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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Mainz-Bingen | |
| Verbandsgemeinde: | Nierstein-Oppenheim | |
| Höhe: | 100 m ü. NN | |
| Fläche: | 7,09 km² | |
| Einwohner: |
7.024 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 991 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 55276 | |
| Vorwahl: | 06133 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 39 049 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Sant’Ambrogio-Ring 33 55276 Oppenheim | |
| Webpräsenz: | ||
| Stadtbürgermeister: | Marcus Held (SPD) | |
| Lage der Stadt Oppenheim im Landkreis Mainz-Bingen | ||
Oppenheim ist eine Stadt am Oberrhein (Rheinhessen), zwischen Mainz und Worms gelegen. Sie liegt im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz (Deutschland) und gehört zur Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim. Bekannt ist Oppenheim als Stadt des Weines, Sitz des Deutschen Weinbaumuseums und im Besonderen durch die Weine der Großlage Oppenheimer Krötenbrunnen.
Inhaltsverzeichnis |
Der Jahresniederschlag beträgt 545 Millimeter und liegt damit im unteren Zehntel der in Deutschland erfassten Werte; nur an 10 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni.
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Bei Bauarbeiten in den 1950er Jahren auf dem Gelände der 1837 abgerissenen Sebastianskirche stieß man auf Mauerreste, Ziegelsteine als Bodenbelag, ein Wasserbecken und einen gemauerten Kanal. Diese Funde weisen darauf hin, dass an dieser Stelle römische Bauten gestanden haben. In den Nachbarorten Dienheim und Nierstein wurden lediglich Grabstellen entdeckt, die nach römischer Sitte nur außerhalb von Siedlungen angelegt wurden. Landeskonservator Gerd Rupprecht lokalisiert an dieser Stelle das Römische Militärlager Buconica.[2]
Im Jahre 765 fand das fränkische Dorf seine erste urkundliche Erwähnung im Lorscher Codex in Zusammenhang mit einer Schenkung durch Karl den Großen an das Kloster Lorsch, an das 774 schließlich weitere Teile Oppenheims gingen. 1008 erhielt Oppenheim Marktrechte. Im Oktober 1076 erlangte Oppenheim besondere Bedeutung im Investiturstreit. Auf dem Reichstag von Tribur und Oppenheim forderten die Fürsten König Heinrich IV. auf, sich vom päpstlichen Bann zu lösen. Dies war der Auslöser für den Gang nach Canossa. Nachdem Oppenheim 1147 an das Reich zurückgegeben wurde, wird es zur Zeit des Stauferkaisers Friedrich II. 1225 Freie Reichsstadt. Die Stadt ist zu dieser Zeit wegen ihrer Reichsburg und den dort ansässigen Burgmannen bedeutsam.
Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt an Kurmainz verpfändet, ab 1398 gehörte sie zum Territorium der Kurpfalz.Am 14. September 1620 wurde Oppenheim durch spanische Truppen im Böhmisch-Pfälzischen Krieg erobert. Im Dezember 1631 überquerte König Gustav II. Adolf (Schweden) mit seinem Heer bei Oppenheim den Rhein und eroberte die Stadt. An diesen Rheinübergang erinnert die Schwedensäule bei dem rechtsrheinischen Erfelden im heutigen Bundesland Hessen.
Oppenheim wurde dann 1688 durch französische Truppen im Zuge des Pfälzer Erbfolgekriegs (1688–1697) erobert. Am 31. Mai 1689 zerstörten die französischen Truppen unter General Ezéchiel de Mélac die Burg Landskrone und die Stadt. Bis 1797 blieb Oppenheim kurpfälzischer Besitz. Nach der Zugehörigkeit zu Frankreich kam Oppenheim 1816 zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Sie blieb bis 1945 hessisch.[3]
Am 22. März 1945 gelang es amerikanischen Truppen bei Oppenheim einen Übergang über den Rhein herzustellen und zu halten.[4]
Der Stadtrat in Oppenheim besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.
Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[5]
| SPD | CDU | FDP | AL | Gesamt | |
| 2009 | 10 | 5 | 1 | 6 | 22 Sitze |
| 2004 | 11 | 6 | 1 | 4 | 22 Sitze |
In Oppenheim erhielt die Weinwerbung durch den Bürgermeister Dr. Heinz Scheller nach dessen Amtsantritt 1935 kräftige Impulse: Als Weinpatenstadt für Oppenheim kam für ihn nur die Reichshauptstadt Berlin in Betracht. Die Städte Ansbach und Osnabrück folgten. Zur Wiederbelebung dieser Weinpatenschaft und zum Dank für Verdienste um die Stadt Oppenheim wurde der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit am 11. März 2006 durch Stadtbürgermeister Marcus Held zum Weinritter geschlagen. Aktiven Ausdruck findet die Weinpatenschaft unter anderem durch die Teilnahme der Stadt Oppenheim an den Hoffesten des Senats von Berlin in den Jahren 2007 und 2008 mit jeweils einem Weinstand. Auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit nahm eine Bürgerdelegation unter Stadtbürgermeister Marcus Held an den Feierlichkeiten der deutschen Botschaft in Paris zum Tag der Deutschen Einheit und zum Jubiläum der Städtepartnerschaft Berlin-Paris teil.
Sehenswert sind die Katharinenkirche mit ihren Glasgemälden (Oppenheimer Rose) – der herausragendste gotische Sakralbau am Rhein zwischen Köln und Straßburg – mit bis heute belegtem Beinhaus, die Ruine Landskron (schöner Blick in die Rheinebene, auch die anderen Oppenheimer Sakralbauten, Festspiele und andere kulturelle Veranstaltungen), die Altstadt mit Marktplatz, Rathaus von 1621 (davor eine Säule aus dem Saal der Burg Landskron, die angeblich aus der Ingelheimer Kaiserpfalz stammt) und ehemaliger Stadtbefestigung (Gautor, Rheintorpforte, Uhrturm, Stadtmauerreste) sowie einzigartige Museen (Deutsches Weinbaumuseum, Stadtmuseum).
Außergewöhnlich ist das Oppenheimer Kellerlabyrinth unter der Altstadt. Auf wechselnden Höhenlagen verbinden unterirdische Gänge, Treppen und Räume die Häuser und Anlagen miteinander. Im Altstadtkern, rund um das Rathaus, sind insgesamt ca. 650 Meter Kellergänge touristisch erschlossen und weitgehend historisch erhalten. Der genaue Umfang der unterirdischen Gänge ist trotz umfangreicher Untersuchungen im Auftrag der Stadt noch immer nicht endgültig bekannt, beträgt aber mindestens 40 km (Die begehbaren Teile rund um das Rathaus machen demnach nur 1 bis 2 Prozent des Gesamtvolumens an historischen Kelleranlagen aus). Führungen durch dieses einmalige Kellerlabyrinth sowie auch Stadtführungen und Nachtwächterführungen bietet das Tourist- und Festspielbüro der Stadt ganzjährig an.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Oppenheim
Zwischen August und Oktober finden jährlich die Oppenheimer Theaterfestspiele im Kulturkeller der Stadt und auf der Burgruine Landskron statt. Seit dem Jahre 2009 werden die Festspiele der Stadt Oppenheim durch die Jugendtheater erweitert, sowie seit dem Jahr 2010 mit einem Rock ’n’ Pop und einem Schlagerfestival. [6]
Neben der Katharinenkirche, dem Stadtmuseum und dem Untergrund der Stadt gilt der Besuch des Deutschen Weinbaumuseums als besonderes lohnend. Es zeigt Wissenswertes rund um den Wein und Raritäten wie die älteste Kelter der Region von der Geistermühle aus Flonheim.
Im Kultursommer finden regelmäßig Konzerte auf dem historischen Marktplatz der Stadt vor dem Rathaus statt. Erwähnenswert ist auch der Oppenheimer Posaunenchor.
In Oppenheim betätigen sich mehrere Sportvereine, unter anderem der TC Rot-Weiß Oppenheim (Tennis), der TC Landskrone Oppenheim (Tennis), der FSV Oppenheim (Fußball) und der mitgliedsstärkste TV Oppenheim 1846 (überregional erfolgreich im Turnen, Schwimmen, Radsport und vor allem im Basketball).
An der Stelle des denkmalgeschützten stattlichen Barockgebäudes Ecke Wormserstraße/Landschreibergasse mit seinen großen überdachten Fenstern und dem Mansarddach stand im Mittelalter das Bürgerhaus „zum Krebs“ mit der Ratstrinkstube dahinter.
Zwei Jahrzehnte nach der Stadtzerstörung von 1689 errichtete der kurpfälzische Landschreiber Johann Williges Landvogt von 1709 bis 1711 auf den Ruinen der beiden Häuser das heutige Gebäude. Das Doppelwappen an der Frontseite oben weist auf die Familien des Erbauers und seiner Ehefrau hin: links Landvogt, rechts Gambs. Eine entsprechende Bauinschrift ist heute durch einen Anbau aus den 1940er Jahren überdeckt.
Von 1740 bis 1821 war hier die Löwenapotheke untergebracht, die Friedrich Koch in die Krämerstraße 2 verlegte. Aus dieser Zeit stammt auch die Hausbezeichnung „zur roten Lilie“, deren Zeichen über der Heiligenfigur an der Ecke zu sehen ist.
1888 / 1889 erwarb die Casino-Gesellschaft das Haus und baute es für ihre Zwecke um. 1899 riss man dann die dahinterliegende baufällige Scheuer ab und errichtete den Saalanbau. Die Gesellschaft betrieb die Gastwirtschaft, richtete auch einen Weinvertrieb ein und veranstaltete hier ihre Treffen und Feste. Über Jahrzehnte repräsentierte das „Casino“ den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Oppenheim.[7]
Alljährlich finden in der Ruine Landskron und im Kulturkeller unter dem Amtsgerichtsplatz die Festspiele Oppenheim statt.
Ebenfalls alljährlich findet in der Altstadt ein Ostermarkt im Frühjahr und der Katharinenmarkt im Spätjahr statt.
Weitere regelmäßige Veranstaltungen der Stadt sind: Zwei Wochen vor Ostern der Oppenheimer Osterkünstlermarkt. Am zweiten Wochenende im August das bekannte und beliebte Oppenheimer Weinfest. Anfang Mai das Mittelalterspectaculum. Mitte Mai Rheinradeln zwischen Worms und Oppenheim . Am dritten Advent der Märchenweihnachtsmarkt beim historischen Rathaus, der Katharinenkirche und auf dem Marktplatz.
Die Verwaltung der Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim befindet sich in Oppenheim.
Jeweils Außenstellen halten vor Ort das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, das Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim sowie die Kfz-Zulassungsstelle der Kreisverwaltung Mainz-Bingen.
Neben drei Kindertageseinrichtungen bzw. Kindergärten (davon zwei städtische Kindertagesstätten) gibt es die Grundschule „Am Gautor“.
Es gibt in Oppenheim das Gymnasium zu St. Katharinen, die Berufsfachschule für Weinbau und Agrarwissentschaften, die Realschule plus sowie die Landskronschule als Förderschule.
Es erscheint die Allgemeine Zeitung mit Lokalberichtserstattung sowie eigener Geschäftsstelle in Oppenheim. Darüber hinaus erscheint wöchentlich das Rheinhessische Wochenblatt, ebenfalls herausgegeben von der Verlagsgruppe Rhein Main.
Oppenheim liegt an der Bundesstraße 9, die großräumig von der niederländischen Grenze bei Kleve zur französischen Grenze bei Kandel führt. Lokal dient sie vor allem der Anbindung an die nahe gelegenen Städte Mainz und Worms sowie an den Mainzer Autobahnring im Norden und der Autobahn 6 im Süden.
Weiter ist Oppenheim durch den Bahnhof Oppenheim an der Bahnstrecke Mainz–Ludwigshafen an den Schienenverkehr der Deutschen Bahn angebunden. Dieser wird seit dem Jahr 2009 saniert und barrierefrei mit einer neuen Brücke und zwei Fahrstühlen ausgebaut. Am Bahnhof Oppenheim verkehrt außerdem die RB 44 Mainz-Worms-Ludwigshafen-Mannheim. Ferner fahren Regionalbuslinien der Omnibusverkehr Rhein-Nahe von Oppenheim über Nierstein, Dexheim, Dalheim, Weinolsheim, Friesenheim und Köngernheim nach Undenheim (Linie 662) sowie von Oppenheim über Uelversheim und Eimsheim nach Guntersblum (Linie 663). Im Schulverkehr tritt eine Fahrt nach Wörrstadt hinzu (Linie 668).
Der Rheinradweg und die Rheinterrassenroute sind beliebte Ausflugs- und Anreisewege.
Zudem besitzt Oppenheim einen eigenen kleinen Hafen mit Verbindung zum Rhein.
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