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Die Oboe d’amore (hautbois d’amour/Liebesoboe) ist ein Oboeninstrument, in a gestimmt, also eine kleine Terz tiefer als die Oboe. Ihr Aufbau ist ähnlich der Oboe, jedoch ist das Instrument mit etwa 72 cm länger. Das Fußstück heißt Liebesfuß und ist nicht wie bei der Oboe als Schalltrichter geformt, sondern am unteren Ende ähnlich der Form einer Birne wieder verengt. Die Tonfarbe ist weicher als die der Oboe, jedoch nicht so weich wie die des Englischhorns.
Die Oboe d’amore wurde hauptsächlich im Barock, und da besonders gerne von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann verwendet, meistens anstelle der Oboe und häufig auch paarweise – hauptsächlich dann, wenn die Tonart dies nahelegte.
Ihr Einsatz im modernen Sinfonieorchester kommt vor, ist aber vergleichsweise selten (z. B. in der Sinfonia domestica von Richard Strauss oder in Ravels Boléro).
Solistisch wird die Oboe d’amore unter anderem von Johann Sebastian Bach im Konzert A-Dur für Oboe d’amore, Streicher und Basso continuo (BWV 1055), von Antonio Lotti im Konzert A-Dur für Oboe d’amore, Streicher und Basso continuo und von Georg Philipp Telemann im Konzert e-Moll für Oboe d’amore, Streicher und Basso continuo (TWV 51:e2) verwandt.
In der Kammermusik findet sie bei Graun (wahrscheinlich Johann Gottlieb Graun): Triosonate A-Dur für Oboe d’amore, Violine und Basso continuo Verwendung.