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| Olympic und Titanic in Belfast, 6. März 1912 | ||||||||||||||||||
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Die Olympic-Klasse war eine Baureihe von drei Schiffen der White Star Line: RMS Olympic, RMS Titanic und HMHS Britannic (ursprünglich vorgesehener Name: Gigantic). Traditionell wurde die Klasse nach ihrem ersten Schiff, der Olympic, benannt. Alle Schiffsnamen entstammen der griechischen Mythologie. Die Umbenennung der Gigantic in Britannic ist als Reaktion auf die Titanic-Katastrophe zu verstehen. Das Unglück ist auch ausschlaggebend für den noch heute großen Bekanntheitsgrad der Olympic-Klasse in der Öffentlichkeit.
Inhaltsverzeichnis |
Nach der Fertigstellung der beiden überaus erfolgreichen Schwesterschiffe RMS Lusitania und RMS Mauretania für die Cunard Line im Jahr 1907 sah sich die White Star Line gezwungen, den Bau noch größerer und fortschrittlicherer Schiffe anzustreben um so konkurrenzfähig zu bleiben. Unter der Leitung von William James Pirrie, dem Vorsitzenden der White-Star-Hauswerft Harland & Wolff in Belfast, und des Präsidenten der White Star Line, Joseph Bruce Ismay, entwickelten die Schiffbauer Alexander Carlisle und Thomas Andrews ab 1907 konkrete Pläne für den Bau einer aus drei riesigen Dampfern bestehenden Schiffsklasse, die durch ihre Größe und die Großzügigkeit ihrer Ausstattung alles bisher Dagewesene übertreffen sollten. Hohe Reisegeschwindigkeit sollte allerdings – anders als bei den beiden Cunard-Linern – beim Design der neuen Dampfer keine wesentliche Rolle spielen. Der erste Entwurf sah ein Schiff mit nur drei Schornsteinen vor, was dann auf Weisung von Pirrie aus ästhetischen Gründen auf vier Schornsteine abgeändert wurde. Durch die Verwendung des vierten Schornsteins als Lüfter ließ sich auch die bei den Cunard-Schiffen störend hohe Anzahl von Lüftern auf Deck vermeiden. Die drei Schiffe der Klasse waren somit die einzigen je gebauten Dampfschiffe mit vier Schornsteinen, von denen einer nur eine Attrappe war und als Lüfter diente. Auch einige Details der Innenausstattung wurden im Lauf der Entwurfsphase abgeändert, so wurde beispielsweise das Vorhaben, in der Ersten Klasse einen riesigen, kuppelgekrönten Speisesaal einzubauen, gestrichen und stattdessen eine besonders großzügige Freitreppe mit einer Glaskuppel vorgesehen.
Die drei Schiffe sollten in der Lage sein, eine Reisegeschwindigkeit von 21 Knoten zu erreichen und den Atlantik auf der Route Southampton – New York City innerhalb von sieben Tagen zu überqueren (die konkurrierenden Cunard-Schiffe schafften die Strecke in fünf bis sechs Tagen). Hohe Wirtschaftlichkeit beim Kohleverbrauch war ein wesentlicher Aspekt der Konstruktion, und so wurde eine neuartige Antriebsanlage für die drei Schwesterschiffe entwickelt: Zwei konventionelle Kolbendampfmaschinen trieben jeweils einen Propeller an, während ein dritter, mittschiffs installierter kleinerer Propeller von einer Turbine betrieben wurde. Diese Turbine wiederum wurde durch den Abdampf der beiden Dampfmaschinen mit Energie versorgt. Diese ungewöhnliche Kombination der beiden Antriebsarten resultierte zwar in einer insgesamt niedrigeren Geschwindigkeit, bedeutete aber durch die ökonomische Energieumsetzung und die schwachen Vibrationen der Anlage einen immensen Vorteil für die Finanzen der Reederei und den Komfort der Schiffe. Trotz der relativ niedrigen Ansprüche an die Geschwindigkeit der Schiffe erwies sich der Antrieb als äußerst leistungsstark und übertraf die Erwartungen deutlich: Die höchste bekannte Geschwindigkeit eines Schiffes der Klasse erreichte die Olympic im August 1914, als sie auf einer Überfahrt Richtung Osten vom Kriegsausbruch überrascht wurde und mit äußerster Kraft versuchte, der Gefahr durch deutsche Hilfskreuzer zu entgehen. Sie erreichte dabei 25,1 Knoten Maximalgeschwindigkeit.[1]
Bei der Innenausstattung der Ersten Klasse wurde ein bis dahin unbekanntes Ausmaß an Luxus angestrebt. Insbesondere die Privatunterkünfte der Passagiere sollten einen Komfort bieten, der trotz der höheren Geschwindigkeit der Konkurrenz viele Reisende überzeugen sollte, doch mit den White-Star-Schiffen zu fahren. Die Verwendung kostbarer Holztäfelungen, eine verschwenderische Ausstattung mit Marmor, Kristall und Gold und ein vielfältiges Angebot an öffentlichen Räumlichkeiten (darunter ein Schwimmbecken, ein Türkisches Bad, diverse Cafés und Salons) setzten neue Maßstäbe. Auch die Qualität der Unterkünfte in der Zweiten und Dritten Klasse übertraf die vergleichbarer Einrichtungen auf älteren und kleineren Schiffen deutlich.
Die Abmessungen der Schiffe waren in der damaligen Zeit beispiellos: Mit einer Länge von 269 m, einer Breite von 28,2 m und einem Rauminhalt von über 45.000 BRT waren sowohl die Olympic als auch die Titanic zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung die größten je von Menschenhand geschaffenen beweglichen Objekte. Bei voller Belegung boten die Schiffe jeweils etwa 3.500 Personen (einschließlich Besatzung) Platz. Trotz überwiegend gleicher Maße war jedes Schiff bei seiner Fertigstellung etwas größer als sein Vorgänger: Die Titanic übertraf die Olympic um etwa 1.000 BRT Rauminhalt, und die Britannic wiederum die Titanic um etwa 2.000 BRT. Die Vergrößerungen ergaben sich durch Zusätze an den Aufbauten. Die Britannic war zudem 46 cm breiter als ihre Schwesterschiffe.
Neben Passagieren und Fracht waren die drei Schiffe auch für den Transport von Post zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten vorgesehen und trugen daher das Präfix „RMS“ für Royal Mail Ship.
(Für ausführliche Angaben siehe die jeweils eigenen Artikel zu den Schiffen.)
Informationen zur Olympic-Klasse (englisch)