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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Schwaben | |
| Landkreis: | Oberallgäu | |
| Höhe: | 813 m ü. NN | |
| Fläche: | 229,74 km² | |
| Einwohner: |
9.889 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 43 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 87561 | |
| Vorwahl: | 08322 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 80 133 | |
| Adresse der Marktverwaltung: |
Markt Oberstdorf Prinzregenten-Platz 1 87561 Oberstdorf | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Laurent Mies (Freie Wähler) | |
| Lage von Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu | ||
| Oberstdorf | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm (Erklärung) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Oberstdorf ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu.
Die Gemeinde ist die südlichste Deutschlands. Mit einer Ausdehnung von 230 km² ist Oberstdorf nach der Landeshauptstadt München und Lenggries flächenmäßig die drittgrößte Gemeinde im Freistaat Bayern. 17 km südwestlich des Ortskerns liegt das Haldenwanger Eck, die südlichste Stelle Deutschlands.
Oberstdorf liegt in den Allgäuer Alpen und ist heilklimatischer Kurort und Kneippkurort. Außerdem dient es mit seinen alpinen Skigebieten am Nebelhorn, dem Söllereck und dem Fellhorn/Kanzelwand, den Langlaufloipen, dem Eisstadion und auch den Skisprungschanzen und der Skiflugschanze als Wintersportplatz und ist zudem ein beliebtes Ziel für Bergsteiger.
Inhaltsverzeichnis |
Oberstdorf besteht aus dem Ort Oberstdorf (813 Meter Höhe, Messpunkt an der Katholischen Kirche) und fünf Ortsteilen: Kornau liegt auf 915 Meter Höhe. In seiner Nähe findet man die Söllereckbahn und die an Kunstschätzen reiche Kapelle St. Fabian und Sebastian. In Reichenbach (226 Einwohner) befinden sich die 450 Jahre alte Kapelle St. Jakobus und die Moorwasserbadeanstalt. Der Ortsteil Rubi hat 175 Einwohner. Typisch für den Ortsteil Schöllang sind die Bauernhäuser um den barocken Zwiebelturm der Pfarrkirche. In der Nähe befindet sich die Burgkirche von 1531. Der Ortsteil Tiefenbach hat seinen Namen von den „Bergkiefer“ genannten Bäumen. Der Ortsteil liegt auf einer Terrasse über der Breitach. Tiefenbach kann eine jahrhundertealte Kurtradition nachweisen, die es seiner Schwefelquelle verdankt. Schon im späten 15. Jahrhundert kurierten hier Grafen und andere hochgestellte Persönlichkeiten ihre Leiden.
Von Oberstdorf aus lassen sich eine Reihe Hochtäler erreichen, die nicht nur selbst landschaftlich sehr attraktiv sind, sondern auch meist am Anfang einer ausgedehnten Bergwanderung stehen. Die Liste führt die großen Täler mit ihren Nebentälern auf.
Oytal und Dietersbachtal werden durch Höfats und Rauheck getrennt. Gerstruben, Deutschlands höchstgelegenes Dorf, liegt am Beginn des Dietersbachertals.
Das Rappenalptal ist das längste der Täler und führt an Deutschlands südlichstem Ort Einödsbach vorbei in die Nähe des Haldenwanger Ecks, dem südlichsten Punkt Deutschlands. Am Ende des Tals führt der Schrofenpass nach Österreich.
Die Allgäuer Alpen im Bereich Oberstdorf erreichen eine Höhe von bis zu über 2.600 Meter und gehören der Gebirgsgruppe nördliche Kalkalpen an. Die bekanntesten Gipfel in Oberstdorf sind:
Oberstdorf bietet zahlreiche Seen in unterschiedlichen Höhenlagen.
Oberstdorf wurde 1141 durch die Weiheinschrift in der Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsteil Kornau wird als Corneja erstmals in einer Isnyer Klosterurkunde genannt. Der Kirchensatz zu Obrostdorf wurde im Jahr 1351 durch Adelheid von Waldburg an die Familie Heimhofen verkauft. Ulrich von Heimhofen erhält 1422 die Niedere Gerichtsbarkeit über Oberstdorf. Wenige Jahre später, 1440, verkauft die Familie Heimhofen die Hälfte ihres Besitzes an das Hochstift Augsburg. Im Jahr 1477 geht der Rest des Besitzes an Oberstdorf an den Augsburger Fürstbischof Johann II. von Werdenberg über. König Maximilian, der spätere Kaiser, verlieh Oberstdorf 1495 das Marktrecht und die Hohe Gerichtsbarkeit. Graf Hugo von Montfort errichtet in Tiefenbach an der Schwefelquelle ein Bad, das als Vorläufer der heutigen Kurbetriebs gilt. In seiner Cosmographia erwähnt Sebastian Münster das "für das Feber" (Fieber) heilsame Schwefelbad in "Teuffenbach". Das Badhaus wurde 1644 von Graf Hugo von Königsegg erneuert. Im Dreißigjährigen Krieg litt der Ort unter schwedischer Soldateska, die ihn mehrfach, so 1632, 1634 und letztmals 1647, plünderte. Etwa 700 Menschen starben 1634/1635 am Schwarzen Tod.
1787 bauten die Oberstdorfer ihr erstes Schulhaus. Am 5. Mai und am 6. Mai 1865 wütete eine Feuersbrunst, der 146 Häuser zum Opfer fallen. Zwei Drittel des Gebäudebestandes wurden vernichtet. Das Rathaus musste neu gebaut werden. 1885 fanden sich schon 2.353 Kurgäste im Ort ein. Die Eisenbahnverbindung Sonthofen-Oberstdorf wurde 1888 in Betrieb genommen. Der Fremdenverkehr wurde bedeutsamer Wirtschaftsfaktor.
Die Breitachklamm öffnete 1905 für Besucher. Die Schattenbergschanze erlebte 1926 ihr erstes Skispringen mit 35 Meter längster gemessener Weite. Die Nebelhornbahn transportiert seit 1930 Besucher in die Alpenwelt. Im Jahre 1937 wurde die Gemeinde heilklimatischer Kurort und seit 1964 ist sie ein leistungsfähiger Kneippkurort.
1950 wurde auf dem Berg Söllereck die Söllereckbahn gebaut. Im selben Jahr fand die erste Skiflugwoche auf der neuen Skiflugschanze statt.
1972 wurden die Gemeinde Tiefenbach und die Orte Schöllang, Reichenbach und Rubi der ehemaligen Gemeinde Schöllang eingemeindet. Die Fellhornbahn nahm ihren Betrieb auf. Ferner wurde der Bau der Heini-Klopfer-Skiflugschanze begonnen. Ein Jahr später fanden die ersten Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf statt. 1988 und 2008 kamen die Skiflieger erneut nach Oberstdorf.
1992 wurde das Ortszentrum für den Autoverkehr gesperrt. Mit dem Pkw Anreisende können rund 1.000 Parkplätze am Ortseingang nutzen und mit einer Buslinie in die Ortsmitte gelangen. Eine Fußgängerzone umfasst große Teile des Dorfzentrums, die restlichen Bereiche sind großteils verkehrsberuhigt.
1999 schloss sich Oberstdorf mit drei anderen deutschen Orten zum Zipfelbund zusammen.
In der Reformationszeit fand die Bewegung der Wiedertäufer in Oberstdorf ein starkes Echo. Allerdings wurde die Bewegung stark verfolgt, der Besitz der Täufer wurde eingezogen. Über Jahrhunderte wurden Protestanten nicht mehr geduldet. Oberstdorf blieb römisch-katholisch.
Heute gehört Oberstdorf zur Region IV (Kempten) bzw. zum Dekanat Sonthofen des Bistums Augsburg. Es ist Sitz einer Pfarrei und einiger Filialkirchen und Kuratien. Seelsorgerlich wird auch das Kleinwalsertal von einem Priester der Diözese Augsburg betreut. Die katholische Pfarrei „St. Johannes Baptist“ gehört zu den flächenmäßig größten in der Diözese Augsburg.
Erst im Jahre 1873 wurde in Oberstdorf ein erster evangelischer Gottesdienst für Kurgäste gehalten. 1905 wurde der Grundstein für die evangelisch-lutherische Kirche, die heutige Christuskirche, gelegt. Seit 1942 besteht in Oberstdorf eine eigenständige Pfarrei der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Die umliegenden Orte sind der evangelischen Kirchengemeinde zum Teil angeschlossen. [3]
Zur evangelischen Christuskirchengemeinde Oberstdorf gehört heute auch die selbstständige Pfarrei Fischen im Allgäu sowie das Pfarrvikariat Kleinwalsertal mit der Kreuzkirche Hirschegg und damit ein ausgedehntes Diasporagebiet. Die Kirchengemeinde Oberstdorf selbst hat 1500 Gemeindeglieder mit Erstwohnsitz und 700 mit Zweitwohnsitz. Ein Gemeindepfarrer und ein Gästeseelsorger kümmern sich - in ökumenischer Zusammenarbeit - auch um die zahlreichen Berggottesdienste während der Wandersaison auf den umliegenden Gipfeln. [4]
In Oberstdorf gibt es außer der katholischen und der evangelischen Kirche eine ganze Reihe von Kirchen und Kapellen[5]
Mit 17.500 Betten und 2,3 Millionen Übernachtungen im Jahr gehört der Ort zu den Tourismus-Magneten in Deutschland. Hierzu tragen 200 Kilometer Wanderwege in drei verschiedenen Höhenlagen, 76 Kilometer Loipen, 20 Skilifte an Fellhorn, Nebelhorn und Söllereck sowie, durch die Vereinigung der Wintersport-Destinationen Oberstdorf und dem benachbarten Kleinwalsertal, 124 Kilometer alpine Abfahrtsstrecken bei. Etwa 75 Prozent des Gemeindegebietes stehen unter Landschafts- oder Naturschutz.
Der Bahnhof Oberstdorf ist der Endpunkt der eingleisigen und nicht elektrifizierten Bahnstrecke KBS 975 (Illertalbahn) Ulm Hbf – Kempten (Allgäu) Hbf – Oberstdorf Bf. Er wurde von der Allianz pro Schiene als bester Kleinstadtbahnhof des Jahres 2006 ausgezeichnet. In unmittelbarer Nähe von Oberstdorf verläuft außerdem die Bundesstraße 19, die von Sonthofen weiter in nördlicher Richtung vierspurig ausgebaut ist. Über die B19 besteht auch die einzige Zufahrtsmöglichkeit mit dem Auto in das österreichische Nachbartal, das Kleinwalsertal.
Oberstdorf verfügt über zwei Pendelbahnen, die Fellhornbahn und die Nebelhornbahn, die an den Startpunkt des Hindelanger Klettersteigs fährt, sowie zwei Umlaufkabinenbahnen, die Fellhornbahn II und die Söllereckbahn. Aufgrund seiner grenznahen Lage ist Oberstdorf Ausgangspunkt zu zahlreichen Zwei-Länder-Bergtouren zwischen Deutschland und Österreich.
Dem Sport, speziell dem Wintersport, kommt in Oberstdorf eine besondere Bedeutung zu. Durch die Skiallianz Oberstdorf - Kleinwalsertal können über die verschiedenen Bergbahnen (Nebelhorn, Fellhorn/Kanzelwand, Söllereck, Walmendingerhorn und Ifen) insgesamt 124 Pistenkilometern erreicht werden. Zudem stehen 140 Kilometer präparierte Winterwanderwege sowie 75 Loipenkilometer zur Verfügung Durch ein dort angesiedeltes Eissportzentrum mit Olympiastützpunkt und Sportinternat werden die Sportarten Curling, Eiskunstlauf, Skilanglauf und Skisprung gefördert. Der zweimalige deutsche Meister im Eiskunstlauf von 2001 und 2003 Silvio Smalun und die Curling-Europameister 2002 und 2004 um Skip Sebastian Stock trainieren dort.
Siehe auch: Skiinternat Oberstdorf
Alljährlich findet in Oberstdorf der Auftakt für die Vierschanzentournee im Skispringen statt. Den Wettbewerb gibt es seit 1953. Damals war Oberstdorf jedoch zweite Station nach Garmisch-Partenkirchen.
gab es 1950, 1951, 1952, 1955, 1958, 1961, 1964, 1967, 1970, 1976, 1979.
Oberstdorf ist einer der wenigen Orte weltweit, die Wettbewerbe im Skifliegen ausrichten können. Ausgetragen werden die Wettkämpfe auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze. In den Jahren 1984, 1992, 1995, 1998, 2001, 2004, 2007, 2009, 2010 und im Februar 2011 richtete Oberstdorf jeweils den Skiflug-Weltcup aus. Februar 2008 war der Ort nach 1973, 1981, 1988 und 1998 bereits zum fünften Mal Veranstaltungsort der Skiflug-Weltmeisterschaften.
Oberstdorf war Austragungsort der Nordischen Skiweltmeisterschaften von 1987 und 2005.
Der europäische Fernwanderweg E5 führt durch Oberstdorf. Die erste Alpenüberquerung mit einem Mountainbike durch Andreas Heckmair startete hier und ist seitdem ein beliebter Einstieg für einen Transalp (siehe Heckmair-Route).
Das Wilde Mändle ist eine Symbolfigur aus dem Wilde-Mändles-Tanz. Er wird alle fünf Jahre aufgeführt.[6]
Bekannt ist auch das Klausentreiben, ein Brauch am Nikolausabend jeden Jahres.
Es besteht eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Dorf Megève in Hochsavoyen. Es ist genau wie Oberstdorf ein Fremdenverkehrsdorf mit viel Ski- und Wandertourismus.
Eine Auflistung der Oberstdorf Bürgermeister seit 1795. Die offizielle Bezeichnung dagegen war bis 1806 Gerichtsammann, bis 1869 Gemeindevorsteher und erst seit dem Bürgermeister.[9]
| Zeitraum | Bürgermeister |
|---|---|
| 1795 - 1815 | Franz Xaver Huber |
| 1815 - 1833 | Joh. Martin Brutscher |
| 1833 - 1839 | Lukas Brack |
| 1840 - 1845 | Ignaz Gschwender |
| 1845 - 1854 | Alois Rietzler |
| 1854 - 1869 | Jos. Anton Dünsser |
| 1869 - 1888 | Franz Paul Brack |
| 1888 - 1902 | Ludwig Vogler |
| 1902 - 1911 | Ludwig Fischer |
| 1912 - 1919 | Fritz Gschwender |
| 1919 - 1924 | Ludwig Hochfeichter |
| 1925 - 1929 | Magnus Haas |
| 1930 - März 1933 | Thomas Neidhart |
| 1934 - 1945 | Ludwig Fink |
| Mai 1945 - Sep. 1945 | Thomas Neidhart |
| Sep. 1945 - Okt. 1945 | Otto Kerle |
| Okt. 1945 - Aug. 1946 | Johann Gehring |
| 1946 - 1948 | Josef Braxmair |
| 1948 - 1952 | Otto Kerle |
| 1952 - 1960 | Hermann Schallhammer |
| 1960 - 1973 | Dr. Paul Dreher |
| 1973 - 2002 | Eduard Geyer |
| Mai 2002 - 2008 | Thomas Müller |
| seit Mai 2008 | Laurent Mies |
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