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| Pantelleria | ||
|---|---|---|
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||
| Staat: | Italien | |
| Region: | Sizilien | |
| Provinz: | Trapani (TP) | |
| Lokale Bezeichnung: | Pantiddirìa | |
| Koordinaten: | 36° 50′ N, 11° 57′ O36.833333333311.955Koordinaten: 36° 50′ 0″ N, 11° 57′ 0″ O | |
| Höhe: | 5 m s.l.m. | |
| Fläche: | 83 km² | |
| Einwohner: | 7846 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 95 Einw./km² | |
| Postleitzahl: | 91017 | |
| Vorwahl: | 0923 | |
| ISTAT-Nummer: | 081014 | |
| Demonym: | Panteschi | |
| Schutzpatron: | San Fortunato | |
| Website: | Pantelleria | |
| Pantelleria | ||
|---|---|---|
| Monte Gibelè von der Montagna Grande aus gesehen | ||
| Gewässer | Mittelmeer (Straße von Sizilien) | |
| Geographische Lage | 36° 50′ N, 11° 57′ O36.833333333311.95836 | |
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| Länge | 13,7 km | |
| Breite | 8,4 km | |
| Fläche | 83 km² | |
| Höchste Erhebung | Montagna Grande 836 m s.l.m. | |
| Einwohner | 7.649 (2007) 92 Einw./km² | |
| Hauptort | Pantelleria | |
| Leuchtturm an der Nordküste | ||
Pantelleria ist eine italienische Insel im Mittelmeer. Sie bildet mit einigen vorgelagerten Felsen die Gemeinde Pantelleria mit 7846 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) in der sizilianischen Provinz Trapani. Die Phönizier nannten die Insel Hiranin, die Punier Cossyra. Der Name Pantelleria stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Tochter der Winde“ (بنت الأرياح / Bint al-aryāḥ).
Inhaltsverzeichnis |
Die Vulkaninsel Pantelleria liegt ungefähr 70 km östlich von Tunesien und 100 km südwestlich von Sizilien inmitten der Straße von Sizilien. Sie hat eine Fläche von ca. 83 km², bei maximal 14 km Länge und 8 km Breite. Ihre untermeerische Basis besitzt einen Durchmesser von etwa 20 km.[2]
Im Osten sind einige winzige Nebeninseln und Felsen vorgelagert, zumeist im Abstand von weniger als 100 Meter zur Küste, darunter (von Nord nach Süd):
Der vulkanische Ursprung der Insel und ihrer vorgelagerten Felsen hängt zusammen mit der Herausbildung des Pantelleria-Riftes, der ab dem Miozän als Teil eines lang gestreckten Systemes von Gräben und Horsten im Gefolge von Verschiebungen der afrikanischen und der europäischen Kontinentalplatten im Schelfbereich zwischen Sizilien und Afrika entstand. Am nordwestlichen Ende dieses Riftes drang in einem Becken direkt über der Grabenachse seit etwa 300.000 Jahren mehrmals Magma empor und bildete die Vulkaninsel Pantelleria.
Vor etwa 50.000 Jahren entstanden bei einer Reihe von Eruptionen flächig abgelagerte grüne Tuffe, welche die gesamte Insel überdeckten und heute noch in weiten Teilen verbreitet sind. Jüngere Ausbrüche vor etwa 35.000 Jahren bauten über diesen Tuffen und in den ihnen zugeordneten Kratern mehrere Vulkankegel auf, deren größter der heute 700 Meter hohe Monte Gibelè ist. Dessen nördlicher Teil wurde später um etwa 275 Meter gehoben und bildet mit der heute 836 Meter hohen Montagna Grande die höchste Erhebung der Insel.
Im flach auslaufenden Norden der Insel reihten sich basaltische Eruptionszentren entlang von NW-SE verlaufenden Bruchzonen. Die Basalte von Punta San Leonardo besitzen ein Alter von etwa 29.000 Jahren, die von Mursia von wenigen tausend Jahren.
Die Riftbildung und der mit ihr verbundene Vulkanismus dauerten auch in jüngster Zeit noch an. Das zeigt beispielsweise der submarine Förstner-Vulkan, der im Jahre 1891 wenige Kilometer westlich von Pantelleria entstand. Postvulkanische Erscheinungen sind die heute noch verbreiteten Niedrig-Temperatur-Fumarolen und warmen Quellen Pantellerias.[3][4]
Auf Pantelleria herrscht subtropisches Klima mit heißen, trockenen Sommern und mäßig warmen, feuchten Wintern. Das Temperaturmaximum liegt mit einem Tagesdurchschnitt von 25° C im August, das Maximum der Niederschläge mit 80 mm im Dezember. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 17,5° C. Die Jahresniederschläge haben eine Höhe von 485 mm.[5] Fast immer weht ein Wind, meist entweder der kühle Mistral aus dem Nordwesten oder der heiße Scirocco aus dem Süden.
Vor allem die vulkanischen Böden der bergigen Insel und die durch die hohe Luftfeuchtigkeit der marinen Zone gemilderte Aridität des mediterranen Klimas bestimmen die Pflanzengesellschaften, die sich auf Pantelleria herausgebildet haben:[6][7]
Der Obsidian von Pantelleria war bereits im Neolithikum ein begehrter Rohstoff und gelangte ins nahe Sizilien und nach Tunesien, aber auch nach Süditalien, Malta und an den Golfe du Lion.
Man findet turmartige Strukturen, Sesi genannt, welche wahrscheinlich neolithische Grabstätten waren (5. Jahrtausend v. Chr.). Die Ruinen einer bronzezeitlichen Siedlung wurden bei Mursia entdeckt.
Die Insel war ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. einer der frühesten und wichtigsten Stützpunkte der Phönizier und Karthagos, ehe sie im Ersten Punischen Krieg 255 v. Chr. von Rom erstmalig und 217 v. Chr. endgültig erobert wurde. Im 5. Jahrhundert v. Chr. umfasste der Machtbereich Karthagos die Küsten Nordafrikas, das südliche Spanien, den Westteil Siziliens sowie weite Teile Sardiniens und Malta. Zisternen und Terrassen aus punischer Zeit finden sich auf der süßwasserarmen Insel. Unter dem Dammuso auf der höchsten Spitze des Berges S. Marco liegen drei komplett erhaltene, monumentale ovale Zisternen, die punischen Ursprungs sind. Weitere Zisternen finden sich im gesamten Hügelbereich. Auffällig sind die Reste mehrerer monumentaler Terrassen- und Befestigungsmauern aus sorgfältig behauenen Trachytquadern, die den oberen Bereich des S. Marco- und S. Teresa-Hügels umziehen. In einer modernen Mauer fanden sich zahlreiche antike Bauglieder, die vermutlich von einem Monumentalbau auf der Akropolis stammen. Mosaikböden bezeugen die Anwesenheit der Römer auf der Insel, die Pantelleria Cossyra nannten. Nach den Römern kamen die Vandalen, Byzantiner, die Araber, und die Normannen. 1550 und 1553 eroberten und plünderten die Sarazenen beziehungsweise die Türken die Insel.
Im Zweiten Weltkrieg war Pantelleria das erste Ziel der alliierten Invasion Italiens. Mussolini hatte die Insel zur Festung ausbauen lassen. Zwischen dem 18. Mai und dem 11. Juni 1943 wurden bei der Operation Corkscrew 6200 Tonnen Bomben abgeworfen (mehr als bei den Angriffen auf Dresden mit 3900 Tonnen). Am 11. Juni 1943 mittags ergab sich die Garnison, die Alliierten landeten auf der Insel und 78 deutsche und 11621 italienische Soldaten gingen in Gefangenschaft[9].
Seit 1998 nimmt die Zahl der Boots-Flüchtlinge aus Tunesien nach Europa jährlich zu. Es kommt in dem Seegebiet um die Insel immer wieder zu Schiffsunglücken mit Todesfällen.[10]
Einen bedeutenden Anteil der Bevölkerung bilden circa 3000 Arbeitsmigranten aus Rumänien[11]
Die Gemeinde Pantelleria gliedert sich in 25 Ortsteile (frazioni): Balata dei Turchi, Buccuram, Bugeber, Campobello, Contrada Venedise, Cufurá, Gadir, Garitte Karuscia, Kamma, Karuscia, Khaddiuggia, Khamma di Fuori, Madonna delle Grazie, Martingana, Reckhale, San Michele, Santa Chiara, San Vito, Scauri, Scauri Basso, Sciuvechi, Sibà, Sopra Gadir, Tracino und Villaggio Tre Pietre.
| Località abitate |
Bevölkerung 2001[12] |
Höhenlage</br>Meter |
|---|---|---|
| BUGEBER | 115 | 126 |
| CAMPOBELLO | 100 | 64 |
| KAMMA | 1164 | 163 |
| MADONNA DELLE GRAZIE | 110 | 202 |
| PANTELLERIA | 3247 | 5 |
| SCAURI | 957 | 101 |
| SIBA - RONCONE | 144 | 323 |
| Bonsulton | 11 | 202 |
| Buccaram di Sopra | 30 | 205 |
| Contrada Venedise | 8 | 165 |
| Cufurà | 27 | 256 |
| Gadir | 12 | 10 |
| Garitte Karuscia | 24 | 40 |
| Khaddiuggia | 14 | 50 |
| Khamma Fuori | 11 | 120 |
| Località Cimillia 1) | 7 | 70 |
| Località Mursia | 17 | 55 |
| Località Punta Fram 1) | 2 | 35 |
| Località Roncone - Salerno 1) | 1 | 13 |
| Località Ziton | 21 | 170 |
| Martingana 1) | 5 | 25 |
| Mordomo | 60 | 30 |
| Penna | 15 | 48 |
| San Michele | 13 | 173 |
| Santa Chiara | 53 | 30 |
| San Vito | 33 | 242 |
| Scauri I | 13 | 40 |
| Villaggio Tre Pietre 1) | 0 | 15 |
| verstreute Wohngebäude | 1010 | - |
| Gemeinde Pantelleria | 7224 | 0 bis 836 |
1) Wohnanlage
Zwei Fährlinien verbinden die Insel täglich mit Trapani auf Sizilien. Vom Flughafen Pantelleria aus gibt es Verbindungen nach Trapani, Palermo und nach Rom.
Der Specchio di Venere (Spiegel der Venus) ist ein Binnensee vulkanischen Ursprungs, der vor 16.000 Jahren entstanden ist. Er ist die einzige größere natürliche Süßwasseransammlung auf der Insel. Der See wird durch heiße Quellen gespeist (34 - 56 °C) und verliert sein Wasser ausschließlich durch Verdunstung. Am 12 m tiefen See kommen sechs Libellen-Arten (Odonata) und acht Wasserkäferarten vor, Fische gibt es keine. Der See ist der einzige bekannte Fundort der afrikanischen Oasen-Pechlibelle (Ischnura fountaineae) in Europa. Beim Ort Pantelleria befindet sich der Parco Archeologico delle antiche Capitali di Pantelleria.
Die Stadt und Akropolis auf dem Doppelhügel von San Marco e Santa Teresa können besichtigt werden. Das Castello Barbacane ist eine Festung, deren Ursprung unbekannt ist. Die Meeresgrotten Grotta della Storto können nur mit dem Boot erreicht werden.
Pantelleria wird als die Insel der Kalypso gedeutet. Wahrscheinlicher erscheint Gozo, andere vermuten Gavdos.
Die Insel Ferdinandea (Nerita), war eine 1831 durch einen vulkanischen Ausbruch entstandene, aber bald darauf wieder verschwundene Insel rund 60 km von der Südwestküste Siziliens entfernt, zwischen Pantelleria und der sizilischen Stadt Sciacca. Nach neuesten Untersuchungen war/ist sie Teil des Unterseevulkans Empedocle (Empedokles).
Äolische oder Liparische Inseln: Alicudi | Filicudi | Lipari | Panarea | Salina | Stromboli | Vulcano
Ägadische Inseln: Favignana | Levanzo | Marettimo
Pelagische Inseln: Lampedusa | Linosa
Isole dello Stagnone di Marsala: San Pantaleo
Einzelinseln: Augusta | Ortygia | Pantelleria | Sizilien | Ustica
Für alle Inselgruppen und Inseln Siziliens siehe die vollständige Liste sizilianischer Inseln.
Alcamo | Buseto Palizzolo | Calatafimi Segesta | Campobello di Mazara | Castellammare del Golfo | Castelvetrano | Custonaci | Erice | Favignana | Gibellina | Marsala | Mazara del Vallo | Paceco | Pantelleria | Partanna | Petrosino | Poggioreale | Salaparuta | Salemi | San Vito lo Capo | Santa Ninfa | Trapani | Valderice | Vita