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| Нови Сад Novi Sad Újvidék Nový Sad | ||||
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| Basisdaten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Staat: | Serbien | |||
| Provinz: | Vojvodina | |||
| Okrug: | Južna Bačka (südliche Batschka) | |||
| Opština: | Novi Sad | |||
| Koordinaten: | 45° 15′ N, 19° 51′ O45.25519.844722222272Koordinaten: 45° 15′ 18″ N, 19° 50′ 41″ O | |||
| Höhe: | 72 m. i. J. | |||
| Fläche: | 702,7 km² | |||
| Einwohner: | 221.854 (2011) | |||
| Agglomeration: | 380.643 (2011) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 316 Einwohner je km² | |||
| Telefonvorwahl: | (+381) 021 | |||
| Postleitzahl: | 21 000 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | NS | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2008) | ||||
| Gemeindeart: | Stadt | |||
| Gliederung: | 15 Stadtteile | |||
| Bürgermeister: | Igor Pavličić (DS) | |||
| Webpräsenz: | ||||
Novi Sad (kyrillisch Нови Сад, Aussprache: [ˈnɔ̂viː ˈsâːd],
anhören?/i; deutsch, inzwischen selten, Neusatz; ungarisch Újvidék; slowakisch Nový Sad) ist die Hauptstadt der nördlichen serbischen Provinz Vojvodina und das administrative Zentrum des Okrugs Južna Bačka.
Die Universitätsstadt besteht aus den Stadtteilen Novi Sad, nördlich der Donau und Petrovaradin, am Fuße der gleichnamigen Festung, südlich der Donau. Laut Volkszählung von 2011 hat die Stadt 221.854 Einwohner.[1] Im Großraum der Opština Novi Sad leben 380.643 Einwohner.[2] Die Stadt liegt auf einer Höhe von 72 bis 80 Metern über dem Meeresspiegel. In Novi Sad mündet der Kleine Batschka-Kanal (als Teil des Donau-Theiß-Donau-Kanalsystems) in die Donau.
Inhaltsverzeichnis |
Der Ort ist im Spätmittelalter im dicht besiedelten Komitat des Königreichs Ungarn durch den Bau des Zisterzienserklosters Belefons als so genannter kirchlicher Ort entstanden. 1526 wurde der Ort von den Osmanen erobert. Die 150-jährige Herrschaft der Osmanen führte zur Verwüstung und Entvölkerung der Pannonischen Tiefebene. Von den Türken geduldete nomadisierende Südslawen übernahmen bereits bestehende Ortschaften oder gründeten neue Siedlungen. Die damaligen Turbulenzen ließen in der Regel jedoch keine nachhaltigen Siedlungen zu. Nach osmanischen Aufzeichnungen (Defter) von 1590 lebten 105 slawische Familien (wohl vorübergehend) im heutigen Novi Sad.
Nach dem Sieg der Österreicher gegen die Osmanen (1697) unter Prinz Eugen bei Zenta und dem anschließenden Friedensvertrag von Karlowitz (1699) musste das Osmanische Reich u.a. die Batschka an Österreich abtreten. Nach Erscheinen des Kaiserlichen Impopulationspatentes („.. zur besseren Auffhelfung, wieder Erhebung und Bevölkerung derselben“) war seitens der Wiener Hofkammer eine sofortige Neubesiedlung der Batschka geplant, die jedoch bald wegen der Vorrangstellung der Militärgrenze (Pantschowa, Temeswar, etc.) zurückgestellt wurde. 1694 errichtete die österreichische Militärverwaltung einen Brückenkopf am gegenüber liegenden Donauufer der Peterwardein-Festung, um den herum eine Siedlung mit Soldaten, Handwerkern und Händlern heranwuchs, die anfangs Racka Varoš (deutsch: Ratzenstadt, alter Name für Serben) und später Peterwardeiner Schanz genannt wurde. Um diesen Brückenkopf herum entwickelte sich eine Siedlung mit rund 1000 slawischen Einwohnern, die heutige Altstadt. In den Anfangsjahren waren es überwiegend Serben, da in der gegenüberliegenden Festung Peterwardein nur Katholiken sich ansiedeln durften. 1716 standen die Osmanen abermals vor Neusatz, wurden allerdings in der Schlacht von Peterwardein von Prinz Eugen vernichtend geschlagen.
Am 1. Januar 1748 verlieh Kaiserin Maria Theresia der Stadt die Rechte einer Freien Kaiserstadt und nannte sie Neoplanta (latein.). ("Nominentur Neoplanta", nennen wir es fortan Neoplanta), ungarisch: Új-Vidégh, deutsch: Ney-Satz, serbisch: Novi Sad, bulgarisch: Mlada Loza. Gerüchten zufolge sollen sich die Handwerker und Händler den Status der Freien Kaiserstadt für 80.000 Forint von der Kaiserin abgekauft haben, da sie nicht länger Bewohner einer Militärsiedlung, sondern Bürger einer freien Handelsstadt sein wollten. Novi Sad entwickelte sich rasch zu einem wirtschaftlichen und vor allem kulturellen Zentrum der Serben. 1765 wurde das erste orthodoxe Priesterseminar eingerichtet. Im gegenüberliegenden Nationalpark Fruška Gora gibt es 17 serbisch-orthodoxe Klöster. 1810 wurde das serbische Gymnasium eröffnet. Vuk Stefanović Karadžić schrieb 1817, dass Novi Sad die größte serbische Stadt weltweit sei. 1820 hatte Novi Sad 20.000 Einwohner, darunter zwei Drittel Serben. Belgrad erreichte diese Einwohnerzahl erst im Jahre 1853.[3] Novi Sad war ein Standort der k.u.k. Armee, hier waren das III. Bataillon des Infanterie Regiments Nr. 20, das IV. Bataillon des Infanterie Regiments Nr. 6 sowie Teile des k.k. Landwehr Infanterie Regiments Nr. 32 stationiert. Am Anfang des 20. Jahrhunderts stellten Deutsche nach Ungarn und Serben die drittstärkste Bevölkerungsgruppe in der Stadt.[4]
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges fiel das Gebiet um Novi Sad an das neu errichtete Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das sich ab 1929 Königreich Jugoslawien nannte.
In der Zeit von 1941 bis 1945 war die Stadt vom zu den Achsenmächten gehörenden Ungarn besetzt. In Novi Sad ließ der ungarische Befehlshaber General Ferenc Feketehalmy-Czeydner vom 21. bis 23. Januar 1942 1246 Zivilisten erschießen, darunter waren 809 Juden, 375 Serben, 8 Deutsche und 18 Ungarn. Mehrere hundert Zivilisten wurden unter das Eis der zugefrorenen Donau geworfen und ertränkt.[5] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nahezu die gesamte deutschsprachige Bevölkerungsgruppe vertrieben oder ermordet.
Novi Sad war während des Kosovo-Krieges 1999 Ziel von Luftangriffen durch die NATO, wobei unter anderem alle Donaubrücken, das Rundfunkgebäude und die Raffinerie zerstört wurden. Der Verkehr über die Donau wurde mehr als sechs Jahre lang über eine Pontonbrücke abgewickelt, die nur dreimal wöchentlich für Schiffe geöffnet wurde. Erst seit der Wiedereröffnung der so genannten Freiheitsbrücke am 11. Oktober 2005 ist die Schifffahrt wieder ungehindert möglich.
Novi Sad ist die Heimat der ältesten serbischen Institution für Kunst und Wissenschaft, der Matica srpska, die 1826 in Budapest gegründet und 1864 nach Novi Sad transferiert wurde.
Die Universität Novi Sad (mit Außenstellen in Subotica, Zrenjanin und Sombor) wurde 1960 ins Leben gerufen. Sie umfasst heute 13 Fakultäten, in denen etwa 38.000 Studierende eingeschrieben sind.
Das Nationaltheater in Novi Sad wurde 1861 gegründet.
In Novi Sad hat auch das „Zentrum für Kriegstraumatisierte“ seinen Sitz. Es versucht Kriegstraumatisierten bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse zu helfen.
Auf der Festung Petrovaradin findet mit dem EXIT seit 2000 alljährlich das größte Festival Serbiens statt. Das Kloster Kovilj liegt in der nahegelegenen Ortschaft Kovilj.
Die ehemalige Synagoge wird als Konzerthalle genutzt. Südöstlich des Stadtzentrums befindet sich das Sport- und Geschäftszentrum SPENS, wo neben Sportveranstaltungen und Kongressen auch Konzerte stattfinden.