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Mit dem Begriff Nord-Süd-Konflikt bezeichnet man die Interessengegensätze, die sich aus dem wirtschaftlich-sozialen und politisch-kulturellen Entwicklungsgefälle zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern ergeben.
Der Begriff rührt von der Tatsache her, dass die Mehrheit der Industrieländer und früheren Kolonialmächte auf der Nordhalbkugel der Erde liegen, während die Entwicklungsländer und früheren Kolonien meist auf der Südhalbkugel zu finden sind.
Der Nord-Süd-Konflikt begann in den 1940er Jahren mit den aufflammenden Unabhängigkeitsbestrebungen in den asiatischen Kolonien Großbritanniens wie Jordanien, Indien etc. Darauf folgten in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren die Unabhängigkeitskriege in Afrika. Erst Anfang der 1980er Jahre war dieser Prozess der politischen Entkolonisierung im Großen und Ganzen abgeschlossen, heute gibt es nur noch wenige und vergleichsweise unbedeutende Kolonien. Der Kalte Krieg beeinflusste diesen Prozess, da in mehreren Fällen seitens der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion versucht wurde, die neu unabhängig gewordenen Staaten in ihren Block zu integrieren. Viele der neuen Staaten reihten sich jedoch in die in den 1960er Jahren entstandene Bewegung der Blockfreien Staaten ein, die jede Einflussnahme seitens der Ost-West-Mächte zurückwiesen.