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Paul Luchtenberg (* 3. Juni 1890 in Burscheid; † 7. April 1973 ebenda) war ein deutscher Kulturwissenschaftler, Pädagoge und Politiker der FDP und Kultusminister von Nordrhein-Westfalen.
Inhaltsverzeichnis |
Paul Luchtenberg besuchte zunächst ein Lehrerseminar in Gummersbach, machte 1912 das Abitur und studierte in Bonn und Münster. Nach einer Promotion bei Erich Becher begann er 1917 das Referendariat zum Gymnasiallehramt. Bis 1923 blieb er im Schuldienst in Remscheid. Daneben habilitierte er sich 1920 in Köln, wo er dann zu den Hörern Max Schelers gehörte, dessen materiale Wertethik er in die pädagogische Praxis umsetzen wollte. Von 1925 bis 1931 war er außerordentlicher Professor für Pädagogik, Philosophie und Psychologie an der Technischen Hochschule Darmstadt sowie ab 1931 ordentlicher Professor für dieselben Fächer an der Technischen Hochschule Dresden, wo er zugleich das Pädagogische Institut zur Lehrerausbildung leitete. Als Demokrat war er bereits vor 1933 Zielscheibe von Angriffen des NS-Studentenbundes. 1936 wurde er (mit einer Verzögerung gegenüber u. a. Victor Klemperer und Richard Seyfert) aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen, nachdem ihn lange der sächsische Kultusminister Hartnacke geschützt hatte.
Vor 1933 gehörte Luchtenberg der DDP an. Nach dem Krieg war er Mitbegründer der FDP in Nordrhein-Westfalen. Dem Deutschen Bundestag gehörte er vom 30. Oktober 1950, als er für den FDP-Landesvorsitzenden Friedrich Middelhauve nachrückte, bis zum Ende der ersten Legislaturperiode und erneut vom 18. September 1954, als er für den nordrhein-westfälischen Innenminister Willi Weyer nachrückte, bis zum 9. April 1956 an. Nach dem Koalitionswechsel der FDP in Nordrhein-Westfalen von der CDU zur SPD, der auf Bundesebene zur Abspaltung des „Ministerflügels“ und zur Gründung der Freien Volkspartei (FVP) führte, war er vom 28. Februar 1956 bis 1958 Kultusminister in seinem Heimatland.
Als Landeskultusminister setzte er sich für die Schaffung eines Bundeskulturministeriums ein, um die sehr stark konfessionell geprägte Kulturpolitik insbesondere von Bayern und Rheinland-Pfalz aufbrechen zu können. So gehörte auch der rheinland-pfälzische Kultusminister Adolf Süsterhenn zu den schärfsten Kritikern dieser Pläne, während der hessische Minister Arno Hennig sie unterstützte.
Von 1961 bis 1970 war er Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung. 1962 errichtete Luchtenberg die Paul-Luchtenberg-Stiftung, deren Zweck die Förderung der Kultur in seiner Heimatstadt Burscheid ist. Das Haus der Kunst in Burscheid ist ebenfalls seine Stiftung.
Wilhelm Hamacher | Rudolf Amelunxen | Heinrich Konen | Christine Teusch | Werner Schütz | Paul Luchtenberg | Paul Mikat | Fritz Holthoff | Jürgen Girgensohn | Hans Schwier | Gabriele Behler | Ute Schäfer | Barbara Sommer | Sylvia Löhrmann
Walter Erbe | Paul Luchtenberg | Hans Wolfgang Rubin | Ralf Dahrendorf | Wolfgang Mischnick | Otto Graf Lambsdorff | Wolfgang Gerhardt
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Luchtenberg, Paul |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (FDP), MdL, MdB und Pädagoge |
| GEBURTSDATUM | 3. Juni 1890 |
| GEBURTSORT | Burscheid |
| STERBEDATUM | 7. April 1973 |
| STERBEORT | Burscheid |