OscarDatei:Frazerbrown.jpg Der britische Komiker Frazer Brown mit einer Oscar-Statuette Der Oscar (eigentlich Academy Award of Merit) ist ein Filmpreis. Er wird jährlich von der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) [1] für die besten Filme des Vorjahres verliehen, ist aber wegen der Zulassungsprozedur bis auf wenige Ausnahmen auf die US-Produktion beschränkt. Die 82. Oscarverleihung für das Filmjahr 2009 findet am 7. März 2010 statt. Die Auszeichnung wurde am 12. Februar 1929 vom damaligen Präsidenten der MGM Studios, Louis B. Mayer, ins Leben gerufen, fast neun Jahre nach der Verleihung des Photoplay Awards, der als erster Filmpreis der Welt gilt. Der Oscar wird jährlich in einer gemeinsamen Zeremonie in derzeit über 30 verschiedenen Kategorien in Form jeweils einer Statuette vergeben, die einen Ritter mit einem Schwert auf einer Filmrolle darstellt. In die Auswahl zur Verleihung eines oder auch mehrerer Oscars kommen hauptsächlich amerikanische Spielfilme. In jeweils eigenen Kategorien werden Kurz-, Dokumentar-, Animations- und ausländische Filme prämiert. Für die Qualifikation eines amerikanischen Spielfilms zur Auswahl gilt die Bedingung, dass er im Vorjahr der Verleihung mindestens sieben Tage lang in einem öffentlichen Kino im Gebiet von Los Angeles County – dem Heimatbezirk von Hollywood – gegen Entgelt gezeigt wurde.
GeschichteGegen Ende der 1920er-Jahre befand sich die US-amerikanische Filmindustrie in einer Krise. Neue Erfindungen – zum Beispiel das Radio – führten dazu, dass die Kinos weniger Besucher verzeichneten. Für die Eigentümer der großen Studios wurde die Situation zunehmend schwieriger: Die Bildung von Gewerkschaften auch in der Filmindustrie führte dazu, dass sie die Arbeiter in ihren Studios angemessen bezahlen mussten, was bis dahin unüblich war. Im Rahmen von Demonstrationen wurden mehr Lohn und die Einführung geregelter Arbeitsverhältnisse gefordert. Eine weitere Schwierigkeit für die Studios bestand zudem durch die Zensoren. Der Leiter der damals sehr erfolgreichen und sehr einflussreichen Metro-Goldwyn-Mayer-Studios, Louis B. Mayer, traf sich mit zwei guten Freunden, um sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Zusammen mit Conrad Nagel und Fred Niblo ersann er ein Instrument, das die Kunst des Filmemachens verkörpern würde und eine zentrale Steuerung der Interessen der Filmschaffenden gewährleisten sollte: Eine Akademie schien diese Anforderungen zu erfüllen. Am 11. Januar 1927 wurde ein Gala-Dinner veranstaltet, bei dem sich 33 einflussreiche und namhafte Filmgrößen trafen, um die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ zu gründen. Unter ihnen befanden sich Berühmtheiten wie etwa Douglas Fairbanks, Mary Pickford, Cecil B. DeMille, die Warner Brothers und andere. Das erste offizielle Bankett der Akademie fand am 11. Mai 1927 statt.[2]. In den ersten Akademie Statuten wurde festgeschrieben, um welche Aufgaben sich die Akademie zu kümmern hatte. Die Einführung des Preises wurde Anfang 1928 beschlossen und ergänzt. Am 16. Mai 1929 wurde der Akademiepreis zum ersten Mal vergeben. Der deutsche Schauspieler Emil Jannings war der erste Schauspieler, der mit dem „Academy Award of Merit“ ausgezeichnet wurde. Er erhielt sie in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ für seinen Auftritt im Film Der Weg allen Fleisches (1927), Regie Victor Fleming; vom Film sind heute keine Kopien mehr auffindbar und auch von der Übergabe der Auszeichnung ist kein Filmmaterial mehr zu finden. Diese Auszeichnung galt gleichzeitig auch für seinen ein Jahr später gedrehten Film Der letzte Befehl (1928), Regie Josef von Sternberg. Der Preis wurde ihm 1929 vorzeitig übergeben, da Jannings auf dem Weg zurück nach Deutschland war. Mit dieser Auszeichnung ist Jannings auch der erste und bisher einzige deutsche Schauspieler, der ihn in dieser Kategorie gewann. Die in Düsseldorf geborene Schauspielerin Luise Rainer gewann sogar zweimal (1936, 1937) den Preis als beste Hauptdarstellerin. Als bisher einziger Österreicher konnte in dieser Kategorie im Jahr 1961 Maximilian Schell für Das Urteil von Nürnberg gewinnen Um das anfänglich geringe öffentliche Interesse an der Veranstaltung zu fördern, wollte man diese interessanter gestalten und gab die Gewinner vorab nicht mehr bekannt. Seit 1941 werden die Namen der Preisträger in versiegelten Umschlägen verschlossen gehalten, außer der Jury sind die Gewinner nur den beauftragten Notaren der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse (jetzt PricewaterhouseCoopers) bekannt. Das öffentliche Interesse stieg kontinuierlich. 1953 wurde die Verleihung zum ersten Mal im Fernsehen übertragen. Heute stimmen mehr als 5500 Mitglieder der Akademie in den einzelnen Kategorien ab; die Verleihung wird weltweit übertragen und jährlich von etwa 800 Millionen Menschen verfolgt. Die Trophäe
Der begehrte Filmpreis ist 34,29 cm groß und besteht aus einem massiven Nickel-Kupfer-Silber-Körper (Britanniametall), der für das Gewicht von etwa 3,85 kg sorgt. Überzogen ist er mit einer 24-karätigen dünnen Goldhaut. Lediglich in Kriegszeiten wurde auf das Gold verzichtet. Der Materialwert einer Statue beträgt etwa 300 US-Dollar. Die Akademie lässt die Oscars seit 1983 bei der R. S. Owen Company in Chicago fertigen. In den Sockel der Statue werden erst nach der Verleihung die Namen des Preisträgers, die dazugehörige Oscar-Kategorie und der Titel des Films eingraviert. Der Entwurf zu der Statuette stammt von dem damaligen Filmarchitekten (Art Director) der Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Cedric Gibbons. Die Gründer der Academy of Motion Picture Arts and Sciences beauftragten Conrad Nagel mit der Gestaltung des Filmpreises. Mit einem Budget von 500 Dollar machte sich Nagel über das Aussehen und die Art des Preises Gedanken. Eine schlichte Urkunde wurde als zu wenig befunden. Die Idee kam auf, den Preis durch eine entsprechende Statue zu symbolisieren. Nagel beauftragte den Produktionsdesigner Cedric Gibbons mit dem Entwurf der Oscarstatue. Er sollte dem Filmpreis eine würdige Form verleihen. Er realisierte die Vorstellungen mit dem berühmten, goldenen Schwertträger, der auf einer Filmrolle steht. Die Replikate, die in Hollywood überall als Souvenir verkauft werden, sind meist aus Plastik und halten einen Lorbeerkranz in den Händen. Der NameIn den ersten Jahren der Verleihung wurde die Trophäe noch ausschließlich als Academy Award of Merit bezeichnet. Wer letztlich der Pate für den Namen Oscar war, ist heute nicht mehr mit Bestimmtheit zu klären. Fest steht, dass der prägnantere neue Name schon im Jahr 1931 weitgehend verwendet wurde. Vier Personen werden immer wieder als Taufpate genannt. Erstens ist hier die ehemalige Bibliothekarin der Akademie, Margaret Herrick zu nennen. Sie soll beim Anblick der Statue gesagt haben: „Der sieht ja aus wie mein Onkel Oscar!“. In den Büchern der Akademie wird sie oft als offizielle Namensgeberin angeführt. Zweitens ist Bette Davis zu nennen, die immer wieder betont haben soll, dass die Statue sie an ihren ersten Mann Harmon „Oscar“ Nelson erinnere. Als dritter im Bunde gilt der Filmkolumnist Sidney Skolsky, der felsenfest behauptete, der erste Namensgeber gewesen zu sein. Als viertes heißt es, es soll der Filmemacher Walter Disney gewesen sein. Als die Akademie nämlich fieberhaft im Geheimen einen Namen für die Trophäe gesucht hatte, hatte ein Mann vorgeschlagen, die Trophäe „Oscar“ zu nennen. Walter Disney hatte dies mitbekommen und geglaubt, es sei nun der Name der Trophäe und bedankte sich dann bei einer Verleihung in den 50er Jahren für seinen „Oscar“. AustragungsorteIm Laufe der Jahre wurden die Academy Awards in verschiedenen Örtlichkeiten vergeben:
Die 25. bis 29. Verleihung fanden nicht nur in Los Angeles, sondern auch in New York statt:
KategorienDie Akademie stellt für jede Oscarverleihung neue Regeln auf und behält sich die Einführung neuer Kategorien bzw. die Abschaffung von bereits existierenden Kategorien vor. Reguläre AuszeichnungenAcademy Awards werden jedes Jahr in den folgenden Kategorien vergeben:
Ehemalige KategorienKategorien, die nicht mehr zum Programm der Academy Awards gehören:
Besondere AuszeichnungenDiese Preise werden zum Teil nicht jedes Jahr verliehen bzw. nur nach Bedarf.
Auszeichnungen für Wissenschaft und TechnikDiese Preise werden zum Teil nicht jedes Jahr verliehen bzw. nur nach Bedarf.
Das VerfahrenJeder Spielfilm, der zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember eines Jahres im Gebiet von Los Angeles County erstmals mindestens sieben Tage lang in einem öffentlichen Kino gegen Entgelt gezeigt wurde, ist für die Oscars im darauffolgenden Jahr qualifiziert. Dabei wird der Begriff „Spielfilm“ definiert als ein Film, der
Dabei ist es unerheblich, ob der Film US-amerikanischen oder ausländischen Ursprungs ist, sodass sich auch ausländische Filme außerhalb der Kategorie für den besten fremdsprachigen Film qualifizieren können. Am Ende eines jeden Jahres stellt die Akademie eine Liste der in Frage kommenden Filme zusammen. In einem ersten Schritt wählen die Akademiemitglieder zunächst fünf Nominierungen aus. In dieser Phase der Wahl können nur die jeweiligen Mitglieder eines Akademiezweigs für ihre jeweilige Profession stimmen, d. h. Regisseure wählen Regisseure, Schauspieler wählen Schauspieler usw. Lediglich bei den Nominierungen für den besten Film sind alle Mitglieder stimmberechtigt. Das erklärt, warum es manchmal passiert, dass ein Film als Bester Film nominiert wird, der Regisseur aber nicht auf der Liste auftaucht. Spezielle Regeln für die NominierungDie jeweils ersten fünf einer Kategorie, die die meisten Stimmen auf sich vereinen konnten, werden dann von der Akademie offiziell als Nominierte verkündet. Im Jahr 2005 verkündete Präsident Frank Pierson gemeinsam mit Oscar-Gewinner Adrien Brody die Nominierungen.
In der zweiten Wahlphase haben die Mitglieder der Akademie nun die Möglichkeit, sich im akademieeigenen Filmtheater alle nominierten Filme kostenlos anzusehen. Zudem werden besondere DVDs mit den Filmen versandt. Diese Praxis wird von der Akademie allerdings kritisch betrachtet, da im Jahr 2003 Kopien dieser DVDs in Internettauschbörsen aufgetaucht waren. Bei der eigentlichen Oscar-Wahl sind alle Mitglieder in allen Kategorien wahlberechtigt. Alle Stimmzettel, die spätestens eine Woche vor der Verleihung bei der Akademie eingegangen sein müssen, werden von drei vereidigten Notaren der Anwaltsfirma PricewaterhouseCoopers ausgezählt. Der Oscar wird an denjenigen Nominierten verliehen, der die meisten Stimmen der Akademiemitglieder auf sich vereinen konnte. In dem Fall, dass zwei Nominierte die gleiche Stimmenanzahl erhalten, wird der Oscar an beide zu gleichen Teilen verliehen. Höchstens zwei Ehrenpreise werden ohne vorherige Nominierung vom Board of Governors vergeben. Da mehr als zwei verschiedene Ehrenpreis-Kategorien existieren, werden nicht alle Ehrenpreise jedes Jahr vergeben. Die Oscars für technische Verdienste werden ebenfalls ohne vorherige Nominierung durch besondere Auswahlkomitees verliehen. Diese Verleihung findet stets im Vorfeld der eigentlichen Oscar-Verleihung statt. Die Nominierungen für die Oscarverleihung 2008 wurden am 22. Januar bekannt gegeben. [5] Spezielle Regeln für die Vergabe
Die erfolgreichsten FilmeLange Zeit war der Film Vom Winde verweht aus dem Jahr 1939 mit zehn Oscars der zahlenmäßig erfolgreichste Film in der Oscargeschichte; er wurde erst 1960 von Ben Hur mit elf Trophäen abgelöst. Mit Ben Hur wiederum konnte erst im Jahr 1998 Titanic mit ebenfalls elf Auszeichnungen gleichziehen. Nur sechs Jahre sollte es dauern, bis sich mit Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs ein weiterer Film mit elf Oscars in diese Riege einreihte. Letzterer war dabei einer der wenigen Filme, der alle Nominierungen auch in Auszeichnungen umsetzen konnte. Die gesamte Trilogie Herr der Ringe wurde für insgesamt dreißig Oscars nominiert, von denen 17 errungen wurden. Die fünf Sparten bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, beste Hauptdarstellerin sowie die Drehbuchsparten (bestes Originaldrehbuch bzw. Drehbuch nach einer Vorlage) gelten als die wichtigsten Oscar-Kategorien. Bislang sind erst drei Filme in jeder dieser Kategorien ausgezeichnet worden: Es geschah in einer Nacht (1934), Einer flog über das Kuckucksnest (1975) und Das Schweigen der Lämmer (1991). Alles über Eva (1950) und Titanic (1997) teilen sich den Nominierungsrekord mit 14 Nominierungen gefolgt von Vom Winde verweht, Verdammt in alle Ewigkeit, Mary Poppins, Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, Forrest Gump, Shakespeare in Love, Der Herr der Ringe: Die Gefährten, Chicago und Der seltsame Fall des Benjamin Button mit je 13 Nominierungen. Die am häufigsten ausgezeichnete Person ist Walt Disney mit 26 Oscars und 37 weiteren Nominierungen. siehe auch: Liste der erfolgreichsten Oscar-Filme, Liste der erfolgreichsten Nationen des Auslandsoscars ModerationIn den Anfangsjahren der Akademiepreise wurde die Verleihungszeremonie häufig vom jeweiligen Präsidenten der Akademie moderiert. Ende der 1950er-Jahre gab es erstmals eine ganze Riege gleichberechtigter Moderatoren für eine Verleihung. Dieses wurde in den 1970er-Jahren nochmals aufgegriffen. Seit Ende der 1980er Jahre führt jeweils ein Moderator durch das Programm. Unterstützt wird dieser dabei von zahlreichen Co-Hosts. In den Darstellerkategorien sind dieses im Regelfall die Gewinner des Vorjahres (jeweils beim anderen Geschlecht). So überreichte beispielsweise 2007 Reese Witherspoon (beste Hauptdarstellerin im Jahr 2006) den Oscar an den besten Hauptdarsteller Forest Whitaker. Der ungekrönte „König“ der Moderationen ist sicherlich der Entertainer Bob Hope. Er moderierte die Veranstaltung 17 Mal. Billy Crystal hingegen wurde für seine Moderationen schon mehrfach mit dem Fernsehpreis Emmy ausgezeichnet. Auch die Moderationen von David Niven wurden legendär. In der langen Geschichte der Verleihung gab es bis heute lediglich zwei weibliche Moderatoren: Whoopi Goldberg (viermal seit 1994) und 2007 erstmals Ellen DeGeneres. Die 80. Oscar-Verleihung im Jahr 2008 wurde vom US-amerikanischen Entertainer Jon Stewart moderiert, der bereits 2006 durch den Abend führte. 2009 war Hugh Jackman der Gastgeber des Abends.[6] Siehe auch
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Die Oscarverleihung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences
Bester Film | Beste Regie | Bester Hauptdarsteller | Beste Hauptdarstellerin | Bester Nebendarsteller | Beste Nebendarstellerin | Bestes Originaldrehbuch | Bestes adaptiertes Drehbuch | Beste Kamera | Bestes Szenenbild | Bestes Kostümdesign | Bester Ton | Bester Schnitt | Bester Tonschnitt | Beste visuelle Effekte | Bestes Make-up | Bester Song | Beste Filmmusik | Bester animierter Kurzfilm | Bester Kurzfilm | Bester Dokumentarfilm | Bester Dokumentar-Kurzfilm | Bester animierter Spielfilm | Bester fremdsprachiger Film Ehemalige Kategorien: Beste Regieassistenz | Beste Originalgeschichte | Beste Tanzregie Oscarverleihungen nach Jahren
1929 |
1930-1 |
1930-2 |
1931 |
1932 |
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