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Die Parabel ist eine mit dem Gleichnis verwandte Form von Literatur, eine lehrhafte und kurze Erzählung. Sie wirft Fragen über die Moral und ethische Grundsätze auf, welche durch Übertragung in einen anderen Vorstellungsbereich begreifbar werden. Das im Vordergrund stehende Geschehen (Bildebene) hat eine symbolische Bedeutung für den Leser (ähnlich der Allegorie). Die Parabel bringt den Leser zum Nachdenken und zum Erkennen eines richtigen Lebens durch die Herleitung des gemeinten Allgemeinen (Sachebene). Der Leser soll die Arbeit des Autors umgekehrt nachvollziehen. Eine Parabel enthält meist zwei Lehren: Zum einen eine im engeren Sinn, zum anderen eine Lehre im weiteren Sinn. Sie kann sowohl explizit als auch implizit enthalten sein.
Man kann das Charakteristische dieser Literaturform im Sinne einer Eselsbrücke auch an einer geometrischen Parabel verdeutlichen: Die beiden Parabeläste stehen dann für Bild- und Sachebene der Erzählung. Im Scheitelpunkt steht das abstrakte Bindeglied zwischen Erzähltem und Gemeintem (Tertium comparationis), das der verstehende Leser sich selbst erschließen muss.
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Der Begriff Parabel stammt vom altgriechischen παραβολή (parabolē) „Nebeneinanderstellung, Vergleichung, Gleichnis“. Das klassische Verb παραβάλλειν (parabállein) besteht aus den Wortteilen παρά pará‚ „neben“ und βάλλειν bállein „werfen“ und bedeutet „nebeneinander aufschichten, vorwerfen, danebenstellen, vergleichen“.[1]
Die Parabel wird oft als langer Text einer Fabel, Gleichnis, Beispiel, etc. gesehen. Dennoch unterscheidet sie sich durch Verschlüsselung (Fabel), Indirektheit (Gleichnis) und Konkretisierung (Beispiel) von diesen Schriftformen. Die Fabel soll den Leser, solange sie keine Moral enthält, dazu bringen, über die Kritik nachzudenken und sich in die Situation der Figuren, die den Text gestalten, hineinzuversetzen. Anders ist die Parabel, die von Personen spricht, wodurch man den Inhalt nicht weiter deuten muss. Weiterhin versucht sie nicht, wie die Fabel, eine Erläuterung für den Leser zu bieten, sondern jemanden von der eigenen Meinung zu überzeugen. Zudem wird in der Parabel meist ein Gleichnis erläutert, wodurch man sein eigenes Verhalten verbessern soll. Bei einer Fabel hingegen wird lediglich Kritik geübt an dem, was man gerne ändern würde, jedoch werden keine Vorschläge zur Änderung des Kritisierten gegeben, wodurch man bei der Fabel zum Nachdenken gebracht wird.
Äsop (Fabeln), Jean de La Fontaine, Giovanni Boccaccio, Gotthold Ephraim Lessing (Ringparabel), Friedrich Adolf Krummacher, Fjodor Michailowitsch Dostojewski, Franz Kafka (Vor dem Gesetz), Bertolt Brecht (Herr Keuner, Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui), Günter Kunert, Ingeborg Bachmann (Gedichte), Friedrich Nietzsche (Zarathustra), Jewgeni Lwowitsch Schwarz (Der Drache), Friedrich Dürrenmatt (Die Physiker), Max Frisch (Andorra, Biedermann und die Brandstifter) u.v.m.