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Der Ausdruck panem et circenses (klat. [ˈpaːnɛm ɛt kɪrˈkeːnseːs]) (Akkusativ von panis et circenses) stammt vom römischen Dichter Juvenal[1]. Er bedeutet „Brot und Zirkusspiele“. Juvenal kritisiert in seiner Satire, dass das römische Volk in der Zeit der funktionierenden Republik noch selbst die Macht an Feldherren verliehen und Beamte gewählt habe, jetzt aber sich ängstlich und entpolitisiert nur noch diese beiden Dinge wünsche: Brot und Spiele.
Schon Fronto[2] berichtet von Kaiser Trajan, dieser habe Massenunterhaltungen besonders gepflegt, in der festen Meinung, "dass das römische Volk insbesondere durch zwei Dinge, Getreide und Schauspiele, sich im Bann halten lasse" (populum Romanum duabus praecipue rebus, annona et spectaculis, teneri). Dion von Prusa[3] wirft den Einwohnern Alexandrias vor, sie seien nur noch auf Brot und Wagenrennen fixiert.
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Der Ausdruck bezeichnet auch heute noch Versuche einer Regierung, administrativer oder industrieller Strukturen, das Volk bzw. die Bevölkerung oder Teile davon von Problemen (z. B. Rezessionen, innenpolitischen Problemen usw.) abzulenken, indem man mit Steuersenkungen, Wahlgeschenken oder eindrucksvoll inszenierten Großereignissen die allgemeine Stimmung zu heben versucht.
Gemeint sein können andererseits auch die einseitigen „niederen Gelüste“ des Volks nach solchen Maßnahmen, was als Zeichen von Dekadenz und Ignoranz gewertet werden kann.
Aktuell erlangte der Ausdruck Bekanntheit in der Populärkultur durch die amerikanische Jugendbuchreihe The Hunger Games (dt. Die Tribute von Panem) von Suzanne Collins. In der futuristischen amerikanischen Gesellschaft der Bücher, Panem, wird die Dekadenz und die Sehnsucht nach Ablenkung durch eine hyperbolische Metapher demonstriert, in der nämlich Kinder zur Unterhaltung und zur Kontrolle in Arenen geschickt werden, um sich gegenseitig zu töten.