicht mehr vorgenommen.) Umformungsregeln bestimmen zusammen mit den Regeln fĂŒr die Struktur von Phrasen und anderen Strukturprinzipien sowohl die Erzeugung als auch die Interpretation von Äußerungen. Mit einem begrenzten Instrumentarium von grammatikalischen Regeln und einer endlichen Anzahl von Wörtern kann eine unbegrenzte Menge von SĂ€tzen gebildet werden, darunter solche, die noch nie zuvor gesagt wurden. Die FĂ€higkeit, unsere Äußerungen auf diese Weise zu strukturieren, ist angeboren und somit ein Teil des genetischen Programms des Menschen. Dieses wird Universalgrammatik genannt und von Chomsky aus der Cartesianischen Linguistik hergeleitet [3]. Wir sind uns dieser Strukturprinzipien im Allgemeinen genauso wenig bewusst, wie wir es uns der meisten unserer biologischen und kognitiven Eigenschaften sind.

Chomskys linguistische Theorien durchliefen verschiedene Stadien, die in der Fachliteratur ĂŒblicherweise nach den paradigmasetzenden Veröffentlichungen Chomskys benannt werden:

Aktuelle Theorien Chomskys (seit dem MP Anfang der 1990er Jahre) stellen strenge Anforderungen an die Universalgrammatik. Die grammatikalischen Prinzipien, denen Sprachen unterliegen, sind festgelegt und angeboren; der Unterschied zwischen den Weltsprachen kann durch das Setzen von Parametern im Gehirn charakterisiert werden, was oft mit Schaltern verglichen wird (beispielsweise der prodrop-Parameter, der anzeigt, ob ein explizites Subjekt wie im Englischen oder Deutschen immer benötigt wird -prodrop, oder es wie im Spanischen oder Italienischen wegfallen kann +prodrop). In AbhĂ€ngigkeit von diesen Parametern weisen Sprachen grammatische Eigenschaften auf, die nicht mehr zusĂ€tzlich gelernt werden mĂŒssen. Ein Kind, das eine Sprache lernt, mĂŒsse nur die notwendigen lexikalischen Einheiten (Wörter) und Morpheme erwerben und die Parameter auf passende Werte festlegen, was bereits anhand weniger Beispiele erfolgen könne.

Chomskys Herangehensweise ist durch mehrere Beobachtungen motiviert. Ihn erstaunte zunĂ€chst das Tempo, mit dem Kinder Sprachen lernen. Weiterhin stellte er fest, dass Kinder auf der ganzen Welt auf eine Ă€hnliche Weise sprechen lernen. Schließlich bemerkte er, dass Kinder bestimmte typische Fehler machen, wenn sie ihre erste Sprache erlernen, wohingegen andere offensichtlich logische Fehler nicht auftreten.

Chomskys Ideen hatten einen starken Einfluss auf die Untersuchung des kindlichen Spracherwerbs (s. Chomskys und Fodors Vorstellung der angeborenen ModularitĂ€t des Geistes). Die meisten in diesem Bereich arbeitenden Wissenschaftler lehnen Chomskys Theorien jedoch ab und bevorzugen Emergenz- oder Konnektionismustheorien, die auf allgemeinen Verarbeitungsmechanismen im Gehirn aufbauen. Letztlich bleiben aber praktisch alle linguistischen Theorien kontrovers, und so wird auch die Untersuchung des Spracherwerbs aus der Chomsky'schen Perspektive fortgefĂŒhrt.

Generative Grammatik

Chomskys syntaktische Analysen sind oft hochgradig abstrakt. Sie beruhen auf der sorgfĂ€ltigen Untersuchung der Grenze zwischen grammatikalischen und ungrammatikalischen Mustern in konkreten Sprachen (vergleiche den so genannten pathologischen Fall, der in der Mathematik eine Ă€hnlich bedeutende Rolle spielt). Derartige grammatikalische Entscheidungen können genau genommen jedoch nur durch Muttersprachler getroffen werden. Deshalb konzentrieren sich Linguisten meist auf die eigene Muttersprache beziehungsweise Sprachen, die sie fließend beherrschen, fĂŒr gewöhnlich Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch, NiederlĂ€ndisch, Italienisch, Japanisch oder eine der chinesischen Sprachen. Manchmal scheitert eine Analyse der generativen Grammatik, wenn sie auf eine Sprache angewandt wird, die zuvor nicht studiert wurde. Wenn neue Sprachen erforscht werden, fĂŒhrt dies meist zu zahlreichen Korrekturen am Konzept der generativen Grammatik. Die Anforderungen an sprachliche Universalien (Aussagen, die auf alle Sprachen zutreffen) erhöhten sich im Lauf der Zeit. Richard Kaynes Vorschlag aus den 1990er Jahren beispielsweise, dass alle Sprachen ĂŒber dieselbe zugrundeliegende Subjekt-Verb-Objekt-Ordnung verfĂŒgen, wĂ€re in den 1960er Jahren nicht plausibel gewesen.

Chomsky-Hierarchie

Chomsky ist, unabhĂ€ngig davon, inwieweit seine Ergebnisse SchlĂŒssel zum VerstĂ€ndnis menschlicher Sprache darstellen, berĂŒhmt fĂŒr seine Untersuchungen formaler Sprachen. Seine Chomsky-Hierarchie teilt die formale Grammatik in Klassen wachsender Ausdruckskraft. Jede folgende Klasse kann zu einem breiteren Satz formaler Sprachen als die vorhergehende fĂŒhren. Er vertritt die Auffassung, dass die Beschreibung einiger Aspekte der Sprache eine im Sinne der Chomsky-Hierarchie komplexere formale Grammatik benötige als die Beschreibung anderer Aspekte. Beispielsweise reiche eine regulĂ€re Sprache aus, die englische Morphologie zu beschreiben, sei aber nicht stark genug, um auch die englische Syntax zu beschreiben. Die Chomsky-Hierarchie ist ĂŒber ihre Bedeutung fĂŒr die Linguistik hinaus zu einem wichtigen Element der theoretischen Informatik, speziell des Compilerbaus geworden, da sie ĂŒber bedeutende Verbindungen und Isomorphismen mit der Automatentheorie verfĂŒgt.

Kritik an Chomskys Linguistik

→ siehe auch: Interpretative Semantik#The Linguistics Wars – Lakoff gegen Chomsky und Interpretative Semantik#Die semantische Theorie in der Diskussion

Chomskys Auffassungen zur Linguistik sind berĂŒhmt geworden, sie blieben aber nicht ohne Kritik: Die alternativ zur Interpretativen Semantik[4][5] von seinem SchĂŒler George Lakoff[6] entwickelte Generative Semantik gab den Anstoß zu der als The Linguistics Wars bekannt gewordenen öffentlichen Auseinandersetzung zwischen dem Chomsky- und dem Lakoff-Lager in den 1960er und 1970er Jahren, die sich zu einem Streit um Theorien der Kognitionswissenschaften und Informatik ausweitete. In Folge konzipierten – in Spannung zu Chomskys Standpunkt – Lakoff, Mark Johnson u.a. die Kognitive Linguistik. Insbesondere bestreiten Lakoff und Johnson die neocartesianischen AnsĂ€tze in Chomskys Theorie und meinen, dass er nicht in der Lage sei, darĂŒber Rechenschaft abzulegen, inwieweit Wahrnehmung reprĂ€sentiert werden könne.

Innerhalb der Linguistik wird Chomskys Transformationsgrammatik (wie auch George Lakoffs Generative Semantik) vor allem von Seiten der Pragmatik – mit Berufung auf Ludwig Wittgensteins Auffassung, die Bedeutung eines Wortes sei gleich seinem Gebrauch – kritisiert, weil sie variable kontext- und sprechsituationsabhĂ€ngige Bedeutungen von Wörtern und SĂ€tzen nicht mathematisch adĂ€quat modellieren will bzw. kann. Hier berĂŒhrt man die grundlegende Frage nach dem Wesen der Sprache und der Aufgabe einer Grammatik. So bestreiten z.B. Referenzsemantiker, Sozio- und Psycho-Linguisten die Hypothese einer universellen Basissprache mit einem idealen Sprecher/Hörer und wĂ€hlen die alltĂ€gliche Sprachverwendung als Ausgangspunkt.

Das Postulat Chomskys (in Verbindung mit Jerry Fodors reprĂ€sentationaler Theorie des Geistes[7]), mit seinem Modell nicht nur das Basis-System abzubilden, sondern mit den Transformationsregeln sowohl das Erzeugen als auch das Erkennen der Sprache zu erklĂ€ren, wird durch neue Forschungen im Bereich der Kybernetik und der Kognitionswissenschaft in Frage gestellt. In der KĂŒnstliche Intelligenz – Forschung wurde ein Modell entwickelt, welches nicht mehr vom Regelsystem eines herkömmlichen Computers ausgeht, sondern kognitive FĂ€higkeiten als System der Wechselwirkung vieler vernetzter Bausteine – unabhĂ€ngig von einer konkreten Realisierung einer Syntax – simuliert. Da demnach das Gehirn die FĂ€higkeit zur intensiven Parallelverarbeitung hat, verliert aus dieser Perspektive der Ansatz einer Generativen Transformationsgrammatik sein Fundament. Abgesehen davon verzichten weiterentwickelte strukturelle Modelle wie die Head-driven Phrase Structure Grammar ganz auf Transformationsregeln.

Wie die Position der Konnektivisten widersprechen auch einige neuere Strömungen in der Psychologie wie zum Beispiel die Diskurspsychologie oder die situated cognition der konstruktivistischen Kognitionswissenschaft Chomskys Ansichten. SpĂ€testens seit der Entwicklung konstrukivistischer Konzepte auf der Basis neuer kognitiver/neurologischer Erkenntnisse weiß man, dass es eine Sprecher-Hörer Idealisierung in der RealitĂ€t nicht gibt, sondern dass jeder einzelne Sprecher/Hörer seine Kompetenzen in einem kybernetischen Prozess von Kindheit an im Rahmen seiner Sozialisation entwickelt und Sprechen/Hören individuell gefiltert sind. Neben gelungener Kommunikation gibt es ungewollte und bewusste IrrefĂŒhrung (LĂŒgen, Verschleierung durch Vagheit der Ausdrucksweise, Überredung, und andere Manipulationen). Diese PhĂ€nomene, dass missverstĂ€ndliche oder mehrdeutige Äußerungen von verschiedenen Hörern unterschiedlich verstanden werden, können mit Methoden der generativen Grammatiken nicht erfasst werden.

Philosophen in der Tradition Ludwig Wittgensteins, wie etwa Saul Kripke, kritisieren, dass Chomskianer die Rolle von regelbasierter menschlicher Wahrnehmung grundsĂ€tzlich falsch einschĂ€tzen. Ähnlich widersprechen Philosophen phĂ€nomenologischer, existentialistischer und hermeneutischer Traditionen dem abstrakten, rationalistischen Aspekt von Chomskys GedankengebĂ€ude. Am bekanntesten reprĂ€sentiert diese Kritik Hubert Dreyfus, der auch durch seine bestĂ€ndige Polemik gegen das Konzept der KĂŒnstlichen Intelligenz bekannt ist.

BeitrÀge zur Psychologie

Chomskys linguistisches Werk beeinflusste auch die Entwicklung der Psychologie im 20. Jahrhundert. Seine Theorie einer Universalgrammatik war ein direkter Angriff auf die etablierten behavioristischen Theorien seiner Zeit und hatte erhebliche Auswirkungen auf das wissenschaftliche VerstÀndnis des kindlichen Spracherwerbs und der menschlichen FÀhigkeit zur Interpretation von Sprache.

1959 veröffentlichte Chomsky seine Kritik an B.F. Skinners Verbal Behavior. In diesem Buch behandelte einer der fĂŒhrenden Behavioristen das PhĂ€nomen Sprache als sprachliches Verhalten (engl. verbal behavior). Dieses Verhalten, so Skinner weiter, könne wie jedes andere Verhalten – vom Schwanzwedeln eines Hundes bis zur Vorstellung eines Klaviervirtuosen – durch VerstĂ€rkung geformt werden.

Chomskys Kritik an Skinners Arbeit war einer der Auslöser der sogenannten kognitiven Wende in der Psychologie. In seinem Buch Cartesianische Linguistik von 1967 und anderen weiterfĂŒhrenden Arbeiten entwickelte Chomsky eine ErklĂ€rung der menschlichen SprachfĂ€higkeit, die auch fĂŒr Untersuchungen in anderen Bereichen der Psychologie Modellcharakter entfaltete. Viele Aspekte des gegenwĂ€rtigen Konzepts von der Funktionsweise des Geistes entspringen unmittelbar Ideen, die in Chomsky ihren ersten Autor fanden.

Hier sind vor allem drei Kerngedanken festzuhalten. Erstens, behauptete er, ist der Geist kognitiv. Das bedeutet, dass er tatsĂ€chlich mentale ZustĂ€nde, Überzeugungen, Zweifel usw. enthĂ€lt. FrĂŒhere Ansichten haben das mit dem Argument abgelehnt, dass es sich lediglich um Ursache-Wirkung-Beziehungen – beispielsweise der Art „Wenn Du mich fragst, ob ich X will, werde ich Y sagen“ – handle. Im Widerspruch hierzu zeigte Chomsky, dass es besser sei, den Geist so zu verstehen, als ob man es mit GegenstĂ€ndlichem wie Überzeugungen oder Unbewusstem zu tun hĂ€tte.

Zweitens behauptete er, dass ein Großteil dessen, was der erwachsene Geist könne, bereits angeboren sei. Es kĂ€me zwar kein Kind auf die Welt, das bereits eine Sprache spreche, aber alle werden mit der FĂ€higkeit zum Spracherwerb geboren, die es sogar gestatte, in wenigen Jahren gleich mehrere Sprachen geradezu aufzusaugen. In der Linguistik wird diese These Chomskys auch als linguistischer Mentalismus bezeichnet. Psychologen erweiterten diese These weit ĂŒber das Feld der Sprache hinaus. Marc Hauser etwa, Psychologe an der Harvard University, nimmt auf Basis der Forschungen von Chomsky an, dass der Mensch auch, Ă€hnlich dem Sprachinstinkt, bereits mit gewissen Moralinstinkten geboren wird. Der Geist des Neugeborenen wird heute nicht mehr als unbeschriebenes Blatt betrachtet. Damit widersprechen Chomsky und seine Nachfolger der lange Zeit unter anderem in der Philosophie durch die Empiristen vertretenen These, dass „nichts im Verstand ist, was nicht zuvor in den Sinnen war“, die also den Menschen bei seiner Geburt als Tabula rasa ansehen.

Schließlich entwickelte Chomsky aus dem Konzept der ModularitĂ€t ein entscheidendes Merkmal der kognitiven Architektur des Geistes. Der Geist sei aus einer Ansammlung zusammenwirkender spezialisierter Subsysteme zusammengesetzt, die nur eingeschrĂ€nkt miteinander kommunizierten. Diese Vorstellung unterscheidet sich stark von der alten Idee, dass jedes StĂŒckchen Information im Geist durch jeden anderen kognitiven Prozess abgerufen werden könne. (Optische TĂ€uschungen zum Beispiel lassen sich nicht abschalten, sogar dann nicht, wenn man wisse, dass es sich um Illusionen handle.)

Politisches Engagement

Noam Chomsky auf dem Weltsozialforum 2003

In den 1960er Jahren begann Chomsky, sich in der Öffentlichkeit deutlicher politisch zu artikulieren. Seit 1964 protestierte er gegen den von ihm als „Angriff auf SĂŒdvietnam“ bezeichneten Vietnamkrieg und kritisierte, dass dieser in den USA Krieg in Vietnam genannt wurde. 1969 veröffentlichte er Amerika und die neuen Mandarine, eine Sammlung von AufsĂ€tzen ĂŒber den Vietnamkrieg, die Einfluss auf die Antikriegsbewegung ausĂŒbte. Ebenso deutlich bezog Chomsky Stellung gegen die US-amerikanische Politik und die Rolle der Medien in Bezug auf Kuba, Haiti, Osttimor, Nicaragua, den Nahostkonflikt und gegenĂŒber den „Schurkenstaaten“ sowie zum zweiten Golf- und zum Kosovokrieg, zur Frage der Menschenrechte, zu Globalisierung und neoliberaler Weltordnung. Heute ist er, neben seiner weiter unbestrittenen Bedeutung fĂŒr die Linguistik, zu einem der bedeutendsten Kritiker der US-Außenpolitik, der politischen Weltordnung und der Macht der Massenmedien geworden. Chomsky Ă€ußerte, dass seine „persönlichen Visionen traditionell anarchistisch sind, mit Herkunft aus der AufklĂ€rung und dem klassischen Liberalismus“.[8] Er tendiert zum Anarchosyndikalismus und ist Mitglied der Industrial Workers of the World.[9]

Im New York Times Book Review wurde Chomsky einmal als der „wichtigste Intellektuelle der Gegenwart“ bezeichnet. Noam Chomsky hierzu: „Das Zitat wurde von einem Verlagshaus veröffentlicht. Doch da sollte man immer sehr genau lesen: Wenn man nĂ€mlich das Original nachschaut, dann heißt es weiter: „wenn dies der Fall ist, wie kann er dann solchen Unsinn ĂŒber die amerikanische Außenpolitik schreiben?“ Diesen Zusatz zitiert man nie. Aber um ehrlich zu sein: GĂ€be es ihn nicht, wĂŒrde ich glauben, ich mache etwas falsch.“[10]

Noam Chomsky gilt in Hinblick auf sein politisches Schrifttum als der „meistzitierte Außenseiter der Welt“. Er gilt als einer der Vorsprecher und Vordenker der Globalisierungskritik.

Im Jahr 2001 gab Chomsky der fĂŒr ihr politisches Engagement bekannten Band Rage Against the Machine ein Interview zum Thema Politik in Mexiko, welches auf deren DVD und VHS zum Konzert The Battle of Mexico City veröffentlicht wurde.

2008 unterstĂŒtzte Chomsky den unabhĂ€ngigen PrĂ€sidentschaftskandidaten Ralph Nader, rief jedoch die wahlberechtigte Bevölkerung in den Swing States auf, fĂŒr Barack Obama und gegen John McCain zu stimmen. Dies brachte ihm Kritik von Anarchisten ein.

Seit 2008 unterstĂŒtzte Chomsky das Free Gaza Movement, welche er als „mutiges und notwendiges Unterfangen“ bezeichnet.[11][12]

Faurisson-Kontroverse

Anfang der 1980er Jahre entstand vor allem in Frankreich eine Kontroverse, weil Chomsky im Herbst 1979 auf Bitte von Serge Thion, einem seit 1978 aktiven Holocaustleugner[13][14], eine Petition zur Verteidigung der Redefreiheit des französischen Literaturprofessors Robert Faurisson unterzeichnet hatte. Faurisson hatte in zwei 1978 und 1979 in Le Monde veröffentlichten Artikeln die Existenz von Gaskammern im Dritten Reich bestritten, und wurde daraufhin wegen Verleumdung und Aufruf zum Rassenhass zu einer dreimonatigen, zur BewĂ€hrung ausgesetzten GefĂ€ngnisstrafe und einer Geldbuße in Höhe von 21.000 Franc (3.200 Euro) verurteilt. Chomsky wies darauf hin, dass er sich, obwohl seine eigenen SchlĂŒsse bezĂŒglich des Holocaust denen Faurissons entgegengesetzt seien, und selbst wenn es stimme, dass Faurisson ein Antisemit und Neonazi sei, dennoch fĂŒr dessen Redefreiheit einsetze.[15] Des Weiteren bemerkte Chomsky, dass es ein jahrhundertealter Grundsatz sei, dass man sich gerade in FĂ€llen „abscheulicher Gedanken“ am stĂ€rksten fĂŒr das Recht zu deren freier Äußerung einsetzen mĂŒsse:

„[...] it has been a truism for years, indeed centuries, that it is precisely in the case of horrendous ideas that the right of free expression must be most vigorously defended; it is easy enough to defend free expression for those who require no such defense.“

– Some Elementary Comments on the Right to Freedom of Expression[16]

Chomsky veröffentlichte dieses in einem Essay ĂŒber die Redefreiheit und erlaubte jedem dessen freie Verwendung, woraufhin Faurisson diesen als Vorwort fĂŒr sein Buch benutzte. Dies erregte erneutes Aufsehen und den Vorwurf, die Verwendung seines Essays durch Faurisson zugelassen zu haben. Der Historiker Pierre Vidal-Naquet warf allerdings Chomsky zusĂ€tzlich vor, auch mit Faurisson entgegen seiner (Chomskys) eigenen Beteuerungen „freundschaftlich korrespondiert“ (correspondance amicale) zu haben; und auch sich nicht der Abfassung eines Vorworts zu seinem eigenen Text durch den einschlĂ€gig bekannten Holocaustleugner Pierre Guillaume widersetzt zu haben.[17]

Im September 2010 trat Chomsky in Paris vor einem 1800 Personen starken Auditorium auf, um weiterhin fĂŒr die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit von Robert Faurisson einzutreten.[18] Zu diesem Zeitpunkt unterzeichnete er auch eine SolidaritĂ€tserklĂ€rung mit einem weiteren, damals inhaftierten, Holocaustleugner, Vincent Reynouard, wobei er bekannte, dessen Schriften nicht zu kennen, grundsĂ€tzlich aber gegen das Prinzip der 'Loi Gayssot' zu sein.[19]

Auswahl von Auszeichnungen

Rezeption in Deutschland

Chomskys politische Schriften erschienen in Deutschland zunĂ€chst im Suhrkamp-Verlag, wurden dort aber ab den 1980er Jahren nicht wieder aufgelegt. Im Berliner Oberbaum Verlag erschien 1975 ein kritischer Sammelband von Chomsky und Edward S. Herman ĂŒber den Imperialismus. 1981 erschien eine Übersetzung eines französischen Buches mit Interviews von Mitsou Ronat unter dem Titel Sprache und Verantwortung bei Ullstein. Chomsky verschwand in Deutschland als politischer Kritiker vorĂŒbergehend aus der öffentlichen Wahrnehmung.[24] Er wurde, durchaus vergleichbar mit seiner Rezeption in den USA, von kleineren linken VerlagshĂ€usern wie dem Argument Verlag, Berlin, zu Klampen in LĂŒneburg, Pendo (ZĂŒrich), Mink (Berlin) und vor allem dem Trotzdem-Verlag und dessen Zeitschriften (Schwarzer Faden, Dinge Der Zeit) im Bewusstsein gehalten, bis die globalisierungskritische Bewegung ihn gegen Ende der 1990er Jahre wieder breiteren Medien interessant machte und seine BĂŒcher daraufhin unter anderem im Europa-Verlag erschienen.

Chomskys linguistische Arbeiten, insbesondere seine Berufung auf Wilhelm von Humboldt in Cartesian Linguistics, wurden schon bald einer scharfen philosophischen und historischen Kritik unterzogen.

Zitate (ĂŒbersetzt)

„Ein Intellektueller zu sein, ist eine Berufung fĂŒr jedermann: es bedeutet, den eigenen Verstand zu gebrauchen, um Angelegenheiten voranzubringen, die fĂŒr die Menschheit wichtig sind. Einige Leute sind privilegiert, mĂ€chtig und gewöhnlich konformistisch genug, um ihren Weg in die Öffentlichkeit zu nehmen. Das macht sie keineswegs intellektueller als einen Taxifahrer, der zufĂ€llig ĂŒber die gleichen Dinge nachdenkt und das möglicherweise klĂŒger und weniger oberflĂ€chlich als sie. Denn das ist eine Frage der Macht.“

– Noam Chomsky, 2002 (englisch)[25]

„
 die BĂŒrger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse fĂŒr geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können
“

– Noam Chomsky: Mediacontrol – Von Macht und Medien. 2. Auflage. Europa Verlag, Hamburg Mai 2003, ISBN 3-203-76015-0, S. 8.

Werke

Linguistik

Eine vollstÀndige Liste der wissenschaftlichen Publikationen findet sich auf Chomskys Website am MIT.

Politische Werke

AuszĂŒge aus einigen seiner BĂŒcher stehen auf Chomskys unten verlinkter Website:

BĂŒcher

  • American Power and the New Mandarines. Historical and Political Essays Pantheon Books, New York 1969.
    • Amerika und die neuen Mandarine. Politische und zeitgeschichtliche Essays. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1969. Übersetzung: Anna Kamp.
  • At War with Asia. Pantheon, New York 1970.
  • Two Essays on Cambodia. 1970
    • Im Krieg mit Asien. 2 BĂ€nde: Indochina und die amerikanische Krise; Kambodschia, Laos, Nordvietnam. Suhrkamp, Frankfurt 1972.
    • Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1971.
  • Problems of Knwowledge and Freedom. The Russell Lectures. Pantheon, New York 1971. Die Bertrand Russell Memorial Lectures, Cambridge, 1971.
    • Über Erkenntnis und Freiheit. Vorlesungen zu Ehren von Bertram Russell. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1973
  • Noam Chomsky, Edward S. Herman): Counter-Revolutionary Evidence: Bloodbaths in Fact and Propaganda. Warner Modular Publications, Module Nr. 57, Andover, MA 1973.
    • Noam Comsky, Edward S. Herman: Massaker im Namen der Freiheit. Greueltaten und Greuelpropaganda des US-Imperialismus. Oberbaum, Berlin 1975.
  • For Reasons of State. Pantheon, New York 1973.
    • Aus Staatsraison. Frankfurt a. M. 1974. (TeilĂŒbersetzung)
  • Peace in the Middle-East? Reflections on Justice and Nationhood. Pantheon, New York 1974
  • Intellectuals and the State. 1976.
  • Dialogues avec Mitsou Ronat. Flammarion, Dialogues, Paris 1977.
    • Language and Responsability. Harvester Press, Hassocks 1979. John Viertel, Übersetzer.
    • Sprache und Verantwortung. GesprĂ€che mit Mitsou Ronat. Ullstein, Frankfurt am Main, Berlin, Wien 1981.
  • „Human Rights“ and American Foreign Policy. Spokesman Books, Nottingham 1978. ISBN 0-85124-201-4
  • Noam Chomsky, Edward S. Herman: The Political Economics of Human Rights. 2 BĂ€nde. Volume I: The Washington Connection and Third World Fascism. Volume II: After the Cataclysm: Postwar Indochina and the Reconstruction of Imperial Ideology. South End Press, Boston 1979
  • Radical Priorities. Black Rose, Montreal 1982.
  • Noam Chomsky, Jonathan Steele, John Gittings: Superpowers in Collision: The Cold War Now. 1982.
  • Towards a New Cold War: Essays on the Current Crisis and How We Got There. Pantheon, New York 1982.
  • The Fateful Triangle: The United States, Israel and the Palestinians. South End Press, Boston 1983. Neuausgabe 1999.
  • RĂ©ponses inĂ©dites Ă  mes dĂ©tracteurs Parisiens. Spartacus, Paris 1984
  • Turning the Tide: U.S. Intervention in Central America and the Struggle for Peace. South End Press, Boston 1985.
  • Pirates & Emperors: International Terrorism in the Real World. Claremont Research and Publications, New York 1986. Erweiterte Ausgabe: South End Press, Cambridge 2003.
    • Pirates and emperors: Terrorismus in der „neuen Weltordnung“. Trotzdem-Verlag, Frankfurt a. M. 2004
  • The Race to Destruction: Its Rational Base. 1986.
  • On Power and Ideology: The Managua Lectures. South End Press, Boston 1987
    • Die fĂŒnfte Freiheit. Über Macht und Ideologie. Vorlesungen in Managua. Argument, Berlin 1988.
  • The Culture of Terrorism. South End Press, Boson 1988
  • Language and Politics. Black Rose, Montreal 1988.
    • Sprache und Politik. Philo Verlag 1999.
  • Noam Chomsky, Edward S. Herman: Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media. Pantheon, New York 1988. ISBN 0-375-71449-9
  • Necessary Illusions: Thought Control in Democratic Societies. South End Press, Boston 1989.
  • Deterring Democracy. Hill and Wang, New York 1992.
    • Noam Chomsky, Howard Zinn u.a.: Die neue Weltordnung und der Golfkrieg. Trotzdem Verlag, Grafenau 1992. ISBN 3-922209-37-8
  • Year 501: The Conquest Continues. South End Press, Boston 1993.
    • Wirtschaft und Gewalt. zu Klampen, LĂŒneburg 1993. Übersetzung: Michael Haupt
  • World Orders Old and New. Columbia University Press, New York 1994.
  • Powers and Prospects: Reflections on Human Nature and the Social Order. South End Press, Boston 1996.
  • Media Control. The Spectacular Achievements of Propaganda. Seven Stories Press, 1997. Neuauflage 2002.
  • The New Military Humanism: Lessons from Kosovo. Common Courage Press, Monroe, Me. 1999. ISBN 1-56751-177-5. ** Der neue militĂ€rische Humanismus. Lektionen aus dem Kosovo. edition 8, ZĂŒrich 2000. ISBN 3-85990-027-7
  • Profit over People: Neoliberalism and Global Order. Seven Stories Press, New York 1999. ISBN 1-888363-82-7 ** Profit over People – Neoliberalismus und globale Weltordnung Europa Verlag, Hamburg 2000. ISBN 3-203-76010-X (dt.) [26]
  • The Fateful Triangle. The United States, Israel & the Palestinians. 1999. (Erste Ausgabe 1983)
    • Offene Wunde Nahost. Israel, die PalĂ€stinenser und die US-Politik. Europa Verlag, Hamburg 2002, 2003. ISBN 3-203-76017-7 [27]
  • Rogue States: The Rule of Force in World Affairs South End Press, Cambridge 2000, ISBN 0-89608-611-9.
    • War against People. Menschenrechte und Schurkenstaaten Europa Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-203-76011-8
  • 9-11. Seven Stories Press, New York 2001, ISBN 1-58322-489-0.
  • Hegemony or Survival. Metropolitan Books, New York 2003.
    • Hybris. Die endgĂŒltige Sicherung der globalen Vormachtstellung der USA. Europa Verlag, Hamburg 2003. ISBN 3-203-76016-9
  • Power and Terror. Post 9/11 Talks and Interviews. Seven Stories Press, New York 2003.
    • Power and Terror. US-Waffen, Menschenrechte und der internationale Terrorismus. Europa Verlag, Hamburg 2004. ISBN 3-203-76008-8
  • Peter Mitchell, John Schieffel (Hrsg.): Understanding Power: The Indispensable Chomsky. New Press, o.O. 2002. ISBN 1-56584-703-2.
  • Government in the Future. Seven Stories Press. 2005. Eine alte Vorlesung vom 16. Februar 1970, am Poetry Center, New York.
    • Die Zukunft des Staates – Vom klassischen Liberalismus zum libertĂ€ren Sozialismus. Schwarzer Freitag Verlag, Berlin 2005. ISBN 3-937623-34-5
  • Barry Pateman (Hrsg.): Chomsky on Anarchism. AK Press, 2005. ISBN 1-904859-20-8
  • Failed States. The Abuse of Power and the Assault on Democracy. Metropolitan Books, 2006. ISBN 0-8050-7912-2.
  • Interventions. City Lights Books, 2007
  • Anthony Arnove (Hrsg.): The Essential Chomsky. Vintage, New York 2008.
    • Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen. Zentrale Schriften zur Politik. Übersetzt von Kollektiv Druckreif. Verlag Antje Kunstmann, MĂŒnchen 2008. ISBN 978-3-88897-527-1.

AufsÀtze

  • „Bemerkungen zum Anarchismus“ in: Aus Staatsraison. Frankfurt 1974, S.104–121.
  • Desinformation und der Golfkrieg. in: Schwarzer Faden. Grafenau 12.1991, Nr.40. ISSN 0722-8988
  • David Barsamian: Es ist eine Barbarisierung des tĂ€glichen Lebens, die um sich greift. Noam Chomsky-Interview. ĂŒbersetzt von Andi Ries. in: Schwarzer Faden. Grafenau 13.1992, Nr.43. ISSN 0722-8988
  • Von unten gesehen. in: Dinge Der Zeit. Grafenau 1992, Nr.55.
  • Das Jahr 501 - Alte und Neue Weltordnung. in: Schwarzer Faden. Grafenau 1993, Nr.45+47. ISSN 0722-8988
  • Das Abkommen zwischen Israel und Arafat. ĂŒbersetzt von Wolfgang Haug. in: Dinge der Zeit. Grafenau 1994, Nr.56/57.
  • Ziele und Visionen. ĂŒbersetzt von Michael Schiffmann. in: Schwarzer Faden. Grafenau 1997, Nr.60. ISSN 0722-8988
  • Neoliberalismus und Globale Weltordnung. in: Dinge Der Zeit. Grafenau 1997, Nr.58/59.
  • Unterstellte Zustimmung – Diskurs zur Demokratie. in: Schwarzer Faden. Grafenau 1998, Nr.6. ISSN 0722-8988
  • Mit unserer Hilfe. Interview von Suzy Hanson ĂŒber den „Krieg gegen den Terrorismus“. in: Schwarzer Faden. Grafenau 2002, Nr.74. ISSN 0722-8988
  • Hat Bush gelogen? in: Schwarzer Faden. Grafenau 2004, Nr.77. ISSN 0722-8988

Siehe auch

Literatur

BĂŒcher

  • John Lyons: Noam Chomsky. Wm. Collins Verlag, London 1970. Deutsche Übersetzung von Manfred Immler. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 1971.
  • Mark Achbar (Hrsg.): Noam Chomsky – Wege zur intellektuellen Selbstverteidigung – Fabrikation von Konsens, ĂŒbersetzt von Helmut Richter, Trotzdem-Verlag/Marino Verlag 1996, Trotzdem Verlag 2001
  • Robert F. Barsky: Noam Chomsky: A Life of Dissent. MIT Press, o.O. 1998, ISBN 0-262-52255-1; dt.: Noam Chomsky – LibertĂ€rer Querdenker. Edition 8, ZĂŒrich 1999, ISBN 3-85990-012-9
  • Alison Edgley: The social and political thought of Noam Chomsky. Routledge, London 2001. 205 S., ISBN 0-415-20586-7
  • Michael Haupt, Larissa MacFarquhar (Hrsg.): Wer ist Noam Chomsky? Europa Verlag, Hamburg; Wien 2003. 134 S., ISBN 3-203-76018-5
  • David Barsamian (Hrsg.): Propaganda and the Public Mind. Conversations with Noam Chomsky. Pluto Press, London 2001, 252 S. ISBN 0-7453-1788-X
  • Peter Collier, David Horovitz (Hg.): The Anti-Chomsky Reader. Encounter Books, New York 2004, 260 S., ISBN 1-893554-97-X
  • Grewendorf, GĂŒnther: Noam Chomsky. Biographie, Werkanalyse, Rezeption, Zeittafel, Bibliographie. Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2006

Artikel und AufsÀtze

  • Pat Flanagan: Chomsky Anarchismus, in: Schwarzer Faden, Nr. 8, 1982
  • Aurel Schmidt: Noam Chomsky und die Tatsachen, in: Basler Zeitung Magazin, 9. November 1996
  • John Pilger: Noam Chomsky – eine biographische Skizze zum 70. Geburtstag, in: Schwarzer Faden Nr. 66, 1998
  • Wolfgang Haug: Das Verschwinden im GedĂ€chtnisloch. Zur Carl-von-Ossietzky-Preisverleihung an Noam Chomsky, in: Schwarzer Faden, Nr. 77, 2004, auch online

Filmografie

  • Die Konsensfabrik. Noam Chomsky und die Medien (Manufacturing Consent: Noam Chomsky and the Media), Regie: Mark Achbar, Peter Wintonick, Kanada 1992
  • Power and Terror. Noam Chomsky. GesprĂ€che nach 9/11. Regie: John Junkermann, Japan 2003
  • Noam Chomsky: Rebel Without a Pause. (TV), Regie: Will Pascoe, 2003
  • The Corporation, Regie: Mark Achbar, Kanada 2003
  • L'Encerclement – La dĂ©mocratie dans les rets du nĂ©olibĂ©ralisme. / Encirclement – Neo-Liberalism Ensnares Democracy. (frz./engl.) Regie: Richard Brouillette, Kanada 2008
  • The Kingdom of Survival, Regie: M.A. Littler, USA-Deutschland 2010
  • Truth in Numbers? Everything according to Wikipedia, Regie: Nic Hill, Scott Glosserman, USA 2010

Medien- und Fernsehauftritte: GesprÀchsrunden, Interviews, Aufzeichnungen

VortrÀge:

  • 2005 Illegal but Legitimate a Dubious Doctrine for the Times, The University of Edinburgh Gifford Lectures 2004/05 - (Vereinigtes Königreich, Schottland, University of Edinbourough, McEwan Hall; 22. Mai 2005; 83 Minuten)[30]

GesprÀchsrunden / Interviews

  • 1971 Noam Chomsky vs. Michel Foucault Human Nature Justice vs. Power (Niederlande; Nederlandse televisie; 1971; ca. 12 Minuten)
  • 2002 Noam Chomsky - On Iraq War (Vereinigtes Königreich, England, London, St. Paul's Cathedral;BBC; Dezember 2002; ca. 18 Minuten; Moderatorin: Francine Stock)
  • 2006 Noam Chomsky on Charlie Rose (Vereinigte Staaten von Amerika; 9. Juni 2006; ca. 55 Minuten; Moderator: Charlie Rose)

Weblinks

 Commons: Noam Chomsky â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Noam Chomsky â€“ Zitate
Politische BeitrÀge
Interviews
Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ „Carol Chomsky gestorben“. In: Die Berliner Literaturkritik, 22. Dezember 2008.
  2. ↑ „Carol Chomsky; at 78; Harvard language professor was wife of MIT linguist“, The Boston Globe, 20. Dezember 2008
  3. ↑ Chomsky, Noam: Cartesianische Linguistik. Ein Kapitel in der Geschichte des Rationalismus. TĂŒbingen 1971. Übersetzung (R. Kruse) von Chomsky, Noam: Cartesian linguistics: a chapter in the history of rationalist thought. University Press of America, Lanham, Maryland 1965. Reprint: University Press, Cambridge 2009.
  4. ↑ Jerrold J. Katz und Jerry A. Fodor: Die Struktur einer semantischen Theorie. In: Hugo Steger (Hrsg): VorschlĂ€ge fĂŒr eine strukturelle Grammatik des Deutschen. Darmstadt 1970.
  5. ↑ Noam Chomsky: Aspekte der Syntaxtheorie (Übersetzung von: Aspects of the Theory of Syntax, 1965). Frankfurt 1969.
  6. ↑ George Lakoff: Linguistik und natĂŒrliche Logik. Frankfurt 1971.
  7. ↑ Jerry Fodor:The Language of Thought. 1975.
  8. ↑ Noam Chomsky: Powers and Prospects – Reflections on Human Nature and the Social Order, 1996, S. 71. Exzerpt Online verfĂŒgbar
  9. ↑ Website der IWW, abgerufen 26. Juli 2008
  10. ↑ Aus einer Rede in der Dokumentation Manufacturing Consent.
  11. ↑ Freegaza – Endorsers
  12. ↑ Guillotining Gaza by Noam Chomsky
  13. ↑ http://www.phdn.org/negation/negainter/thionint.html
  14. ↑ http://www.amnistia.net/news/enquetes/thion/thion.htm
  15. ↑ His right to say it. Chomskys Reaktion auf die Faurisson-AffĂ€re, Abgerufen am 14. Juli 2009
  16. ↑ Some Elementary Comments on the Right to Freedom of Expression Chomskys Kommentare ĂŒber die Freiheit des Ausdrucks in Bezug auf die Faurisson-AffĂ€re, abgerufen am 15. Juli 2009
  17. ↑ Pierre Vidal-Naquet: De Faurisson et de Chomsky. -Faurisson: MĂ©moire et dĂ©fense contre ceux qui m'accusent de falsifier l'Histoire. La question des chambres Ă  gaz. PrĂ©cĂ©dĂ© d'un avis de N. Ch. La Vieille Taupe, Paris 1980
  18. ↑ FAZ vom 15. September 2010, Seite 31
  19. ↑ „Chomsky se risque encore dans le bourbier des nĂ©gationnistes“, Rue89.com, 12. September 2010
  20. ↑ APA: PreistrĂ€ger des Award for Distinguished Scientific Contributions (englisch)
  21. ↑ „Das Verschwinden im GedĂ€chtnisloch“, Laudatio von Wolfgang Haug, 2004
  22. ↑ Der Spiegel, Ausgabe 41 vom 6. Oktober 2008, S. 182
  23. ↑ Uppsala University’s Honorary Doctorates in Commemoration of Linnaeus. UniversitĂ€t Uppsala (13. Februar 2007). Abgerufen am 4. September 2007.
  24. ↑ Tilman Borsche: Sprachansichten. Der Begriff der menschlichen Rede in der Sprachphilosophie Wilhelm von Humboldts. Klett-Cotta, Stuttgart 1981. ISBN 3-12-913530-8
  25. ↑ Interview, CommonSense, 3. Mai 2002
  26. ↑ Rezension von Fritz J. Raddatz in: Die Zeit, 19. Oktober 2000
  27. ↑ Rezension von Ludwig Watzal in: FAZ, 3. MĂ€rz 2000
  28. ↑ Rezension: Christoph Fleischmann in: FR, 4. Februar 2002
  29. ↑ hervorragender Überblick, ausfĂŒhrliche Nachweise und Fußnoten
  30. ↑ Videoaufzeichnung des Vortrags
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