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OffiziersanwÀrter oder OffizieranwÀrter (OA) ist ein AnwÀrter auf den Offiziersrang beim MilitÀr. Je nach Staat haben OffiziersanwÀrter einen unterschiedlichen Status.
Inhaltsverzeichnis |
Gefreiter (OA), Abzeichen Feldanzug) |
Gefreiter (OA), Oberarm-abzeichen (Marine) |
Fahnenjunker (Luftwaffe), Feldanzug |
FĂ€hnrich Abzeichen Feldanzug |
Soldaten der Bundeswehr in der Laufbahn der Offiziere gemÀà § 23 der Soldatenlaufbahnverordnung werden bis zum Erreichen des ersten Offiziersdienstgrades (Leutnant) als OffizieranwÀrter bezeichnet.
Bis zur Beförderung zum Fahnenjunker tragen sie den Dienstgradzusatz OffizieranwĂ€rter (OA) im Schriftverkehr. Der Status als OffizieranwĂ€rter wird mit allen zu durchlaufenden Dienstgraden bei Heer und Luftwaffe (bis einschlieĂlich OberfĂ€hnrich) durch eine silberfarbene Kordel an der Schulterschlaufe, bei der Marine (bis einschlieĂlich OberfĂ€hnrich zur See) mit einem goldfarbenen Stern auf der Schulterschlaufe oder am Ărmel kenntlich gemacht.
Im Gegensatz zum Feldanzug bei Heer & Luftwaffe, sowie beim kleinen Dienstanzug bei der Marine tragen die OffizieranwĂ€rter auf dem Dienstanzug ab dem Dienstgrad OberfĂ€hnrich/OberfĂ€hnrich zur See die Uniform und SchulterstĂŒcke der Offiziere.
Durch eigene Dienstgradbezeichungen ersetzt werden der
Die Beförderung zum Fahnenjunker im Truppendienst setzt beim Heer den bestandenen sechsmonatigen OffizieranwĂ€rterlehrgang (OAL) in einem der 3 OffizieranwĂ€rter-Bataillone (Munster, Idar-Oberstein oder Hammelburg) und eine Dienstzeit von mindestens 12 Monaten voraus. Nach bestandenem âOffizierlehrgang 1â (OL1) an der Offizierschule des Heeres erfolgt die Beförderung zum FĂ€hnrich (ggf. wĂ€hrend des Studiums) nach einer Dienstzeit von mindestens 21 Monaten. Die Beförderung zum OberfĂ€hnrich erfolgt nach einer Mindestdienstzeit von 30 Monaten, die zum Leutnant nach mindestens 36 Monaten.
Bei Laufbahnwechslern aus zum Beispiel der Laufbahn der ReserveoffizieranwĂ€rter (ROA) oder des militĂ€rischen Fachdienstes (MilFD) entscheidet im Einzelfall das Personalamt der Bundeswehr ĂŒber den Zeitpunkt der Beförderung in den nĂ€chsthöheren OffizieranwĂ€rterdienstgrad. Im Regelfall wird hierbei aber auf die in der ZDv 20/7 festgelegten Beförderungszeiten von OffizieranwĂ€rtern RĂŒcksicht genommen. Die am hĂ€ufigsten eintretende Ausnahme ist hierbei die Zuordnung in einen anderen OffizieranwĂ€rterjahrgang (OAJ), in der Regel als Folge des nicht Bestehens des OL1 oder eines anderen Laufbahnlehrgangs.
Nach dem erfolgreichen Studium an einer UniversitĂ€t der Bundeswehr (oder fĂŒr bestimmte FĂ€lle an einer zivilen UniversitĂ€t) setzen die Offiziere ihre militĂ€rische Ausbildung fort. Es folgen der âOffizierlehrgang 2â erneut an der Offizierschule des Heeres, der âOffizierlehrgang 3â an den Truppenschulen und erforderliche FĂŒhrerscheinlehrgĂ€nge und EinzelkĂ€mpferlehrgĂ€nge oder der Lehrgang âĂberleben im Einsatzâ.
Bei Marine und Luftwaffe erfolgt die Beförderung der TruppendienstoffizieranwĂ€rter zum Seekadetten (Marine) und Fahnenjunker (Luftwaffe) mit erfolgreichem Abschluss des Offizierlehrgangs Teil I/II (fĂŒr die Marine an der Marineschule MĂŒrwik in Flensburg und fĂŒr die Luftwaffe an der Offizierschule der Luftwaffe in FĂŒrstenfeldbruck) nach 12 Monaten. WĂ€hrend des Studiums an einer der UniversitĂ€ten der Bundeswehr wird nach Regeldienstzeit befördert. Auch bei Luftwaffe und Marine wird die vollstĂ€ndige Ausbildung zum Offizier erst durch eine an das Studium anschlieĂende Offizierweiterbildung (FĂŒhrungstraining/Offizierlehrgang Teil III) abgeschlossen.
Ein kleiner Teil der OffizieranwĂ€rter (etwa 1 bis 2 % je Jahrgang) wird direkt als BerufsoffizieranwĂ€rter (BOA) eingestellt. Die Auswahl erfolgt nach den Ergebnissen an der OffizierbewerberprĂŒfzentrale (OPZ). Nach Beförderung zum Leutnant und Ablauf der Probezeit (4 Jahre) erfolgt die direkt Ăbernahme in das DienstverhĂ€ltnis des Berufssoldaten. Die ĂŒbliche und nötige erneute Bewerbung als "BS" entfĂ€llt hierbei.
OffizieranwÀrter des militÀrischen Fachdienstes aller Truppen werden nicht zentral an einem Ort ausgebildet, wie dies bei den Truppendienst-OAs der Fall ist. Gerade weil viele Bewerber aus der Laufbahn der Unteroffiziere mit und ohne Porteepe kommen, entfÀllt diese Art der Ausbildung.
UnabhĂ€ngig vom Dienstgrad, mĂŒssen jedoch alle OffizieranwĂ€rter des militĂ€rischen Fachdienstes den OffizieranwĂ€rterlehrgang Teil 1 und Teil 2 an den jeweiligen Fachschulen der Gattung bestehen. Ohne bestandenen OAL 1+2 werden noch nicht zum FĂ€hnrich/FĂ€hnrich zur See ernannte AnwĂ€rter als Feldwebel-/BootsmannanwĂ€rter gefĂŒhrt und gekennzeichnet (BegrĂŒndung siehe "Beförderungszeiten"). Dies fĂŒhrt in den jeweiligen OALs zu einer Ă€uĂerst heterogenen Lerngruppe.
Nach dem OAL I+II muss an den jeweiligen Offizierschulen der Offizierlehrgang MilitĂ€rischer Fachdienst (OLMilFD) besucht und bestanden werden, als Voraussetzung fĂŒr die Beförderung zum Leutnant. Dauer des Lehrgangs ist 4 Monate.
Danach folgt im Regelfall die abschlieĂende Fachausbildung an den jeweiligen Truppenschulen, wie zum Beispiel die HubschrauberfĂŒhrergrundausbildung fĂŒr angehende Hubschrauberpiloten. Die Heeresfliegertruppe stellt im Heer die meisten Offiziere des militĂ€rischen Fachdienstes.
Die Dienstgrade von Angehörigen des militĂ€rischen Fachdienstes unterscheiden sich nicht von denen des Truppendienstes. Sie sind somit nicht gesondert als solche gekennzeichnet. Dennoch unterscheidet sich der "Fachdiener" vom "Truppendiener" deutlich, besonders in den Beförderungszeiten wĂ€hrend und nach der Zeit als OffizieranwĂ€rter. Ferner ist der höchste erreichbare Dienstgrad fĂŒr Offiziere des militĂ€rischen Fachdienstes (MilFD) der Stabshauptmann bzw. StabskapitĂ€nleutnant, Major bzw. KorvettenkapitĂ€n und alle folgenden höheren Dienstgrade sind ihnen verwehrt.
Die Beförderungszeiten richten sich fĂŒr den OffizieranwĂ€rter im militĂ€rischen Fachdienst nach der geleisteten Dienstzeit nach der Beförderung zum FĂ€hnrich, da diese vorher als FAs bzw. BAs gefĂŒhrt werden und an die Beförderungszeiten der FeldwebelanwĂ€rter gebunden sind. Nach der Ernennung zum FĂ€hnrich/FĂ€hnrich zur See, muss 1 Jahr in diesem Dienstgrad geleistet werden bis zur Ernennung zum OberfĂ€hnrich/OberfĂ€hnrich zur See. Weitere 2 Jahre in diesem Dienstgrad sind nötig fĂŒr die Ernennung zum Leutnant/Leutnant zur See.
GemÀà NATO-Rangcode wird der OffiziersanwĂ€rter unter dem KĂŒrzel OF(D) oder OF-D gefĂŒhrt, was frei ĂŒbersetzt vom Englischen Officer (Designate) bzw. Officer candidate abgeleitet werden kann.
Beim österreichischen Bundesheer ist ist der OffiziersanwĂ€rter mit einem Kadetten oder OffiziersschĂŒler vergleichbar.
Bei Berufsoffizieren sind jene Soldaten OffiziersanwÀrter, die die Theresianische MilitÀrakademie in Wiener Neustadt besuchen oder gerade das Jahr nach der Ausbildung in der Truppenausbildung verbringen. Die Dienstgrade auf der Milak sind Kadetten, Kornetten und FÀhnriche.
Bei Reserveoffizieren sind jene Wachtmeister der Miliz OffiziersanwĂ€rter, die im Zuge der nĂ€chsten WaffenĂŒbung die LeutnantsprĂŒfung ablegen.
Die Offizierausbildung in den Vereinigten Staaten lĂ€uft, Ă€hnlich wie die deutsche, getrennt nach TeilstreitkrĂ€ften ab. Verantwortlich fĂŒr Dauer und Inhalt der Ausbildung sind die jeweiligen Kommandierenden Stellen.
OffizieranwĂ€rter fĂŒr den Truppendienst (Commissioned Officer) werden gröĂtenteils aus Angehörigen der Mannschaften und Unteroffiziere rekrutiert, haben also dementsprechend militĂ€rische Vorerfahrung. FĂŒr zivile Bewerber besteht ebenfalls die Möglichkeit, direkt als OffizieranwĂ€rter einzusteigen. Voraussetzung ist in beiden FĂ€llen ein abgeschlossenes Studium (College Degree).
Jeweils rund 1000 junge Offiziere der US Army, US Navy (einschlieĂlich US Marine Corps) und US Air Force verlassen jedes Jahr die drei bedeutenden MilitĂ€rakademien in Westpoint, Annapolis und Colorado Springs, wo besonders qualifizierte High School Absolventen nach vierjĂ€hriger Ausbildung den akademischen Hochschulabschluss eines Bachelors und gleichzeitig ihr Offizierspatent erwerben.
Die "Officer Candidates (OC)" oder auch "Cadets (CDT)" besuchen die Federal Officer Candidate School (OCS) in Fort Benning, Georgia fĂŒr einen 12-monatigen Offizierlehrgang.
Parallel dazu bewerben sich jedes Jahr etwa 11.000 als OffizieranwÀrter an der United States Military Academy in West Point, New York. Etwa 1.300 werden angenommen, von denen etwa 1.000 den militÀrischen und akademischen Hochschulabschluss erreichen und damit zum Offizier ernannt werden.
Obwohl der Dienstgrad OC oder CDT ĂŒber dem eines Unteroffiziers steht, werden diese wie Sergeanten besoldet, es sei denn, sie steigen mit einem höheren Dienstgrad in die Offiziersausbildung ein, bis sie zum "Second Lieutenant" (Leutnant) befördert werden.
Da in den USA jeder Staat eine eigene National Guard besitzt, wird die Ausbildung in den jeweils von den Staaten geförderten Regional Training Institutes (RTI) durchgefĂŒhrt, die aber der OCS untergeordnet sind. Der Offizierlehrgang dort dauert 16 Monate.
OffizieranwĂ€rter der US Navy werden an der Officer Candidate School in Newport, Rhode Island ausgebildet. Parallel dazu werden an der Aviation Officer Candidate School (AOCS) in NAS Pensacola, Florida angehende Marinepiloten, Marineflugpersonal, FlugĂŒberwachungsoffiziere and Luftfahrzeugtechnische Offiziere traditionell von Drill Sergeants des US Marine Corps ausgebildet.
Die United States Naval Academy in Annapolis (Maryland) ist das Pendant der US Navy zur US Military Academy der US Army. Hier werden jĂ€hrlich rund 1200 Bewerber fĂŒr eine Offizierslaufbahn in der Navy oder bei der Marineinfanterie angenommen, von denen etwa 1000 nach vier Jahren den militĂ€rischen und akademischen Hochschulabschluss erreichen und zum Offizier ernannt werden.
OffizieranwÀrter des USMC werden in der Officer Candidate School in Quantico, Virginia, und an der US Naval Academy in Annapolis ausgebildet.
Officer Trainees (OT) der USAF werden in der Officer Training School (OTS) an der Maxwell AFB in Montgomery, Alabama ausgebildet. WĂ€hrend der Dauer ihrer Ausbildung tragen die Lehrgangsteilnehmer den Dienstgrad "3rd Lieutenant".
Die United States Air Force Academy in Colorado Springs (Colorado) ist das Pendant der US Air Force zur US Military Academy der US Army und der US Naval Academy der US Navy. Pro Jahr werden rund 1300 Bewerber fĂŒr eine Offizierslaufbahn in der Air Force angenommen, von denen etwa 1000 nach vier Jahren den militĂ€rischen und akademischen Hochschulabschluss erreichen und zum Offizier ernannt werden.