|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Opel Senator | |
|---|---|
| Hersteller: | Adam Opel AG |
| Produktionszeitraum: | 1978â1993 |
| Klasse: | Obere Mittelklasse |
| VorgÀngermodell: | Opel Diplomat |
| Nachfolgemodell: | ohne |
Der Opel Senator war eine Modellreihe des Automobilherstellers Opel, die auf der IAA 1977 als Nachfolger fĂŒr die ausgelaufenen Modelle Admiral und Diplomat vorgestellt und ab FrĂŒhjahr 1978 ausgeliefert wurde.
Bis zum Sommer 1993 war der Senator Opels Spitzenmodell. Er besaĂ eine vom Opel Rekord E (Senator A) bzw. Omega A (Senator B) abgeleitete Karosserie. Ein Nachfolger des Senator B wurde aufgrund der zu geringen Verkaufszahlen nicht mehr entwickelt.
Parallel zum Senator A wurde das auf diesem basierende CoupĂ© Opel Monza mit groĂer Heckklappe vorgestellt und ausgeliefert. Vom Senator B gab es keine CoupĂ©-Version mehr.
Der Opel Senator A diente zudem als Basis fĂŒr den Bitter SC.
Inhaltsverzeichnis |
In den 1950er und frĂŒhen 1960er Jahren verkaufte Opel mit den KapitĂ€n-Modellen die meisten Sechszylinder-Fahrzeuge in Deutschland.
Dies Ă€nderte sich mit dem Erscheinen der ersten KapitĂ€n-, Admiral- und Diplomat-(KAD A) Baureihe im FrĂŒhjahr 1964, die sich bis Herbst 1968 nur 89.277 mal verkaufen lieĂ, wĂ€hrend sich das letzte KapitĂ€n Modell noch an die 140.000 mal verkaufen lieĂ. Die erste KAD Serie war nicht nur erheblich gröĂer als der bisherige KapitĂ€n, auch das ausladende US-Design und -Format, sowie die bis zu 5,4 Liter groĂen V8-Motoren aus amerikanischer Produktion trafen den Geschmack des deutschen Publikums nicht mehr in dem MaĂe wie die frĂŒheren KapitĂ€n-Modelle noch zu Wirtschaftswunderzeiten.
Die Anfang 1969 prĂ€sentierte âKADâ-B genannte Baureihe war zwar 4,8 cm kĂŒrzer, 1,5 cm flacher und 5 cm schmaler als ihre VorgĂ€nger und hatte dank einer DeDion-Hinterachse einen stark verbesserten Fahrkomfort, jedoch konnten diese Verbesserungen den AbwĂ€rtstrend in den Verkaufszahlen nicht aufhalten; vor allem Mercedes Benz, und zunehmend auch BMW dominierten mit ihren Modellen ab Mitte der 1960er Jahre in Deutschland die Oberklasse. Im Sommer 1977 wurde die Reihe nach nur 61.619 verkauften Exemplaren vom Markt genommen.
Die noch bis in die frĂŒhen 1970er Jahre laufenden Entwicklungsarbeiten an einer Nachfolgereihe fĂŒr Admiral und Diplomat wurden nicht zuletzt infolge der ersten Ălkrise 1973/74 und der damit einhergehenden geĂ€nderten KundenbedĂŒrfnisse eingestellt. SchlieĂlich hatte Opel erkannt, dass es fĂŒr einen Massenhersteller unmöglich geworden war, auch im Oberklassesegment erfolgreich zu sein.
Folglich wurden die im FrĂŒhjahr 1978 eingefĂŒhrten Modelle Senator und Monza anfĂ€nglich noch als Ersatz fĂŒr den sechszylindrigen Commodore B, welcher von Anfang 1972 bis Sommer 1977 als Limousine und CoupĂ© angeboten worden war, geplant. Jedoch verliefen erste interne Publikumstests anders als erwartet, da die befragten Personen die Fahrzeuge höher einstuften als von Opels Modellstrategen antizipiert, was zur Folge hatte, dass beide Modelle in den ersten Tests der Motorpresse zunĂ€chst mit Oberklasse-Fahrzeugen verglichen wurden:
Die Auto Zeitung verglich den Senator 1978 mit dem Mercedes 280 SE (W 116) und dem BMW 730 (E 23), der Monza wurde dem damals ĂŒber 10.000 DM teureren BMW 630 CS (E 24) gegenĂŒber gestellt. Beide Opel-Modelle schnitten hierbei gut ab, der Senator gewann sogar den Vergleichstest, weil er komfortabler, dynamischer und in der Anschaffung gĂŒnstiger war.
Opel veröffentlichte im Anschluss an die Tests der Presse eine BroschĂŒre fĂŒr die VerkĂ€ufer des Opel HĂ€ndlernetzes, in welcher unter dem Titel Monza - im Vergleich festgestellt wurde: âWie der Senator zielt auch der Monza mit seinen herausragenden Eigenschaften und QualitĂ€ten auf das mittlere und obere Segment der GroĂwagenklasse, in der bisher Mercedes und BMW den Ton angaben.â Schwerpunkt der Publikation war es, die VorzĂŒge des Monza den VorzĂŒgen und SchwĂ€chen von Mercedes 280 C/280 CE, BMW 630 CS & 633 CSi, Porsche 924 sowie Rover SD1 3500 gegenĂŒbzuerstellen.
Technische und optische Basis von Senator A und Monza A - und des im Herbst 1978 vorgestellten Commodore C - war jedoch der Rekord E: alle Modelle verwendeten den gleichen Karosseriegrundkörper mit einer fĂŒr den Einbau der Reihen-Sechszylinder verlĂ€ngerten Front, die Opel âSchnĂŒffelschnauzeâ nannte, da die Scheinwerferpartie nicht mehr traditionell senkrecht im Fahrtwind stand, sondern aerodynamisch nach hinten geneigt war und die StoĂstange sich im Profil stattdessen hervorstreckte. Der Senator hatte eine anders gestaltete Seitenansicht, Ă€uĂerlich erkennbar an der dritten Seitenscheibe, und eine reprĂ€sentative Heckpartie mit fast schwarz wirkenden RĂŒckleuchten. Anstelle der von vier LĂ€ngslenkern und einem Panhardstab gefĂŒhrten hinteren Starrachse bei den Modellen Rekord und Commodore hatten Senator und Monza zudem eine technisch aufwĂ€ndigere Doppel-SchrĂ€glenkerachse.
| Senator A | |
|---|---|
| Opel Senator (1978â1982) | |
| Produktionszeitraum: | 1978â1986 |
| Karosserieversionen: | Stufenheck, viertĂŒrig |
| Motoren: | Ottomotoren: 2,0â3,0 Liter (81â132 kW) Dieselmotor: 2,3 Liter</br> (70 kW) |
| LĂ€nge: | 4839 mm |
| Breite: | 1722 mm |
| Höhe: | 1415 mm |
| Radstand: | 2683 mm |
| Leergewicht: | 1335â1430 kg |
Der Senator A1 (und auch der Monza A1) wurde von Februar 1978 bis November 1982 gebaut.
Der Kunde hatte die Wahl zwischen drei Motorisierungen: im Senator 2,8 S war der aus dem Admiral/Diplomat bekannte und ĂŒberarbeitete 2,8 Liter-Motor mit 103 kW (140 PS) eingebaut, der im Senator 3,0 S mit drei Litern Hubraum 110 kW (150 PS) leistete (beide ausgestattet mit einem Solex-Doppelregistervergaser). Das neue Opel-Spitzenmodell mit 132 kW (180 PS) bildete der Senator 3,0 E mit drei Litern Hubraum und der elektronischen Bosch-L-Jetronic-Benzineinspritzung.
Senator und Monza gab es als Basisversionen mit einem Interieur in rot, grĂŒn, beige, blau oder schwarz, bei denen im Gegensatz zum Rekord/Commodore nahezu sĂ€mtliche Details farblich harmonisch aufeinander abgestimmt waren. Die Armaturentafel entsprach dabei der des Rekord/Commodore, nur orientierte diese sich hier auch im oberen Bereich an der Farbe der restlichen Innenausstattung. Die SitzbezĂŒge verwendeten zwei verschiedene (Velours-) Stoffe, die auch im Ascona/Manta-B verwendet werden. Dazu gab es Stahlfelgen wie beim Commodore.
Die âCâ-Ausstattung bot Holzimitatleisten am Armaturenbrett (im Basis Senator nur am Armaturenbrett, allerdings nicht im Basis Monza) sowie an den TĂŒrverkleidungen und eine Veloursausstattung, die die gleichen SitzbezĂŒge umfasste, die auch im Rekord/Commodore Berlina verwendet wurden. Drehzahlmesser sowie zwei zusĂ€tzliche Cockpitinstrumente waren ebenso serienmĂ€Ăig mit 14 Zoll 5-Speichen-Alufelgen in Silber (serienmĂ€Ăig bereits im Basis Monza), sowie schmale Zierstreifen an den seitlichen Flanken, welche farblich auf AuĂen- und/oder Innenfarbe abgestimmt waren. Abgerundet wurde das C-Paket durch einen serienmĂ€Ăigen Werkzeugsatz.
Wahlweise gab es fĂŒr Senator und Monza in der Basis- sowie der âCâ-Ausstattung zusĂ€tzlich das âSâ-Paket, das ĂŒber einen schwarzen statt verchromten KĂŒhlergrill verfĂŒgte, zusĂ€tzliche Cockpitinstrumente, eine straffere Fahrwerksabstimmung und ein âSâ-Emblem auf den vorderen KotflĂŒgeln sowie einen Werkzeugsatz beinhaltete.
Die Top-Ausstattungslinie âCDâ gab es nur in fĂŒnf Metallicfarben. Sie war nicht mit dem âSâ-Paket kombinierbar, Ă€uĂerlich an schwarzen Fenstereinfassungen sowie schwarz abgesetzten Alufelgen und einem seitlich an den vorderen KotflĂŒgeln (ab November 1979) sowie in der Mitte des Lenkrades angebrachten âCDâ-Emblem zu erkennen.
DarĂŒber hinaus beinhaltete sie viele der lieferbaren Zubehörausstattungen wie Automatikgetriebe, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, Tempomat, Scheinwerfer-Wisch-/waschanlage, Sitzheizung, Stereoanlage und Klimaanlage serienmĂ€Ăig, und war nur mit dem 3,0-Liter-Einspritzmotor lieferbar. Die Sitzgarnituren waren komplett (statt nur auf den SitzflĂ€chen) mit Velours umspannt und nochmals aufwĂ€ndiger gesteppt.
Um die âCDâ-Variante deutlich nach oben zu positionieren, verzichtete Opel darauf, fĂŒr diese Fahrzeuge eine AnhĂ€ngerkupplung anzubieten. Die optionale Lederausstattung war nur in der Farbe dunkelbraun erhĂ€ltlich.
Sowohl Senator als auch Monza wurden bei ihrem Erscheinen von der Autopresse als ein ernstzunehmender Neuanfang fĂŒr Opel in der oberen Mittelklasse gefeiert.
Die wenigen Kritikpunkte betrafen vor allem die Ăhnlichkeit von Karosserie und Innenraum zwischen Senator/Monza und dem Rekord E. Die Kritik war begrĂŒndet, schlieĂlich hatte Opel das Armaturenbrett und andere Innenraumdetails komplett vom billigeren Rekord E ĂŒbernommen und lediglich mit Holzimitaten optisch âaufgewertetâ. Diese kostensparenden MaĂnahmen brachten deutlich zum Ausdruck, dass Senator und Monza ursprĂŒnglich in typischer Commodore-Tradition lediglich als leistungsfĂ€higere und luxuriösere Rekord-Varianten konzipiert worden waren.
Der 3.0 E-Motor verhalf Senator und Monza zu ĂŒberlegenen Fahrleistungen gegenĂŒber der Konkurrenz, lief aber in höheren Drehzahlbereichen relativ rau, besonders im Vergleich zu den damals im Hinblick auf die Laufkultur als vorbildlich geltenden BMW-Reihensechszylindern, und litt bei Vollgasfahrten unter thermischen Problemen, die erst durch Verwendung eines MotorölkĂŒhlers und anderer MaĂnahmen in der Baureihe A2 abgestellt wurden.
Obwohl Senator und Monza auf der IAA 1977 Publikumsmagneten waren, sackten nach einem zunĂ€chst erfolgreichen Verkaufsstart im April 1978 die Verkaufszahlen infolge der zweiten Ălkrise im Herbst 1979 drastisch ab. Betroffen hiervon waren fast alle Fahrzeuge in Deutschland mit groĂvolumigen Motoren; viele Fahrer von Fahrzeugen mit hohem Kraftstoffverbrauch versuchten meist erfolglos diese zu angemessenen Preisen zu verkaufen, um auf sparsamere Fahrzeuge umzusteigen. Die daraus resultierenden geĂ€nderten KundenbedĂŒrfnisse schlugen sich auch in den Werbekampagnen fĂŒr Senator und Monza nieder, wo nunmehr statt des bisherigen Mottos âForm und Funktionâ der Schwerpunkt auf dem Thema âEconomy / Energieeffizienzâ lag.
Bereits im Mai 1981 wurde eine kleine, vor allem das Interieur betreffende Modellpflege vorgenommen, um das nachlassende KĂ€uferinteresse zu revitalisieren. Da sich die instabilen AuĂenspiegel der A1-Modelle bei höheren Geschwindigkeiten an die vorderen Fensterscheiben anlegten, wurden nun gröĂere und eckige AuĂenspiegel montiert; Ă€hnliche Spiegel waren bereits an den ersten Prototypen aufgetaucht. ĂuĂerlich war die ĂŒberarbeitete Reihe erkennbar an einer schmalen schwarzen Plastikeinfassung der vorderen unteren Spoilerkante. Das Interieur, welches eigentlich fĂŒr die groĂe Ăberarbeitung (A2) gegen Ende 1982 mit neuem âCockpitâ und TĂŒrverkleidungen vorgesehen war, wurde bereits eingebaut, um fĂŒr die Kunden eine stĂ€rkere Abgrenzung zum Rekord und dem im September 1978 vorgestellten Commodore C (Rekord mit Senator-Front) zu ermöglichen. Das Cockpit wurde wuchtiger, mit groĂformatigen Bedienknöpfen und einer leicht angewinkelten Orientierung zum Fahrer hin. Die Holzimmitate verschwanden komplett aus der âCâ- und âCDâ-Ausstattung. Der Senator âCDâ bekam nun eine schmale Echtholzleiste als oberen Abschluss der neu gestalteten TĂŒrverkleidung.
Auf Wunsch war mittlerweile auch ein Bordcomputer mit Digitaluhr erhÀltlich. Wenn sich auch Design und Ergonomie des Interieurs verbessert hatten, bestand dennoch im Hinblick auf die Verarbeitung und die verwendeten Materialien nach wie vor ein Abstand zu den Konkurrenzmodellen von Mercedes und BMW.
Der nicht mehr zeitgemĂ€Ăe 2,8 Liter-Vergasermotor wurde durch einen sparsameren 2,5 Liter-Einspritzmotor mit 100 kW (136 PS) ersetzt, der den Einsteiger-Senator zum Senator 2,5 E machte. Dieser Motor wurde gleichzeitig auch im Commodore (hier allerdings mit 96 kW/130 PS), den es bisher ausschlieĂlich mit dem 2.5 S (85 kW/115 PS) gab, zusĂ€tzlich eingefĂŒhrt. Der 3.0 S mit Vergasermotor wurde zunĂ€chst beibehalten, aber im Juli 1982, noch vor dem groĂen Facelift, aus dem Programm genommen.
Diese als Zwischenmodell âA1+â bezeichnete Baureihe wurde nur eineinhalb Jahre lang von Mai 1981 bis zum Erscheinen der Baureihe A2 angeboten, konnte den Verkaufszahlen aber keine neuen Impulse verleihen.
Trotz all ihrer VorzĂŒge war das gröĂte Hindernis fĂŒr einen kommerziellen Erfolg das mangelnde Oberklassenprestige von Senator und Monza.
Aufgrund der teilweise technischen und vor allem optischen Verwandtschaft mit dem âBrot & Butter-Autoâ Rekord E gelang es Opels Marketingabteilung nicht, vor allem dem Senator ein eigenstĂ€ndiges Image zu geben und die ungewollte Wahrnehmung des Senator als Luxus-Rekord zu verhindern. Der Monza als âSchwestermodellâ des Senator erlitt durch den âImageschadenâ des Senator in der öffentlichen Wahrnehmung zwangslĂ€ufig das gleiche Schicksal, obwohl sein Konzept zum Erscheinungszeitpunkt konkurrenzlos war.
FĂŒr viele traditionelle Opelkunden, aber auch potentielle Markenwechsler waren weder eine gegenĂŒber dem Rekord E um 22 cm verlĂ€ngerte Karosserie mit mehr Chrom, Antriebs- und Fahrwerkskomfort noch scharf kalkulierte Neupreise von ca. 23.000 DM fĂŒr den Basis-Senator 2.8 S bis 38.000 DM fĂŒr den Senator 3,0 âCDâ ĂŒberzeugende Kaufargumente fĂŒr ein Oberklassefahrzeug, das letztlich kein Prestige besaĂ.
Auch Opels interne Modellpolitik verhinderte gröĂere Absatzzahlen, insbesondere fĂŒr den Senator 2,8 S (103 kW/140 PS) dadurch, dass dieser zusĂ€tzlich Konkurrenz aus den eigenen Reihen in Form des leistungsstarken und vergleichsweise sparsamen Rekord 2.0 E (110 PS) sowie durch den 6-zylindrigen Commodore 2.5 S (115 PS) hatte, welche beide bereits fĂŒr ca. 17.000 DM und damit ca. 6.000 DM gĂŒnstiger zu haben waren.
Die Kombination aus Prestigemangel, zweiter Ălkrise 1979 sowie QualitĂ€tsproblemen (ein vom Magazin Auto Motor und Sport in Ausgabe 21/1980 durchgefĂŒhrter 80.000 km Dauertest mit einem Senator 3.0 E endete mit einem fĂŒr Opel desaströsen Ergebnis aufgrund mehrfacher kapitaler MotorschĂ€den) fĂŒhrte dazu, dass schon in den ersten Produktionsjahren die Verkaufszahlen stark unter Druck gerieten (ein Senator oder Monza war wĂ€hrend der zweiten Ălkrise entweder gar nicht oder nur mit hohen NachlĂ€ssen zu verkaufen), und vor allem als Gebrauchtwagen sowohl Senator als auch Monza unter dramatischem Wertverlust litten, und bereits in den HĂ€nden von Zweitbesitzern als gĂŒnstige SchnĂ€ppchen wenig gepflegt und schnell verschlissen wurden.
Erst im Zuge des Youngtimer-Booms ziehen die Preise seit Ende der 1990er Jahre insbesondere fĂŒr die bis 1981 gebauten A1-Modelle wieder langsam an, auch weil sich der Bestand der 129.644 mal gebauten Senator und 43.812 mal gebauten Monza inzwischen stark dezimiert hat.
Opel sah sich Anfang der 1980er Jahre zunehmend stĂ€rkerer Konkurrenz im Segment der groĂen Mittelklasselimousinen ausgesetzt. WĂ€hrend bis dato Mercedes und BMW die erklĂ€rten Hauptkonkurrenten waren, kamen jetzt auch noch der Audi 100 und diverse andere Modelle als Konkurrenten hinzu.
In einem letzten groĂen Vergleichstest der Zeitschrift Auto Motor und Sport (Heft 11 und 12, 2. Juni 1982) musste sich der Senator A1 nach vierjĂ€hriger Bauzeit dem Mercedes 280 E, dem BMW 528i und dem neuen Volvo 760 GLE stellen und schaffte nur noch Rang 3 in der Endwertung (Platz 1: Mercedes 537 Punkte, Platz 2: BMW 534 Punkte, Platz 3: Opel 525 Punkte, Platz 4: Volvo 499 Punkte).
BemĂ€ngelt wurden vor allem die nur durchschnittliche VerarbeitungsqualitĂ€t der Karosserie und der teilweise unkultiviert agierende 3.0 E-Motor. Zwar konnte der Senator souverĂ€n das Kapitel âFahrkomfortâ gewinnen, musste sich aber in der Disziplin âFahreigenschaftenâ, in dem er bei seinem Erscheinen 1978 noch ganz neue MaĂstĂ€be gesetzt hatte, BMW und Mercedes geschlagen geben.
Fazit des Tests: âDer groĂe Opel ist etwas in die Jahre gekommen, ihm mangelt es offensichtlich an gezielter Modellpflege. Abgesehen von seinem mustergĂŒltigen Fahrkomfort verfĂŒgt er ĂŒber keine herausragenden QualitĂ€ten. Seine gröĂten Nachteile: nur durchschnittliche Verarbeitung und ein wenig kultivierter Motor.â
So wurden nach einem Facelift im November 1982 der Senator A2 und der Monza A2 vorgestellt, die ab MĂ€rz 1983 lieferbar waren.
Anfang der 1980er Jahre standen die Themen âEnergiesparenâ und damit einhergehend âAerodynamikâ ganz im Vordergrund bei der technischen Entwicklung von neuen PKW-Modellen.
Opels Senator und Monza waren mit einem cw-Wert von 0,45 nur Durchschnitt und der Hersteller sah sich gezwungen die erst 4 Jahre alten Konstruktionen an die verÀnderten Marktbedingungen grundlegend anpassen.
Um den Luftwiderstand um ca. 10 % zu senken, waren umfangreiche VerĂ€nderungen an der Karosserie notwendig. Die Front des Fahrzeuges wurde geĂ€ndert und sah der spĂ€ter ebenfalls gelifteten Rekord-E2-Front nun noch Ă€hnlicher. Die Ronal-Alufelgen wurden durch Felgen im âWollknĂ€uel-Designâ ersetzt. Das Heck wurde leicht angehoben. Zwischen den RĂŒckleuchten wurde eine der Optik der RĂŒckleuchten angepasste Blende im US-Stil angebracht. Das Kennzeichen fand seinen Platz seitdem zwischen zwei StoĂstangenhörnern im unteren Bereich auf den ehemals aus Chrom und jetzt komplett aus Kunststoff gefertigten StoĂfĂ€ngern. Der Innenraum wurde weitgehend samt neuen Dekors und Polsterdesigns vom sogenannten A1-Zwischenmodell ĂŒbernommen. Der 3,0 E-Motor erhielt einen ĂlkĂŒhler, eine neugestaltete Kurbelwelle zur Erhöhung seiner Lebensdauer bei hoher Beanspruchung und die verbesserte Bosch-LE-Jetronic Einspritzanlage.
Ab FrĂŒhjahr 1983 wurde als Einstiegsmotorisierung der 2,0 Liter-Vierzylinder-Einspritz-Motor (81 kW/110 PS) aus dem Rekord E angeboten, der etwas spĂ€ter mit 85 kW/115 PS verkauft und ab Herbst 1984 durch den drehmomentstĂ€rkeren 2,2 i (85 kW/115 PS) ersetzt wurde. AuĂerdem war fĂŒr den Senator ab 1984 der 2,3 Liter-Turbodiesel aus dem Rekord E lieferbar, diesen gab es sowohl mit Schalt- als auch mit Automatikgetriebe.
Ab Ende 1983 gab es darĂŒber hinaus optional ein Antiblockiersystem im Senator, das im âCDâ serienmĂ€Ăig war.
Der 2,5 E mit 100 kW (136 PS) wurde in Senator und Monza ebenfalls noch angeboten. Er wurde jedoch Mitte 1984 durch den 2,5 i ergÀnzt, denn dieser bot nun mehr Drehmoment und leistete 103 kW (140 PS).
Ab November 1984 gab es als technische Besonderheit den aufgeladenen 2,3 Liter-Comprex-Diesel (70 kW/95 PS) als Option. Den Senator Comprex-Diesel gab es ausschlieĂlich mit einem FĂŒnfgangschaltgetriebe. Er hat auch als Hersteller nicht Opel, sondern Irmscher auf dem Typenschild stehen. Der Comprex-Druckwellenlader wurde von BBC entwickelt. Der Senator war in allen Diesel-Varianten schon von weitem wegen des höheren Motors an einem Buckel auf der Motorhaube zu erkennen.
Im September 1985 wurde dann noch ein neuer 3,0 Liter-Motor mit geregeltem Katalysator vorgestellt (3,0 i mit 156 PS). Mit diesem Motor wurde auch das neue 4-Gang-Automatikgetriebe mit Sportmodus eingefĂŒhrt. Der 3,0 i verfĂŒgt zwar ĂŒber etwa 10 Nm weniger an Drehmoment, gibt dieses aber ĂŒber einen groĂen Drehzahlbereich an die HinterrĂ€der ab.
Nach wie vor wurde der Senator in folgenden Ausstattungsvarianten Angeboten:
Beim Monza fehlte weiterhin die CD-Option, diese wurde dafĂŒr in einer sportlichen Variante namens GSE angeboten (nur mit 3,0 Liter-Einspritzmotor). In dieser im Herbst 1983 erschienenen Topversion des Monza wurde zum ersten Mal wahlweise ein Digitaltacho angeboten, die mit dessen DebĂŒt auch im Senator CD erhĂ€ltlich war. SpĂ€ter fand man Tachos dieser Art in leicht abgeĂ€nderter Form auch im Opel Kadett E GSi serienmĂ€Ăig.
Vom Monza A2 wurden von der Firma Keinath in Reutlingen 144 Cabrios unter der Bezeichnung Keinath K C5 gebaut. 22 Exemplare des Keinath-Cabrios wurden zum Bitter SC Cabrio umgebaut.
Das Motorenprogramm entsprach dem des Monza. Allerdings wurde dieser nicht mit den Dieselmotoren angeboten.
Es gab jedoch auf Wunsch auch von Mantzel bzw. Irmscher Motoren mit 3,6 Liter Hubraum und 200PS.
Die letzten Senator A/Monza A wurden im Juni 1986 produziert. Um die Zeit bis zum Erscheinen des Senator B zu ĂŒberbrĂŒcken, lief der Abverkauf des Senator A bis zum MĂ€rz 1987 weiter.
Die Verkaufszahlen fĂŒr die A2-Serie waren trotz aller AktualisierungsmaĂnahmen deutlich schlechter als fĂŒr die A1-Modelle. Das Image beider Baureihen wurde durch die Orientierung ânach untenâ durch die Verwendung von Vierzylindermotoren weiter verwĂ€ssert und fĂŒr die Kunden noch schwerer nachvollziehbar. Konnten die A1 Modelle noch in der öffentlichen Wahrnehmung - zumindest anfĂ€nglich - als legitime Nachfolger von Opels letzter Oberklasse-KAD-Baureihe gelten, war dieser Nimbus in den 80er Jahren vollkommen in Vergessenheit geraten.
WĂ€hrend Opel von Senator und Monza A1 zwischen 1978 und 1982 noch fast 80.000 bzw. 28.000 Exemplare verkaufen konnte, brachten es die Modelle der A2-Serie zwischen 1982 und 1986 nur noch auf ca 60.000 bzw. 15.000 Einheiten.
| Senator B | |
|---|---|
| Produktionszeitraum: | 1987â1993 |
| Karosserieversionen: | Stufenheck, viertĂŒrig |
| Motoren: | Ottomotoren: 2,5â4,0 Liter (103â200 kW) |
| LĂ€nge: | 4845 mm |
| Breite: | 1763 mm |
| Höhe: | 1440 mm |
| Radstand: | 2730 mm |
| Leergewicht: | 1440â1640 kg |
Im FrĂŒhjahr 1987 wurde der parallel zum Omega A entwickelte Nachfolger Senator B vorgestellt, der ab August 1987 beim HĂ€ndler stand. Anfangs waren der aus dem VorgĂ€ngermodell bekannte 3,0-Liter Sechszylinder-Einpritzmotor ohne Katalysator (130 kW/177 PS) und der ebenfalls aus dem VorgĂ€nger bekannte 3,0-Liter-Einspritzmotor mit geregeltem Katalysator (115 kW/156 PS) lieferbar. SpĂ€ter wurde dann â parallel zum Omega â eine leistungsstĂ€rkere 3,0-Liter-Variante mit geregeltem Kat (130 kW) nachgeschoben.
Auf der IAA 1987 stand auch ein zweitĂŒriges Cabrio der Firma Keinath, das aber nie in Serie produziert worden ist.
FĂŒr den Export war darĂŒber hinaus noch der ebenfalls vom VorgĂ€nger stammende 2,5-Liter-Einspritzmotor 103 kW (140 PS) lieferbar. In einigen LĂ€ndern wurde der Senator B auch noch mit dem 2,3-Liter-Turbodiesel aus dem Omega angeboten.
Im Oktober 1989 wurde dann der Sechszylinder 3,0-Liter-24-Ventilmotor mit variablem Ansaugsystem (Dual-Ram) vorgestellt, der mit 150 kW (204 PS) den stÀrksten Serien-Motor im Senator B darstellte. Nur der 4,0-Liter-24-Ventiler von Irmscher mit 200 kW (272 PS) hatte mehr Leistung.
Im Herbst 1990 wurden die Motoren ohne Katalysator und der 3,0-Liter-Motor mit 115 kW aus dem Programm genommen. Statt dessen stellte nun der auch im Omega eingesetzte Sechszylinder mit 2,6 Litern Hubraum und Dual-Ram (110 kW/150 PS) die Einstiegsmotorisierung fĂŒr den Senator dar.
Im Juni 1993 wurde der Senator B nach nur knapp sechsjĂ€hriger Bauzeit und knapp 70.000 verkauften Exemplaren endgĂŒltig aus dem Programm genommen.
Der Senator B wurde in folgenden Ausstattungsvarianten angeboten:
Der Senator B erlitt das gleiche Schicksal wie die 1978 vorgestellten Senator und Monza A. Er wurde vom KĂ€uferpublikum wegen seiner Ă€uĂeren Ăhnlichkeit zum billigeren Omega geschmĂ€ht. AuĂerdem musste Opel erkennen, dass das mit den KapitĂ€n-, Admiral- und Diplomat-Typen der 1960er Jahre bereits relativ erfolglose Marketingkonzept âSoviel Auto wie möglich fĂŒrs Geldâ mit dem Senator endgĂŒltig scheiterte. Da die Imageprobleme auf absehbare Zeit unlösbar erschienen, entschied man sich bei Opel, keinen Nachfolger mehr fĂŒr den Senator zu bauen, und stattdessen den Omega als Topmodell auszubauen.
Die RĂŒckleuchten des Senator B wurden von Bristol Cars fĂŒr den von 1993 bis 2011 produzierten Sportwagen Bristol Blenheim verwendet.
| Opel Senator B 1987â1993 | |||||||
| Modell | 2,5 i | 2,6 i | 3,0 i | 3,0 i 24V | 4,0 i 24V | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Motor: | 6âZylinderâReihenmotor (Viertakt) | ||||||
| Hubraum: | 2490 cmÂł | 2594 cmÂł | 2969 cmÂł | 3983 cmÂł | |||
| Bohrung x Hub: | 87 x 69,8 mm | 88,8 x 69,8 mm | 95 x 69,8 mm | 98 x 88 mm | |||
| Leistung bei 1/min: | 103 kW (140 PS) bei 5200 |
110 kW (150 PS) bei 5600 |
115 kW/156 PS bei 5400 130 kW/177 PS bei 5800 |
150 kW (204 PS) bei 6000 |
200 kW (272 PS) bei 5800 | ||
| Max. Drehmoment bei 1/min: | 205 Nm bei 4200 | 220 Nm bei 3600 | 230 Nm bei 3900 240 Nm bei 4400 |
270 Nm bei 3600 | 395 Nm bei 3300 | ||
| Gemischaufbereitung: | Einspritzung (Bosch LE-Jetronic) | Einspritzung (Bosch Motronic) | |||||
| Ventilsteuerung: | HĂ€ngende Ventile, HydrostöĂel (obenliegende Nockenwelle, Duplexkette) | HĂ€ngende Ventile, HydrostöĂel (2 obenliegende Nockenwellen, Ketten) | |||||
| KĂŒhlung: | WasserkĂŒhlung | ||||||
| Getriebe: | 5-Gang-Getriebe, Mittelschaltung (a. W. (auĂer 4,0i 24V) Viergangautomatik (Opel)) | ||||||
| RadaufhÀngung vorn: | McPherson-Federbeinachse, Schraubenfedern | ||||||
| RadaufhÀngung hinten: | SchrÀglenkerachse, Schraubenfedern | ||||||
| Bremsen: | Vierrad-Scheibenbremsen, Ă vorne und hinten 280 mm | Ă vorne und hinten 296 mm | |||||
| Karosserie: | Stahlblech, selbsttragend | ||||||
| Spurweite vorn/hinten: | 1462/1484 mm | ||||||
| Radstand: | 2730 mm | ||||||
| LĂ€nge: | 4845 mm | ||||||
| Leergewicht: | 1440â1640 kg | ||||||
| Höchstgeschwindigkeit: | 210 km/h | 215 km/h | 210â225 km/h | 240 km/h | 255 km/h | ||
| 0-100 km/h: | 11 s | 10,5 s | 9,5â10,5 s | 9 s | 6,5 s | ||
| Verbrauch (Liter/100 Kilometer): | 13,0 S | 12,5 S | 13,0â13,5 S | 12,5 S | 14,5 S | ||
In GroĂbritannien wurde der Senator A als Vauxhall Royale mit Rechtslenkung verkauft, der Monza hatte dort die Bezeichnung Royale CoupĂ©. Erst der Senator B wurde auch in GroĂbritannien unter dieser Bezeichnung angeboten.
In Australien wurde der Senator mit einer retuschierten Karosserie mit 3,8-Liter-V6-Motoren von Buick und mit 5,0-Liter-V8-Motoren von Holden angeboten. Die Modelle nannten sich Commodore und Statesman. Im Rahmen einer Kooperation mit Toyota auf dem australischen Markt gab es den Holden Commodore auch unter dem Markennamen Toyota Lexcen, jedoch nur mit einem 3,8-Liter-V6-Motor.
Aktuelle Modelle: Agila | Ampera | Corsa | Meriva | Astra | Zafira Tourer | Insignia | Antara | Combo | Vivaro | Movano
Aktuelle Modelle fĂŒr das Ausland: Astra/Astra Classic II | Corsa | Corsa Lite | Corsa Joy | Corsa Sail | Corsa Swing | Corsa Utility | Zafira
Nicht mehr produzierte Opel-Modelle:
Kleinwagen: Chevette | Tigra | Tigra TwinTop | Corsa (A, B, C) | Vita (A, B)
Kompaktklasse: Olympia A (1967â70) | Kadett (1962â1999: A, B, C, D, E, F) | K-180 (1974â79) | Gemini (1975â83) | Isuzu (1976â79) | Astra (ab 1986: E, F, G, H)
Mittelklasse: Olympia Rekord | Rekord (P1, P2) | Ascona (A, B, C) | 1900 | Vectra (A, B, C) | Signum | Manta | Calibra
Obere Mittelklasse: Rekord (A, B, C, D, E) | Commodore | Senator | Monza (1978â1994: A1, A2, B) | Omega (A, B)
Oberklasse: KapitĂ€n (1948â1958) | KapitĂ€n P 1 (1958/59) | KapitĂ€n P 2,6 (1959â63) | KapitĂ€n/Admiral/Diplomat (Serie A: 1964â68 | Serie B: 1969â77)
Sportwagen/Roadster: GT | Speedster | GT Roadster
Vans: Meriva A | Zafira (A, B) | Sintra
GelÀndewagen/SUV: Monterey | Frontera
Nutzfahrzeug: Blitz | Bedford Blitz | Campo | Arena
Modelle bis 1940 (Auswahl):
Patentmotorwagen âLutzmann" (1899) |
4/8 PS âDoktorwagen" (1909) |
4/12 PS âLaubfrosch" (1924)
Opel Regent (1928) |
RAK1 |
RAK2 |
Opel 1 Liter bis Opel â6" (1931/1934) |
P4 und Olympia (1935) |
Kadett (1936) |
Super 6 und Admiral (1937) |
KapitÀn (1938)