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Otto Rahn

Otto Wilhelm Rahn (* 18. Februar 1904 in Michelstadt im Odenwald; † 13./14. MĂ€rz 1939 bei Söll (Tirol), Österreich) war ein deutscher Schriftsteller, MediĂ€vist und Ariosoph,[1] der sich mit dem Gralsmythos beschĂ€ftigte.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Schule und Studium

Rahn wurde 1904 in Michelstadt/Odenwald als erstes Kind des Justizamtmanns Karl und Clara Rahn (geb. Hamburger) geboren. Ab 1910 besuchte er das humanistische Gymnasium erst in Bingen, wo er bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs lebte. Sein Abitur machte er in Gießen. Dort begeisterte ihn sein Religionslehrer Freiherr von Gall erstmals fĂŒr die Geschichte der Katharer. 1922 begann Rahn ein Jurastudium in Gießen, das er an der Albert-Ludwigs-UniversitĂ€t Freiburg und der UniversitĂ€t Heidelberg fortsetzte. 1925 bis 1928 unterbrach er sein Jurastudium und betĂ€tigte sich als Handelsreisender fĂŒr verschiedene Verlage.

Nach Abbruch des Jurastudiums unterhielt er Kontakte zu AnhĂ€ngern Stefan Georges. Rahns erster Verleger bezeichnete ihn spĂ€ter als SchĂŒler Friedrich Gundolfs, der in Heidelberg Literaturgeschichte lehrte und zum George-Kreis gehörte. 1928 schloss er seine UniversitĂ€tsstudien in Literatur und Philologie ab. In dieser Zeit pflegte er den Kontakt zu dem Dichter und Schriftsteller Albert Heinrich Rausch (Pseudonym: Henry Benrath).[2][3]

Forschungsreisen

1928 folgten nach Abschluss seines UniversitĂ€tsstudiums Studien in Bibliotheken wĂ€hrend seiner Aufenthalte in Genf und Paris. In Paris lernte er einen Kreis von Literaten und Privatgelehrten kennen, zu dem auch der aus Toulouse stammende Poet und Schriftsteller Maurice Magre gehörte, mit dem er darin ĂŒbereinstimmte, dass ein Manuskript des mysteriösen Bogomilen-Bischofs Nicetas im ChĂąteau de MonsĂ©gur aufbewahrt wurde, welches wĂ€hrend des Albigenserkreuzzuges als Teil des legendĂ€ren Katharerschatzes in der unterirdischen Grotte von Ornolaca [sic] im sĂŒdfranzösischen Languedoc versteckt wurde. Durch Magre lernte Rahn seine spĂ€tere Sponsorin die Spiritistin GrĂ€fin Miryanne Pujol-Murat kennen, die sich fĂŒr eine Nachfahrin der GrĂ€fin Esclarmonde de Foix (um 1151–um 1215) hielt, einer prominenten Angehörigen der mittelalterlichen Sekte der Katharer im Frankreich des 13. Jahrhunderts. GrĂ€fin Pujol-Murat war Mitglied der Gnostischen Kirche und unterhielt enge Kontakte zur Okkultgruppe der „Les Polaires“ (gegrĂŒndet 1930), die sich mit den Hyperboreern und den Mythen um Ultima Thule beschĂ€ftigten und den Ideen der Welteislehre des von der SS protegierten österreichischen Ingenieurs Hanns Hörbiger (1860–1931) vertraten.[3]

Gralssuche mit Antonin Gadal

Antonin Gadal (1877–1962) war Rahns FremdenfĂŒhrer und Mentor im Languedoc.

Ab 1929 unternahm Rahn im Rahmen seiner Studien Reisen in die Provence, in das sĂŒdfranzösische Languedoc, wo er Höhlenforschungen unternahm und unter anderem zur Burgruine MontsĂ©gur. 1930 unternahm er eine Reise ins Tal der AriĂšge. In Frankreich galt sein Interesse der mittelalterlichen Ketzerbewegung, insbesondere den Katharern und Albigensern. Rahns MĂ€zenin, die GrĂ€fin Pujol-Murat, stellte ihm fĂŒr seine Nachforschungen und Exkursionen in den Midi-PyrenĂ€en eine Limousine und ihren deutschen Chauffeur und Diener Joseph Widegger zur VerfĂŒgung, was ihm Reisen auf den Spuren der Gnostiker im Languedoc nach Pamiers, Foix, Carcassonne, MontsĂ©gur und Mirepoix ermöglichte.[3]

Auf seinen ersten Erkundungen lernte er DĂ©odat RochĂ©,[4] einen AnhĂ€nger Rudolf Steiners, und den Heimatforscher Antonin Gadal kennen. Zu Gadal, den er als seinen Lehrmeister und Gönner bezeichnete und mit dem er in den folgenden zirka drei Jahren intensiv zusammen arbeitete entwickelte Rahn eine intensive Freundschaft. Ab SpĂ€therbst 1931 ließ sich Rahn in dem kleinen Kurort Ornolac-Ussat-les-Bains[5] nieder, in dem auch sein Mentor Antonin Gadal wohnte, mit dem er auch in den kommenden wirren und schwierigen Jahren bis zu seinem frĂŒhen Tod befreundet blieb.[6]

1930 bis 1932 erkundete Rahn ausgehend von seinem Wohnort in Ornolac-Ussat-les-Bains das Languedoc. Bei seinen AusflĂŒgen in den sĂŒdfranzösischen PyrenĂ€en und bei seinen Höhlenforschungen im AriĂštal wurde er von seinem Freund, dem Leiter des Fremdenverkehrsamtes von Ornolac-Ussat-les-Bains, dem Lehrer Antonin Gadal[7] begleitet.[8]

Umwertung der Gralssage durch Apotheose Luzifers

Die beiden BĂŒcher Rahns unterscheiden sich stark in Stil und Inhalt. Besonders deutlich vollzieht sich der Sinneswandel des Autors dabei am Begriff „Luzifer“. Im „Kreuzzug gegen den Gral“ , geschrieben vor seiner Mitgliedschaft in der SS, ordnet Rahn den Begriff Luzifer noch in seiner christlichen Bedeutung dem Bösen zu. In seinem zweiten Buch „Luzifers Hofgesind“, dessen Titel bereits seine luziferische Begeisterung ausdrĂŒckt, mutiert Luzifer zu einem TrĂ€ger des Lichtes, Luci-Bel, wie ihn die Lucifer-AnhĂ€nger der Katharer Sekte nannten. In Rahns eigenwilliger Auslegung wurde der Gral zu einem Sammelsymbol fĂŒr alle AnhĂ€nger Luzifers umgedeutet. 1938 hielt Rahn im "Dietrich Eckart-Verein" in Dortmund einen Vortrag vor der SS, in der er eine Umwertung historischer Sachverhalte und des Bildes Luzifers vornahm, den er nun als Lichtbringer feierte und rehabilitierte.[9]

Identifizierung der Gralsburg

Rahns Studien und seine umfangreichen Recherchen in den französischen Archiven von Montsegur (OstpyrenĂ€en), ließen ihn schließlich glauben, dass er die geheimnisvolle Gralsburg gefunden habe, die erstmalig von dem provenzalischen Dichter des 12. Jahrhunderts Guyot, dem Erfinder der Gralssage, erwĂ€hnt wird, der diese Geschichte wiederum aus einem Buch des arabischen Astrologen Flegitanis entnommen haben will. So proklamierte Rahn, dass die in der Geschichte der Katharer so bedeutungsvolle Burg MontsĂ©gur mit der Gralsburg Montsalvatge (Montsalvatsch) aus Wolfram von Eschenbachs Epos Parzival identisch sei. Otto Rahn stellte die These auf, dass die Katharer die HĂŒter des Grals waren, den er als Stein des Lichtes beschrieb, und dass die von Papst Innozenz III. initiierten Albigenserkriege eigentlich ein Kreuzzug gegen den Gral gewesen seien.[10] Die von Otto Rahn aufgestellten Thesen stammen im Wesentlichen von Antonin Gadal, dem Leiter des Fremdenverkehrsamtes von Ornolac-Ussat-les-Bains im Tal der AriĂšge in den französischen PyrenĂ€en.[11] Der Lehrer Antonin Gadal forschte nach seiner Pensionierung nach dem historischen Erbe der Katharer und erwarb sich so den Ruf eines Neukatharer-Fachmanns. Er interessierte sich fĂŒr die französische Historie und die katharische HĂ€resie und betĂ€tigte sich als Höhlenforscher. Gadals palĂ€ontologische Untersuchungen der Höhlen im Tal der AriĂšge und seine umfangreichen Recherchen im sĂŒdfranzösischen Languedoc ließen ihn schließlich glauben, dass er dem geheimnisvollen Katharerschatz auf die Spur gekommen sei, den er als den Gral identifizierte, der erstmalig von dem provenzalischen Dichter des 12. Jahrhunderts Guyot, dem Erfinder der Gralssage, erwĂ€hnt wurde. Gadal infizierte Otto Rahn mit seiner Vermutung, dass der Katharerschatz in den Höhlen des Sabarthes verborgen liegt und ermutigte zeitlebens auch andere Forscher zur romantisch motivierten Gralssuche und Recherchen ĂŒber die Geschichte der fĂŒr die Katharer des Mittelalters so bedeutungsvollen Burg MontsĂ©gur, die er fĂŒr die Gralsburg Montsalvatge (Montsalvatsch) aus Wolfram von Eschenbachs Epos Parzival hielt.

Bankrott und Flucht wegen GeheimbĂŒndelei- und Spionageverdacht

Ehemaliges Hotel Restaurant des Marroniers in Ornolac-Ussat-les-Bains im AriĂšge-Tal

Im Mai 1932 schloss Rahn einen dreijĂ€hrigen Pachtvertrag ĂŒber das an der Nationalstraße Toulouse-Andorra gelegene Hotel Restaurant des Marronniers in Ussat-les-Bains ab. Josephine Baker, Paul Ladame und Marlene Dietrich sollen zu Rahns HotelgĂ€sten gehört haben. Am 10. Oktober 1932 stellte das Handelsgericht in Foix den Bankrott von Rahns Hotel fest. Durch deutsche VerlagsvorschĂŒsse gelang es ihm zwar, die gröbsten Schulden zu tilgen. Trotzdem musste er Konkurs anmelden. Ende 1932 wurde Rahn von französischen Regierungsstellen beschuldigt, gleichzeitig ein deutscher Spion und der FĂŒhrer eines internationalen Geheimbundes zu sein. Er verließ die Region und Frankreich daraufhin unauffĂ€llig.

Am 3. MĂ€rz 1932 berichtete die Zeitung La DĂ©pĂȘche du Midi von Ausgrabungsarbeiten einer theosophischen Gruppe der „FraternitĂ© des Polaires“, kurz „Les Polaires“, mit Sitz in Paris (Avenue Rapp), in der NĂ€he von Massat, die von einem Deutschen [gemeint war Otto Rahn, der dies dementierte] geleitet werden. Die Zeitung berichtete zum wiederholten Male von der mysteriösen Schatzsuche dieser „Les Polaires“ in der Burg MontsĂ©gur, die einen Schatz der Albigenser aus dem 13. Jahrhundert gelte.[12] Ein Schwerpunkt von Rahns Forschungen lag auf der mittelalterlichen Geschichte der Albigenser und der Tempelritter im französischen Languedoc dem Land der Katharer. Seine historischen Feldforschungen und Archivstudien im sĂŒdfranzösischen Sabarthes ĂŒber den tragischen Untergang der Katharer auf der Burg MontsĂ©gur inspirierten ihn dazu einen Zusammenhang mit dem Heiligen Gral herzustellen, der gemĂ€ĂŸ seinen Thesen auf MontsĂ©gur von den Katharern verborgen gehalten worden wĂ€re. Das Symbol der katharischen Lehre war fĂŒr ihn deshalb der Gral.[13][3] Im Herbst 1933 wurde Rahns Buch Kreuzzug gegen den Gral beim Urban Verlag in Freiburg i./Breisgau veröffentlicht. Kurz darauf trat er in Berlin dem Reichsverband deutscher Schriftsteller bei.

Ariosophische Spurensuche: Thule-Mythos, Neuheidentum

1935 unternahm Rahn Dienstreisen zu verschiedenen Orten im Westerwald, Hessen und Bayern, die er ohne konkrete Vorgaben durchfĂŒhren konnte.[14][15][16] Forschungsreisen in Vorbereitung seines zweiten Werkes Luzifers Hofgesind fĂŒhrten Rahn auch nach Frankreich, Italien und Island.

1937 nahm er mit einer Gruppe von 20 SS-MĂ€nnern an einer Island-Expedition teil. Ziel dieser „Nordlandfahrt“ war die Erforschung von Spuren des mythischen Thule, das man mit der Hauptstadt der Hyperboreer assoziierte.[17] Der Gruppe sollten wohl die Wurzeln der germanischen Edda-Saga nahe gebracht werden. An der Expedition nahmen unter anderem der Islandkenner Paul Burkert und der mit dem Aufbau der Wewelsburger Bibliothek betraute Wissenschaftler Hans Peter des Coudres teil, mit dem sich Rahn anfreundete.[18] Rahn betrachtet in der Folge seine „Wallfahrt“ nach Island als gescheitert weil er sich ernĂŒchtert eingestehen musste, dass Island nicht „Thule“ sein könne und dehnte seine bizarren Thule-Spekulationen daraufhin auf den nördlichen skandinavischen Raum aus.[19] Im Anschluss an die Islandreise veröffentlichte Rahn sein Reisetagebuch Luzifers Hofgesind, in dem er seine Suche nach Beweisen fĂŒr seine These von einer katharisch-visigotischen Tradition beschrieb.[20]

Der von Otto Rahn nur mit schwachen etymologischen Argumenten vertretene hypothetisch mythologische Komplex, in dem die Katharer und MontsĂ©gur mit dem Heiligen Gral und dessen Burg assoziiert werden, wurde von Historikern mittlerweile widerlegt: So könne der MontsĂ©gur nichts mit der versteckten Gralsburg gemein haben, da die Burgfestung MontsĂ©gur im Jahre 1244 im Albigenserkreuzzug von Katharer-Rittern als letzte RĂŒckzugsfestung und Zufluchtsort von ca. 200 Mitgliedern der Katharer-Sekte zu einem Zeitpunkt vergeblich verteidigt wurde, als Wolfram den Parzival lĂ€ngst geschrieben hatte.[21][11][22]

Arbeiten fĂŒr Karl Maria Wiligut (1935–1936) im Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA)

1935 kam Rahn auf Vermittlung von dessen SekretĂ€rin mit dem SS-StandartenfĂŒhrer Karl Maria Wiligut, der sich ebenfalls fĂŒr den Gralsmythos interessierte, in Kontakt, der ihn mit Heinrich Himmler bekannt machte. Ab Mai 1935 gehörte Rahn zum persönlichen Stab Williguts und arbeitete fĂŒr ihn als Referent im „Rasse- und Siedlungshauptamt“ (RuSHA) der SS ohne genau definierten Aufgabenbereich.[23]

Rahns Thesen, das Katharertum sei eine germanisch geprĂ€gte dualistische Ketzerbewegung mit uralten arischen Wurzeln, beeindruckten den ReichsfĂŒhrer-SS und Chef der Deutschen Polizei Heinrich Himmler so gewaltig, dass er den MediĂ€visten Rahn zur Weiterarbeit an diesen esoterischen „mythenverwirrten“ Theorien unter den Auspizien der SS motivierte und ihn zur Mitarbeit bei von der SS finanzierten Exkursionen und Forschungen einlud.[24]

Zeit im Stab der ReichsfĂŒhrer SS (1936–1939)

Am 12. MĂ€rz 1936 wurde Otto Rahn in die SS aufgenommen. In seiner handschriftlich ausgefĂŒllten SS-Stammrolle gibt er sechs Tage spĂ€ter folgende Stellungnahme ab: „Vor der MachtĂŒbernahme schrieb ich im Ausland, nach mehrjĂ€hriger Abwesenheit von Deutschland und ohne ĂŒber den politischen Weg sowie die weltanschaulichen Ziele der N.S.D.A.P. einwandfrei unterrichtet worden zu sein, ein Buch und AufsĂ€tze, die heute als nationalsozialistisches Gedankengut gelten und die auch meine Berufung in den Stab des ReichsfĂŒhrer SS gezeitigt haben.“[25]

Rahn erhielt von Heinrich Himmler, der Schwierigkeiten hatte, seinen arischen Stammbaum nachzuweisen, den Auftrag Recherchen ĂŒber die Vergangenheit seiner Vorfahren aus der französischsprachigen Schweiz anzustellen.[26] Im November 1936 leitete Rahn seine Ergebnisse zu Himmlers Ahnennachweis an die Wewelsburg weiter. Durch diese Recherchen fĂŒr den ReichsfĂŒhrer SS vernachlĂ€ssigte er seine eigene Ahnentafel, wurde aber trotz der noch fehlenden Unterlagen noch im gleichen Monat zum OberscharfĂŒhrer befördert.

1937 lernte Rahn bei Alfred Schmid den Schweizer Franz Riedweg kennen, den er auf Einladung Himmlers im selben Jahr bei einem Mittagessen im Nobelrestaurant Horcher wiedertraf. An diesem Essen nahmen der Leiter des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) Reinhard Heydrich, der GruppenfĂŒhrer im „Persönlichen Stab des ReichsfĂŒhrer-SS“ Karl Wolff, der Schweizer Politiker Jean-Marie Musy und Werner Best teil. Himmler bahnte dabei Dr. Riedwegs Eintritt in die SS an, indem er ihm anbot, als HauptsturmfĂŒhrer und Truppenarzt bei der SS-Standarte Deutschland zu dienen, wodurch Otto Rahn ein Jahr spĂ€ter erhebliche Probleme entstanden, die letztlich zu seinem Freitod beitrugen.[18]

Da Rahn fließend Französisch sprach und als Katharer-Experte und Kenner der zu besprechenden okkulten Themen galt, wurde er von Willigut als Vermittler zu einem GesprĂ€ch zwischen Himmler und dem französischen Okkultisten Gaston de Mengel hinzugezogen. Der Brite Gaston de Mengel war wie Rahns Freund Maurice Magre Mitglied des Geheimbundes "Les Polaires", der vorgab, ĂŒber eine spiritistische Orakelmethode mit einem spirituellen Zentrum in Tibet in Verbindung zu stehen. De Mengels Reiserouten entsprachen den Interessen des Ahnenerbes. Im Rahmen seiner SpionagetĂ€tigkeiten, die von Heinrich Himmler finanziert wurden, hatte er ĂŒber französische Geheimorganisationen zu berichten.[3][27] Aus einem Schreiben Karl Wolffs vom 19. Februar 1937 an Karl Maria Wiligut geht hervor, dass es bei diesen GesprĂ€chen auf Basis der Studien De Mengels ĂŒber vorchristliches, indisches, persisches und teilweise chinesisches Schrifttum um die Edda, die Veden, die Kabbala und um seine metaphysischen Berechnungen ĂŒber den Pyramidenbau ging. OberscharfĂŒhrer Otto Rahn soll die Richtigkeit derjenigen Forschungen De Mengels betĂ€tigt haben, die er auf seinen Reisen selbst beobachten konnte. Willigut schlug Otto Rahn fĂŒr die Übersetzung der Werke Gaston de Mengels vor, in denen die Steuerung politischer VorgĂ€nge geheimen spirituellen Zentren, namentlich Agartha und Shambhala zugerechnet wurde und die von tibetanischen Weltverschwörungstheorien und einem erwarteten neuen messianischen Weltlehrer namens Maitreya, handelten.[28]

Im April 1938 erfolgte die Ernennung zum SS-UntersturmfĂŒhrer. Im November 1938 wurde Rahn vier Monate lang, unter Ablegung seines Dienstgrades den KZ-Wachmannschaften von Buchenwald und danach dem KZ Dachau zugeteilt, weil er durch ĂŒbermĂ€ĂŸigen Alkoholgenuss aufgefallen war. 1939 wurde Rahn als ObersturmfĂŒhrer, wohl unter dem Vorwurf der HomosexualitĂ€t, auf eigenen Wunsch wieder aus der SS entlassen.[29][3]

Disziplinarverfahren wegen „ehrenrĂŒhrigem Verhalten“

Als TrĂ€ger der SS-Uniform wĂ€hnte sich Rahn als „Gralsritter“ und glaubte einen damit verbunden Ehrenkodex zu verteidigen, indem er undisziplinierte SS-Kameraden und hochrangige SS-Offiziere fanatisch maßregelte, wofĂŒr er hĂ€ufig Hohn und Spott erntete. Seine esoterischen „Gralsucher-Ideale“ wurden ihm schließlich zum VerhĂ€ngnis, als nach Intrigen die SS wegen seiner Alkoholprobleme und homosexuellen Neigungen ein Disziplinarverfahren wegen „ehrenrĂŒhrigem Verhalten“ gegen ihn einleitete, worauf er vier Monate lang zur Wachmannschaft im KZ Dachau strafversetzt wurde.[30]

Beitrag zur NS-Germanenideologie

Der Berg MontsĂ©gur mit der Ruine der gleichnamigen Katharerburg, die Rahn fĂŒr die Gralsburg hielt.

Joscelyn Godwin[31] identifiziert Otto Rahn als den Hauptverantwortlichen fĂŒr das Entstehen des mythologischen Komplexes, in dem die Katharer und deren Burg MontsĂ©gur mit dem Heiligen Gral und dessen Burg assoziiert werden.[32] Die von Rahn wĂ€hrend seiner Gralssuche aufgestellten Thesen von einer katharisch-visigotischen Tradition und die von ihm postulierte Existenz einer gnostischen Untergrundreligion arisch-westgotischen Ursprungs, die von der kirchlichen Obrigkeit zerschlagen wurde, wurden von Rudolf Mund adaptiert, der diese Theorien als Beweise fĂŒr die mystische Mission der SS wertete.[20]

FĂŒr Rahn waren die Katharer Germanen und der Albigenserkreuzzug mehr als ein Glaubenskrieg: FĂŒr ihn war er ein Kampf der Rassen von Juda und Rom gegen das nordische Germanentum. FĂŒr ihn hat Papst Innozenz III., auf dessen Geheiß es zum Kreuzzug in der Provence und im Languedoc kam, das Ziel verfolgt, das Germanenblut in SĂŒdfrankreich endgĂŒltig auszurotten, weil dem Germanentum der Norden [gemeint war Thule] und nicht Jerusalem oder Rom heilig waren.[33]

Rahns 1933 erschienenes „Ketzerbuch“ „Kreuzzug gegen den Gral“ ĂŒber seine Nachforschungen und Studien ĂŒber die Katharer und den Gral machte ihn europaweit, insbesondere aber in NS-Kreisen bekannt und berĂŒhmt. Im April 1935 wurde Karl Maria Wiligut auf den Autor aufmerksam, der als engster Ratgeber Heinrich Himmlers Rahn sofort nach Berlin zitierte, da er Rahns mythologischen Themenkomplex zur Bereicherung der nationalsozialistischen Ideologiebildung der 1935 gegrĂŒndeten „Ahnenerbe“-Stiftung heranzuziehen gedachte. Der ReichsfĂŒhrer SS Himmler ĂŒbernahm Rahns Deutung der Gralslegende und stellte den Schwarzen Orden der SS fortan in die Tradition des europĂ€ischen Ketzertums, da sich Rahns Thesen als Beleg fĂŒr Himmlers Weltbild von einer in Urzeiten zurĂŒckreichenden arischen Lichtreligion ansah, als deren Erbe und Vertreter Himmler seine als „Orden“ und „Ritterschaft“ definierte und konzipierte SS ansah. In gleicher Weise wurden Rahns Ideen von Alfred Rosenberg, dem fĂŒhrenden NS-Ideologen, aufgegriffen und unterstĂŒtzt, da sich Rahns Thesen als anschlussfĂ€hig fĂŒr Rosenbergs Rassenideologien erwiesen, indem er die Albigenser, Waldenser und die Katharer zu MĂ€rtyrern der „abendlĂ€ndischen, völkischen Gesittung“ erklĂ€rte und diese Ketzerbewegungen zu den VorlĂ€ufern des Nationalsozialismus hochstilisierte. So stellte Rahn die These auf, dass die Kirche im Mittelalter einen Kreuzzug gegen den Gral gefĂŒhrt hĂ€tte, weil dieser das ketzerische Symbol fĂŒr die „Reine Lehre“ sei,[34] was er etymologisch herleitete:

„Die ‚Reine Lehre‘, wie die Verdeutschung des Begriffes Catharismus ja lautet, wurde nach dem Beispiel der indischen Mani mit einem vom Himmel gefallenen Stein symbolisiert, einem lapis ex coelis, der die Welt tröstend erleuchtet.[35]“

– Rahn: Kreuzzug gegen den Gral. Teil I, S. 137

In seinem Buch Kreuzzug gegen den Gral postulierte Rahn eine imaginierte Einheit zwischen den Traditionen der Troubadoure und des Minnesangs, der katharischen HĂ€resie und der Sage vom Heiligen Gral. Aufbauend auf diesem unbewiesenen Surrogat postulierte er die Existenz einer gnostischen Untergrundreligion arisch-westgotischen Ursprungs, die im Jahre 1244 von der Inquisition der Kirchenobrigkeit vernichtet worden sei. Die von ihm aufgestellten Thesen einer auf legendĂ€ren HĂ€resien aufgebauten germanischen Religion ließen Himmler auf ihn aufmerksam werden, der ihn zur zukĂŒnftigen Mitarbeit bei von der SS gesponserten Expeditionen und Forschungen aufforderte.[16]

Heinrich Himmler adaptierte Rahns Licht- und Sonnengnosis mit Luzifer als Erlöserfigur und hielt das Land der Katharer in SĂŒdfrankreich fĂŒr das Ursprungsland des Grals und die Burg MontsĂ©gur fĂŒr die Gralsburg ‚Munsalvasch‘ aus Eschenbachs Gralsepos, was Rahns Karriere in der SS begĂŒnstigte und erklĂ€rt.[22] Rahns Buch „Kreuzzug gegen den Gral“ wurde zur PflichtlektĂŒre fĂŒr alle höheren SS-RĂ€nge.[36]

Hinter diesen nach außen gekehrten Anleihen beim Germanentum und dem, was Himmler dafĂŒr hielt, ging es ihm um weit mehr, nĂ€mlich darum, in Anlehnung an Geschichte, Geschichtsmythos, Germanenkult, Sternbeobachtung, Sterndeutung und Wiederverkörperungstheorie ein WelterklĂ€rungsmodell zu schaffen, das „tatsĂ€chlich ein Religionsersatz“ in Gestalt einer „germanischen Urreligion“ werden sollte.[37] Mit diesen Vorstellungen, bei denen er sich zeitweise vor allem auf den zwielichtigen Karl Maria Wiligut stĂŒtzte, trat Himmler allerdings nie in die Öffentlichkeit.[38]

Koinzidenz zwischen Shambala- und Gralsmythos

Rahn war ĂŒberzeugt, dass die Katharer durch manichĂ€ische Missionare christianisierte Druiden gewesen seien, wozu ihm der Shambala-Mythos als Beweis diente: Im Shambala-Mythos wird der Mani-Stein des Chakravartin in Zusammenhang mit einem wunscherfĂŒllenden Juwel in einem Ă€hnlichen Kontext erwĂ€hnt wie in Rahns Gralsmythos, in dem er behauptet, eine weiße Taube hĂ€tte den Gral „nach Asiens Bergen“ gebracht, womit er das Himalaya-Gebirge meint.[39][40]

Rahns Erkenntnisse, dass das höchste Mysterium der Katharer, die Manisola,[41] das Rahn als identisch mit dem Gralsmahl sah, und seine Thesen, dass der von den Katharern verehrte Stein (Mani), den Rahn mit tibetisch-buddhistischen Analogien assoziierte, und die ihn zu dem von ihm konstruierten Rezeptionsstrang Katharer – Gral – Tibet veranlassten, wie er ihn in seinem Buch Kreuzzug gegen den Gral darstellte, stammen von seinem Freund, dem Dichter Maurice Magre, einem Mitglied des Geheimbundes „Les Polaires“.[22] GemĂ€ĂŸ der Durchsagen diesen Sternenkraftorakels wĂŒnsche sich das tibetische Zentrum die Errichtung eines europĂ€ischen Einweihungszentrums unter der Leitung der Polaires, das, anknĂŒpfend an katharische Traditionen, eine Neuauflage der sapientes, der Weisen der Katharer, werden solle.[42] Heinrich Himmler hatte durch den von Rahn gedolmetschten Abgesandten der Polaires, den Briten Gaston de Mengel, Kenntnis von der von dieser okkulten Orakel-Kommunikation mit dem geheimen Einweihungszentrum im Himalaya erhalten, und war seit seiner LektĂŒre des Buches „Tiere, Menschen und Götter“ von Ferdinand Ossendowski mit mongolischen ErzĂ€hlungen vertraut, die ĂŒber ein geheimnisvolles unterirdisches Reich namens Agarthi und einem Einweihungszentrum, dass der Legende zufolge unterhalb des Himalayas liegt und von einem „König der Welt“ regiert wird, vertraut.[43]

Die Thesen des Buddhisten Magre, die Katharer und ĂŒberhaupt alle europĂ€ischen Ketzer seien getarnte AnhĂ€ngern der Buddhalehre, haben in Rahns BĂŒchern deutliche Spuren hinterlassen.[44] Diese Auffassung wird jedoch von Historikern nicht geteilt, da sie auch sehr toleranter Kritik nicht standhalte.[45]

Ossendowskis Adepten, beispielsweise RenĂ© GuĂ©non, brachten den Agharta-Mythos mit der Gralslegende in Verbindung und konstruierten eine chiliastische Vorstellung, in der der „König der Welt“ die guten gegen die bösen Menschen in den Kampf fĂŒhren wird.

Veröffentlichungen

  • Im Herbst 1933 erschien Rahns Buch Kreuzzug gegen den Gral beim Urban Verlag in Freiburg i./Breisgau die seine EindrĂŒcke und die Erkenntnisse seiner Gralsforschungen wiedergeben.
  • Am 5. August 1934 erschien Rahns Artikel 'Heinrich Minneke' in der Frankfurter Zeitung, in dem sich Hinweise auf die Verehrung des aus dem Himmel stĂŒrzenden Luzifers durch die Katharer finden.
  • Im April 1938 erschien Rahns Buch Luzifers Hofgesind im SchwarzhĂ€upter-Verlag Leipzig.[46]

Der Inhalt seines zweiten Buches Luzifers Hofgesind, das er auf Anweisung Heinrich Himmlers geschrieben hat, ist geprÀgt durch die Blutmythologie Thules und enthÀlt antisemitische AnklÀnge, wie der folgende Auszug zeigt:

„Unter Luzifers Hofgesind verstehe ich diejenigen, die nordischen GeblĂŒtes inne und ihm getreu, einen 'Berg der Versammlung in der fernsten Mitternacht’ als Ziel ihrer Gottsucht sich erkoren hatten und nicht die Berge Sinai oder Zion in Vorderasien.“

– Rahn: Luzifers Hofgesind. Eine Reise zu den guten Geistern Europas. (1936). Struckum: Verlag fĂŒr ganzheitliche Forschung und Kultur 1985, S. 96.[32]

In diesem Buch, das als Reisetagebuch verfasst wurde, versucht Rahn die mittelalterlichen Ketzerbewegungen zu ergrĂŒnden. Das Buch „Luzifers Hofgesind“ entstand unter der Schirmherrschaft Heinrich Himmlers, der vor der Drucklegung Einfluss auf den Inhalt nahm. Die darin enthaltenen zahlreichen, zum Teil Ă€ußerst aggressiven antisemitischen Passagen sind unĂŒbersehbar. Rahn weihte das Buch seinen SS-Kameraden und stellte als Motto einen tendenziösen Spruch Schopenhauers voran:[17]

„Wir dĂŒrfen hoffen, dass einst auch Europa von aller jĂŒdischen Mythologie gereinigt sein wird.“

– Rahn: Luzifers Hofgesind. (1937). Geleitwort.

Luzifers Hofgesind ist eine reine SS-Propaganda-Schrift: Das Buch wurde von der SS finanziert, vom ReichsfĂŒhrer SS Himmler mit RatschlĂ€gen bedacht und als Leitkultur-LektĂŒre empfohlen, von einem SS-Mann geschrieben und massenhaft in der SS verbreitet.

Nach Kriegsende wurde Rahns Buch Luzifers Hofgesind (1937) in der Sowjetischen Besatzungszone auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[47]

Tod

Der Rechauerhof in Söll/Stockach, Eiberg Nr.15 – In 350 m entgegengesetzter Blickrichtung war am 11. Mai 1939 der Fundort der Leiche

Rahn starb im MĂ€rz 1939 wenige Tage vor seiner geplanten Hochzeit, zu der sich der ReichsfĂŒhrer SS Heinrich Himmler persönlich angesagt hatte, auf dem Eiberg bei Söll in Tirol unter mysteriösen UmstĂ€nden.[13] Wegen seiner homosexuellen Neigungen war er bei Himmler, dessen persönlichem Stab er angehörte, in Ungnade gefallen und zum Selbstmord getrieben worden, da der „Tatbestand“ der HomosexualitĂ€t in der SS einem Todesurteil gleich kam. So sei Rahn von der SS vor die Alternative gestellt worden, entweder im KZ zu verenden oder einen „anstĂ€ndigen“ selbst inszenierten Tod zu wĂ€hlen. [48] Die Chronik der Gendarmeriestelle Söll beschreibt den Tatbestand, dass am 11. Mai 1939 die Kinder des Josef Mayer am Eiberg eine schon stark verweste mĂ€nnliche Leiche gefunden haben. Die Leiche wurde am Tag darauf nur durch den Mantel und mit Hilfe des Reisepasses durch den in Söll diensthabenden GUstr. Lentsch als die des Schriftstellers Otto Rahn aus Berlin identifiziert; dieser war seit 13. MĂ€rz 1939 vermisst gewesen. Die Leiche soll nach Eintragung des Postenchronik nach Wörgl/Söll ĂŒberfĂŒhrt und dort beerdigt worden sein. Lt. Aussage der stĂ€dtischen Friedhofsverwaltung Wörgl, bzw. der zustĂ€ndigen Stadtpfarre ergab aber, das im benannten Zeitpunkt keine Bestattung mit dem Namen Rahn stattgefunden hat. Vermutlich wurde der Leichnam nach Kirchbichl ĂŒberfĂŒhrt.

Rezeption und Kritik

Die in dem Buch Kreuzzug gegen den Gral (1933) aufgestellten Thesen und Theorien, die Otto Rahn zu der Behauptung veranlassten, der Katharerschatz sei identisch mit dem Heiligen Gral, stammen im Wesentlichen von dem Heimatforscher Antonin Gadal und wurden von Rahn trotz offenkundiger Anachronismen kritiklos ĂŒbernommen. Rahns Interpretationen und Behauptungen weisen viele schwer zu rechtfertigende AnsĂ€tze auf und widersprechen anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen, was auf seine unbekĂŒmmerte GeringschĂ€tzung historischer Belege zurĂŒckzufĂŒhren ist.[40][15]

Pseudowissenschaftliche Gralfantasien

Mit Rahns Leben und Werk beschĂ€ftigen sich bis heute zahlreiche Veröffentlichungen, in denen er aus zwei GrĂŒnden meist kritisiert wird:

  1. Zum einen steht und fĂ€llt seine Gralshypothese, die er zum Teil nur etymologisch aus Themen des Heiligen Gral, die in der mittelalterlichen Literatur eine wichtige Rolle spielten, ableitete, mit der KlĂ€rung der Frage, wann Wolfram von Eschenbach seinen Parzival beendete. So verfasste ChrĂ©tien de Troyes, der als BegrĂŒnder des höfischen Versromans gilt, in den 1170er bis 1190er Jahren mehrere Romane zum Legendenkreis um König Artus und den Heiligen Gral. Im deutschsprachigen Raum wurde das Thema dann unter anderem von Wolfram von Eschenbach in seinem Artusroman Parzival (um ca. 1200 bis 1210) aufgegriffen. Aufgrund der geschichtlichen ZusammenhĂ€nge war Rahn ĂŒberzeugt, dass es sich bei Wolframs Gralsburg – im Text als Munsalvaesche bezeichnet â€“ um den MontsĂ©gur handelt. So lautete der Name des Gralsherrn in einem anderen Epos Eschenbachs Perilla. Interessanterweise hieß der Herr der Festung Montsegur Raimon de Pereille, dessen Name in zeitgenössischen Dokumenten in der latinisierten Form Perilla verwendet wurde.[34]
  2. LĂ€sst sich der Gral bei den sĂŒdfranzösischen Katharern nachweisen?

Ist der Gral bei den Katharern nachweisbar?

Obwohl die Katharer des Mittelalters jeden Reliquienkult ablehnten, und obschon der Begriff Gral im Okzitanischen ein Synonym fĂŒr ein mörserförmiges TrinkgefĂ€ĂŸ war und der Heilige Gral die Reliquie des Abendmahlkelches Christi ist, behauptete Otto Rahn, der Gral sei, nach dem Beispiel der indischen Mani, ein Symbol fĂŒr einen vom Himmel gefallenen Stein, den er lapis ex coelis nannte. (Bei Wolfram von Eschenbach irrtĂŒmlich, da in dieser Fassung sinnlos: Lapsit exillis.). Es gibt jedoch weder in den Vernehmungsprotokollen der Katharerprozesse noch in den ĂŒberlieferten Schriften der Katharer den geringsten Hinweis darauf, dass bei den Katharer eine Legende von einem (symbolischen) Stein, der ihnen als Gral galt und der von einer weißen Taube in den Himalaya gebracht worden sein soll, was Rahn mit einer KohĂ€renz zum Mani-Stein der Chakravartin aus dem Shambala-Mythos beweisen zu können glaubte, gibt.[40][49] Auch neueste Forschungen, die sich auch auf Recherchen der Inquisitionsakten (Collection Doat, BibliothĂšque National Paris) und Studien im vatikanischen Geheimarchiv stĂŒtzen, haben keinen Beweis dafĂŒr erbringen können, dass die Katharer in irgendeiner Beziehung zum Gral standen.[50]

Schwache etymologische Argumente

Der von Otto Rahn aufgestellte hypothetisch mythologische Komplex, in dem die Katharer und Montségur mit dem Heiligen Gral und dessen Burg assoziiert werden, wurde nur mit schwachen etymologischen Argumenten vertreten:

  • So lautete der Name des Gralsherrn in einem anderen Epos Eschenbachs Perilla. Interessanterweise hieß der Herr der Festung Montsegur Raimon de Pereille, dessen Name in zeitgenössischen Dokumenten in der latinisierten Form Perilla verwendet wurde.[34]
  • Den Minne-Begriff fĂŒhrte Rahn in einer abenteuerlichen Weise auf den Namen Mani zurĂŒck, indem er die keuschen MinnesĂ€nger mit den lustfeindlichen ManichĂ€ern kurzerhand gleichsetzte.
  • Munsalvaesche (okzitan. Montsalvasch, „Heilsberg“, oder Montsauvage, „Wilder Berg“) nennt Wolfram die Gralsburg. Bei Rahn wird daraus der MontsĂ©gur (okzitanisch Montsegur, sicherer Berg) in den französischen PyrenĂ€en, die letzte RĂŒckzugsfestung der Katharer-Ritter, die 1244 im Albigenserkreuzzug eingenommen wurde. Es gibt ein GerĂŒcht, dass einige der belagerten Zitadelle entfliehen und dabei „den Schatz der Katharer“ retten konnten.
  • In Rahns Abwandlung der Gralslegende wird der Gral zu einem Himmelsstein: lapis ex coelis.[40] An der entsprechenden mit Eschenbachs Epos „Parzival“ korrespondierenden Stelle heißt es jedoch: „Er heizet Lapsit exillis“.[49]

Rahns BeweisfĂŒhrung mittels etymologischer Argumente und die von ihm vorgenommene Synthese verschiedener fiktiver und historischer Elemente, wurde von Historikern mittlerweile widerlegt: So könne der MontsĂ©gur nichts mit der versteckten Gralsburg gemein haben, da die Burgfestung MontsĂ©gur im Jahre 1244 im Albigenserkreuzzug von Katharer-Rittern als letzte RĂŒckzugsfestung und Zufluchtsort von ca. 200 Mitgliedern der Katharersekte zu einem Zeitpunkt vergeblich verteidigt wurde, als Wolfram den „Parzival“ lĂ€ngst geschrieben hatte.[51][15][52]

Anachronistisches Wunschdenken zwischen Mythos und RealitÀt

Rahns Gralsthesen weisen viele chronologische Probleme auf: So glaubte er etwa in der GrĂ€fin Esclarmonde de Foix (* um 1151; † um 1215) die GralshĂŒterin „Repanse de Schoye“ aus Eschenbachs „Parzival“ erkennen zu können, die den Gral in dem Berg des Munsalvaesche (bei Rahn: MontsĂ©gur) einschloss um ihn vor den Heerscharen der Inquisition zu schĂŒtzen. So werden Repanse de Schoyes BrĂŒder Anfortas, der Gralskönig und Trevrizent, der Eremit bei Rahn zu Raimund Roger von Foix und Guilhabert von Castres, der Katharerbischof von Toulouse. In Raimund Roger Trencavel, dem 1209 in Kerkerhaft verstorbenen Vizegrafen von BĂ©ziers, erkennt Rahn die Person des „Parzival“.[15] Die erste Gralsdichtung des Perceval oder Li Contes del Graal wurde von ChrĂ©tien de Troyes gegen 1180 fĂŒr Philipp von Flandern als Versuch erstellt, in der Geschichte des jungen Ritters Perceval die Gattung des Höfischen Romans mit christlichen Elementen, insbesondere in Gestalt des Mythos vom Heiligen Gral, zu durchdringen. Eschenbach begann seinen Parzival um 1200, wĂ€hrend die GrĂ€fin Esclarmonde de Foix der Katharer-Sekte erst 1204 beitrat, wĂ€hrend die „Grals“-Burg MontsĂ©gur erst ab 1209 zu einer KatharerzufluchtstĂ€tte ausgebaut wurde bevor sie 1244 fiel. Rahn hat seine Daten von dem Heimatforscher Antonin Gadal ĂŒbernommen und eine Synthese zwischen Elementen hergestellt, die nichts miteinander zu tun haben.[40]

Wissenschaftliche Kritik

In Rahns Vorstellung wird die in der Legende als versteckt und nahe einem Fluss oder See gelegene Gralsburg Montsalvaesche aus Eschenbachs Epos „Parzival“ in die auf einem spitzen Bergkegel weithin sichtbare Burg MontsĂ©gur verwandelt. Dort wurde nach seiner Auffassung der Gral, den er als wertvollen Stein und als Symbol fĂŒr eine dualistische Tradition ansah, deren Wurzeln Ă€lter als das Christentums seien, aufbewahrt. Aus diesem Grund vertrat er die Auffassung, dass die fundamentalen Ideen der katharischen Religion bereits seit der Epoche der Kelten und Iberer im Languedoc vertreten wurden, die er als Erben der Perser bezeichnete. Der Albigenserkreuzzug hatte fĂŒr Rahn deshalb das Ziel, diese (wesentlich Ă€ltere) Zivilisation, die er fĂŒr edler hielt, zu zerstören.[15] Renommierte Historiker seiner Zeit und der Gegenwart lehnen Rahns Ansichten ab. Katharerforscher sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die dualistische Lehre der Katharer durch bogomilische Missionare im Westen verbreitet wurde.[53]

Varia

Der Thrillerautor Philip Kerr stellt in Im Sog der dunklen MĂ€chte, dem zweiten Teil seiner Berlin-Trilogie, einen Mordfall in Form eines Ritualmords an jungen arischen MĂ€dchen dar. Die TĂ€ter sind eine Gruppe von meist homosexuellen SS-MĂ€nnern, unter anderem Rahn und Wiligut.

Werke

Literatur

  • Nicholas Goodrick-Clarke: The Occult Roots of Nazism. Aquarian Press, Wellingborough 1985, ISBN 0-85030-402-4 (deutsche Ausgabe: Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus. Stocker, Graz 1997, ISBN 3-7020-0795-4).
  • RĂŒdiger SĂŒnner: Die Schwarze Sonne. Entfesselung und Missbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik. Herder, Freiburg im Breisgau 1999, ISBN 3-451-05205-9.
  • Franz Wegener: Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der ReichsfĂŒhrer SS. KFVR, Gladbeck 2004, ISBN 3-931300-15-3.
  • Nigel Graddon: Otto Rahn and the Quest for the Holy Grail: The Amazing Life of the Real “Indiana Jones”. Adventures Unlimited, Kempton IL 2008, ISBN 978-1-931882-82-8.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Nicholas Goodrick-Clarke benennt mit Rahn, Karl Maria Wiligut und GĂŒnther Kirchhoff drei SS-Ariosophen, siehe Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus, S. 254
  2. ↑ Victor Trimondi: Hitler, Buddha, Krishna – eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute. Ueberreuter 2002, S. 264–265
  3. ↑ a b c d e f Franz Wegener: Alfred Schuler, der letzte deutsche Katharer. Gnosis, Nationalsozialismus und mystische Blutleuchte. Gladbeck 2003, ISBN 3-931300-11-0, S. 67–69.
  4. ↑ DĂ©odat RochĂ© in der französischsprachigen Wikipedia
  5. ↑ Ornolac-Ussat-les-Bains in der französischsprachigen Wikipedia
  6. ↑ Hans-JĂŒrgen Lange (Hrsg.): Der Gralssucher (1. Buch der Neuausgabe von: Otto Rahn. Leben und Werk) Engerda 1995, ISBN 3-927940-22-4, S.19.
  7. ↑ Antonin Gadal in der französischsprachigen Wikipedia
  8. ↑ Lothar Baier: Die große Ketzerei: Verfolgung und Ausrottung der Katharer durch Kirche und Wissenschaft. Wagenbach, Berlin 2002, ISBN 3-8031-2410-7, S. 186f.
  9. ↑ Hans-JĂŒrgen Lange: Otto Rahn und die Suche nach dem Gral . Verlag Zeitenwende, Engerda 1999, ISBN 978-3927940451. S. 66-72
  10. ↑ Marc Roberts: Das neue Lexikon der Esoterik. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag Berlin 2005, ISBN 3-89602-537-6, S. 409, 353–354.
  11. ↑ a b Monika Hauf: Der Mythos der Rosenkreuzer. Patmos Verlag, 2007. S. 156–157.
  12. ↑ Franz Wegener: Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der ReichsfĂŒhrer SS. KFVR, Gladbeck 2004, ISBN 3-931300-15-3, S. 103–104.
  13. ↑ a b E. R. Carmin: Das schwarze Reich. Geheimgesellschaften und Politik im 20. Jahrhundert. Wilhelm Heyne, MĂŒnchen 2000, S. 290–291, ISBN 3-453-16018-5
  14. ↑ Hans-JĂŒrgen Lange (Hrsg.): Der Gralssucher (1. Buch der Neuausgabe von: Otto Rahn. Leben und Werk) Engerda 1995, ISBN 3-927940-22-4, S. 21–22, S. 26, S. 42 und S. 91.
  15. ↑ a b c d e Malcolm Barber: Die Katharer. Ketzer des Mittelalters. Patmos Verlag, DĂŒsseldorf 2008, ISBN 978-3-491-96220-0, S. 287–289.
  16. ↑ a b Nicholas Goodrick-Clarke: Black Sun – Aryan Cults, Esoteric Nazism and the Politics of Identity. New York University Press, New York 2002, ISBN 0-8147-3124-4, S. 134–135.
  17. ↑ a b Victor Trimondi: Hitler, Buddha, Krishna – eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute. Ueberreuter 2002, S. 268
  18. ↑ a b Hans-JĂŒrgen Lange (Hrsg.): Der Gralssucher (1. Buch der Neuausgabe von: Otto Rahn. Leben und Werk) Engerda 1995, ISBN 3-927940-22-4, S. 27–28.
  19. ↑ RĂŒdiger SĂŒnner: Die Schwarze Sonne. Entfesselung und Missbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik. Herder, Freiburg im Breisgau 1999, ISBN 3-451-05205-9. S. 56
  20. ↑ a b Nicholas Goodrick-Clarke: Im Schatten der Schwarzen Sonne. Marix Verlag Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-86539-185-8, S. 282
  21. ↑ Karl R. H. Frick: Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts. Band II. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 202.
  22. ↑ a b c Victor Trimondi: Hitler, Buddha, Krishna – eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute. Ueberreuter 2002, S. 266–267
  23. ↑ Victor Trimondi: Hitler, Buddha, Krishna – eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute. Ueberreuter 2002, S. 267. Hans-JĂŒrgen Lange (Hrsg.): Der Gralssucher (1. Buch der Neuausgabe von: Otto Rahn. Leben und Werk) Engerda 1995, ISBN 3-927940-22-4, S. 27–29.
  24. ↑ Nicholas Goodrick-Clarke: Im Schatten der Schwarzen Sonne. Marix Verlag Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-86539-185-8, S. 254
  25. ↑ Hans-JĂŒrgen Lange: Otto Rahn und die Suche nach dem Gral. Engerda 1999, S. 61.
  26. ↑ Victor Trimondi: Hitler, Buddha, Krishna – eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute., Ueberreuter 2002, S. 267.
  27. ↑ Franz Wegener: Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der ReichsfĂŒhrer SS. KFVR, Gladbeck 2004, ISBN 3-931300-15-3, S. 78–81, S. 90.
  28. ↑ Franz Wegener: Das atlantidische Weltbild. Nationalsozialismus und Neue Rechte auf der Suche nach der versunkenen Atlantis. KFVR, Gladbeck 2. Auflage 2003, ISBN 3-931300-04-8, S. 29–35ff.
  29. ↑ Victor Trimondi: Hitler, Buddha, Krishna - eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute. Ueberreuter 2002, S. 264ff.
  30. ↑ RĂŒdiger SĂŒnner: Die Schwarze Sonne. Entfesselung und Missbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik. Herder, Freiburg im Breisgau 1999, ISBN 3-451-05205-9. S. 131
  31. ↑ Joscelyn Godwin in der französischsprachigen Wikipedia
  32. ↑ a b Joscelyn Godwin: Arktos. Der polare Mythos zwischen NS-Okkultismus und moderner Esoterik. Ares-Verlag, Graz 2007, ISBN 3-902475-40-4, S. 110–111
  33. ↑ Michael Hesemann: Hitlers Religion. Pattloch Verlag, MĂŒnchen 2004, S. 347.
  34. ↑ a b c RenĂ© Nelli: Dictionnaire des hĂ©rĂ©sies meridionales et des mouvements hĂ©rĂ©rodex ou indĂ©endants apparus dans le Midi de la France depuis l’établissement du christianisme. Toulouse 1968, S. 216ff
  35. ↑ Die Entdeckung des Heiligen Grals: das Ende einer Suche. MĂŒnchen 2003, ISBN 3-629-01659-6.
  36. ↑ Eduard Gugenberger und Roman Schweidlenka: Die FĂ€den der Nornen. Zur Macht der Mythen in politischen Bewegungen. Döcker (1993), ISBN 978-3851151619. S. 175
  37. ↑ Peter Longerich: Heinrich Himmler. Biographie. Siedler, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-88680-859-5, S. 295 f. (Rezension)
  38. ↑ Karl HĂŒser: Wewelsburg 1933 bis 1945: Kult- und TerrorstĂ€tte der SS. Eine Dokumentation. 2., ĂŒberarbeitete Auflage, Paderborn 1987, S. 8 f., ISBN 3-87088-534-3.,S. 8 f., S. 62–72 und S. 294–298.
  39. ↑ Victor Trimondi: Hitler, Buddha, Krishna – eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute, Ueberreuter 2002, S. 269–270 und S.271ff
  40. ↑ a b c d e Michael Hesemann: Hitlers Religion. Pattloch Verlag, MĂŒnchen 2004, S. 345–348.
  41. ↑ Manisola in der englischsprachigen Wikipedia
  42. ↑ Franz Wegener: Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der ReichsfĂŒhrer SS. KFVR, Gladbeck 2004, ISBN 3-931300-15-3, S. S. 90. und S.103
  43. ↑ Franz Wegener: Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der ReichsfĂŒhrer SS. KFVR, Gladbeck 2004, ISBN 3-931300-15-3, S. 111–112.
  44. ↑ Franz Wegener: Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der ReichsfĂŒhrer SS. KFVR, Gladbeck 2004, ISBN 3-931300-15-3, S. 93–98
  45. ↑ Josef Ackermann: Heinrich Himmler als Ideologe. Muster-Schmidt Verlag 1984, ISBN 3-7881-1660-9, S. 58.
  46. ↑ Nicholas Goodrick-Clarke: Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus, S. 204
  47. ↑ polunbi.de
  48. ↑ Hans-JĂŒrgen Lange: Otto Rahn und die Suche nach dem Gral . Verlag Zeitenwende, Engerda 1999, ISBN 978-3927940451. S. 13 und S.81
  49. ↑ a b Emma Jung, Marie-Louise von Franz: The grail legend. Princeton University Press, Chichester, West Sussex 1998, ISBN 0-691-00237-1, S. 148.
  50. ↑ Hans-JĂŒrgen Lange (Hrsg.): Der Gralssucher (1. Buch der Neuausgabe von: Otto Rahn. Leben und Werk) Engerda 1995, ISBN 3-927940-22-4, S. 73.
  51. ↑ Karl R. H. Frick: Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts. Band II Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 202.
  52. ↑ Hans-Wilhelm SchĂ€fer: Kelch und Stein. Untersuchungen zum Werk Wolframs von Eschenbach. Frankfurt/Main 1983.
  53. ↑ Arno Borst: Die Katharer. Herder Verlag, Freiburg i.Br. 2. Auflage 1992, ISBN 3-451-04025-5, S. 111ff.
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