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Ein Optokoppler ist ein Bauelement der Optoelektronik und dient zur Übertragung eines elektrischen Signals zwischen zwei galvanisch getrennten Stromkreisen. Er besteht aus einem optischen Sender, typischerweise ist dies eine Leuchtdiode (LED), und einem optischen Empfänger wie einem Fototransistor, welche beide in einem lichtundurchlässigen Gehäuse untergebracht sind.
Mit Optokopplern können sowohl digitale als auch analoge Signale übertragen werden.
Inhaltsverzeichnis |
Bei der internen Bauform unterscheidet man zwischen dem Face-to-face-Design und dem Coplanar-Design. Im ersten Fall stehen sich Sender und Empfänger wie im Schaltbild gezeigt direkt gegenüber. Bei der zweiten Variante befinden sich Sender und Empfänger auf einer Ebene. Hier wird der Lichtstrahl ähnlich dem Prinzip eines Lichtwellenleiters durch Reflexion übertragen.
Bei manchen Typen ist direkt im Optokoppler ein Verstärker nachgeschaltet, um kleine Lasten wie, z. B. Relais direkt schalten zu können.
Das Gleichstrom-Übertragungsverhältnis (engl. current transfer ratio, CTR) gibt das Verhältnis zwischen Ein-und Ausgangsstrom bei Gleichstromsignalen oder niedrigen Signalfrequenzen an. Übliche Werte sind 30 bis 100 %. Bei digitalen Optokopplern wird kein CTR angegeben, sondern ein LED-Mindeststrom, der zum Pegelwechsel am Ausgang erforderlich ist.
Diese Spannung ist abhängig von Abstand und Anordnung von Sender und Empfänger, dem Isolationswerkstoff und dem Abstand der Anschlüsse. Übliche Isolationsspannungen sind 1500 bis 4000 V, in Sonderfällen bis zu 25 kVolt.
Zur sicheren Netztrennung werden Optokoppler mit weiter entfernten Anschlüssen gefertigt, als dies beim unten abgebildeten DIL-Gehäuse der Fall ist, um auf der Platine die erforderliche Kriechstrecke von in der Regel 8 mm einhalten zu können.
Der Isolationswiderstand zwischen dem Eingang und dem Ausgang ist sehr hoch und beträgt bis zu 1013 Ω.
Die Grenzfrequenz ist die höchste Arbeitsfrequenz, bei der ein Optokoppler noch arbeiten kann. Sie liegt bei Optokopplern mit Fototransistor bei ca. 50…200 kHz, bei solchen mit Photodiode beträchtlich höher, meist über 10 MHz. Bei Photodioden- bzw. digitalen Optokopplern wird die Grenzfrequenz durch die Schaltzeiten der Sende-LED begrenzt.
Am langsamsten sind Optokoppler mit PhotoMOS-Transistor, diese haben Reaktionszeiten im Millisekundenbereich.
Die Sendediode verträgt nur Sperrspannungen von ca. 5 Volt; sie wird jedoch ohnehin in Durchflussrichtung betrieben. Die Sperrspannung des empfangenden Fototransistors beträgt meist 30 bis 50 Volt. In Optokopplern verbaute Thyristoren und Triacs haben Sperrspannungen bis etwa 400 Volt.
Digitale Optokoppler arbeiten empfängerseitig meist an einer Spannung von 5 Volt.
Optokoppler werden in Gehäusen angeboten, die denen von integrierten Schaltkreisen gleichen. Für hohe Sperrspannungen ab etwa 4 kV werden auch langgestreckte Gehäusebauformen gefertigt.
Optokoppler werden auch mit offenem (zugänglichem) optischem Strahlengang gefertigt, sie heißen dann Gabelkoppler oder Reflexkoppler (siehe Lichtschranke).
Optokoppler findet man meist dort, wo Stromkreise galvanisch (elektrisch) voneinander getrennt sein müssen. Einsatzfälle sind z. B.:
Neben mechanischen Relais gibt es noch andere Bauelemente, die Signale auf nicht-optischem Wege potentialfrei übertragen. Dazu gehören Koppler und Isolationsverstärker, die mit induktiver oder kapazitiver Übertragung arbeiten, sowie Halbleiterschaltungen, die wechselnde Potentialdifferenzen mittels hochsperrender Transistoren überwinden (level shifter, high side switches, half bridge driver)