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Partidul Național Liberal

Partidul Național Liberal
Partidul Național Liberal Logo.svg
Partei­vor­sit­zende Crin Antonescu
GeneralsekretÀr Eduard Hellvig
Politisches Spektrum rechtsliberal
GrĂŒndung 1875, wiedergegrĂŒndet im Januar 1990
Haupt­sitz Bukarest
Sitze in der Abgeordnetenkammer 55 von 334
Jungorganisation Nationalliberale Jugend

Die Nationale Liberale Partei (rum.: Partidul Național Liberal), kurz PNL, ist eine liberale Partei in RumĂ€nien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ion C. Brătianu

Gemeinsam mit den Christdemokraten (PNȚ-CD) stellt die PNL die historische VerknĂŒpfung des gegenwĂ€rtigen RumĂ€nien zu der Zeit vor 1947 dar – wie jene ist diese eine neu-alte Partei. Als ursprĂŒngliches GrĂŒndungsdatum wird 1875 angegeben. Die Wurzeln des politischen Liberalismus reichen jedoch in RumĂ€nien wie in den meisten europĂ€ischen Staaten bis in die 1840er-Jahre zurĂŒck.

Bei den Wahlen in GroßrumĂ€nien 1919 war die Partidul Național Liberal wechselnd erfolgreich und konnte mehrfach die Regierung stellen. Bei der Wahl zur Abgeordnetenkammer erreichte sie folgende Ergebnisse:

Wahl Mandate (von)
1919 103 (568)
1920 7 (369)
1922 227 (387)
1926 16 (387)
1926 318 (387)
1928 13 (386)
1931 12 (387)
1932 14 + 28 (387)
1933 10 + 300 (387)
1937 16 + 152 (387)

1938 und wieder 1947 wurde sie verboten. 1922 wurde auch ein deutscher Abgeordneter (Peter Mutschler) und 1927 zwei Abgeordnete (Michael Kausch und Konstantin Roduner) sowie ein Senator (Andreas Widmer) fĂŒr die PNL gewĂ€hlt.

Versuche, in der unmittelbaren Nachkriegszeit (bis 1947) gemeinsam mit RumĂ€niens Christ- und Sozialdemokraten einen Neuanfang zustande zu bringen, scheiterten am kommunistischen Machtanspruch. FĂŒhrende PNL-Mitglieder wurden verfolgt, zu Zwangsarbeit (z. B. Donaukanal) verurteilt oder schafften es, in Exil zu fliehen.

Die wieder gegrĂŒndete PNL vereinigte sich in den 1990er Jahren mit den Christdemokraten zum WahlbĂŒndnis CDR und war – gemeinsam mit den Demokraten (Partidul Democrat, PD) und der Ungarnpartei (UDMR) von 1996 bis 2000 an der Regierung beteiligt. Nach einem ernĂŒchternden Zerfallsprozess Mitte der Neunziger Jahre (z. B. GrĂŒndung der Partidul Liberal 1993 um Dinu Patriciu) gelang den Liberalen nach 2000 unter der FĂŒhrung von Valeriu Stoica (und spĂ€ter Theodor Stolojan) durch viele Fusionen mit ehemaligen Abspaltungen und anderen Kleinparteien eine signifikante Festigung.

Durch das Verschwinden der christdemokratischen PNȚ-CD in der politischen Bedeutungslosigkeit war die PNL die einzig verbliebene „historische“ Mitte-Rechts-Partei von Bedeutung. Dieser Zustand endete durch die christdemokratische Neuorientierung der PD.

Die PNL ist Vollmitglied der LI (Liberale Internationale).

Politischer Liberalismus in RumĂ€nien seit 1990 (Überblick)

Grafik ĂŒber die parteipolitische Entwicklung

ErlÀuterungen (zur Grafik rechts):

  • ACL = Alianța Civic Liberală (dt.: BĂŒrgerlich-Liberale Allianz)
  • ApR = Alianța pentru RomĂąnia (dt.: Allianz fĂŒr RumĂ€nien)
  • ANL = Alianța Național Liberală (dt.: National-Liberale Allianz)
  • ALDE = Allianz Liberaler und Demokraten fĂŒr Europa
  • NPL = Noul Partid Liberal (dt.: Neue Liberale Partei)
  • PAC = Partidul Alianței Civice (dt.: Partei der BĂŒrgerallianz)
  • PAR = Partidul Alternativa RomĂąniei (dt.: Partei RumĂ€niens Alternative)
  • PC = Partidul Conservator (dt.: Konservative Partei)
  • Partidul Liberal 1993 = Partidul Liberal 1993 (dt.: Liberale Partei 1993)
  • PD-L = Partidul Democrat Liberal (dt.: Demokratische Liberale Partei)
  • PLD = Partidul Liberal Democrat (dt.: Liberale Demokratische Partei)
  • PNL = Partidul Național Liberal (dt.: National-Liberale Partei)
  • PNL-AT = Partidul Național Liberal – Aripa TĂąnără (dt.: National-Liberale Partei – Junger FlĂŒgel)
  • PNL-CD = Partidul Național Liberal – Convenția Democrată (dt.: National-Liberale Partei – Demokratische Konvention)
  • PNL (C) = Partidul Național Liberal (CĂąmpeanu) (dt.: National-Liberale Partei (CĂąmpeanu))
  • PSL = Partidul Socialist Liberal (dt.: Sozialistisch-Liberale Partei)
  • PUR = Partidul Umanist din RomĂąnia (dt.: Humanistische Partei von RumĂ€nien)
  • PUR-SL = Partidul Umanist din RomĂąnia – Social Liberal (dt.: Humanistische Partei von RumĂ€nien – Sozialliberal)
  • UFD = Uniunea Forțelor de Dreapta (dt.: Union der Rechten KrĂ€fte)

Wahlergebnisse seit 1990

Wahljahr  % (Abgeordnetenkammer) Reg. / Opp. BĂŒndnis
1990 6,4 Prozent teilw. Regierung -
1992 20,0 Prozent Opposition CDR (mit PNȚ-CD etc.)
1996 30,2 Prozent Regierung CDR (mit PNȚ-CD etc.)
2000 6,9 Prozent Opposition -
2004 32,0 Prozent Regierung D.A. (mit Partidul Democrat)
2008 18,6 Prozent Opposition -

Allianz D.A. mit der Demokratischen Partei

Im Wahlkampf 2004 wurde die PD von der SI (Sozialistische Internationale) scharf wegen des BĂŒndnisses Alianța D.A. (dt.: Allianz D.A.) mit der PNL kritisiert. Dies hatte zu Spekulationen gefĂŒhrt, die beiden Parteien könnten fusionieren und als eine liberale Bewegung fortbestehen. Auch ĂŒber einer AnnĂ€herung an die EVP (EuropĂ€ische Volkspartei) wurde viel spekuliert. Viele Kommentatoren sahen den Fortbestand der Allianz nach dem Abtritt von Theodor Stolojan im Herbst 2004 gefĂ€hrdet, weil vor allem die beiden Parteichefs (also Stolojan und Traian Băsescu) Garant fĂŒr die StabilitĂ€t des BĂŒndnisses waren.

PNL-Vorsitzender Călin Popescu Tăriceanu bei einem Wahlkampfauftritt in Sibiu (Hermannstadt), 2004

PNL als Regierungspartei 2004–2008

Nach 2004 war die Allianz in der Abgeordnetenkammer knapp zweitstÀrkste Kraft, im Senat knapp stÀrkste Fraktion. Liberalen-Chef Călin Popescu Tăriceanu war zwischen 2004 und 2008 rumÀnischer Premierminister.

Nachdem im Herbst 2005 die von der Konservativen Partei (PC) – frĂŒher „Humanistische Partei RumĂ€niens“ – gewĂŒnschte Aufnahme in die Reihen der EVP gescheitert war und sich die EU-Parlamentsbeobachter der PC ebenso wie jene der PNL den liberalen EU-Parlamentariern (ALDE) anschlossen, wurde eine Fusion der PC mit der PNL diskutiert, die jedoch nicht zustande kam.

Nach Konflikten ĂŒber eine eventuelle Fusion mit der PNL mit PD, ĂŒber den Austritt aus den internationalen liberalen DachverbĂ€nden und einen möglichen Anschluss an die EuropĂ€ische Volkspartei, wurden die Ex-Parteivorsitzenden Valeriu Stoica und Theodor Stolojan wegen parteischĂ€digenden Verhaltens 2006 aus der liberalen Partei ausgeschlossen. Gemeinsam mit gleichgesinnten Ex-PNL-Mitgliedern grĂŒndeten die beiden Politiker im Dezember 2006 die „Liberal-Demokratische Partei“ (Partidul Liberal Democrat – PLD).

2007 vollzog sich die sich bereits seit lĂ€ngerer Zeit andeutende Auflösung der Demokratischen Allianz; die PD und die PLD gingen in die Opposition und vereinigten sich Ende 2007 zur Partidul Democrat Liberal (PD-L). Die PNL fĂŒhrte daraufhin eine Minderheitsregierung zusammen mit der Ungarnpartei UDMR, die zusammen nur ĂŒber ein Viertel der Parlamentssitze verfĂŒgte, stillschweigend jedoch von den Sozialdemokraten (PSD) toleriert wurde.

Opposition nach den Wahlen 2008

Bei den Parlamentswahlen 2008 konnte die PNL die Zahl ihrer Abgeordneten zwar leicht erhöhen; da sich die PD-L und die PSD jedoch auf die Bildung einer Koalitionsregierung verstÀndigten, ging die PNL in die Opposition. Seit dem 20. MÀrz 2009 bekleidet Crin Antonescu das Amt des Parteivorsitzenden.

Bedeutende PNL-Politiker

Literatur

  • Mads Ole Balling: Von Reval bis Bukarest - Statistisch-Biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel und SĂŒdosteuropa 1919-1945, Band 2, 2. Auflage. Kopenhagen 1991, ISBN 87-983829-5-0, Seite 578

Weblinks

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