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Norberto Bobbio

Norberto Bobbio (* 18. Oktober 1909 in Turin; † 9. Januar 2004 ebenda) war ein italienischer Rechtsphilosoph und Publizist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Norberto Bobbio – Sohn eines Chirurgen – besuchte von 1919 bis 1927 das Gymnasium Massimo d´Azeglio in Turin und studierte anschließend an der Universität Turin Jura. Hier wurde er 1931 mit einer Dissertation über Rechtsphilosophie promoviert. Von 1932 bis 1932 setzte Bobbio sein Studium an den Universitäten Marburg und Turin fort. Eine zweite Dissertation in Philosophie verfasste er über Edmund Husserl.[1]

1935 war Norberto Bobbio wegen seiner Mitgliedschaft in der antifaschistischen Gruppe Giustizia e Libertà (Gerechtigkeit und Freiheit) für kurze Zeit verhaftet – zusammen mit seinen Freunden:

1942 trat Bobbio der damals illegalen Partito d'Azione bei, die als Aktionspartei aus der Giustizia e Libertà hervorgegangen war und für die er nach dem Zweiten Weltkrieg als Kandidat auftrat.

Von 1939 bis 1940 lehrte Bobbio an der Universität Siena und danach bis 1948 an der Universität Padua, wo er eine Professur erhielt. 1948 wurde Norberto Bobbio auf den Lehrstuhl für Rechtsphilosophie an der Universität Turin berufen, wo er bis zur Emeritierung im Jahr 1979 lehrte. 1972 wechselte Bobbio auf den Lehrstuhl für Politische Wissenschaften, und von 1973 bis 1976 war er der Dekan dieser Fakultät.

1943 heirateten Norberto Bobbio und Valeria Cova (* 1. September 1917 in Perugia; † 22. April 2001 in Turin). Der Ehe entstammen die Söhne Luigi Bobbio (* 1944), der in Italien als Politologe tätig ist, Andrea Bobbio (* 1947) und Marco Bobbio (* 1951).

Politische Position

Norberto Bobbio forschte und veröffentlichte zur Theorie der Demokratie, zu den Menschenrechten, über Politik und Recht. Er bezeichnete sich und seine Schule als „liberalen Sozialismus“ in Abgrenzung zum Linksliberalismus, zur Sozialdemokratie und zum Sozialismus.

Ehrungen

Werke

  • Studi sulla teoria generale del diritto, 1955
  • Politica e cultura, 1955
  • Teoria della norma giuridica, 1958
  • Teoria dell'ordinamento giuridico, 1960
  • Diritto e stato nel pensiero di Emanuele Kant, 1969
  • Saggi sulla scienza politica in Italia, 1969
  • Studi per una teoria generale del diritto, 1970
  • Una filosofia militante, 1971
  • Da Hobbes a Marx : saggi di storia della filosofia, 1971
  • Giusnaturalismo e positivismo giuridico, 1972
  • Dalla struttura alla funzione : nuovi studi di teoria del diritto, 1977
  • Which socialism? : Marxism, socialism and democracy, 1987
  • Die Zukunft der Demokratie, übersetzt von Sophie G. Alf, Rotbuch-Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-88022-732-2 (Oirg.: Il futuro della democrazia)
  • Saggi su Gramsci, 1990
  • Destra e sinistra : ragioni e significati di una distinzione politica, Rom 1994, Neuauflage 2004, ISBN 88-7989-858-2
    • deutsch: Rechts und Links: Gründe und Bedeutungen einer politischen Unterscheidung, übersetzt von Moshe Kahn, Wagenbach, Berlin 1994, ISBN 3-8031-2311-9
  • Vom Alter (De senectute), 1996
  • In Sachen Carl Schmitt, 1997
  • Menschenrechte und Moderne, 1998
  • Das Zeitalter der Menschenrechte: Ist Toleranz durchsetzbar?, übersetzt von Ulrich Hausmann, mit einer Vorbemerkung von Joschka Fischer und einem Nachwort von Otto Kallscheuer, Wagembach, Berlin 1999, ISBN 3-8031-2358-5 (Orig.: L'età dei diritti)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Norberto Bobbio: Vom Alter − De senectute. Wagenbach, Berlin 1997, S. 123-125.
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