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Nodar Kumaritaschwili

Nodar Kumaritaschwili Rennrodeln
Voller Name ნოდარ áƒ„áƒŁáƒ›áƒáƒ áƒ˜áƒąáƒáƒšáƒ•áƒ˜áƒšáƒ˜
Nation GeorgienGeorgien Georgien
Geburtstag 25. November 1988
Geburtsort BordschomiGeorgische SSR
GrĂ¶ĂŸe 179 cm
Gewicht 80 kg
Sterbedatum 12. Februar 2010
Sterbeort Whistler, British ColumbiaKanada
Karriere
Disziplin Einsitzer
letzte Änderung: 12. Februar 2010

Nodar Kumaritaschwili (georgisch ნოდარ áƒ„áƒŁáƒ›áƒáƒ áƒ˜áƒąáƒáƒšáƒ•áƒ˜áƒšáƒ˜; * 25. November 1988 in Bordschomi, Georgische SSR; † 12. Februar 2010 in Whistler, British Columbia, Kanada) war ein georgischer Rennrodler, der beim Training fĂŒr den Einzelwettbewerb bei den Olympischen Spielen von Vancouver tödlich verunglĂŒckte.

Inhaltsverzeichnis

Leben

AnfÀnge

Nodar Kumaritaschwili wurde im Jahre 1988 als Sohn des Vorsitzenden des georgischen Rennrodelverbandes David Kumaritaschwili[1] und seiner Mutter Dodo Kumaritaschwili[1] in der sĂŒdgeorgischen Bergregion Samzche-Dschawachetien in der Ortschaft Bordschomi geboren. Der Wintersportort mit 13.826 Einwohnern hat eine Rodelbahn, das TrainingsgelĂ€nde fĂŒr die georgischen Rennrodler. Die Rodelbahn soll nach dem Tod Kumaritaschwilis nach ihm benannt werden. Im Jahre 2005 bewarb sich Bordschomi vergeblich als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014, bei denen Kumaritaschwili in seiner Heimatstadt antreten wollte.

Sein Trainingspartner und ehemaliger Klassenkamerad Lewan Gureschidse war gemeinsam mit Nodar Kumaritaschwili fĂŒr den Rodel-Einzelwettbewerb in Vancouver qualifiziert. Nach dessen tödlichem Unfall sagte Gureschidse seine Teilnahme am Wettbewerb ab.

Karriere

Kumaritaschwili belegte beim Rennrodel-Weltcup 2008/2009, seiner ersten Saison, mit vier Punkten den 55. Platz.[2]

Er verbesserte sich in der folgenden Saison nach fĂŒnf Wettbewerben auf den 44. Platz. Seine letzte Weltcup-Teilnahme war das Rennen in Cesana Pariol im Januar 2010, wo er den 28. Platz unter 32 Teilnehmern erreichte.

Im Februar 2010 war er Mitglied des georgischen Teams bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver und qualifiziert fĂŒr den Rennrodel-Einzel-Wettbewerb.

Unfall und Tod

Georgische Briefmarke zum Gedenken an Nodar Kumaritaschwili
Wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier verunglĂŒckte er beim Abschlusstraining fĂŒr das olympische Einzelrennen im Zielbereich, nachdem er nach der ĂŒberhöhten Thunderbird-Kurve, der letzten der 16 Kurven der 1374 Meter langen Bahn, an die Innenbande der Bahn prallte, wodurch sein Schlitten hochgeschleudert wurde und ihn ĂŒber die gegenĂŒberliegende Bande der Eisbahn warf. Er prallte dabei mit dem RĂŒcken und dem Hinterkopf gegen einen StahltrĂ€ger der BahnĂŒberdachung. Die letzte Geschwindigkeitsmessung kurz vor der bereits wieder leicht bergan fĂŒhrenden Zielkurve[3] hatte 144 km/h betragen. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen der Helfer im Whistler Sliding Centre verstarb Kumaritaschwili auf dem Weg ins Krankenhaus von Whistler. IOC-VizeprĂ€sident Thomas Bach bestĂ€tigte den Tod von offizieller Seite.[4]

Nach dem britischen Rennrodler Kazimierz Kay-Skrzypeski und dem australischen Skifahrer Ross Milne, die beide beim Training einige Tage vor der Eröffnung der Winterspiele von Innsbruck 1964 tödlich verunglĂŒckten, sowie nach dem Schweizer Teilnehmer der Demonstrations-Disziplin Geschwindigkeitsskifahren (Speedski) Nicolas Bochatay, der wĂ€hrend der Winterspiele von Albertville 1992 auf einer öffentlichen Skipiste mit einer Pistenraupe kollidierte, gilt Kumaritaschwili als der vierte qualifizierte Teilnehmer von Olympischen Winterspielen, der in der Vorbereitung auf Olympische WettkĂ€mpfe zu Tode kam.

Bereits vor dem Unfall wurde Kritik an der Planung des Whistler Sliding Centre laut. Unmittelbar danach bezeichneten der deutsche Bob- und Skeleton-Trainer Raimund Bethge und der PrĂ€sident des Internationalen Rennrodelverbandes (FIL) Josef Fendt die Bahn als zu schnell.[5] Nach Untersuchungen des Rodel-Weltverbandes FIL wies die Rennbahn keinerlei MĂ€ngel auf, stattdessen verwies der Verband auf einen Fahrfehler des Georgiers. Die Bahn wurde nach VerkĂŒrzung des Anlaufs, VerĂ€nderungen im Eisprofil und nach einer Erhöhung der WĂ€nde des Eiskanals in der Kurve 16 fĂŒr die Rennrodel-Wettbewerbe wieder freigegeben.

Zu Ehren Kumaritaschwilis fand bei der Eröffnungsfeier im BC Place Stadium eine Gedenkminute statt. Die georgische Mannschaft marschierte mit schwarzem Schal und Trauerflor ein. IOC-PrÀsident Jacques Rogge sprach der Familie bei der Feier sein Beileid aus.[6]

Nach der ÜberfĂŒhrung der Leiche in Kumaritaschwilis Heimat wurde in seinem Wohnort Bakuriani die Straße, in der er lebte, nach ihm benannt.[7]

Am 4. Oktober 2010 legte der staatliche Untersuchungsausschuss unter dem Vorsitz des leitenden Gerichtsmediziners Tom Pawlowski den offiziellen Untersuchungsbericht vor. Daraus geht hervor, dass der Unfall ein tragischer UnglĂŒcksfall gewesen sei. Die Strecke war schwierig und anspruchsvoll und nur fĂŒr erfahrene Athleten gewesen. Kumaritaschwili habe mangelnde Bahnerfahrung auf der UnglĂŒcksbahn gehabt, er hatte insgesamt nur 25 Fahrten auf der UnglĂŒcksbahn absolviert. Dies sei ein großer Nachteil gewesen. Der Internationalen Rennrodelverband (FIL) wurde in dem Zusammenhang aufgefordert, vor kĂŒnftigen Großereignissen darauf zu achten, dass den Teilnehmern genĂŒgend Zeit zur Vorbereitung auf der jeweiligen Bahn eingerĂ€umt wird.[8]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

 Commons: Nodar Kumaritashvili â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. ↑ a b Winter Olympics 2010: Nodar Kumaritashvili's father pays tribute to luger son telegraph.co.uk, Abgerufen am 17. Februar 2010.
  2. ↑ Profil Nodar Kumaritashvili bei der FIL
  3. ↑ Interview mit Udo Gurgel, dem Konstrukteur der Eisbahn Sport-Bild, abgerufen am 16. Februar 2010
  4. ↑ Olympia-Rodler stirbt nach schwerem Sturz Spiegel online, abgerufen am 12. Februar 2010
  5. ↑ Georgier tödlich verunglĂŒckt ARD, abgerufen am 12. Februar 2010
  6. ↑ Keine MĂ€ngel an der Rodelbahn festgestellt Spiegel online, abgerufen am 12. Februar 2010
  7. ↑ Wut und Trauer bei ÜberfĂŒhrung von Kumaritaschwili. newsticker.sueddeutsche.de. Abgerufen am 17. Februar 2010.
  8. ↑ Rodler-Tod war "Verkettung unglĂŒcklicher UmstĂ€nde" in: Spiegel Online vom 5. Oktober 2010
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