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Oberleutnant

Bundeswehr, Oberleutnant
OF01 Heer up.png

Schulterstück Dienstanzug Heer

Dienstgradgruppe der Leutnante
NATO-Rangcode OF-1
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Oberleutnant
Dienstgrad Marine Oberleutnant zur See
Abkürzung (in Listen) OLt (OL)
Besoldungsgruppe A10 nach BBesO

Oberleutnant bezeichnet den zweitniedrigsten Offizierdienstgrad in der Bundeswehr (Abk.: OLt / in Listen: OL) sowie im österreichischen Bundesheer (Abk.: Olt) und der Schweizer Armee (Abk.: Oblt). Die Ansprache lautet im deutschsprachigem Raum Frau bzw. Herr Oberleutnant.

Der Oberleutnant entspricht einem „Leutnant 1. Klasse“ (Lieutenant First Class/First Lieutenant/1LT) oder schlicht dem „Leutnant“ (Lieutenant). In der NATO hat der Oberleutnant den Rangcode OF-1 (wobei OF für officer steht).

In einigen deutschen Heeren des 19. Jahrhunderts gab es vor 1871 die Abstufung Oberleutnant (Premierlieutenant) (in der franz. Schweiz noch heute gültig) - Unterleutnant (Secondelieutenant) ohne den eigentlichen Grad "Leutnant".

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

Nationale Volksarmee

Fernmelder
Volksmarine
Volksmarine

In Anlehnung an die sowjetischen Streitkräfte und die anderen Streitkräfte des Warschauer Pakts war in den Bewaffneten Organen der DDR der Oberleutnant der dem Leutnant folgende nächsthöhere Offiziersrang. Im Unterschied zu den NATO-Streitkräften wurden drei Offizierssterne im Dreieck angeordnet auf dem Schulterstück aufgebracht.

Für Offiziere der NVA betrug die Stehzeit für die Beförderung vom Leutnant zum Oberleutnant in der Regel drei Jahre. Beförderungstermine waren jeweils zum 1. März oder zum 7. Oktober.

In der NVA Volksmarine hieß dieser Dienstgrad anfangs Oberleutnant zur See, wurde aber später in Oberleutnant geändert.

Bundeswehr

Bei der Deutschen Marine heißt dieser Dienstgrad Oberleutnant zur See. Sanitätsoffizieranwärter durchlaufen ihn in der Regel nicht. Sie werden mit dem Erhalt der Approbation zum Stabsarzt, respektive Stabsapotheker bzw. Stabsveterinär (ranggleich dem Hauptmann) befördert.

Die Beförderung zum Oberleutnant ist in der Bundeswehr nach frühestens 2 1/2 Jahren Dienstzeit (für besondere Verwendungsreihen wie etwa Piloten und Spezialeinheiten 2 Jahre) als Offizier (vorher: drei Jahre Ausbildung bis zur Beförderung zum Leutnant, also insgesamt mind. 5 1/2 Dienstjahre) möglich. Verwendung findet er in der Regel als Zugführer, Kompanieeinsatzoffizier und/oder stellvertretender Kompaniechef, aber auch als Pilot von Luftfahrzeugen in allen Teilstreitkräften.

Da die überwiegende Mehrheit eines Offizieranwärterjahrganges im Rahmen der Ausbildung ein Studium an einer der beiden Bundeswehruniversitäten in München oder Hamburg absolviert, sind Oberleutnante oft Akademiker mit einem staatlich anerkannten (Fach-)Hochschulabschluss.

Das Dienstgradabzeichen zeigt bei der Bundeswehr zwei silberne vierzackige Sterne (Abzeichen der Marine: zwei mittelbreite Streifen).

Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften, Unteroffizieren ohne Portepee und Unteroffizieren mit Portepee Befehle erteilen.

Als Oberleutnant wird man nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A10 besoldet.

Luftwaffe
OLt zS, Marine


niedrigerer Dienstgrad
Leutnant
Offizierdienstgrad
Oberleutnant
höherer Dienstgrad
Hauptmann
Einordnung: Mannschaften - Unteroffiziere o.P. - Unteroffiziere m.P. - Leutnante - Hauptleute - Stabsoffiziere - Generale/Admirale
Alle Dienstgrade auf einen Blick: Dienstgrade der Bundeswehr · Die Bundeswehruniformen: Uniformen

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Österreich

Oberleutnant des öster­reichischen Bundes­heeres

Das Dienstgradabzeichen eines Oberleutnants im österreichischen Bundesheer setzt sich aus zwei goldenen Sternen mit goldenem Rahmen zusammen.

Außerdem wird die Verwendungsbezeichnung Oberleutnant für Leitende Beamte (E1) der Exekutive in Österreich, dazu gehören Bundespolizei und Justizwache, verwendet. Da es sich bei den genannten Wachkörpern um zivile Körperschaften handelt, die lediglich nach militärischem Muster organisiert sind, handelt es sich jedoch nicht um „Polizeioffiziere“, sondern sie führen lediglich Offiziersränge als Verwendungsbezeichnung. Im Übrigen ist ein direkter Vergleich mit den Dienstgraden des Bundesheeres nicht möglich, da in der Bundespolizei Aufgaben, die im militärischen Bereich einem niedrigrangigen Offizier zukommen, von hochrangigen dienstführenden Beamten (E 2a), also Angehörigen der mittleren Laufbahnebene, wahrzunehmen sind.

Schweiz

Die Beförderung zum Oberleutnant erfolgt in der Schweiz nach Armee XXI nach Absolvierung der gesamten Ausbildung zum Leutnant (inkl. des Praktischen Dienstes) und zwei WK als Leutnant bzw. nach vier Gradjahren als Leutnant.[1]

Er hat anschließend die Funktion eines Zugführers, eines Stellvertreter des Kompaniekommandanten oder ist in einem Stab als Quartiermeister eingesetzt. In seltenen Fällen kann ein Oberleutnant auch eine Funktion als Dienstchef in einem Bataillonsstab einnehmen. Der Dienstgrad Oberleutnant ist Voraussetzung zur Weiterausbildung zum Kompaniekommandanten.

Das Dienstgradabzeichen zeigt bei der Schweizer Armee zwei schmale Streifen.

In Auslandseinsätzen wird er als First Lieutenant bezeichnet (1Lt). NATO-Code: OF-1.

Andere Länder

  • Vereinigte Staaten

Die US Army, die United States Air Force und das US Marine Corps kennen den Dienstgrad des First Lieutenant (US-Soldstufe O-2, NATO-Rangcode OF-1).

  • Vereinigtes Königreich

Bei der British Army und in weiteren englischsprachigen Streitkräften lautet die Bezeichnung allgemein Lieutenant. In einigen Teilbereichen der British Army wird der Dienstgrad auch First Lieutenant genannt (Artillerie, Füsiliere, Ingenieure). Bei der Royal Air Force heißt er Flying Officer (OF-1b).

  • Weitere

Den Dienstgrad des vergleichbaren Premierleutnant oder Ersten Leutnants gibt es in Ländern wie z. B.: Dänemark als Premierløjtnant, Niederlande als Eerste luitenant, Russland als Старший лейтенант (Starschij Lejtenant).

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Oberleutnant – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen

  1. Verordnung über die Militärdienstpflicht, Seite 56 (pdf)
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