|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | ||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||
| Freiname | Paclitaxel | |||||||||||||||||||
| Andere Namen |
| |||||||||||||||||||
| Summenformel | C47H51NO14 | |||||||||||||||||||
| CAS-Nummer | 33069-62-4 | |||||||||||||||||||
| PubChem | 36314 | |||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||
| DrugBank | APRD00259 | |||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weiĂer Feststoff[1] | |||||||||||||||||||
| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||||||
| Verschreibungspflichtig: Ja | ||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 853,92 g·molâ1 | |||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
abhĂ€ngig von der Modifikation und der Messmethode werden Löslichkeiten von ca. 0,1 mg·lâ1 bis zu 30 mg·lâ1 in Wasser angegeben. [3] | |||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||
| LD50 | ||||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||||||||||||||||||||
Paclitaxel ist eine in der Pazifischen Eibe (Taxus brevifolia) vorkommende Substanz aus der Gruppe der Taxane. Paclitaxel wird als Arzneistoff in der Medizin zur Behandlung verschiedener Krebsarten (z. B. Brustkrebs) eingesetzt.
Inhaltsverzeichnis |
Paclitaxel ist bei Raumtemperatur ein farbloser Feststoff. In Wasser ist es kaum löslich. Es gibt mindestens drei kristalline Formen, eine davon ist ein Dihydrat. Es sind auch glasig erstarrte Modifikationen mit einem GlasĂŒbergang um 152 °C beschrieben. Die verschiedenen Angaben zur Löslichkeit können auf das Vorliegen unterschiedlicher Kristallstrukturen bzw. die Bildung eines schwerer löslichen Dihydrates in wĂ€ssriger Lösung zurĂŒckgefĂŒhrt werden.
Paclitaxel kann aus der Rinde der Pazifischen Eibe (Taxus brevifolia) gewonnen werden. Da diese Eibenart nur sehr wenig verbreitet ist und der Taxolgehalt gering ist, kann sie nicht den Weltbedarf an Paclitaxel decken. Seit einigen Jahren wird daher Paclitaxel partialsynthetisch aus Baccatin III gewonnen, das in den Nadeln der EuropÀischen Eibe (Taxus baccata) vorkommt. Dies geschieht nach dem Ojima-Holton-Verfahren, das unter anderem von Iwao Ojima entwickelt wurde. Eine weitere Methode zur industriellen Herstellung ist die biotechnologische Gewinnung von Paclitaxel aus Eibenzellkulturen.[6]
Eine Totalsynthese von Paclitaxel wurde erstmals im Jahr 1994 von Kyriacos C. Nicolaou beschrieben, fand jedoch keine industrielle Verwendung. Eine weitere Synthesemöglichkeit mithilfe der Chan-Umlagerung wurde im selben Jahr von Robert A. Holton gefunden.
Es wurde nachgewiesen, dass Paclitaxel auch durch den endophytisch lebenden Pilz Taxomyces andreanae biosynthetisiert wird, der symbiotisch in oder auf Pflanzen lebt.
Monroe E. Wall und M. C. Wani fĂŒhrten in den spĂ€ten 1960er-Jahren gemeinsam eine umfassende Suche nach Anti-Krebs-Wirkstoffen durch. Dabei konnten sie im Jahre 1971 die Substanz Paclitaxel durch Extraktion der Rinde der Pazifischen Eibe (Taxus brevifolia) erstmals isolieren, charakterisieren und seine wucherungshemmende Wirkung auf Zellen, u. a. Krebszellen, feststellen.[7]
Paclitaxel wird in der Therapie maligner Tumore (Chemotherapie) eingesetzt. Zu seinen Anwendungsgebieten gehören u. a. Ovarialkarzinome (in Kombination mit Cisplatin), Mammakarzinome (ggf. in Kombination mit Trastuzumab) und das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom (in Kombination mit Cisplatin oder Carboplatin) sowie das Prostatakarzinom (hier vor allem die synthetische Variante Docetaxel). Ferner wird es neben Sirolimus bei der Herzkatheterisierung (perkutane transluminale Koronarangioplastie, PTCA) zur Beschichtung von Stents (âdrug-eluting stentsâ) und Medikament-freisetzender Ballonkatheter (Drug-Eluting Ballons) verwendet, wodurch das Risiko eines erneuten Verschlusses der Koronararterie vermindert werden soll.
Paclitaxel wirkt, indem es die Teilung von Zellen (Mitose) stört. Es bindet an ÎČ-Tubulin und stört den Abbau von Mikrotubuli, die bei der Mitose Bestandteil der essenziellen Mitosespindel sind. Im Gegensatz zu Colchicin, Vinblastin und Nocodazol, die direkt den Aufbau der Mikrotubuli hemmen, inhibiert Paclitaxel deren Abbau.
Es wirkt somit auf alle sich teilenden Zellen, ist also nicht ohne Nebenwirkungen. Da Krebszellen sich schnell teilen, sind diese jedoch stÀrker betroffen.
Unter der Therapie mit Paclitaxel konnten folgende Nebenwirkungen beobachtet werden, die charakteristisch fĂŒr die meisten Zytostatika sind: Knochenmarksuppression mit BlutbildverĂ€nderungen (Thrombozytopenie, Neutropenie, AnĂ€mie), Neuropathien (insbesondere ParĂ€sthesien), Myalgien, Haarausfall, gastrointestinale Nebenwirkungen (z. B. Ăbelkeit, Erbrechen, Durchfall).
Paclitaxel steht als Arzneimittel gegen Krebs seit 1993 zur VerfĂŒgung. Herkömmliche Zubereitungsarten von Paclitaxel enthalten Substanzen, die zwar Paclitaxel lösen, die aber auch Ăberempfindlichkeitsreaktionen (allergische Reaktionen) verursachen können. Ein im Januar 2008 von der europĂ€ischen Zulassungsbehörde (European Medicines Agency, EMA) zugelassenes Paclitaxel (Handelsname Abraxane Âź; Hersteller Celgene, ehemals Abraxis) enthĂ€lt keine dieser Substanzen. [8]
Stattdessen wird das Paclitaxel in AbraxaneŸ in das menschliche Protein Albumin in Form von winzigen Partikeln eingebunden, die auch als "Nanoteilchen oder Nanopartikel" bekannt sind. Daraus lÀsst sich leicht eine Suspension herstellen, die in eine Vene infundiert werden kann. Die Nanopartikel selbst bewirken auch eine bessere Verteilung des Wirkstoffs im Körper.[9]
Abraxane (D), Albraxane (A), Celltaxel (D), Ebetaxel (A), NeoTaxan (D), Paxene (A), Ribotax (D), Taxol (D, A, CH), Taxomedac (D), zahlreiche weitere Generika (D, A, CH) [10][11][12]
| |
Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten! |