ObergefreiterDer Obergefreite ist ein Dienstgrad, der in verschiedenen Armeen unterschiedliche Funktionsstufen bezeichnet.
Bundeswehr
Der Dienstgrad Obergefreiter (Abk.: OGefr / in Listen: OG) wird einem Soldaten der Bundeswehr allgemein nach sechsmonatiger Dienstzeit bei der Bundeswehr übertragen (§ 9.2 Soldatenlaufbahnverordnung (SLV)), wenn er mit dem Dienstgrad Soldat eingestellt wurde. Die meisten Grundwehrdienstleistenden wurden mit diesem Dienstgrad als „Obergefreiter der Reserve“ (kurz „OGefr d. R.“) entlassen. Bei weiblichen Soldaten der Bundeswehr wird gelegentlich umgangssprachlich, aber unzulässig, die Bezeichnung Obergefreite verwendet. Die offizielle Anrede lautet „Frau Obergefreiter“. Der Dienstgradzusatz „(w)“ hat für den Dienstgebrauch keinerlei Vorschriftengrundlage. Daher sind bei Stubenbeschriftungen Formulierungen wie „Frau Obergefreiter Schneider“ oder „Obergefreiter Schneider, Manuela“ zu verwenden. Die möglichen Dienstgradzusätze sind in der ZDv 20/7 verzeichnet.
Abkürzungen(zweibuchstabige Dienstgradabkürzungen nur in Listen, Bezeichnungen mit Anwärterzusatz nur im Schriftverkehr)
Allerdings sind die Bezeichnungen "Maatanwärter (MA)" und "Bootsmannanwärter (BA)" keine offiziellen Bezeichnungen. Gemäß der ZDv 64/10 (Abkürzung in der Bundeswehr) und der ZDv 20/7 (Bestimmungen für die Beförderung und für die Einstellung, Übernahme und Zulassung von Soldatinnen und Soldaten) wird auch der angehende Maat als "UA" und der angehende Bootsmann als "FA" bezeichnet. Allerdings haben sich beide Bezeichnungen langsam eingeschlichen und werden nicht nur bei der Marine, sondern auch innerhalb der Bundeswehr allgemein anerkannt und mittlerweile auch in offiziellen Dokumenten und Software-Anwendungen genutzt. Der Mannschaftsdienstgrad Obergefreiter wurde 1859 in der preußischen Fußartillerie eingeführt und zeichnete gewöhnlich den Richtkanonier aus; der Dienstgrad ersetzte somit die 1730 eingerichtete niederste Artillerie-Unteroffizierscharge Bombardier. In den übrigen Truppengattungen des deutschen Heeres sowie in der Kaiserlichen Marine wurde der Dienstgrad Obergefreiter nicht verwendet. Zur Einführung in allen deutschen Waffen- und Truppengattungen kam es erst Ende 1919 nach Gründung der Vorläufigen Reichswehr.
Schweizer ArmeeIn der Schweizer Armee gibt es den Obergefreiten (Abkürzung: Obgfr) nach langen Diskussionen seit dem 1. Januar 2004. Er/sie ist ein Spezialist, der Aufgaben mit höherer Verantwortung oder die Funktion eines Gruppenführerstellvertreters einnimmt. Wenn der Obergefreite eine Führungsfunktion innehat, zählt er zum Kader, sonst ist es ein Grad der Mannschaft. Obergefreiter wird ein Soldat in der Rekrutenschule während der Ausbildung zum Unteroffizier, in diesem Fall wird er auch Anwärter genannt. Bei sehr guter Leistung kann ein Gefreiter während eines Wiederholungskurses zum Obergefreiten befördert werden. Diese Anerkennung ist mit keinen weitergehenden Pflichten in Bezug auf die Dienstzeit verbunden, es wird jedoch weiterhin der entsprechende Einsatz erwartet, für die er den Grad erhalten hat. Sein Sold beträgt 6.50 Franken pro Tag. In Auslandseinsätzen wird er als Private First Class bezeichnet (PFC). NATO-Code: OR-3. Das Dienstgradabzeichen zeigt drei Schrägstriche, was zu einer Verwechslung mit dem Hauptgefreiten der deutschen Bundeswehr führen kann.
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