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| Düsseldorf Oberkassel | |||
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| Basisdaten [1] | |||
| Geograph. Lage | 51° 14′ N, 6° 45′ O51.23027777786.755Koordinaten: 51° 14′ N, 6° 45′ O | ||
| Fläche | 3,87 km² | ||
| Einwohner | 17.154 (Stand 31. Oktober 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte | 4.433 Einwohner je km² | ||
| Eingemeindet | 1. April 1909 | ||
| Stadtbezirk | Stadtbezirk 4 | ||
| Stadtteilnummer | 041 | ||
| Verkehrsanbindung | |||
| Bundesstraße | | ||
| Stadtbahn | U70 U74 U75 U76 U77 | ||
| Buslinie | 828 833 834 835 836 862 863 | ||
| Nachtverkehr | 805 809 | ||
Oberkassel ist seit dem Jahre 1909 ein linksrheinischer Stadtteil Düsseldorfs, der zum Stadtbezirk 04 gehört. Häufig wird der gesamte Stadtbezirk fälschlicherweise als Oberkassel bezeichnet. Zwei Brücken verbinden Oberkassel mit dem rechtsrheinischen Düsseldorfer Stadtgebiet. Die Oberkasseler Brücke führt in Richtung Altstadt und Stadtmitte, die Rheinkniebrücke nach Unterbilk und Friedrichstadt.
Inhaltsverzeichnis |
Oberkassel erhält durch einen Rheinbogen namens Rheinknie die Form einer Halbinsel. Außen vorgelagert sind die weitläufigen Wiesen der Flusslandschaft. Der Stadtteil liegt innerhalb des Düsseldorfer Innenstadtrings und ist dicht besiedelt. Eine Blockrandbebauung aus der Zeit zwischen 1900 und 1914 ist vorherrschend. Die Kriegsschäden fielen in Oberkassel deutlich geringer aus als in anderen Stadtteilen. Als Wohnstandort ist Oberkassel äußerst beliebt, da es hier sehr viele der in Düsseldorf begehrten großen Altbauwohnungen gibt und der Stadtteil zugleich eine sehr gute und gehobene Infrastruktur bietet. Die in Rheinlage liegenden Wohnungen bieten zum Teil sehr schöne Ausblicke auf die Düsseldorfer Skyline und gehören zu den teuersten Wohnlagen der Landeshauptstadt. Oberkassel hat, wie das benachbarte Niederkassel, einen hohen Anteil an japanischen Einwohnern. Die starke, auch internationale Nachfrage nach Oberkasseler Wohnimmobilien führte in den letzten Jahrzehnten zu einem so starken Preisanstieg, dass im Sinne einer Gentrifikation die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung hierdurch signifikant verändert wurde.
Die Luegallee ist Magistrale und Haupteinkaufsstraße des Stadtteils. Neben dem Angebot des täglichen Bedarfs finden sich hier auch viele inhabergeführte Fachgeschäfte und Boutiquen. Ein reiches gastronomisches Angebot sowohl auf der Luegallee als auch in den angrenzenden Seitenstraßen zieht Besucher aus anderen Stadtteilen nach Oberkassel.
Oberkassel ist als Standort bei Freiberuflern, insbesondere Rechtsanwälten, Grafikern, Designern und Werbefachleuten beliebt. Viele Künstler hatten oder haben in Oberkassel ihre Ateliers, so u. a. Joseph Beuys, Gotthard Graubner, Walter Ophey, Günther Uecker und Jörg Wiele. Oberkassel ist Sitz des Handelshauses Grondmet.
Im Bereich Hansaallee – etwa 750 m vom mittelalterlichen Ortskern von Oberkassel entfernt – liegt ein größeres frühmittelalterliches Gräberfeld, von dem gelegentlich Ausschnitte untersucht wurden. Bei einer Grabung 1929 wurden 14 Gräber freigelegt, die Funde kamen in das Düsseldorf Stadtmuseum. Sie zeigen eine lange Benutzung von etwa 500–700 n. Chr. an.[2] In den Schriftquellen wird der Ort erstmals zum Jahr 1218 erwähnt.[3] Oberkassel war dann Teil der erstmals im 9. Jahrhundert erwähnten Landgemeinde Heerdt. Getrennt durch den Rhein und aufgrund der politischen Zugehörigkeit zu Kurköln orientierte sich das kleine Dorf eher zum linksrheinischen Hinterland als zur rechtsrheinisch gelegenen Stadt Düsseldorf, die zum Herzogtum Berg gehörte. Allerdings erbaute Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz (Jan Wellem) am Oberkasseler Rheinufer 1689 mit der Fort Düsselburg einen Schutz für die Stadt Düsseldorf. Ab 1699 gab es eine regelmäßige Verbindung nach Düsseldorf in Form einer Gierponte. Von 1794 bis 1815 gehörte Oberkassel als Teil des Linken Rheinufers zu Frankreich. Mit Beginn der preußischen Herrschaft wurde die Landgemeinde Heerdt 1815 dem Kreis Neuss zugeschlagen. 1839 wurde dann mit einer Pontonbrücke die erste halbwegs feste Verbindung zwischen Düsseldorf und Oberkassel errichtet. 1854 wurde Oberkassel an die Bahnstrecke Aachen–Düsseldorf angeschlossen, wobei der Personenverkehr am Belsenplatz in Oberkassel endete. Die Güter konnten per Bahn noch bis zur Pontonbrücke geführt werden, wo sie umgeladen wurden.
Heinrich Lueg, Franz Haniel, August Bagel und Friedrich Vohwinkel hatten 1895 ein Konsortium gebildet, welches sich zur Aufgabe machte, eine feste Rheinbrücke sowie eine Kleinbahnstrecke von Düsseldorf nach Krefeld zu errichten. Weiterhin sollten Grundstücke in Oberkassel angekauft und zur Bebauung entwickelt werden; diese Grundstücke wurden für 30 Pfennig pro m² angekauft und für 30 Mark pro m² nach Erbauung der Oberkassler Brücke verkauft. 1896 wurde die Rheinische Bahngesellschaft als Projektgesellschaft gegründet. Am 12. November 1898 war mit der Oberkasseler Brücke die erste feste Straßenbrücke zwischen Düsseldorf und seinen linksrheinischen Nachbargemeinden hergestellt, über die die erste elektrische Schnellbahn Europas nach Krefeld fuhr, die Mautgebühr kostete zusätzlich einen Groschen pro Fahrtrichtung.
Die Rheinische Bahngesellschaft errichtete einen neuen, starken Deich und durchzog Oberkassel mit einem Netz von Straßen. Die Entwicklung von Grundstücken entlang der neuen Bahntrasse war zur Finanzierung der Bahnbaus vorgesehen. Ab 1906 erfolgte eine rege Bautätigkeit. Durchschnittlich wurden in jedem Jahr hundert neue Häuser gebaut und die Einwohnerzahl stieg von 4.400 im Jahre 1895 auf 11.400 im Jahre 1907. Am 1. April 1909 wurden Oberkassel gemeinsam mit den anderen Orten der alten Landgemeinde Heerdt, Niederkassel, Lörick und Heerdt, nach Düsseldorf eingemeindet.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war der ehemalige Gauleiter der NSDAP Friedrich Karl Florian dafür verantwortlich, dass noch kurz vor Sprengung der Oberkasseler Rheinbrücke/Skagerrak-Brücke am 3. März 1945 in Düsseldorf minderjährige Hitlerjungen aus dem linksrheinischen Stadtteil Oberkassel geholt wurden und anschließend völlig unzureichend bewaffnet und aussichtslos südöstlich von Düsseldorf gegen amerikanische Panzertruppen eingesetzt wurden. Nur zwei Jugendliche aus der dortigen Hitlerjugend überlebten.
Nachdem die Amerikaner Oberkassel im Laufe des 3. März besetzt hatten und sämtliche Brückenverbindungen in das rechtsrheinische Stadtgebiet gekappt waren, wurde der Rhein zur Frontlinie. Es folgten sieben Wochen gegenseitigen Beschusses, dem auf Oberkasseler Seite etwa 200 Zivilisten zum Opfer fielen. Mangels schwerer Munition auf Seiten der Wehrmacht hielten sich die Gebäudeschäden im linksrheinischen Düsseldorf jedoch in Grenzen. Auch waren die Bombenschäden vergleichsweise gering, sodass Oberkassel noch heute ein weitgehend geschlossenes Bild einer Bürgerhausbebauung aus der späten Gründerzeit und dem Jugendstil aufweist. 1992 wurden weite Teile des Stadtteils geschlossen unter Denkmalschutz gestellt. Das Denkmalschutzgebiet Oberkassel umfasst fast die Hälfte der bebauten Fläche des gesamten Stadtteils, überwiegend südlich der Luegallee[4] mit insgesamt 326 denkmalgeschützten Häusern.
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