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Otto Bauer

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Otto Bauer (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.

Otto Bauer (* 5. September 1881 in Wien; † 5. Juli 1938 in Paris) war ein österreichischer Politiker und ein fĂŒhrender Theoretiker des Austromarxismus. Er war von 1918 bis 1934 stellvertretender Parteivorsitzender der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP).

Der junge Otto Bauer

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Otto Bauer war der Sohn des wohlhabenden jĂŒdischen Textilfabrikanten Philipp Bauer, der sich zum Liberalismus bekannte. Er absolvierte die Volksschule in Wien und das Gymnasium in Wien, Meran und Reichenberg. Bauer studierte Rechtswissenschaften an der UniversitĂ€t Wien und promovierte 1906. Kommilitonen Bauers in den Seminaren von Eugen von Böhm-Bawerk, Eugen von Philippovich und Friedrich von Wieser waren der knapp ein Jahr jĂŒngere Emil Lederer sowie Ludwig von Mises, Otto Neurath und Joseph Alois Schumpeter. Bauer sprach Englisch und Französisch und nach seiner Kriegsgefangenschaft auch Russisch.[1]

Otto Bauer begann sich ab 1900 in der SDAP politisch zu betÀtigen und wurde Mitglied der Freien Vereinigung Sozialistischer Studenten. Seine politischen Interessen spiegelten sich auch in seinen Studien wider, die er nach einjÀhriger MilitÀrdienstzeit als ReserveoffiziersanwÀrter 1903 in Wien begann. Neben Rechtswissenschaften, Geschichte, Sprachen und Philosophie inskribierte er auch Nationalökonomie und Soziologie.

Als Student lernte er die etwas Ă€lteren Parteifreunde Max Adler, Rudolf Hilferding und Karl Renner kennen; mit ihnen grĂŒndete er den Verein „Zukunft“ als Schule fĂŒr Wiener Arbeiter, die Keimzelle des Austromarxismus.[2] Aufmerksam wurde man auf ihn, als er 1907, erst 26 Jahre alt, ein 600 Seiten starkes Werk ĂŒber die NationalitĂ€tenfrage vorlegte,[3] die er – anders als Karl Renner – mit dem Prinzip der Kulturautonomie einer konstruktiven Lösung zufĂŒhren wollte.

Der Weg an die Parteispitze (1907–1918)

Parlamentarische Arbeit

1907 wurde das Abgeordnetenhaus des Reichsrats zum ersten Mal nach dem allgemeinen und gleichen MÀnnerwahlrecht gewÀhlt; die SDAP, 1897 mit 14 Mandataren zum ersten Mal im Parlament vertreten, errang 87 Mandate und bildete damit die zweitstÀrkste Fraktion. Otto Bauer wurde auf Wunsch von Parteichef Victor Adler SekretÀr des Klubs sozialdemokratischer Abgeordneter im Reichsrat.

Parteiarbeit

Außerdem war der Schreib- und Redegewandte 1907 MitgrĂŒnder und bis 1914 Redaktionsleiter der Zeitschrift „Der Kampf. Sozialdemokratische Monatsschrift“, deren Mitherausgeber er bis 1934 blieb. 1912–1914 fungierte er weiters als Redaktionsmitglied der „Arbeiter-Zeitung“, des Zentralorgans der Partei. Dies war der Anfang einer ĂŒberaus fruchtbaren Karriere als Publizist, wĂ€hrend der Bauer u. a. an die 4.000 Zeitungsartikel verfassen sollte.

Bauer bewĂ€hrte sich in der von Victor Adler vor dem Ersten Weltkrieg „staatstragend“ gefĂŒhrten österreichischen Sozialdemokratie als eindrucksvoller Redner und ĂŒberzeugender Diskutant. (Friedrich Heer sprach von einer VermĂ€hlung von deutschem und jĂŒdischem Pathos.[4]) In diese Zeit fielen auch private Weichenstellungen. Er verliebte sich in die um zehn Jahre Ă€ltere, verheiratete Akademikerin und Publizistin Helene Landau.[5] [6] 1911 (nach anderen Angaben 1920) heirateten die beiden. (1939 traf Bruno Kreisky Helene Bauer in Stockholm, fand starken RĂŒckhalt bei ihr und verstand sich mit ihr sehr gut. Sie lebte dort bis 1941 und ĂŒbersiedelte dann ĂŒber Wladiwostok in die USA; dort starb sie 1942 in Berkeley.[7])

Kriegsdienst und Gefangenschaft

Im August 1914 wurde Bauer als Reserveleutnant der Infanterie zum Kriegsdienst verpflichtet. Er geriet bereits im November 1914 in russische Kriegsgefangenschaft. Wie er Karl Seitz von dort schrieb, arbeitete er an einem umfassenden theoretischen Werk. Seitz ließ ihm ĂŒber Freunde in Stockholm Geld zukommen.[8]. Auf Intervention der SDAP konnte Bauer im September 1917 als „Austauschinvalide“ nach Wien zurĂŒckkehren. Seine Kontakte mit FunktionĂ€ren der Menschewiki hatten ihn in Russland zum ĂŒberzeugten AnhĂ€nger des „marxistischen Zentrums“ gemacht. In Österreich zĂ€hlte man mit diesen Ansichten zum linken (marxistischen) FlĂŒgel der Partei.

Die Linken in der Sozialdemokratie

Diese Linken hatten beim Parteitag 1917 wegen der Not der hungernden Zivilbevölkerung an Gewicht gewonnen. Auch das im Herbst 1916 erfolgte tödliche Attentat von Friedrich Adler auf den unpopulĂ€ren MinisterprĂ€sidenten StĂŒrgkh beflĂŒgelte die Gegner der Burgfriedenspolitik. Die Partei begab sich in zunehmende Distanz zum Kriegskurs der Regierung. Durch die russische Oktoberrevolution stieg die Bedeutung des linken FlĂŒgels erneut, da man ihm nun auch die Aufgabe zumaß, die Abwanderung der österreichischen Arbeiter zu den Bolschewiki zu verhindern.

Es war daher naheliegend, dass man nach Victor Adlers Ableben am 11. November 1918 den jungen, dynamischen FĂŒhrer der Linken, den 37-jĂ€hrigen Otto Bauer, ins FĂŒhrungsgremium der Partei holte, wo er bald den eigentlichen Vorsitzenden der Partei, Karl Seitz, ĂŒberstrahlte. Als Gegengewicht erhielt der FĂŒhrer des rechten FlĂŒgels, Karl Renner, am 30. Oktober 1918 die Funktion des Staatskanzlers in der provisorischen Regierung des neuen Staates Deutschösterreich, der sich am 12. November 1918 zur Republik und zum Teil der deutschen Republik erklĂ€rte.

Bauer und der Austromarxismus (1918–1934)

Bauer, 1919.

Außenminister

Bauers Karriere begann vielversprechend. Er wurde von der Partei in Nachfolge Viktor Adlers am 12. November 1918 zum StaatssekretĂ€r des Äußeren (Außenminister) Deutschösterreichs in der Staatsregierung Renner I vorgeschlagen und vom Staatsrat dazu berufen. Bei den Wahlen zur Konstituierenden Nationalversammlung am 16. Februar 1919 erzielte die SDAP die relative Mehrheit und ging eine Koalition mit den Christlichsozialen ein, die – anders als die SDAP – nur langsam wieder politisch Tritt fassen konnte.

Bauer wurde von der Nationalversammlung am 15. MĂ€rz 1919 zum Leiter des Außenamtes der Staatsregierung Renner II gewĂ€hlt. Gegen den Einfall der SĂŒdslawen in SĂŒdkĂ€rnten rief Otto Bauer, wie Kreisky berichtet, das damals noch demokratische Italien zu Hilfe.[9] Da Bauers Anschlusspolitik wegen der Unmöglichkeit, sie bei den Kriegssiegern durchzusetzen, noch im FrĂŒhjahr 1919 als gescheitert zu betrachten war, trat er am 26. Juli 1919 aus der Regierung zurĂŒck; Staatskanzler Karl Renner ĂŒbernahm die Außenamtsagenden selbst.

Bauer war (bis 1934) als Abgeordneter und von MÀrz bis Oktober 1919 mit Ignaz Seipel in der vom Parlament eingesetzten Sozialisierungskommission tÀtig; ihr wichtigstes Ergebnis war der Entwurf des von der Nationalversammlung am 15. Mai 1919 beschlossenen BetriebsrÀtegesetzes.[10] Die Vergesellschaftung von Privatunternehmen versandete auf Grund der divergenten Auffassungen der Koalitionspartner bald.[11]

Parteiarbeit

Gemeinsam mit den FĂŒhrern der Arbeiter- und SoldatenrĂ€te, Friedrich Adler und Julius Deutsch, gelang es Bauer, die Arbeiterschaft auf Parteilinie zu halten und die beiden Putschversuche der Kommunisten (12. November 1918 und 14. Juni 1919) im Keim zu ersticken. Dieser Erfolg hing auch damit zusammen, dass im Zuge der zirka zwei Jahre andauernden Nachkriegskonjunktur der revolutionĂ€re Elan der Arbeiterschaft stark nachgelassen hatte. Es war jener Zeitraum, wĂ€hrend dessen man als Arbeiter ein hinreichendes Arbeitsangebot vorfand, einen angemessenen Lohn lukrieren konnte, kaum Mietzins zahlte und in Wien Anspruch auf die ersten Sozialleistungen der unter Jakob Reumann zum „Roten Wien“ gewordenen Hauptstadt hatte.

Anschlussfrage

Der Anschluss Deutschösterreichs an das anfangs sozialdemokratisch gefĂŒhrte Deutsche Reich erschien von 1918 an vielen, vor allem stĂ€dtischen Sozialdemokraten ein selbstverstĂ€ndliches Ziel. Wie andere NationalitĂ€ten der untergegangenen Monarchie beanspruchte man das nationale Selbstbestimmungsrecht fĂŒr die Deutschen in Österreich; außerdem erwarteten die Sozialdemokraten die sozialistische Revolution in Deutschland. Der denkmĂ€chtigste Apostel dieses Deutschland-Glaubens ist Otto Bauer.[12]

Siebzig Jahre spÀter stellte sich dies als illusionÀre Vorstellung eines geistigen Deutschlands, als dessen Teil man sich empfand, dar. Bauers Anschlussgedanken, von Arbeiterschaft und Gewerkschaft angeblich nicht geteilt, wurden 1988, als die Sozialdemokratie ihre ersten 100 Jahre feierte, als irreal und irrational kritisiert.[13]

Beim Parteitag am 31. Oktober und 1. November 1918 erklĂ€rte Bauer, vom nationalen Standpunkt als Deutsche und vom internationalen Standpunkt als Sozialdemokraten mĂŒsse man den Anschluss an Deutschland verlangen.[14] Die Provisorische Nationalversammlung beschloss am 12. November 1918 auch den Anschluss an Deutschland. Am 25. Dezember 1918 richtete Bauer eine Verbalnote an die SiegermĂ€chte, der Anschluss an Deutschland sei der einzige und richtige Weg.[15]

Er fĂŒhrte vom 27. Februar bis 2. MĂ€rz 1919 vertrauliche Anschlussverhandlungen mit dem deutschen Außenminister Ulrich von Brockdorff-Rantzau, dessen Vertreter in Österreich aber intern vor dem bankrotten Kleinstaat warnten. Österreichische Anschlussgegner waren fĂŒr Bauer, wie er im Parlament sagte, Hoch- und LandesverrĂ€ter.[16]

Mitte April ließ man Bauer ĂŒber einen britischen Offizier in Wien den Rat zukommen, in den Friedensverhandlungen das Anschlussthema tunlichst zu vermeiden. Bauer informierte seine Regierungskollegen erst Wochen spĂ€ter darĂŒber.[17] Er nominierte als Delegationsleiter in St. Germain vorerst Franz Klein, der als vehementer AnschlussbefĂŒrworter bekannt war. Als sich die britischen Warnungen mit VerspĂ€tung herumsprachen, wurde die Delegationsleitung noch vor Beginn der Verhandlungen an Renner ĂŒbertragen.

Am 7. Mai 1919 wurde der deutschen Delegation in Versailles von der Triple-Entente der Entwurf des Friedensvertrages ĂŒbergeben, aus dem sich ergab, dass die Kriegssieger die Vereinigung von Österreich mit Deutschland nicht gestatteten. Dies bewog Bauer letztlich, als StaatssekretĂ€r fĂŒr Äußeres zurĂŒckzutreten; am 26. Juli 1919 betraute die Konstituierende Nationalversammlung Staatskanzler Renner mit der Leitung des Staatsamtes fĂŒr Äußeres.[18] Bauer blieb AnschlussbefĂŒrworter bis 1933: 
 jeder Sozialdemokrat und jeder Arbeiter in Österreich war sich darĂŒber klar, dass wir den Anschluss an die Deutsche Republik, nicht aber an das Zuchthaus Hitlers wollten. [19]

SDAP in Opposition

Im Jahr 1920 begann die vor allem auf Inflationsspekulationen beruhende Nachkriegskonjunktur abzuklingen. Neben den WerktÀtigen, die durch die Inflation ihre angemessenen BeamtengehÀlter, Ersparnisse und Anleihen verloren hatten, waren nun auch Rentner, Pensionisten und Altbauern, die auf Zins- und Pachteinnahmen angewiesen waren, an die Armutsgrenze geraten.

Die Unzufriedenheit dieser Gesellschaftsschichten und das wieder stĂ€rkere „Trittfassen“ der Konservativen schlugen sich im Wahlergebnis vom 17. Oktober 1920 nieder. Die SDAP verlor ihre relative Mehrheit, die Christlichsozialen lagen nun 6 Prozentpunkte voraus. Die SDAP verließ, da Bauer darauf bestand, die schwarz-rote Koalition; HeeresstaatssekretĂ€r Julius Deutsch musste daher die Kontrolle ĂŒber das Bundesheer aufgeben (das 14 Jahre spĂ€ter an der UnterdrĂŒckung der Sozialdemokratie entscheidenden Anteil haben sollte). Die Sozialdemokraten sollten nun bis 1945 auf Bundesebene keine Regierungsfunktion mehr erreichen.

Dieser Schritt, dessen jahrzehntelang anhaltende Auswirkungen damals nicht abzusehen waren, wurde von Karl Renner, der sich im Parteivorstand dagegen ausgesprochen hatte, wie folgt kommentiert:

„Otto Bauer machte durch seine starre Haltung, durch das Gewicht seiner Persönlichkeit 
 der Sozialdemokratie den Eintritt in die Koalition, außer um den Preis einer Parteispaltung unmöglich 
 So war das Experiment glĂŒcklich gelungen, die Republik, die in erster Linie von der sozialdemokratischen Arbeiterschaft als demokratische Republik gegrĂŒndet worden war als reine „Bourgeoisrepublik“ zu deklarieren 
[20]“

Linzer Programm 1926

1926 beschloss die SDAP ihr Linzer Programm, das die Handschrift Otto Bauers zeigte. Den großdeutschen Linzer Politiker Franz Langoth verstörten Plakate und Transparente wie Heraus mit der Diktatur des Proletariats; er berief sich auf Viktor Adler, der (nicht verifizierbar) Bauer als das talentierteste UnglĂŒck der Sozialdemokratischen Partei bezeichnet habe.[21]

Bauers revolutionsaffine Rhetorik, die im Sinn des Marxismus den Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus als historische Notwendigkeit, somit als frĂŒher oder spĂ€ter unausweichlich, definierte, ĂŒberlagerte die konkreten Forderungen der Partei so stark, dass die Gegner der SDAP mit Zitaten aus dem Programm vor dem Bolschewismus warnen konnten, obwohl die politische Praxis der Sozialdemokratie (vor allem im Roten Wien, wo Parteichef Karl Seitz BĂŒrgermeister war) reformorientert und demokratisch angelegt war. Kreisky sprach von einem furchtbaren verbalen Fehler: [dem] Satz von der „Diktatur des Proletariats“, der der Partei wie ein Brandmal anhaftete. 
 Es war eine gefĂ€hrliche Formulierung, und sie stand im Gegensatz zu allem, was im Programm zu lesen war.[22] Andererseits, betont Kreisky, habe dieser Verbalradikalismus sehr dazu beigetragen, die Spaltung der österreichischen Sozialdemokratie zu verhindern.

Verkennung der Lage

Bauer lehnte mit Zustimmung von Seitz und Renner 1931 und 1932 Koalitionsangebote der Bundeskanzler Ignaz Seipel und Engelbert Dollfuß (CS) ab; ein bald als verhĂ€ngnisvoll betrachteter Fehler (Kreisky: Meiner Meinung nach war das die letzte Chance zur Rettung der österreichischen Demokratie.[23])

Adolf SchĂ€rf gab spĂ€ter an, Bauer und Seitz hĂ€tten ihn am 4. MĂ€rz 1933 mit dem Ratschlag zurĂŒckzutreten zu Renner geschickt.[24] Der RĂŒcktritt aller drei NationalratsprĂ€sidenten an diesem Tag ermöglichte Dollfuß zwei Tage spĂ€ter die ErklĂ€rung, der Nationalrat habe sich selbst ausgeschaltet; er verhinderte den Wiederzusammentritt. Obwohl fĂŒr diesen Fall in den Parteistatuten zwingend festgelegt, kam es deswegen nicht zum Generalstreik

Im Mai 1933 erklÀrte Bauer bei einer Parteiversammlung, die Gefahr Habsburg sei keineswegs geringer als die Gefahr Hitler.[25]

Bauer ließ sich erst dann zum Handeln drĂ€ngen, als sich die EinsatzplĂ€ne des Schutzbundes bereits in den HĂ€nden der Exekutive der Dollfuß-Regierung befanden und zahlreiche Waffendepots von der Exekutive gerĂ€umt worden waren.

Theodor Körner war stets gegen die SchutzbundplĂ€ne von Julius Deutsch und Otto Bauer aufgetreten, die ihm unzweckmĂ€ĂŸig erschienen. Anfang Februar 1934 in letzter Minute gebeten, das Kommando ĂŒber den Schutzbund zu ĂŒbernehmen, beschwor er am 11. Februar nach PrĂŒfung der Schutzbundstruktur in sechs Wiener Bezirken Otto Bauer, es auf keinen Fall zu einem Zusammenstoß mit der Regierung und ihren KrĂ€ften kommen zu lassen, den Schutzbund und SDAP nur verlieren könnten.[26]

Exil (1934–1938)

Bauer in BrĂŒnn

Als Otto Bauer wĂ€hrend der FebruarkĂ€mpfe 1934 im Exil in BrĂŒnn eintraf, zog er die Konsequenzen aus dem Scheitern seiner PlĂ€ne und der Kritik, die ihm aus den eigenen Reihen entgegenschlug. Er gab bekannt, dass er der Partei zwar weiter als Berater, Publizist und Verwalter der geretteten Parteigelder zur VerfĂŒgung stehen, selbst aber keine FĂŒhrungspositionen mehr ĂŒbernehmen wĂŒrde.

In diesem Sinne unterstĂŒtzte er mit seinem AuslandsbĂŒro der österreichischen Sozialdemokraten (ALÖS) den sozialdemokratischen Untergrund mit Rat und Tat, was dazu beitrug, dass sich die RevolutionĂ€ren Sozialisten ab 1935 unter Joseph Buttinger bundesweit als Nachfolgeorganisation der SDAP in der Organisationsform einer konspirativen Kaderpartei etablieren konnten.

Bauer in BrĂŒssel und Paris

Im Jahr 1938 emigrierte Bauer nach BrĂŒssel, wo es Ende MĂ€rz zur Zusammenlegung seines AuslandsbĂŒros mit der aus Österreich geflĂŒchteten FĂŒhrung der RevolutionĂ€ren Sozialisten (R.I.) zur Auslandsvertretung der österreichischen Sozialisten (AVOES) kam. Die AVOES wurde von Joseph Buttinger gefĂŒhrt, Otto Bauer war prominentes Mitglied und Herausgeber der Zeitung Der sozialistische Kampf.

Bauer, der der Entwicklung seit Bismarck zum Trotz von Deutschland als Hort des Geistes und des Fortschritts schwĂ€rmte, sprach sich in seinem 1938 in Paris verfassten politischen Testament neuerlich fĂŒr die gesamtdeutsche Revolution (inklusive Österreich) aus, weil er die sozialistische Revolution in Österreich allein nicht fĂŒr durchsetzbar hielt.[27] Die ErklĂ€rung Renners fĂŒr den Anschluss 1938 hielt er fĂŒr richtig.[28] Bauer hat sich immer als Deutscher betrachtet und gefĂŒhlt.[29]

Am 5. Juli 1938 erlag Otto Bauer in Paris einem Herzinfarkt. Er wurde auf dem Friedhof PĂšre Lachaise gegenĂŒber dem Denkmal fĂŒr die KĂ€mpfer der Pariser Kommune von 1871 beigesetzt. 1948 wurde seine Urne nach Wien gebracht und am 12. November 1950 schließlich in ein ehrenhalber gewidmetes Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 24, Reihe 5, Nummer 3) umgebettet, das sich neben jenen von Victor Adler und Karl Seitz befindet.

Im Jahr 1949 wurde in Wien Mariahilf (6. Bezirk) die Otto-Bauer-Gasse nach ihm benannt.

Ideenwelt

Analyse und Wunschdenken

Otto Bauers vielschichtige Ideenwelt war durch eine beeindruckende, aber brĂŒchige Mischung von objektivierter Analyse und Wunschdenken, Marxismus und anderen zeitbedingten EinflĂŒssen geprĂ€gt:

  • Unter diesen ist der kulturell-idealistische Deutschnationalismus zu nennen, der Bauers Schriften zur NationalitĂ€tenfrage und seine Haltung zur Anschlussproblematik 1919 deutlich beeinflusste;
  • des Weiteren eine gewisse fiskalische Orthodoxie, die Bauer (Ă€hnlich Rudolf Hilferding) in der Weltwirtschaftskrise sehr skeptisch gegenĂŒber Maßnahmen der Arbeitsbeschaffung machte.
  • Schließlich stand der von Bauer gerne herangezogene marxistische Topos von den „objektiven VerhĂ€ltnissen“, die den Möglichkeitsspielraum politischer Aktion entscheidend mit prĂ€gen, mit einem gewissen auch persönlich gefĂ€rbten Attentismus Bauers im Zusammenhang. Dies Ă€ußerte sich in einer Mischung von revolutionĂ€rer Rhetorik und latentem Bewusstsein realer SchwĂ€che.

Bauer lieferte in vieler Hinsicht faszinierende Analysen, etwa die Erkenntnis, dass sich die Welt am Ende der 1930er Jahre „zwischen zwei Weltkriegen“ befinde, oder seine durchaus profunden Überlegungen zu „Rationalisierung und Fehlrationalisierung“. Den Analysen folgten aber keine relevanten, propagandawirksamen und durchsetzbaren Handlungsanleitungen. Dieser Mangel machte die SchwĂ€chen des Denkers als Politiker deutlich.

Vorstellung von Revolution

Otto Bauers Vorstellung von Revolution trug ausgesprochen reformistische ZĂŒge. Als Nachweis sei Bauer (RevolutionĂ€re Kleinarbeit. Wien 1928, Seite 10) selbst zitiert:

„Nicht die große geologische Katastrophe hat die Welt umgebildet, nein die kleinen Revolutionen, im unmerklichen, nicht einmal mehr mit dem Mikroskop studierbaren Atome, die Ă€ndern die Welt, die erzeugen die Kraft, die sich dann in einem Tage in einer geologischen Katastrophe auslöst. Das Kleine, das Unmerkliche, das wir Kleinarbeit nennen, das ist das wahre RevolutionĂ€re.“

Das Problem dieser Argumentation war (siehe Abschnitt Linzer Programm), dass die Gegner der SDAP sich auf das Reizwort Revolution stĂŒtzen konnten. Bei den politischen Gegnern verfestigte sich daher noch in den zwanziger Jahren das Ziel, keinesfalls Opfer (austro)marxistischer Radikalreformen zu werden.

BegrĂŒndung des Abwartens der SDAP

Bauer gab sich ĂŒberzeugt, dass man die objektiven VerhĂ€ltnisse im Sinne des Historischen Materialismus und im Lichte der desolaten wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse des Österreich der 1920er-Jahre lediglich reifen lassen mĂŒsse, da ihr Eintreten ja gewiss sei. Das Abwarten der Partei wĂ€re auch deshalb als angemessene „revolutionĂ€re Pause“ zu sehen, weil jegliche Mitverantwortung im Rahmen zweifelhafter Partnerschaften (gemeint waren Koalitionsangebote der Christlichsozialen) nur zur Verzögerung des Zusammenbruches der herrschenden (kapitalistischen) Ordnung fĂŒhren wĂŒrde.

Worauf Bauer wartete, das war die absolute Mehrheit an WĂ€hlerstimmen im Lande. Sie wĂŒrde der SDAP frĂŒher oder spĂ€ter zufallen. Dann sollten die Errungenschaften des „Roten Wien“, aus denen Bauer einen Gutteil seiner Kraft und Zuversicht schöpfte, nicht als Endziel, sondern lediglich als Basis der weiteren Entwicklung zur möglichst irreversiblen Vergesellschaftung der Wirtschaft dienen.

Mit seinen Visionen von den umfassenden UmwĂ€lzungen, die einem Wahlsieg folgen mĂŒssten, hielt Bauer zwar den linken FlĂŒgel der Partei lange Zeit bei der Stange, spĂ€testens seit dem 5. MĂ€rz 1933 warf ihm jedoch auch der linke FlĂŒgel unangemessene Zögerlichkeit in der Abwehr des vordringenden Faschismus vor.

Integraler Sozialismus

Auf internationaler Ebene versuchte Bauer, die Konzeption der GesetzmĂ€ĂŸigkeit des Sieges des Sozialismus im Sinne des Historischen Materialismus aufrechtzuerhalten. Seine Idee vom Integralen Sozialismus mit dem Ziel, Bolschewiki und reformistische Sozialdemokraten mittelfristig wieder in einer Internationale zu vereinen, entsprach aber reinem Wunschdenken.

Der zu diesem Zweck initiierten Internationalen Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien wurde die Aufgabe zugedacht, zwischen 2. (sozialistischer) und 3. (kommunistischer) Internationale zu vermitteln. Dabei sollten die Mitglieder der 3. Internationale zu internen Demokratisierungsschritten und jene der 2. Internationale zur Abkehr vom Reformismus angeregt werden. Das belÀchelte und von Karl Radek (einem polnischen FunktionÀr der 3. Internationale) als Ausscheidungprodukt der Weltrevolution (decoctus historiae) verhöhnte Projekt[30] scheiterte.[31]

Bewertung und Weiterwirken

Gegner

Otto Bauer prĂ€gte als fĂŒhrender Theoretiker des „Austromarxismus“ das 1926 beschlossene Linzer Programm seiner Partei. Dies und speziell die bedingt formulierte Passage ĂŒber die Diktatur des Proletariats fĂŒhrte auch dazu, dass Konservative und Deutschnationale vor dem „Austrobolschewismus“ zu warnen pflegten. Gegner warfen Bauer auch vor, im Zuge des Februaraufstands 1934 geflohen zu sein.

Mitstreiter

Joseph Buttinger:[32]

„Das StahlgerĂŒst seines LehrgebĂ€udes war die Anerkennung der Objektiven VerhĂ€ltnisse, die den ‚wirklichen Geschichtsablauf‘ bestimmen.... Die Wirklichkeit, die Marx erkennen lehrte, damit der Mensch sich gegen sie erhebe, setzte Bauer auf den höchsten Thron. Was wirklich war, hatte sich gegen die materiellen Hindernisse und menschlichen Absichten durchgesetzt, war demnach ein unvermeidliches Ergebnis der gesellschaftlichen Entwicklung, notwendig, und daher als Übel gleichzeitig gut, denn es war auch die Voraussetzung aller kommenden besseren Dinge. Das galt nicht nur fĂŒr den Kapitalismus, es galt ebenso fĂŒr den Reformismus und die russische Revolution. Infolgedessen war es die Pflicht der ‚RevolutionĂ€re‘, auch die ‚Gewalt der UmstĂ€nde‘ anzuerkennen, denen der Reformismus entsprang.“

Dies kann jedoch – wie Buttinger anmerkt – zur Überzeugung fĂŒhren:

„dass das Gegenteil der revolutionĂ€ren Politik, wenn es nur den ‚VerhĂ€ltnissen‘ entspricht, fĂŒr den Sieg des Sozialismus genauso gut ist wie diese selbst.“

Wilhelm Ellenbogen zeichnet das Bild eines blendenden Theoretikers, eines durchschlagskrÀftigen, wortgewaltigen Idealisten, dem nur eines fehlte und zwar:[33]

„jene absolute, instinktive Treffsicherheit im politischen Urteil; jener ‚Riecher‘, der das echte politische Genie vom Dilettanten unterscheidet und ihn sozusagen blind das Richtige treffen lĂ€ĂŸt, und fĂŒr das es keine Regel, keine Theorie und kein Lehrbuch gibt.“

Die „ErklĂ€rung der Linken“ am sozialdemokratischen Parteitag im Oktober 1933 rechnete in geradezu empörter Terminologie mit der Bauer'schen Politik ab.[34]:

„Die Politik der ParteifĂŒhrung seit dem MĂ€rz dieses Jahres ist eine Politik des Abwartens, eine Taktik, die sich alle Termine, alle Kampfsituationen vom Gegner vorschreiben lĂ€ĂŸt. Diese Taktik ist falsch. Die Regierung hat in den letzten Monaten ihre Taktik selbst den politisch Blinden zu erkennen gegeben. Nicht einen stĂŒrmenden, sondern einen schleichenden Faschismus haben wir abzuwehren...Die Taktik, die sagt: Heute nicht, morgen nicht, aber wenn die Regierung das und das tun wird, werden wir den Generalstreik proklamieren, ist falsch.“

Weiterwirken

Die GrundzĂŒge von Bauers Austromarxismus findet man auch noch bei den von 1934 bis 1938 im Untergrund tĂ€tigen und von Otto Bauer unterstĂŒtzten RevolutionĂ€ren Sozialisten und bei der Auslandsvertretung der österreichischen Sozialisten (AVOES) nach 1938.

Die 1945 neu gegrĂŒndete SPÖ orientierte sich hingegen von Anfang an den Konzeptionen des Bauer-Antipoden Karl Renner, der auch erneut als Staatskanzler der neu gegrĂŒndeten Republik fungierte. Der Marxismus Bauerscher PrĂ€gung behielt zunĂ€chst zwar nach der GrĂŒndung der Sozialdemokratischen (damals noch: Sozialistischen) Partei Österreichs (SPÖ) einen gewissen formalen Stellenwert, was auch dem anfangs gefĂŒhrten Zusatz zum offiziellen Parteinamen („Sozialdemokraten und RevolutionĂ€re Sozialisten“) zu entnehmen ist. Sein Einfluss nahm jedoch rasch ab, da die meisten Sozialdemokraten mit von Kommunisten verwendetem Vokabular nichts zu tun haben wollten, warnte doch die ÖVP lang vor der „roten Katze“ der angeblich drohenden roten Einheitsfront. Der Sozialphilosoph Norbert Leser ist der Ansicht, dass Bauers Tod 1938 einen mĂŒhsamen Richtungsstreit innerhalb der SPÖ verhindert hat:

„WĂ€re Otto Bauer – das Gehirn und die Seele des Austromarxismus – 1945 noch am Leben gewesen und wĂ€re er nach Österreich zurĂŒckgekehrt, hĂ€tte sich eine Auseinandersetzung ĂŒber die Fehler der alten FĂŒhrung wohl kaum vermeiden lassen, aber mit der toten Ikone, die man an Feiertagen beschwor, im Alltag jedoch verleugnete, ließ es sich fĂŒr die Nachkriegs-SPÖ gut leben.[35]“

Unter Bruno Kreisky wurde Otto Bauer durch eine ab 1975 erschienene neunbÀndige Werkausgabe geehrt, die aber keinerlei Auswirkungen auf die Politik der Partei mehr hatte.

Was dem Austromarxismus Bauerscher PrÀgung seine internationale SingularitÀt verliehen hatte, war der Versuch, einen marxistischen Mittelweg zwischen den Bolschewiki und den reformistischen Sozialdemokraten zu steuern, mit dem Endziel der Demokratisierung der Sowjetunion und einer Wiedervereinigung in einer gemeinsamen Internationale. In der Periode des kalten Krieges stellte sich bis zum Beginn der Reformperiode Gorbatschows diese Hoffnung als illusorisch dar; auch spÀter blieb sie irreal.

Kreisky hielt Bauer 1986 unter den großen MĂ€nnern, denen er begegnet sei, trotz mancher Fehlbeurteilung von ĂŒberlegenem Intellekt.[36]

Familie

Otto Bauers 1919 geborener Sohn Martin war erfolgreicher Trickfilmzeichner und Filmproduzent in Österreich, der fĂŒr zahlreiche außergewöhnliche Fernsehwerbungen der 1950er- und 1960er-Jahre verantwortlich zeichnete. Er produzierte auf eigene Kosten einen Modelltrick-Werbespot fĂŒr die SPÖ zur Nationalratswahl 1966.

Seine Schwester Ida Bauer (1882–1945) ist bekannt geworden als Patientin von Sigmund Freud, der eine berĂŒhmte Fallgeschichte ĂŒber sie schrieb, in der er sie mit dem Pseudonym „Dora“ bezeichnete.

Sein Neffe war der Dirigent Kurt Adler.

Schriften

  • Die NationalitĂ€tenfrage und die Sozialdemokratie, Wien 1908
  • Die Sozialisierungsaktion im ersten Jahre der Republik, Wien 1919
  • Der Weg zum Sozialismus, Berlin 1919
  • Bolschewismus oder Sozialdemokratie?, Wien 1920
  • Die österreichische Revolution, Wien 1923
  • Die NationalitĂ€tenfrage und die Sozialdemokratie, Wien 1924;
  • Der Kampf um Wald und Weide, Wien 1925
  • Sozialdemokratische Agrarpolitik, Wien 1926
  • Sozialdemokratie, Religion und Kirche, Wien 1927;
  • Kapitalismus und Sozialismus nach dem Weltkrieg, Berlin 1931
  • Der Aufstand der österreichischen Arbeiter. Seine Ursachen und seine Wirkungen, Prag 1934
  • Zwischen zwei Weltkriegen? Die Krise der Weltwirtschaft, der Demokratie und des Sozialismus, Prag 1936
  • Die illegale Partei, Paris 1939 (posth.)

Im Europa-Verlag Wien erschien 1975–1979 eine neunbĂ€ndige Gesamtausgabe von Bauers Werk, fĂŒr die seine Texte aber sprachlich bearbeitet wurden.

Einzelnachweise

  1. ↑ Bruno Kreisky: Im Strom der Politik. Der Memoiren zweiter Teil, Kremayr & Scheriau, Wien 1988, ISBN 3-218-00472-1, S. 34
  2. ↑ Biografie Bauers auf der Website des Archivs fĂŒr die Geschichte der Soziologie in Österreich (AGSO)
  3. ↑ NationalitĂ€tenfrage und Sozialdemokratie (Wien 1907)
  4. ↑ Friedrich Heer: Der Kampf um die österreichische IdentitĂ€t, Böhlau, Graz 1981, ISBN 3-205-07155-7, S. 179
  5. ↑ Biographische Angaben ĂŒber Helene Landau geb. Gumplowicz von Johann DvorĂĄk
  6. ↑ Biographische Angaben incl. Text des Aufsatzes von 1923: Helene Bauer: Die Interessenharmonie, der „gemeine Mann“ und ein besserer Herr Alfred Klahr Gesellschaft
  7. ↑ Bruno Kreisky: Zwischen den Zeiten. Erinnerungen aus fĂŒnf Jahrzehnten., Siedler, Berlin 1986, ISBN 3-88680-148-9, S. 336 f.
  8. ↑ Rudolf Spitzer: Karl Seitz: Waisenknabe – StaatsprĂ€sident – BĂŒrgermeister von Wien, Franz Deuticke, Wien 1994, ISBN 3-7005-4643-2, S. 83
  9. ↑ Kreisky: Im Strom, S. 146
  10. ↑ StGBl. Nr. 283 (= S. 651)
  11. ↑ Spitzer, a. a. O., S. 72 ff.
  12. ↑ Heer, a. a. O., S. 341
  13. ↑ Severin Heinisch: SPÖ und österreichische Nation. Zum Geschichtsbild der Sozialdemokratie, in: Helene Maimann, Hrsg.: Die ersten 100 Jahre. Österreichische Sozialdemokratie 1888–1988, Verlag Christian BrandstĂ€tter, Wien, ISBN 3-85447-322-2, S. 100 f.
  14. ↑ Spitzer, a. a. O., S. 61
  15. ↑ Friedrich Funder: Vom Gestern ins Heute. Aus dem Kaiserreich in die Republik, Herold-Verlag, Wien ³1971
  16. ↑ Heer, a. a. O., S. 343
  17. ↑ Funder, a. a. O., S. 472
  18. ↑ Tageszeitung Wiener Zeitung, Wien, Nr. 171, 29. Juli 1919, S. 1
  19. ↑ zitiert nach Kreisky: Zwischen den Zeiten, S. 224
  20. ↑ Karl Renner: Nachgelassene Werke. Band 2, Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, Wien 1953, S. 43.
  21. ↑ Heer, a. a. O., S. 391
  22. ↑ Bruno Kreisky: Zwischen den Zeiten. Erinnerungen aus fĂŒnf Jahrzehnten., Siedler, Berlin 1986, ISBN 3-88680-148-9, S. 143 f.
  23. ↑ Kreisky: Zwischen den Zeiten, S. 196
  24. ↑ Spitzer, a. a. O., S. 127
  25. ↑ Spitzer: a. a. O., S. 67
  26. ↑ Eric Kollman: Theodor Körner. MilitĂ€r und Politik, Verlag fĂŒr Geschichte und Politik, Wien 1973, ISBN 3-7028-0054-9, S. 220 f.
  27. ↑ Heer, a. a. O., S. 343
  28. ↑ Spitzer, a. a. O., S. 141
  29. ↑ Kreisky: Zwischen den Zeiten, S. 226
  30. ↑ Radek: Theorie und Praxis der 2œ. Internationale (Wien 1921)
  31. ↑ Details siehe bei Friedrich Adler
  32. ↑ Am Beispiel Österreichs.Seite 195
  33. ↑ Leser/Berczeller:Als ZaungĂ€ste der Politik. Seite 32
  34. ↑ Vgl. Weblink Maderthaner
  35. ↑ Norbert Leser: „...auf halben Wegen und zu halber Tat...“ Politische Auswirkungen einer österreichischen Befindlichkeit. Amalthea, Wien 2000, ISBN 3-85002-457-1, S. 130f.
  36. ↑ Kreisky: Zwischen den Zeiten, S. 222

Literatur

  • Norbert Leser: Zwischen Reformismus und Bolschewismus. Der Austromarxismus als Theorie und Praxis, Wien 1968.
  • Norbert Leser/Richard Berczeller: Als ZaungĂ€ste der Politik, Wien 1977.
  • Joseph Buttinger: Am Beispiel Österreichs, Köln 1953.
  • Helene Maimann: Politik im Wartesaal. Österreichische Exilpolitik in Großbritannien, Wien 1975.
  • Tommaso La Rocca (Hrsg.): Otto Bauer, „Religion als Privatsache“, Wien 2001.
  • Hans Egger: Die Politik der Auslandsorganisationen der österreichischen Sozialdemokratie in den Jahren 1938 bis 1946. Denkstrukturen, Strategien, Auswirkungen, Phil. Diss. UniversitĂ€t Wien 2004.
  • Michael R. KrĂ€tke, Otto Bauer (1881–1938). Die MĂŒhen des Dritten Weges, In: Sozialistische Politik und Wirtschaft (SPW), Nr. 97 (1997), S. 55–59, Nr. 98 (1997), S. 54–59.
  • Bauer Otto. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 56.
  • Karl Gottfried Hugelmann: Bauer, Otto. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, S. 645.
  • Ernst Hanisch: Der große Illusionist. Otto Bauer (1881-1938). Böhlau Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-205-78601-6.
  • Viktor Reimann: Zu groß fĂŒr Österreich. Seipel und Bauer im Kampf um die Erste Republik. Molden Verlag, Wien u.a., 1968.

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