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Otto Winterer (* 8. Januar 1846 in Ettenheim, Ortenaukreis; †26. Februar 1915 in Freiburg im Breisgau) war Oberbürgermeister der Städte Konstanz und Freiburg.
Inhaltsverzeichnis |
Winterer, Sohn eines Bäckers, legte in Freiburg am Berthold-Gymnasium sein Abitur ab und studierte dann Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Freiburg und Heidelberg. Winterer war Mitglied des Corps Suevia Freiburg.
Nach dem Staatsexamen 1871 trat er in den badischen Staatsdienst, wurde 1874 Amtmann in Mannheim und 1876 als Oberamtmann Amtsvorstand des Bezirksamts Buchen. Am 4. April 1877 wurde er mit 31 Jahren vom Bürgerausschuss der Stadt Konstanz als Nachfolger des zurückgetretenen Max Stromeyer zum neuen Oberbürgermeister gewählt, wo er sich vor allem erfolgreich als Sanierer der damals zerrütteten städtischen Finanzen hervortat. Von 1883 bis 1889 war Winterer gewählter Abgeordneter des städtischen Wahlkreises Konstanz in der Zweiten Kammer der Badischen Ständeversammlung und gehörte der Fraktion der Nationalliberalen Partei an. Im Mai 1888 wurde er dann vom Bürgerausschuss Freiburgs zum Oberbürgermeister dieser Stadt gewählt.
1905 wurde Winterer als Vertreter der badischen Städte in die Erste Kammer der Badische Ständeversammlung gewählt, was er bis zu seinem Tod blieb.
Als Winterer 1913 nach 25-jähriger Amtszeit aus dem Amt schied, sprach man in Freiburg vom „zweiten Gründer der Stadt“. In seiner Amtszeit verdoppelte sich die Zahl der Einwohner und Gebäude in Freiburg. Er veranlasste den Neubau des Stadttheaters, die Gründung der Städtischen Sammlungen, des Neuen Rathauses, des neuen Kollegiengebäudes der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie die Erschließung neuer Stadtteile wie dem Stühlinger. Für wohlhabende Neubürger, vor der Hamburger Cholera-Epidemie von 1892 Geflüchtete oder Pensionäre aus dem Ruhrgebiet, ließ er gehobene Wohngebiete in Herdern und am Lorettoberg (in der Wiehre) erschließen.
Auch wichtige Infrastruktureinrichtungen wurden unter seiner Leitung grundlegend erneuert oder neu geschaffen: neue Schulen für die schnell wachsende Bevölkerung, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung auf dem Rieselfeld, Elektrizitätswerk, Straßenbahn und anderes mehr. Er erkannte auch das Potential Freiburgs hinsichtlich des aufkommenden Tourismus und ließ Panoramawege im Stadtwald, den Park um den Waldsee und andere Freizeiteinrichtungen anlegen.
Er war auch sehr an der Geschichte der Stadt interessiert und setzte sich vehement für die Erhaltung der verbliebenen Stadttore (Martins- und Schwabentor) ein, die er im Geschmack der Zeit erheblich aufstocken ließ. Auf das Ansinnen der Bürger, die Stadttore wegen Komplikationen beim Bau der Straßenbahn abzureißen, entgegnete er: „Das Dorf hat Dächer – die Stadt hat Türme.“[2] Außerdem war ihm die Erhaltung des Freiburger Münsters ein besonderes Anliegen: er war der Initiator für die Gründung des Freiburger Münsterbauvereins.
Nachdem er die gesamte Amtszeit über mit seiner Familie in einer Dienstwohnung im Rathaus gewohnt hatte, bezog er ein Haus in der nach ihm benannten Wintererstraße in Herdern. Auch in Konstanz wurde eine Straße nach ihm benannt.
Für die Errichtung der Kanalisation verlieh ihm die medizinische Fakultät der Universität Freiburg den Titel eines Ehrendoktors. Er war Ehrenbürger von Konstanz (12. September 1888) und Freiburg (24. Mai 1913). Zudem existierte in den 1930er-Jahren in Freiburg das Otto-Winterer-Stadion, in dem der SC Freiburg einige Jahre spielte, bevor es abgerissen wurde.[3]
Nach einem Umbau 1998 kann das obere Foyer des Freiburger Theaters für Veranstaltungen genutzt werden. Es trägt seither den Namen Winterer-Foyer; das ursprüngliche Theatergebäude wurde während Winterers Amtszeit 1905 errichtet.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Max Stromeyer | Oberbürgermeister von Konstanz 1877–1888 |
Franz Weber |
| Carl Schuster | Oberbürgermeister von Freiburg im Breisgau 1888–1913 |
Emil Thoma |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Winterer, Otto |
| KURZBESCHREIBUNG | Oberbürgermeister der Stadt Freiburg |
| GEBURTSDATUM | 8. Januar 1846 |
| GEBURTSORT | Ettenheim |
| STERBEDATUM | 26. Februar 1915 |
| STERBEORT | Freiburg im Breisgau |