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Opel Admiral

Opel Admiral
Opel Admiral Cabriolet (viertĂĽrig)
Opel Admiral Cabriolet (zweitĂĽrig)

Opel Admiral bezeichnet eine Modellreihe der Adam Opel AG für die Oberklasse, die in ihrer ursprünglichen Ausführung nur von 1938 bis 1939 gebaut wurde. Der „Admiral“ sollte nach dem damaligen Konzept deutlich über dem Opel Kapitän stehen und erhielt deshalb, außer einer gehobenen Ausstattung, einen 3.6 Liter Sechszylinder-Reihenmotor.

Erst ab Frühjahr 1964 wurde wieder ein exklusives Oberklasse-Fahrzeug mit der Typen- Bezeichnung „Admiral“ gefertigt, jedoch ohne sichtbare Anklänge an das Vorkriegsmodell.

Mitte 1976 wurde die Baureihe eingestellt.

Inhaltsverzeichnis

Admiral (1938–1939)

Das Modell Admiral wurde im FrĂĽhjahr 1938 als oberhalb des „Opel Kapitän“ positioniertes Spitzenmodell und Nachfolgemodell des Super 6 mit dem nun kleineren 2.5 Liter Reihenmotor - präsentiert. FĂĽr vergleichsweise gĂĽnstige 6500 Reichsmark (entspricht nach heutiger Kaufkraft und inflationsbereinigt 24.800 Euro)[1] mit allem erdenklichen Sonderzubehör und einem 3,6-Liter-Sechszylinder mit 75 PS ausgestattet, war der Wagen durchaus eine Alternative zu Maybach, Mercedes-Benz oder Horch. Die Werkskarosserien gab es als geschlossene Limousine, als Pullman-Limousine sowie als viertĂĽriges Cabriolet. Vom Preis und von der Bauart eignete sich das Fahrgestell des Admiral fĂĽr verschiedenste Sonderaufbauten, so zum Beispiel fĂĽr zweisitzige Cabriolets, die unter anderem die Karosseriewerke HebmĂĽller und Gläser fertigten. Das Opel-Spitzenmodell hatte in der automobilen Oberklasse zeitweise einen Marktanteil von 25 Prozent.

Der Admiral galt als repräsentativer, komfortabler und schneller Reisewagen, der fĂĽr den Einsatz auf den neuen Reichsautobahnen konzipiert war: Bei einem Verbrauch von ca. 18 l/100 km konnten fast 400 km gefahren werden.

Die Produktion endete bereits im Oktober 1939, da die Motoren kriegsbedingt für den Dreitonner-Lkw Opel Blitz benötigt wurden. Zahlreiche Opel „Admiral“ wurden bereits kurz vor Kriegsbeginn von der Wehrmacht requiriert, um als Stabswagen für Generale und hohe Offiziere eingesetzt zu werden. Einige Fahrzeuge wurden auch zu behelfsmäßigen Sanitätskraftwagen umgebaut, wobei sie ab der B-Säule einen geschlossenen Kastenaufbau erhielten.

Nach Kriegsende gab es nur noch wenige fahrbereite Wagen. Es gab aber auch völlig neuwertige Fahrzeuge, die von den Besitzern während des Krieges in einem Versteck aufbewahrt werden konnten. Eher vereinzelt wurde ein „Admiral“ mit einer Holzgasanlage ausgerüstet. Der Kessel wurde dafür senkrecht stehend im Heck eingebaut. [2] Auch die US-amerikanischen Besatzungstruppen benutzten einige erbeutete Exemplare.

Spitzenmodell bei Opel war von nun an der Kapitän, dessen Produktion in fast unveränderter Form 1950 wieder aufgenommen wurde. Die Rüsselsheimer Fertigung von 3,6-Liter-Motoren konnte nach dem Krieg nicht für eine Neuauflage des „Admiral“ verwendet werden, da die Herstellung von Motoren mit mehr als 1,5 Liter Hubraum von den Besatzungsmächten noch für einige Jahre verboten blieb. Erst 1964 gab es von Opel einen völlig neuen „Admiral“ – 26 Jahre nach dem Ende des Vorgängermodells.

Insgesamt wurden nur 6404 Fahrzeuge des Vorkriegstyps „Admiral“ gebaut. Als Folge dieser geringen Stückzahl und da fast alle Fahrzeuge zum Kriegseinsatz kamen und im Rahmen dessen zerstört wurden, ist der Vorkriegstyp heute ein seltener Oldtimer.

Technische Daten

  Opel Admiral
Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor
Hubraum: 3626 cmÂł
Bohrung x Hub: 90 Ă— 95 mm
Leistung: 55 kW (75 PS) bei 3200/min
Ventilsteuerung: hängende Ventile (OHV), seitliche Nockenwelle mit Stirnradantrieb
KĂĽhlsystem: FlĂĽssigkeitskĂĽhlung mit Pumpe und Ventilator
Radaufhängung vorn: Opel-Synchronfederung: gezogene, einzelne Längsschwinge mit einer horizontalen Feder-/Dämpferanordnung (System Dubonnet)
Radaufhängung hinten: Starrachse mit Blattfedern und Stabilisator
Chassis/Aufbau: Kastenrahmen mit X-Traverse</br>Aufbau in Gemischtbauweise (Stahl und Holz) als viertĂĽrige Limousine und Cabriolet, Tankinhalt 70 Liter
Reifengröße: 6.50–16“
MaĂźe L Ă— B Ă— H: 5270 Ă— 1800 Ă— 1630 mm
Leergewicht (ohne Fahrer): ca. 1600 kg
Höchstgeschwindigkeit: 132 km/h
Preis: 6500 RM (Limousine); 7000 RM (Cabriolet)

Admiral A (1964–1968)

Opel Admiral A

→ Hauptartikel Opel KAD A

Erst im Frühjahr 1964 – nachdem der Opel Kapitän für beinahe zwei Jahrzehnte das Spitzenmodell von Opel gewesen war – wurde wieder die Produktion eines Modells mit der Bezeichnung Opel Admiral A aufgenommen. Es verfügte über die gleiche geradlinige, elegante Karosserie wie der Opel Kapitän A und das ebenfalls neu herausgebrachte Spitzenmodell Opel Diplomat A.

Die Produktion dieser Serie wurde im Herbst 1968 beendet.

Admiral B (1969–1976)

Opel Admiral B

→ Hauptartikel Opel Kapitän/Admiral/Diplomat B

Im Frühjahr 1969 kam die B-Version des Wagens heraus, die stilistisch und technisch wesentlich verbessert worden war. Die überarbeitete Modell mit seiner ebenso eleganten Karosserie verfügte über einen vergrößerten Innenraum und auch über mehr Leistung, wobei erstmals auch ein Sechszylindermotor mit einer elektronisch gesteuerten Benzineinspritzung des Typs Bosch D-Jetronic erhältlich war.

Mitte 1976 wurde die Fertigung des Admiral eingestellt. Die Verwendung einer Modellbezeichnung mit Tradition fand damit ebenfalls ein Ende.

Einzelnachweise

  1. ↑ Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle 100 Euro gerundet und bezieht sich maximal auf das vergangene Kalenderjahr
  2. ↑ als Marktführer der Holzvergaseranlagen galt die Imbert GmbH in Köln

Weblinks

 Commons: Opel Admiral â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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