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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Gotha | |
| Höhe: | 375 m ü. NN | |
| Fläche: | 39,75 km² | |
| Einwohner: |
5.745 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 145 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 99885 | |
| Vorwahl: | 03624 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GTH | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 67 053 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktplatz 1 99885 Ohrdruf | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Marion Hopf (CDU) | |
| Lage der Stadt Ohrdruf im Landkreis Gotha | ||
Ohrdruf ist eine Kleinstadt im thüringischen Landkreis Gotha. Sie liegt auf 375 m ü. NN (Rathaus) am Nordrand des Thüringer Waldes in der Mitte der Ohrdrufer Platte.
Die Stadt ist vor allem als Wohnort Johann Sebastian Bachs bekannt. Außerdem liegt bei ihr der größte Truppenübungsplatz Thüringens. Sehenswert sind einige historische Gebäude der Altstadt wie z. B. das Schloss Ehrenstein. Ohrdruf ist erfüllende Gemeinde für die umliegenden Orte Luisenthal, Wölfis, Crawinkel und Gräfenhain sowie Zentrum des südlichen Teils des Landkreises Gotha.
Inhaltsverzeichnis |
Ohrdruf liegt im äußersten Südosten des Westthüringer Berg- und Hügellandes; unmittelbar im Osten des Ortes steigt die Landschaft zur sogenannten Ohrdrufer Platte sanft an, einer Muschelkalkformation, die sich nördlich an den Thüringer Wald anschließt. Die nördliche und westliche Umgebung Ohrdrufs ist nahezu völlig flach, während die Berge des Thüringer Waldes etwa zwei Kilometer südlich der Stadt sehr „plötzlich“ beginnen. Die sonst vorhandene Übergangszone aus Hügeln zwischen Flachland und Thüringer Wald fehlt hier.[2]
Ohrdruf liegt an der Ohra, einem Nebenfluss der Gera von dem sich auch der Name ableitet. „Ohr“ kommt von Ohra, „-druf“ entstand durch Akzentverschiebung von -dorf.[3]
723 und 724 begann in Ohrdruf Bonifatius mit der Gründung der Zelle St. Michael seine Mission in Thüringen. Die Zelle gehörte um 800 dem Kloster Hersfeld.
Im 10. Jahrhundert war Ohrdruf mit seinem Petristift Aufenthaltsort von Kaiser Otto I.. Aus dem Besitz der Grafen von Käfernburg-Schwarzburg gelangte Ohrdruf 1342 an die Grafen von Gleichen, stand seit dem Spätmittelalter aber unter der Lehns- und Landesherrschaft der Wettiner. 1344 wurde das Chorherrenstift nach Gotha verlegt. 1348 wurden Ohrdruf die Stadtrechte verliehen. Seit 1356 wurde Ohrdruf von Ratsmeistern verwaltet. Von 1463 bis zur Reformation gab es ein Karmeliterkloster.
1599 verlegten die Grafen von Gleichen ihren Wohnsitz nach Ohrdruf in das neu erbaute Schloss Ehrenstein. Gleichzeitig wurde die Stadt ummauert und ein Gymnasium eröffnet. Als die Grafen von Gleichen 1631 ausstarben, fiel die Stadt und sechs Dörfer, die meisten in der Umgebung, als Obergrafschaft Gleichen in Folge eines Erbvertrags an die Linie Neuenstein der Fürsten von Hohenlohe. Sie unterhielten in Ohrdruf bis 1848 eine Kanzlei und Konsistorium. Die Landeshoheit blieb zunächst gemeinschaftlicher Besitz des Gesamthauses Sachsen-Weimar und gelangte 1657 in den alleinigen Besitz der Linie Sachsen-Gotha.
Die Bewohner lebten von Landwirtschaft, Wollweberei, Frachtfuhren, Holz- und Getreidehandel. Zwei Kupferhämmer stammten aus dem 15. und 17. Jahrhundert, ein Eisenwerk erzeugte Sicheln und Krauthobel, es gab zwei Papiermühlen und viele Peitschenstielmacher in einer eigenen Innung. Seit 1837 entstanden Fabriken für Matratzen, Porzellan, Spielwaren, Knöpfe, Lederwaren und Glasinstrumente.
Seit 1876 verbindet die Stadt eine Bahnlinie mit Gotha und seit 1892 auch mit Gräfenroda.
Bis 1918 gehörte Ohrdruf zum Herzogtum Sachsen-Gotha – bis 1826 Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg, anschließend Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha und von 1918 – nach dem Ende der Monarchie – bis 1922 zum Freistaat bzw. Gebiet Gotha. Nach Abtretung der Patrimonialgerichtsbarkeit durch die Hohenlohes 1848 wurde der Kanzleibezirk Ohrdruf der Obergrafschaft Gleichen aufgehoben und für dessen um Ohrdruf gelegenen Orte das staatliche Justizamt Ohrdruf gebildet. Dessen Verwaltungsbefugnisse gingen 1858 im Zuge der im Herzogtum Gotha durchgeführten Verwaltungsreform an das neugegründete Landratsamt Ohrdruf über, das bis 1922 bestand. Das Landratsamt Ohrdruf war verhältnismäßig groß und erreichte die Dimensionen eines heutigen Landkreises. Es erstreckte sich von Wechmar im Norden bis nach Zella-Mehlis und Manebach im Süden und von Tambach-Dietharz im Westen bis nach Gossel im Osten. Mit dem thüringischen Kreiseinteilungsgesetz von 1922 wurde der überwiegende Teil des Landratsamtsbezirks dem Landkreis Gotha, der östliche Teil dagegen dem Landkreis Arnstadt zugeordnet. Zella-Mehlis im Süden wurde kreisfrei. Angrenzende Staaten am Amtsgebiet waren damals (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Preußen mit Mühlberg-Landratsamt Erfurt, ab 1932 Landratsamt Weißensee) – Schwarzburg-Sondershausen mit dem Amt Arnstadt – Schwarzburg-Rudolstadt mit Angelroda – Schwarzburg-Sondershausen mit der Enklave Geschwenda – Sachsen-Weimar-Eisenach mit dem Amt Ilmenau – Preußen mit dem Landkreis Schleusingen – Hessen-Kassel mit der Herrschaft Schmalkalden.
Seit 1871 wurde ein Gebiet zwischen Ohrdruf, Jonastal und Bittstädt bereits als Manövergelände genutzt, so dass 1906 die Einrichtung eines offiziellen Truppenübungsplatzes vom Reichstag beschlossen und ab 1908 mit dem Ausbau des Geländes begonnen wurde. Der Platz ist mittlerweile im Besitz des Bundes (Bundeswehr). Gegen Ende 1944 wurde das Zwangsarbeitslager Ohrdruf bzw. „Ohrdruf-Nord“, eine Außenstelle des KZ Buchenwald, eingerichtet. Die Häftlinge wurden als Zwangsarbeiter für den Bau umfangreicher unterirdischer Tunnel- und Bunkeranlagen eingesetzt. Im März 1945 hatte das Lager 11.700 Häftlinge. Am 2. April 1945 musste der größte Teil der Häftlinge unter SS-Bewachung in einem Todesmarsch 51 Kilometer nach Buchenwald marschieren. Zahlreiche Häftlinge brachen während des Marsches zusammen und starben bzw. wurden von den SS-Bewachern erschossen. Das Lager wurde am 4. April 1945 von den amerikanischen Truppen befreit. Es wurde auch von General Eisenhower besichtigt[4], der dann darauf bestand, dass sowohl seine Truppen wie die Zivilbevölkerung diesen Ort der Nazi-Verbrechen in den nächsten Tagen betrachten mussten.
Im Juli 1945 wurde das Gebiet gemäß der Erklärung von Jalta der Roten Armee (der späteren Sowjetarmee) übergeben, die es bis 1991 weiter als Truppenübungsplatz nutzte.
Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) verkündete am 26. Oktober 2011 das Stationierungskonzept der Bundeswehr und die Aufgabe des Truppenübungsplatzes Ohrdruf. Über die weitere Nutzung des Geländes wurde danach heftig diskutiert. Inzwischen steht fest, dass das Areal auch weiterhin in gesamter Ausdehnung als militärisches Truppenübungsgelände dient, wird allerdings der Friedenstein-Kaserne in Gotha unterstellt[5]. Der Truppenübungsplatz liegt im "Vogelschutzgebiet Ohrdrufer Muschelkalkplatte und Apfelstädtaue". Das Gelände beherbergt dank der fehlenden landwirtschaftlichen und dank der militärischen Nutzung während der letzten mehr als hundert Jahre eine Vielzahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Zu den seltenen Tieren, die zu finden sind, gehören beispielsweise der Schwarzstorch, die Wiesenweihe, der Wespenbussard, der Baumfalke, der Rotmilan, die Bekassine, der Wachtelkönig, die Heidelerche, die Sperbergrasmücke, der Raubwürger, die Grauammer, die Kornweihe, die Sumpfohreule, die Wildkatze, die Kleine Hufeisennase, der Kammmolch, die Kreuzkröte und weitere, die zum Teil in der Roten Liste aufgeführt sind.[6]
Blasonierung: In Blau der silberne, golden nimbierte und gegürtete Erzengel Michael als Kniefigur mit erhobenem Schwert in der rechten und einer Waage mit goldenen Waagschalen in der linken Hand.
Siegel mit der Figur des Erzengels Michael als Seelenwäger erscheinen erst nach der Einführung der Reformation. Das Wappenbild erinnert an den Ursprung des Ortes als Einsiedelei St. Michael.
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Daten ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik[7]
Ohrdruf ist erfüllende Gemeinde für die umliegenden Orte Crawinkel, Wölfis, Luisenthal und Gräfenhain.
Bei der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 hat die CDU mit neun Sitzen die meisten Mandate erhalten. Der Stadtrat setzt sich wie folgt zusammen:
Die Wahlbeteiligung lag bei 47,5 %.[8]
Ohrdruf unterhält eine Städtepartnerschaft mit dem hessischen Wolfhagen.
In Ohrdruf gibt es drei Schulen:
Seit 2002 ist der Zwiebackhersteller Brandt in Ohrdruf angesiedelt, wo große Teile der Produktion erfolgen. Außerdem gibt es in Ohrdruf ein Versandzentrum der Hermes Fulfilment (ehemals Hermes Warehousing Solutions GmbH) sowie eine Fabrik des Süßwarenherstellers Storck.
Ohrdruf liegt am Schnittpunkt der B 88 Ilmenau – Eisenach und der B 247 Gotha – Ohrdruf. Weiterhin führt von hier die Landesstraße 3247 (ehemals B 247) über den Thüringer Wald nach Schleusingen. Die nächsten Autobahnen sind die etwa zwölf Kilometer nördlich verlaufende A 4 mit der Anschlussstelle Gotha und die südöstlich verlaufende Bundesautobahn 71, Anschlussstelle Gräfenroda.
Im Jahr 1876 erhielt die damals 5000 Einwohner zählende Stadt einen Bahnanschluss an der Ohratalbahn, deren betrieblicher Mittelpunkt sie seitdem war. Am 10. Dezember 2011 wurde der Betrieb aus Kostengründen eingestellt.[11]
Ballstädt | Bienstädt | Brüheim | Bufleben | Crawinkel | Dachwig | Döllstädt | Drei Gleichen | Emleben | Emsetal | Eschenbergen | Friedrichroda | Friedrichswerth | Friemar | Georgenthal | Gierstädt | Goldbach | Gotha | Gräfenhain | Großfahner | Günthersleben-Wechmar | Haina | Herrenhof | Hochheim | Hohenkirchen | Hörsel | Leinatal | Luisenthal | Molschleben | Nesse-Apfelstädt | Nottleben | Ohrdruf | Petriroda | Pferdingsleben | Remstädt | Schwabhausen | Sonneborn | Tabarz/Thüringer Wald | Tambach-Dietharz | Tonna | Tröchtelborn | Tüttleben | Waltershausen | Wangenheim | Warza | Westhausen | Wölfis | Zimmernsupra