Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Paul Féval (Vater)

Paul Féval. Lithografie von Étienne Carjat, nach 1862

Paul Henry Corentin Féval (* 30. September 1816 in Rennes; † 8. März 1887 in Paris) war ein französischer Schriftsteller. Er schrieb auch unter dem Pseudonym Sir Francis Trolopp.

Féval verfasste eine Vielzahl von Abenteuer- und Kriminalromanen, die ihn Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem der populärsten und erfolgreichsten Autoren Frankreichs werden ließen. Sein Bekanntheitsgrad glich dem Honoré de Balzacs und Alexandre Dumas’, auch außerhalb seines Landes.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Févals Vater war Berater des königlichen Gerichtshofes in Rennes, verdiente aber dennoch nicht genug, um seine Frau und die fünf Kinder ernähren zu können - er starb bereits 1827. Paul studierte nach 1830 Rechtswissenschaften, hängte den Beruf des Anwalts jedoch nach nur einem Prozess 1836 an den Nagel.

In der Hoffnung, sich als Schriftsteller einen Namen machen zu können, zog es ihn nach Paris. 1841 druckte die Zeitung Revue de Paris seinen ersten Roman: Le Club des phoques. Mit seinem zweiten Werk (Les Mystères de Londres) - und unter dem Pseudonym Sir Francis Trolopp - versuchte er Eugène Sues überaus erfolgreichen Zeitungsroman Les Mystères de Paris (1843) nachzuahmen, was ihm auch gelang. Das Buch wurde rasch in mehrere Sprachen übersetzt. Angespornt vom eigenen Erfolg schrieb er in den folgenden Jahren einen Roman nach dem anderen. Auch die Februarrevolution 1848, während der er als Konservativer gegen die Republikaner kämpfte, bremste seine Schreibwut nicht. Im Gegenteil, allein bis zur Geburt seines Sohnes Paul Auguste Jean Nicolas im Jahre 1860 veröffentlichte er ein Dutzend Romane. 1863 lernte er Charles Dickens kennen und freundete sich mit diesem an.

Die Jahre ab 1870 waren nur noch von schriftstellerischen Misserfolgen gekennzeichnet. Nachdem ihm zwei Mal der Beitritt zur Académie française verwehrt wurde und er zusehends in finanzielle Bedrängnis geriet, konvertierte er 1876 zum Ultramontanismus. In seinen letzten Lebensjahren widmete er sich ganz dem Umschreiben seines Werkes - im Sinne der katholischen Morallehre.

Werke

  • Le Club des phoques (1841)
  • Les Mystères de Londres (1843), dt. "Die Geheimnisse von London" (1844) und "Londoner Mysterien" (1844–1845)
  • Le Capitaine Spartacus (1843)
  • Les Chevaliers du Firmament (1843)
  • Le Loup Blanc (1843)
  • Les aventures d'un Ă©migrĂ© (1844)
  • Les Amours de Paris (1845), dt. "Pariser Liebschaften" (1846)
  • La Quittance de minuit (1846)
  • Le Fils du diable (1846)
  • Le Château de CroĂŻat (1848)
  • Les Belles de nuit (1849–1850)
  • FĂ©e des Grèves (1850)
  • Beau dĂ©mon (1850)
  • Le capitaine Simon (1851), dt. "Der Capitain Simon" (1852)
  • Les tribunaux secrets : ouvrage historique (1851-1852) http://gallica2.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k426286k
  • La Soeur des Fantomes (1852), 1867 als Les Revenants
  • La louve (1855–1856)
  • L'homme de fer (1855–1856), dt. "Der eiserne Mann" (1988)
  • Madame Gil Blas ou les MĂ©moires d'une femme de notre temps (1856)
  • Les couteaux d'or (1856)
  • La Vampire (1856) http://gallica2.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k69193g
  • Le Bossu (1857), dt. "Der Bucklige" (1857); Verfilmungen: Der Gejagte - Ritter der Nacht (1959) und Duell der Degen (1997)
  • Les Compagnons du silence (1857)
  • Le roi des gueux (1859)
  • Le Capitaine fantĂ´me (1862)
  • Le Chevalier TĂ©nèbre (1862)
  • Jean-Diable (1863)
  • Les Habits noirs (1863–1875)
  • La Cavalière (1865–1866)
  • Le Cavalier Fortune (1868)
  • Le quai de la ferraille (1869)
  • Le Chevalier de Keramour (1873)
  • La Ville-Vampire (1874/75)
  • Les cinq (1875)
  • La première aventure de Corentin Quimper (1876)

Literatur

  • FĂ©val, Paul. In: Meyers GroĂźes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 6., gänzlich neubearbeitete u. vermehrte Auflage. 20 Bde. Leipzig u. Wien, Bibliographisches Institut, 1902-08.
  • Dorothee Fritz-El Ahmad: Untersuchungen zu den Feuilletonromanen von Paul FĂ©val. Lang, Frankfurt am Main u.a. 1986. (= SaarbrĂĽcker Arbeiten zur Romanistik; 5) ISBN 3-8204-9526-6

Weblinks

 Commons: Paul FĂ©val â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Paul FĂ©val â€“ Quellen und Volltexte (français)
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.