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Passion

Dieser Artikel behandelt die Passion im Sinne der Leidensgeschichte Jesu Christi. Zu weiteren Bedeutungen siehe Passion (Begriffsklärung)

Unter Passion (v. lat.: pati, „erdulden, erleiden“; passio, „das Leiden“) versteht man im Christentum zuvorderst den Leidensweg Jesu Christi, d. h. sein Leiden und Sterben inklusive der Kreuzigung durch die Römer in Jerusalem. Die Berichte davon in den christlichen Evangelien werden als Passionsgeschichte bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Katholische Kirche

In der Liturgie der katholischen Kirche wird die Passion am Palmsonntag und am Karfreitag von drei Vorlesern im Wechsel vorgetragen. Am Palmsonntag wird die Passion aus einem der synoptischen Evangelien vorgetragen: Lesejahr A: Matthäus (Mt 26,14 EU–27,66 EU), Lesejahr B: Markus (Mk 14,1 EU–15,47 EU), Lesejahr C: Lukas (Lk 22,14 EU–23,56 EU). Am Karfreitag wird stets die Passion nach Johannes vorgetragen (Joh 18,1 EU–19,42 EU). Die katholische Kirche pflegt den Brauch der bildlichen Darstellung der Passion in der Kreuzwegandacht.

Hauptartikel:

Die Leidensgeschichten von Märtyrern und Heiligen werden als Passio bezeichnet.

Evangelische Kirche

Im evangelischen Bereich heißen die vierzig Tage vor Ostern Passionszeit, zum Zeichen dafür, dass das Motiv der Passion Jesu die gesamte Vorbereitungszeit auf Ostern bestimmt, beginnend am Aschermittwoch. Den biblischen Hintergrund für die Begehung der vierzig Tage liefern all jene Texte, in denen im Zeitraum von vierzig Tagen - bzw. vierzig Jahren - eine besondere Bedeutung zukommt (Gen 7,4ff LUT, Ex 24,18 LUT, Jona 3,4 LUT, Mt 4,2 LUT u.a.). Es sind allemal Zeiten des Übergangs, der Vorbereitung und der Läuterung, von denen hier berichtet wird.

In der evangelischen Kirche finden in zahlreichen Gemeinden spezielle Wochenandachten, Passionsgottesdienste, statt, in denen die Passionstexte in fortlaufender Reihenfolge gelesen und meditiert werden. Ende des 20. Jahrhunderts kam die Sitte der Begehung von „Sieben Wochen ohne“ als Aktion des Verzichts in Anlehnung an die früher geübte Fastenpraxis auf. Die liturgische Farbe der Passionszeit ist violett. In der Gottesdienstliturgie entfallen das Halleluja und das Ehre sei Gott in der Höhe.

Passionsdarstellungen

Giotto: Die Fußwaschung
Giotto: Christus vor Kajaphas
Giotto: Dornenkrönung und Verspottung Jesu
Beweinung Christi
Noli me tangere

Bildende Kunst

In der Bildenden Kunst werden sowohl einzelne Ereignisse und Szenen aus der Passion Christi dargestellt, ebenso gibt es zahlreiche Passionszyklen.

Darstellende Kunst

Szenische Darstellungen

Christus am Kreuz - Sommerveranstaltung der Passion in Ginosa (Italien)
Passionsprozession in Stuttgart-Bad Cannstatt

Es gibt zahlreiche szenische Darstellungen der Passion Christi, die sogenannten Passionsspiele, die z. T. auf die mittelalterlichen Osterspiele zurückgehen. Bekannte Passionsspiele sind u. a. die Waaler Passionsspiele in Waal (die ältesten in Bayerisch-Schwaben), die Oberammergauer Passionsspiele und die Erler Passionsspiele in Erl.

Film

Über 150 Mal war die Figur Jesus von Nazareth Protagonist eines Films, wobei der Schwerpunkt der Filme auf der Passion Christi liegt. 1895, zum ersten Mal in der Filmgeschichte, drehten die Brüder Lumiere einen 221 Meter langen Film über das Leben Jesu in 13 Szenen, angefangen von der Ankunft der Heiligen Drei Könige bis zur Auferstehung. [1]

Die folgenden bekannten Filme befassen sich in unterschiedlicher Weise mit der Passion Christi:

Franco Zeffirelli drehte 1977 den Vierteiler Jesus von Nazareth für das britische Fernsehen, dessen beide letzten Folgen die Passion Christi behandeln.

Musik

Hauptartikel: Passion (Musik)

In der Musik wird die Passionsgeschichte vor allem in Passionen, die eine eigene kirchenmusikalische Gattung bilden, und Oratorien repräsentiert. Auch Vertonungen des Stabat mater gehören dazu.

In der klassischen Musik finden sich neben den drei Passionen von Heinrich Schütz (Passionen nach Matthäus, Lukas und Johannes) und den Bach-Söhnen vor allem die Matthäus-Passion und die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach als bedeutende Erzählungen der Passion Christi. Bach verwendet biblische Texte und barocke Dichtung und Liedtexte und verbindet sie zu einer ausführlichen Beschreibung der Leidensgeschichte Jesu und der Empfindung der Gläubigen hierzu. Für einen restaurierten Dokumentarfilm über die Vertreibung der Armenier durch die Türken Anfang des 20. Jahrhunderts, wurde eine Hintergrundmusik vom italienischen Komponisten Giovanni Battista Pergolesi -"Stabat Mater" gewählt, die die Leiden Jesu Christi beschreibt.

Aus dem Bereich der Pop-Musik sind die Musicals "Jesus Christ Superstar" sowie "Passion" von Stephen Sondheim zu erwähnen. Ferner gibt es von Peter Gabriel ein Album namens "Passion", das lose mit der Passionsgeschichte verknüpft ist, weil die Musik als Soundtrack zu Martin Scorseses Film The Last Temptation of Christ (s. u.) entstand.

Zitate

  • „Unter Herz Christi ist die Heilige Schrift zu verstehen, die das Herz Christi kundtut. Dieses Herz war vor der Passion verschlossen, denn die Schrift war dunkel. Nach der Passion aber ist die Schrift geöffnet, damit diejenigen, die sie jetzt verstehen, erwägen und unterscheiden, wie die Weissagungen auszulegen sind." (Thomas von Aquin)

Literatur

  • Karl Matthias Schmidt: Der inkorporierte Jesus: Rezeptionen der Passionsgeschichte im populären Film. In: Thomas Bohrmann, Werner Veith, Stephan Zöller (Hrsg.): Handbuch Theologie und Populärer Film. Band 2. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2009, ISBN 978-3-506-76733-2, S. 295-309.

Einzelnachweise

  1. Leben Jesu auf der Leinwand. In "Sonntagsblatt" 3. Januar 2009 [1]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Passion Christi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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