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Der Parthenon (griechisch ÏαÏΞΔΜÏΜ âJungfrauengemachâ) ist der Tempel fĂŒr die Stadtgöttin Pallas Athena Parthenos auf der Athener Akropolis.
Er wurde zum Dank fĂŒr die Rettung der Athener und Griechen durch die Göttin nach dem letzten Perserkrieg im dorischen Peripterosstil erbaut. Im Laufe der Geschichte diente das GebĂ€ude unter anderem auch als Schatzkammer des Attischen Seebunds. Der Parthenon ist eines der berĂŒhmtesten noch existierenden BaudenkmĂ€ler des antiken Griechenlands und eines der bekanntesten GebĂ€ude weltweit. Das GebĂ€ude beherrscht als zentraler Bau seit fast 2.500 Jahren die Athener Akropolis.
Der Parthenon ersetzte einen Ă€lteren Tempel der Athena, den sogenannten Vorparthenon, der wĂ€hrend der persischen Eroberung Athens im Jahr 480 v. Chr. zerstört worden war. Im 6. Jahrhundert wurde der Tempel in eine Kirche umgewandelt, die der Jungfrau Maria geweiht war. Unter den Osmanen zur Moschee umgestaltet, die im Krieg gegen Venedig ein Munitionslager beherbergte. 1687 wurde der Tempel von einer Kugel getroffen, wodurch das Munitionslager explodierte und ihn stark beschĂ€digte. Umfangreiche Teile seiner Baudekoration wurden 1801 von Lord Elgin entfernt und nach London gebracht. Der Streit ĂŒber die RĂŒckgabe dieser sogenannten Elgin Marbles hĂ€lt bis heute an.
Inhaltsverzeichnis |
Der Ursprung des Namens ist nicht endgĂŒltig geklĂ€rt. Der Name scheint zunĂ€chst nur einen bestimmten Raum des Tempels bezeichnet zu haben. Einer Theorie nach war der âParthenonâ der Raum, in dem vier ausgewĂ€hlte junge MĂ€dchen, die Arrephoroi, jedes Jahr den Peplos woben, der anlĂ€sslich der PanathenĂ€en an Athena ĂŒbergeben wurde.[1] Einer anderen Theorie zufolge war der Kult der Parthenos ein unabhĂ€ngiger Athenakult, der zwar eng mit der Athena Polias verbunden, aber nicht gleichzusetzen war.[2] Hierin ĂŒbereinstimmend wird zumeist angenommen, âParthenonâ bezeichnete den Tempel der jungfrĂ€ulichen Athena. DarĂŒber hinaus wurde vermutet, der Name spiele auf die Jungfrauen (Parthenoi) an, deren Opfer die Sicherheit der Stadt gewĂ€hrte.[3]
Die Ă€lteste Ăberlieferung des Namens âParthenonâ, die sich zugleich auf das gesamte Bauwerk bezog, stammt von Demosthenes aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., wĂ€hrend der Tempel im 5. Jahrhundert v. Chr. schlicht ho naos (attisch: ho neos), der Tempel, genannt wurde. Seine Architekten Mnesikles und Kallikrates sollen in ihrer Abhandlung ĂŒber den Tempel den Bau Hekatompedos âHundertfĂŒĂerâ genannt haben. Plutarch schlieĂlich erwĂ€hnt das GebĂ€ude als Hekatompedon Parthenon.[4]
Das erste Vorhaben fĂŒr den Bau eines Tempels am Ort des spĂ€teren Parthenon wurde bald nach der Schlacht bei Marathon in Angriff genommen. HierfĂŒr wurde die Akropolis in NĂ€he ihrer Kuppe massiv angeschĂŒttet und ein breites Plateau geschaffen. Ăber die Existenz des Vorparthenon berichtet uns Herodot.[5] Reste seiner SĂ€ulentrommeln wurden in der Umfassungsmauer der Akropolis nördlich des Erechtheions verbaut. Seine Fundamente wurden zwischen 1885 und 1890 durch Panagiotis Kavvadias freigelegt und durch Wilhelm Dörpfeld archĂ€ologisch untersucht.[6]. Von diesem Fundament waren zwei Steinlagen aus Poros und eine abschlieĂende aus Karrha-Kalkstein erhalten. Auf ihnen erhob sich der Unterbau, die Krepis, des spĂ€teren klassischen Parthenon. Das Fundament war etwas schmaler und weiter nach Norden verschoben, was deutlich machte, dass es einem anderen Bau gedient haben musste.
Dieser in der Wissenschaft âVorparthenonâ genannte Tempel war anscheinend noch nicht vollendet, als die Perser im Jahr 480 v. Chr. Athen eroberten und sĂ€mtliche GebĂ€ude auf der Akropolis zerstörten. Die damit verbundene Datierung des Baubeginns in die Zeit vor 480 v. Chr. wurde jedoch schon frĂŒh bezweifelt, stellt sich doch die Frage, warum die Athener ĂŒber 30 Jahre mit dem Beginn der Wiederherstellung gewartet haben sollen. So kam die These auf, dass der Vorparthenon erst in den 460er- oder 450er-Jahre unter Kimon geplant und begonnen worden sei, also nach den Zerstörungen der Akropolis durch die Perser.[7] Nach Kimons Tod 449 seien die Arbeiten nicht fortgesetzt worden; sein Nachfolger und innenpolitischer Gegner Perikles habe ihn abtragen lassen, um sich und die von ihm vertretene demokratische Partei mit einem eigenen Bau zu manifestieren. Demzufolge sei der Parthenonbau ein Niederschlag der innenpolitischen Auseinandersetzungen zwischen der oligarchischen und der demokratischen Partei.[8] Gegen die spĂ€te Datierung ist jedoch einzuwenden, dass sich an den Steinen des Vorparthenon noch BrandschĂ€den nachweisen lassen.[9] Als Argument, dass die Athener ĂŒber 30 Jahre mit dem Beginn des Parthenonneubaus gewartet haben könnten, wird der Eid von Plataiai angefĂŒhrt, bei dem die Griechen schworen, von den Persern zerstörte Tempel nicht wieder aufzubauen. Von diesem Eid wĂ€ren die Athener erst durch den Kalliasfrieden im Jahr 449 v. Chr. entbunden worden.[10] Die nicht ganz sachgerecht durchgefĂŒhrten Ausgrabungen des 19. Jahrhunderts erlauben keine endgĂŒltige Entscheidung dieser Frage. Die Mehrheit der Parthenon-Forscher hĂ€lt am Baubeginn des Vorparthenon nach der Schlacht bei Marathon, also nach 490 und vor 480 v. Chr., fest.[11]
Die aufgehende Architektur des Vorparthenon sollte, den erhaltenen SĂ€ulentrommeln nach zu urteilen, aus pentelischem Marmor ausgefĂŒhrt werden. Im Grundriss Ă€hnelt er stark dem spĂ€ter errichteten Parthenon. Er hatte einen umgebenden SĂ€ulenkranz, die Peristasis, von 6 Ă 16 SĂ€ulen. Anstelle einer SĂ€ulenstellung in antis in Pronaos und Opisthodom sollte er eine viersĂ€ulige prostyle Vorhalle besitzen. Die Cella wies eine dreischiffige Gliederung auf, die durch zwei SĂ€ulenreihen im Innern gebildet wurde. Im Westen schloss sich wie beim Parthenon ein fast quadratischer Raum an, dessen Decke von vier freistehenden SĂ€ulen getragen wurde.
Der Parthenon wurde auf Initiative des Perikles, eines der fĂŒhrenden Politiker im Athen des 5. Jahrhunderts v. Chr., errichtet. Die Bauaufsicht fĂŒhrte der Bildhauer Phidias, der die bildhauerischen Arbeiten ĂŒberwachte und zum Teil selbst ausfĂŒhrte. Die entwerfenden Architekten des Tempels waren Iktinos, der spĂ€ter auch den Apollontempel von Bassae errichtete, und Kallikrates, der spĂ€ter fĂŒr den Niketempel auf der Akropolis verantwortlich zeichnete. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen 447 v. Chr. und endeten 438 v. Chr., die Arbeiten an der Baudekoration dauerten aber noch bis mindestens 433 v. Chr. an. Insgesamt war die Bauzeit fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse ungewöhnlich kurz. Einige Aufzeichnungen ĂŒber die Bau- und Materialkosten sind erhalten geblieben, die beispielsweise die Transportkosten fĂŒr den 16 Kilometer entfernt abgebauten pentelischen Marmor nach Athen als teuersten Posten ausweisen.[12] Im Parthenon wurde der 454 v. Chr. nach Athen gebrachte Schatz des Attischen Seebunds verwahrt. Plutarch vermittelt uns ein eindrucksvolles Bild von der Bandbreite der FachkrĂ€fte, die benötigt wurden, um den Tempel in so kurzer Zeit zu errichten[13]: ZimmermĂ€nner, Schmiede, Steinmetze, Vergolder, Weichmacher des Elfenbeins, Maler, Sticker, Dreher, Gehilfen, Vorarbeiter, Kauf- und Seeleute und SteuermĂ€nner, Fuhrleute und PferdezĂŒchter, Seil- und Tuchmacher, Lederarbeiter, StraĂenbauer und Minenarbeiter.
Der gĂ€nzlich aus pentelischem Marmor errichtete Tempel erhob sich auf einer dreistufigen Krepis. Um zwei weitere Stufen erhöht standen die SĂ€ulen der sechssĂ€uligen prostylen Vorhallen. Hierdurch war auch die Höhe des CellafuĂbodens vorgegeben. Gemessen auf der obersten Stufe der Krepis, dem Stylobat, betrĂ€gt die GrundflĂ€che 30,86 Ă 69,51 Meter. EinschlieĂlich des GebĂ€lkes war der Tempel, gemessen vom Stylobat, 13,72 Meter hoch. Die Cella war 29,80 Meter lang und 19,20 Meter breit. 8 Ă 17 SĂ€ulen dorischer Ordnung bildeten den SĂ€ulenumgang, die Peristasis. Damit unterscheidet sich der Parthenon von allen frĂŒheren dorischen Tempeln, die nur sechssĂ€ulige Fronten kannten.[14] WĂ€hrend ionische Tempel mit achtsĂ€uligen Fronten jedoch einen doppelten SĂ€ulenkranz aufwiesen, erweiterte man am Parthenon die Cella um zwei Joche. Wegen der starken Kontraktion der Eckjoche â um 61,5 Zentimeter statt der zu erwartenden 47,7 Zentimeter â und der ungewöhnlich engen SĂ€ulenstellung der Fronten, deren Interkolumnien knapp 1 1/4 untere SĂ€ulendurchmesser erreichten, sind die SĂ€ulenhallen der Langseiten besonders eng im VerhĂ€ltnis zum Gesamtentwurf. Die AuĂensĂ€ulen haben einen Durchmesser von 1,90 Meter und sind 10,43 Meter hoch, die EcksĂ€ulen haben einen um 4,3 Zentimeter gröĂeren Umfang. Die SĂ€ulen wurden aus 10-12 Trommeln zusammengesetzt und besaĂen je 20 Kanneluren. Die VerbindungsflĂ€chen wiesen Anathyrosis auf. Die Proportionierung der SĂ€ulen ist sehr gestreckt, das auf ihnen lastende GebĂ€lk samt dem umlaufenden Geison ist hingegen mit einer Gesamthöhe von 3,29 Meter verhĂ€ltnismĂ€Ăig niedrig. Der einfache dorische Architrav und das Triglyphon sind am Parthenon gleichhoch gebildet, wĂ€hrend an Ă€lteren dorischen Tempeln der Architrav immer höher als das Triglyphon war. Am Architrav lieĂ Alexander der GroĂe einige Schilde aufhĂ€ngen, die aus der Beute nach der Schlacht am Granikos im Jahr 334 v. Chr. stammten. Dies war der erste Eingriff in das ĂuĂere des Tempels. Im Jahr 61 n. Chr. lieĂen die Athener eine Inschrift fĂŒr Nero zwischen den Schilden am Architrav anbringen, um dem römischen Kaiser zu schmeicheln.
Wegen der starken Eckkontraktion der SĂ€ulenstellungen am Parthenon wurde der hierdurch eigentlich zu erzielende Effekt ĂŒberkompensiert. Statt einen Ausgleich fĂŒr die zu erwartende Position der Eckmetope zu schaffen, manchmal noch unterstĂŒtzt durch eine Erweiterung der Eckmetopen, mussten am Parthenon als Folge der eingerĂŒckten EcksĂ€ulenstellung die Metopen zu den Ecken hin verschmĂ€lert werden. Dies geschah ĂŒber mehrere Metopen hinweg. Am Parthenon lag die Differenz zwischen der gröĂten und der geringsten Metopenbreite bei 10,5 Zentimeter.[15] Je zwei Metopen standen, wie zu dieser Zeit ĂŒblich, ĂŒber einem Interkolumnium. Die Metopen des Triglyphon waren skulptiert. Das GebĂ€lk wurde, fĂŒr einen dorischen Tempel ungewöhnlich, von einem Perlstab bekrönt. DarĂŒber folgten das dorische Geison mit seinen Mutulusplatten und die Sima, Letztere auch an den GiebelschrĂ€gen hochgefĂŒhrt und mit aufgemalten BlĂŒtenfriesen dreifarbig verziert. Zwei vielfigurige Figurengruppen fĂŒllten die Giebelfelder. Das Dach war mit Marmorziegeln gedeckt. Bunte Antefixe in Palmettenform zierten die Traufseiten des Tempels, an deren Ecken sich je ein Löwenkopf-Wasserspeier fĂŒr die Ableitung des Traufwassers befand. Den First und die Giebelecken nahmen kompliziert verschlungene AkanthusgewĂ€chse als Akrotere ein. Die in bunten Farben mit BlĂŒtenmotiven bemalte Kassettendecke der Ringhalle bestand aus Marmor.
Je sechs dorische SĂ€ulen standen amphiprostyl vor Front und RĂŒckseite des eigentlichen Naos, dem Kernbau des Tempels. Sie waren etwas kleiner als die SĂ€ulen der Peristasis. Einlassungen an ihren Fragmenten deuten darauf hin, dass sie ursprĂŒnglich durch hölzerne ScherwĂ€nde verbunden waren, die dergestalt einen abgeschlossenen Pronaos und Opisthodom bildeten. Am oberen Ende der Ă€uĂeren CellawĂ€nde und ĂŒber den Architraven der prostylen Hallen zog sich ein kontinuierlicher ionischer Figurenfries entlang. Die Anten von Pronaos und Opisthodom waren zu kurzen Pfeilern verkĂŒrzt.
Durch eine 4,92 Meter breite und 10 Meter hohe TĂŒr betrat man die Cella. Sie wies einen dreiseitigen inneren SĂ€ulenumgang dorischer Ordnung auf, der, um die nötige Höhe zu erreichen, wie in InnenrĂ€umen der Zeit zweistöckig war. Er trug die hölzerne, mit Malereien und Gold verzierte Decke und stĂŒtzte, die ungeheuere Breite ĂŒberbrĂŒckend, das Dach. Gleichwohl blieb die verbliebene lichte Weite des Mittelschiffs mit 10,60 Meter im griechischen Mutterland unerreicht. Kurze Pfeiler in VerlĂ€ngerung der seitlichen SĂ€ulenstellungen an Stirn- und RĂŒckwĂ€nden legen die Rekonstruktion einer auf GebĂ€lkhöhe der unteren SĂ€ulenstellung umlaufenden, wahrscheinlich begehbaren hölzernen Decke nahe. Vor der hinteren SĂ€ulenstellung der Cella erhob sich das mit einer Höhe von etwa 11 Meter kolossale, von Phidias geschaffene Gold-Elfenbein-Kultbild der Athena Parthenos. Die zugehörige Basis aus dunklem Marmor war 4,09 Ă 8,04 Meter groĂ und etwa 1,20 Meter hoch. Aus applizierten Elfenbeinplatten war auf den SeitenwĂ€nden der Basis die Geburt der Pandora in flachem Relief dargestellt. Zumindest zur Zeit des Pausanias befand sich vor dem Standbild ein Wasserbassin, das fĂŒr ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgte, damit das empfindliche Elfenbein der Athena-Statue nicht spröde wurde und Risse bekam.[16] Spuren dieses Beckens, das vermutlich ein nachtrĂ€glicher Einbau war, haben sich nicht erhalten. In hadrianischer Zeit stifteten die Athener eine kolossale Statue des Herrschers in den Tempel und lieĂen sie neben der Statue der Athena aufstellen.
An der Westseite des Naos befindet sich ein weiterer, nur 13,36 Meter tiefer Raum, dessen hölzerne Decke von vier SĂ€ulen ionischer Ordnung getragen wurde. Zwar sind von diesen SĂ€ulen nur die Standplatten erhalten; da wegen der Anordnung dieser ein Quadrat bildenden Platten eine zweigeschossige SĂ€ulenordnung auszuschlieĂen ist, mĂŒssen die SĂ€ulen der schlanker proportionierten ionischen Ordnung angehört haben. Die Funktion dieses Raumes ist letztlich ungeklĂ€rt, doch diente er ab dem 4. Jahrhundert, ebenso wie der Opisthodom, der Aufnahme der TempelschĂ€tze und aller Festutensilien der Göttin. Hier befand sich etwa der silberfĂŒĂige Schemel, auf dem sitzend Xerxes I. der Schlacht von Salamis beiwohnte. Plutarch ĂŒberliefert, dass Demetrios I. Poliorketes im Jahr 304 v. Chr. im Opisthodom des Athenatempels logierte, vermutlich aber nutzte er eben diesen Westraum, statt des recht kleinen âOpisthodomâ.[17]
Grundlegende Proportionen des Baus wurden durch das VerhĂ€ltnis der FrontsĂ€ulen zu den SĂ€ulen der Langseiten festgelegt. Als klassische Lösung legten griechische Architekten die Formel âFrontsĂ€ulen : FlankensĂ€ulen = n : (2n+1)â zugrunde. Die gleiche Proportion durchzieht den gesamten Parthenon, bei dem nicht nur die SĂ€ulenstellungen mit 8 Ă 17 SĂ€ulen derselben Formel folgen, sondern auf das VerhĂ€ltnis 4:9 gekĂŒrzt alle weiteren EntwurfsmaĂe. SĂ€ulendurchmesser zu SĂ€ulenabstand wurden hierdurch festgelegt, das SeitenverhĂ€ltnis des Stylobats folgt ihm, auch der Naos ohne Anten. Tempelbreite zu Tempelhöhe bis zum horizontalen Geison ist durch das VerhĂ€ltnis 9:4 festgelegt, und dem folgt ins QuadratverhĂ€ltnis gesteigert das VerhĂ€ltnis zwischen TempellĂ€nge zu Tempelhöhe, das 81:16 betrĂ€gt. Die Grundheit war hierbei der attische FuĂ zu 29,80 Zentimeter. Die LĂ€nge der Cella entsprach mithin 100 FuĂ, was dem Tempel bei Pausanias den Namen Hekatompedon einbrachte.[18]
Der Stylobat hat eine als Kurvatur bezeichnete Wölbung nach oben von 60 Millimetern an den Schmal-, von 110 Millimetern an den Langseiten, die sich in allen folgenden Baugliedern der aufgehenden Architektur auswirkte. Zugleich wiesen die SĂ€ulen eine leichte Schwellung, die Entasis, auf, die Beschleunigung ihrer ohnehin nur schwach ausgeprĂ€gten VerjĂŒngung setzte nach 2/5 SĂ€ulenhöhe ein. Zugleich waren die SĂ€ulen um 7,4 Zentimeter leicht nach innen geneigt. Diese Innenneigung, Inklination, setzte sich auch im GebĂ€lk fort. Auch das ĂuĂere der CellawĂ€nde folgte hierin. Somit war kein sichtbares Bauglied, kein Quader des Tempels zugerichtet wie ein zweiter. Dies erlaubt heute durch genaue Vermessung und Beobachtung jedem erhaltenen Stein seine Position am einstigen Bau zuzuweisen, was fĂŒr die Rekonstruktion des Tempels von grundlegender Bedeutung ist.
Laut Vitruv[19] haben Iktinos und ein gewisser Karpion â möglicherweise ein Transkriptionsfehler aus Kallikrates â ein theoretisches Werk ĂŒber den Parthenon hinterlassen, das leider nicht erhalten ist.
Der Parthenon war sowohl innen als auch auĂen mit aufwendigen marmornen Bildhauerarbeiten dekoriert. Diese sind nur zum Teil erhalten geblieben, jedoch gibt es ausfĂŒhrliche Beschreibungen der zerstörten Teile. DarĂŒber hinaus fertigte der französische Zeichner Jacques Carrey 1674, nur wenige Jahre vor der Zerstörung des Parthenon, Zeichnungen vom Bau und seinem Bildschmuck an, der damals noch gut erhalten war.
Die AuĂenwand der Cella wurde von einem Fries bekrönt, der die groĂe Prozession wĂ€hrend der PanathenĂ€en, das gröĂte jĂ€hrlich stattfindende Fest zu Ehren der Athena, zeigte. Auf der vierten, der östlichen Eingangsseite war eine Versammlung sĂ€mtlicher Götter des griechischen Olymps dargestellt, ausgenommen Hades und Hestia. Ausgangspunkt der 160 Meter langen Darstellung war die SĂŒdwestecke der Cella. Von dort strebt die Prozession an West- und Nordseite von rechts nach links, an der SĂŒdseite von links nach rechts. An der Ostseite treffen sich beide ZĂŒge. Hier wird der neu gewebte Peplos der Athena ĂŒbergeben. Die Ăbergabe erfolgt im Zentrum der Komposition, direkt ĂŒber dem Eingang zur Cella des Tempels. Sitzende Gruppen von Göttern begleiten die Ăbergabe, unterhalten sich, wenden den ebenfalls anwesenden Menschen aber die RĂŒcken zu. Alle wichtigen Götter sind anwesend. An der Spitze des von Menschen gebildeten Festzugs sieht man MĂ€dchen in Begleitung Ă€lterer Herren, wohl Phylenheroen oder Magistrate der Stadt, auch Ordner des Festzugs sind abgebildet. An den Langseiten der Cella sah man JĂŒnglinge mit Opfertieren, reitende Jugend, Ă€ltere MĂ€nner, Musikanten, WassertrĂ€ger, hier und da idealtypische Darstellungen von Landschaft, Felsbrocken.[20]
Die 92 Metopenreliefs an den vier Seiten des Tempels zeigten mythische Kampfszenen: an der SĂŒdseite die Schlacht zwischen Lapithen und Kentauren, an der Ostseite der Kampf der Götter gegen die Giganten und an der Westseite der Kampf zwischen Griechen und Amazonen. Von den Darstellungen der Nordseite sind nur wenige Fragmente erhalten, sie zeigten Szenen aus dem Trojanischen Krieg. Ăberhaupt ist der Erhaltungszustand der Metopen sehr unterschiedlich. Lediglich ein GroĂteil der Metopen von der SĂŒdseite ist gut erhalten und gehört heute zu den sogenannten Elgin Marbles. Das Zentrum dieser Metopenreihe fiel allerdings dem Beschuss durch die Venezianer im Jahr 1687 zum Opfer. Die Figuren der Metopen an Ost- und Westseite wurden von bilderstĂŒrmenden Christen abgeschlagen und sind heute ĂŒberwiegend nur noch in Umrissen erkennbar.[21]
In der Gigantomachie der Ostseite fĂŒhrte die Bewegungsrichtung der Gesamtkomposition zur Mitte des Triglyphons. Gleichwohl wird dieses gleichmĂ€Ăige Streben durch Gegenbewegungen in Metope 4 von Norden mit der kĂ€mpfenden Athena und Metope 11 mit Apollon aufgehoben. Metope 10 mit dem fĂŒr den Kampf entscheidenden Herakles ist als Zentralkomposition gefasst und unterstreicht hierdurch die Bedeutung dieses Kampfabschnitts fĂŒr das Geschehen. Das Zentrum der Friesseite wird vom Kampf des Zeus eingenommen, dessen Streitwagen von seiner Gemahlin Hera gefahren wird. An weiteren Göttern sind Hermes, Dionysos, Ares, Amphitrite und ihr Gemahl Poseidon, Artemis, Hephaist und Helios dargestellt.
An den SĂŒdmetopen wird das Bewegungskonzept umgekehrt. Von einem relativ statischen Zentrum, dessen Deutung umstritten ist â Teil des Kampfes der Lapithen gegen die Kentauren oder attische Landsagen â strebt der ĂŒberwiegende Teil der Darstellungen zu den Ecken des Triglyphenfrieses. Dennoch wird das Schema auch hier durch Gegenbewegungen durchbrochen.
Das Gestaltungskonzept der Nordseite lÀsst sich wegen des schlechten Erhaltungszustand nicht zusammenfassend beurteilen. Vorgestellt werden Szenen aus dem Trojanischen Krieg und dem Fall Trojas, der Iliupersis: das Lager der Griechen, anwesende Götter, Helden wie Menelaos, Aphrodite mit Helena neben einem Standbild, Anchises mit dem kleinen Aeneas.
Die stark beschÀdigten Metopen der Westseite mit ihrer Darstellung des Kampfes gegen die Amazonen scheinen wie die Metopen der Ostseite ein auf das Zentrum zustrebenden Komposition unterworfen zu sein.
Die dreieckigen Giebelfelder waren 28,35 Meter breit, an ihrer höchsten Stelle 3,46 Meter hoch, dabei aber nur 0,91 Meter tief. Die zwischen 439 und 433 v. Chr. freistehend gearbeiteten Giebelfiguren waren daher deutlich ĂŒberlebensgroĂ gebildet. Man geht davon aus, das pro Giebelfeld ĂŒber 20 Figuren untergebracht waren. Am Ostgiebel befand sich eine Darstellung der Geburt Athenas, der Westgiebel zeigte ihren Kampf mit Poseidon um den Besitz der Landschaft Attika.
Der Giebel der Eingangsseite, der Hauptgiebel, zeigte die Geburt der voll entwickelten und bereits gerĂŒsteten Athena aus dem Haupte des Zeus. Die Gesamtkomposition beginnt mit dem aufsteigenden Helios, dem Sonnengott, in seinem Wagen in der linken Giebelecke. Als Pendant sah man die untergehende Selene, die Mondgöttin, samt ihres Wagens in der gegenĂŒberliegenden Giebelecke. Ein lagernder Dionysos folgt Helios zu Giebelmitte hin. Ihm schlieĂen sich teils sitzend, teils stehend Persephone, Demeter und Iris an. Das Zentrum der Komposition wurde von Zeus und Hephaistos, dem Geburtshelfer der Athena, sowie Athena selbst eingenommen. Hephaist hatte gerade mit einem Schlag den Kopf des Zeus gespalten, um ihn von seinen Kopfschmerzen zu befreien. Aus dem Spalt erscheint Athena. Nach rechts folgen in die nun absteigende GiebelschrĂ€ge Leto, Dione und Aphrodite, Letztere wie Dionysos gelagert, die beiden anderen sitzend. Den Tag der Geburt beschlieĂend folgte Selene.
Betrat man die Akropolis durch die PropylĂ€en sah man zuerst die Westseite des Tempels mit seinen groĂen Giebelfiguren. Der Streit um das attische Land darstellende Westgiebel sein Thema, in der Mitte dominierte der den Sieg gebenden Ălbaum der Athena. Neben dem Ălbaum sah man die Salzquelle, der Einsatz des Poseidon, der ihm aber den Sieg nicht einbringen konnte. Zahlreiche Gottheiten, aber auch Athener fĂŒllten das erweiterte Zentrum des Giebels. Hermes, Nike, Iris, Athena und Poseidon, die in ihren Streitwagen zum Wettkampf vorfahren, begleitet von ihren Wagenlenkern, Nike fĂŒr Athena, Amphitrite fĂŒr Poseidon. Kekrops, der Schiedsrichter, und seine Familie, Heroen tummelten sich hier. Die Zwickel nahmen Fluss- und Quellgottheiten â Kephisos, Ilissos und Eridanos, auch Kallirrhoe â ein, die insgesamt die Landschaft Attika reprĂ€sentieren. Die meisten Figuren sind arg zerstört, lediglich Zeichnungen frĂŒher Reisender geben Auskunft ĂŒber die Komposition.[22]
Der Parthenon war zumindest stellenweise bemalt. In wie weit und in welchen Farben, ist bis heute allerdings umstritten. Es ist bekannt, dass die Decken im Innern in einem dunklen Blau gehalten waren, wĂ€hrend die Abbildungen in den Giebeln helle Farbtöne trugen. Auf Teilen der Giebelverzierung, den im British Museum aufbewahrten sogenannten Elgin Marbles, ein Pigment namens Ăgyptisch Blau nachgewiesen werden.[23] Es wurde die These aufgestellt, dass der Parthenon im oberen Teil in einem hellen Blau und Rot bemalt war, so dass die Skulpturen beim Anblick von unten deutlicher hervortraten.
Pausanias ĂŒberlieferte in seiner Reisebeschreibung Griechenlands das Aussehen der kolossalen Athena-Statue des Phidias:
Laut einer antiken Ăberlieferung sollen auf dem vielfigurigen, eine Amazonomachie wiedergebenden Schild der Athena[25] Phidias und Perikles dargestellt gewesen sein, auch wenn es bereits antiken Betrachtern schwer fiel, die entsprechenden Figuren zu identifizieren.[26]
Ăber einem hölzernen GerĂŒst wurden Bronze- und Goldplatten sowie das Elfenbein, das fĂŒr sichtbare Hautpartien und das Gorgoneion eingesetzt wurde, montiert. Reste dieser Holzkonstruktion haben sich im Bereich der einst etwa 1,20 Meter hohen Basis erhalten. Das Gold allein wog 44 Talente, etwa 1.150 Kilogramm, und umfasste einen Gutteil des durch den attischen Seebund verwalteten Schatzes. Die Goldplatten waren abnehmbar, um den Goldbestand des Schatzes ĂŒberprĂŒfen zu können.
Obgleich nicht im Detail rekonstruierbar, gewinnt man aus verkleinerten Nachbildungen, von MĂŒnzen und Gemmen einen gewissen Eindruck vom einstigen Aussehen des Kolossalbildes. Als beste diesbezĂŒgliche Replik wird die sogenannte Varvakion-Statuette angesehen. Der Statuette zufolge trug Athena â entgegen der Aussage des Pausanias â einen in der HĂŒfte gegĂŒrteten Peplos, darĂŒber die mit Schlange verzierte Ăgis mit dem Haupt der Medusa in der Brustmitte. Das linke Spielbein Athenas war leicht zur Seite gesetzt. Unter dem Gewand kommen die Zehen der Göttin, die demnach hohe Sandalen trug, zum Vorschein. Die SohlenrĂ€nder waren mit Reliefs einer Kentauchomachie verziert. Den mittleren Helmbusch der Göttin trug eine Sphinx, die beiden seitlichen wurden von Pegasoi getragen. Die hochgestellten Wangenklappen waren mit Greifenreliefs geschmĂŒckt. Die von Pausanias ĂŒberlieferte vier Ellen, also etwa 2 Meter hohe Nike in der rechten Hand der Göttin wird in der Ăberlieferung der Varvakion-Statuette von einer SĂ€ule unter der Hand gestĂŒtzt. Ob dieses Detail dem Original folgt, ist umstritten.[27] Die linke Hand hielt den Rand ihres Schildes, an dessen Innenseite sich eine Schlange, die Burgschlange, emporringelte. Der Schild selbst, dessen AuĂenseite eine Amazonomachie in Relief trug, wĂ€hrend die Innenseite eine gemalte Gigantomachie aufwies, ist als antike Kopie ebenfalls erhalten.[28]
Der Parthenon blieb als einer der wichtigsten Tempel antiker griechischer Religion mehr als tausend Jahre lang erhalten. Es gilt als erwiesen, dass er noch im 4. Jahrhundert vollstĂ€ndig erhalten war. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt Athen nur noch Provinzstadt im Römischen Reich, freilich eine mit groĂer Vergangenheit. Im frĂŒhen 5. Jahrhundert wurde das Standbild der Athena Parthenos von einem der römischen Kaiser nach Konstantinopel gebracht, wo es spĂ€ter verloren ging, womöglich wĂ€hrend der PlĂŒnderung der Stadt beim vierten Kreuzzug im Jahr 1204.
Nach der Christianisierung wurde der Parthenon als christliche Kirche genutzt, in byzantinischer wie zur Zeit des römisch-katholischen Gegenreichs geweiht der Maria. Die Umwandlung in eine Kirche ging einher mit der Beseitigung der inneren SÀulen und einiger WÀnde der Cella sowie der Errichtung einer Apsis. Dieser fielen einige der Skulpturen zum Opfer, diejenigen, die heidnische Götter zeigten, wurden möglicherweise absichtlich zerstört, andere tauchten teilweise andernorts wieder auf.
Als 1456 Athen unter osmanische Herrschaft gelangte, wurde aus dem Parthenon eine Moschee. Als einzige Modifikation wurde dem Parthenon ein Minarett hinzugefĂŒgt, europĂ€ische Reisende des 17. Jahrhunderts berichteten, dass das GebĂ€ude ansonsten unversehrt war.
Im Jahr 1687 wurde der Parthenon dann schwer beschĂ€digt, als die Venezianer Athen belagerten, die Osmanen infolge die Akropolis befestigten und dabei den Parthenon als Pulverkammer benutzten. Eine venezianische Kanonenkugel traf die Kammer am 26. September, worauf diese explodierte und der Parthenon teilweise zerstört wurde. Der Innenaufbau war beschĂ€digt, die ĂŒbrig gebliebenen Teile des Dachstuhls brachen ein, ebenso die Nord- und die SĂŒdflanke. Infolgedessen wurde auch der figĂŒrliche Schmuck beschĂ€digt. Zahlreiche BruchstĂŒcke wurden spĂ€ter von Reisenden als Souvenirs mitgenommen. Nach der Explosion wurde das GebĂ€ude nicht mehr benutzt, spĂ€ter wurde im Inneren eine kleine Moschee mit Kuppel errichtet (im 19. Jahrhundert wĂ€hrend der Restaurierung wieder abgetragen).
Im spĂ€ten 18. Jahrhundert besuchten viele EuropĂ€er Athen, und die pittoresken Ruinen des Parthenon waren ein hĂ€ufiges Motiv fĂŒr Zeichnungen und GemĂ€lde, die letztlich auch Sympathien fĂŒr die griechische UnabhĂ€ngigkeit in GroĂbritannien und Frankreich begĂŒnstigten. 1801 erhielt der britische Botschafter in Konstantinopel, Thomas Bruce, 7. Earl of Elgin und 11. Earl of Kincardine, eine Erlaubnis (ferman) des Sultans, AbgĂŒsse und Zeichnungen der antiken Bauten auf der Akropolis zu fertigen und wenn nötig jĂŒngere GebĂ€ude abzureiĂen und Skulpturen zu entfernen, um den Blick freizulegen. Er interpretierte diese Erlaubnis so, dass er sĂ€mtliche Skulpturen, die er finden konnte, in Besitz nehmen dĂŒrfe. Er lieĂ zahlreiche herausbrechen (darunter fast den gesamten Fries und die meisten erhaltenen Giebelfiguren), einige sammelte er vom Boden auf und wieder andere kaufte er Einheimischen ab. Den schon damals heftig umstrittenen Kunstraub rechtfertigte er als Rettungsaktion vor weiteren Zerstörungen.
Heute befinden sich die meisten dieser Reliefs und Skulpturen als Elgin Marbles im Britischen Museum. Einige andere befinden sich im Louvre und in Kopenhagen. Die meisten der ĂŒbrig gebliebenen StĂŒcke sind im Akropolis-Museum. Am GebĂ€ude selbst befinden sich nur noch Kopien. Die griechische Regierung fordert seit Jahren die Parthenonskulpturen aus dem Britischen Museum zurĂŒck. Das Museum weigert sich bis heute, die BesitzansprĂŒche anzuerkennen und alle bisherigen britischen Regierungen haben sich geweigert, Druck in dieser Richtung auf das Museum auszuĂŒben. GegenwĂ€rtig findet ein Umzug des Akropolis-Museums in den Neubau unterhalb des Burgfelsens statt.
Als 1832 das unabhĂ€ngige Griechenland die Kontrolle ĂŒber Athen erhielt, wurden sĂ€mtliche mittelalterlichen und osmanischen Bauten von der Akropolis entfernt. Das Gebiet wurde zur archĂ€ologischen StĂ€tte erklĂ€rt und der Regierung unterstellt. Zwei Jahre spĂ€ter begannen Restaurierungsarbeiten am Parthenon, spĂ€tere Restaurierungen erfolgten in den 1930er Jahren und erneut ab 1986 (unter anderem um die durch die Benutzung von Eisenklammern bei der frĂŒheren Restaurierung verursachten SchĂ€den zu beheben). Sie dauern weiterhin an und betreffen auch die ĂŒbrigen Akropolisbauten.
Heute zieht die StÀtte jedes Jahr Millionen von Touristen an, die den Weg vom westlichen Ende der Akropolis durch die ebenfalls in Restaurierung begriffenen PropylÀen und entlang des Pananthenisches Weges zum Parthenon, der zum Schutz von einem niedrigen Zaun umgeben ist, hinaufmarschieren.
Das Betreten des GebĂ€udes ist seit den 1960er Jahren fĂŒr Besucher nicht mehr gestattet. Ohnehin entfaltet jedoch der Tempel seine Wirkung in der Ferne. Seit den 1970er Jahren nahmen die SchĂ€den am GebĂ€ude durch UmwelteinflĂŒsse merklich zu und erreichten in den 1980er Jahren ihren Höhepunkt, sodass man erwog, das GebĂ€ude durch eine Zelt- oder Glas/Stahlkonstruktion zu schĂŒtzen. Ein Teil des Bauschmucks wurde sicherheitshalber durch Repliken ersetzt. Weiterhin gefĂ€hrden Vibrationen durch den Stadtverkehr das Fundament und fördern die Erosion des Marmors. Die Verkehrsbelastung in Athen hat durch EinschrĂ€nkung des Individualverkehrs (z.B. durch mehr FuĂgĂ€ngerzonen) und Ausbau der öffentlichen Nahverkehrs abgenommen, auch der frĂŒher tĂ€gliche Smog im Sommer ist trotz ansteigender Temperaturen zur Seltenheit geworden. Trotzdem ist die Sicherung des Parthenon nicht abgeschlossen. Fortschritte wurden auch in der Konservierung erzielt.
Neben den zahlreichen maĂstĂ€blich verkleinerten Kopien, etwa in VergnĂŒgungsparks oder in Architektur- und Antikenmuseen sind zwei GebĂ€ude als Nachbildungen in OriginalgröĂe zu sehen.
Eine Nachbildung des Parthenon in OriginalgröĂe befindet sich in Nashville, Tennessee. Sie wurde im Rahmen der âTennessee Centennial and International Expositionâ (Weltausstellung anlĂ€sslich der hundertjĂ€hrigen Unionszugehörigkeit von Tennessee) 1897 aus Gips, Holz und Backsteinen erstellt und in den 1920ern aus Beton erneuert. Eine kolossale Kopie des Standbilds der Athene wurde 1990 hinzugefĂŒgt. Der Nashville-Parthenon ist zudem mehrfarbig bemalt, um das ursprĂŒngliche Erscheinungsbild des Originals nachzuahmen. Ein wertvolles Gipsmodell, welches gegen Ende des 19. Jahrhunderts in New York gefertigt wurde und unter anderem auf der Pariser Weltausstellung im Jahre 1896 gezeigt wurde, befindet sich seit Juni 2005 im Museum fĂŒr AbgĂŒsse Klassischer Bildwerke in MĂŒnchen.
Als Kopie des Parthenon kann auch die Walhalla bei Regensburg gelten. Hierbei ist allerdings zu berĂŒcksichtigen, dass der Architekt Leo von Klenze zwar das GebĂ€ude kopierte, im Sinne des Klassizismus ohne Stilbruch aber auch von der Vorlage abwich, etwa beim Bauschmuck.
37.971497222223.7265805556Koordinaten: 37° 58âČ 17âł N, 23° 43âČ 36âł O