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Pearl S. Buck

Pearl Buck um 1932,
Fotografie von Arnold Genthe

Pearl Sydenstricker Buck (chinesisch èłœçç  SĂ i ZhēnzhĆ«; Pseudonym: John Sedges; * 26. Juni 1892 in Hillsboro, West-Virginia; † 6. MĂ€rz 1973 in Danby, Vermont) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und LiteraturnobelpreistrĂ€gerin.

Sie wurde 1938 „fĂŒr ihre reichen und wahrhaft epischen Schilderungen des chinesischen Bauernlebens und fĂŒr ihre biographischen Meisterwerke“ mit dem Nobelpreis fĂŒr Literatur ausgezeichnet. Sechs Jahre zuvor hatte sie fĂŒr ihren Roman Die gute Erde bereits den Pulitzer-Preis erhalten.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Ihr Geburtsname Sydenstricker findet sich in der hĂ€ufig verwendeten Schreibweise Pearl S. Buck wieder. Als Tochter eines Missionars verbrachte sie einen Teil ihrer Kindheit im Kaiserreich China. Von 1910 bis 1914 studierte sie an einem College in Virginia, USA. 1918 heiratete sie John Lossing Buck. Von 1922 bis 1932 arbeitete Buck als Professorin fĂŒr englische Literatur an der UniversitĂ€t Nanking, der Hauptstadt der Republik China.[1] Ihre Tochter litt unter der Erbkrankheit Phenylketonurie, die zu damaliger Zeit medizinisch noch nicht erforscht war. In ihrem Buch The Child Who Never Grew (etwa: Das Kind, das nie aufwuchs) fasste sie 1950 all ihre leidvollen Erfahrungen, die sie mit ihrer Tochter gemacht hat, zusammen.

Die Konfrontation mit amerikanischer und fernöstlicher Kultur hatte einen großen Einfluss auf das Werk der Schriftstellerin, die sich fĂŒr Toleranz und VölkerverstĂ€ndigung einsetzte. Als eines ihrer Meisterwerke gilt der Roman The Good Earth aus dem Jahre 1931, der 1933 mit dem Titel Die gute Erde ins Deutsche ĂŒbersetzt wurde. Er stellt anschaulich und warmherzig das alltĂ€gliche bĂ€uerliche Leben in China dar.

Sie veröffentlichte 80 Werke sowie fĂŒnf Romane unter dem Pseudonym John Sedges.

Nobelpreis

Pearl S. Buck erhÀlt 1938 den Literaturnobelpreis

Die Verleihung des Literaturnobelpreises an Pearl S. Buck gehört zu den umstrittenen Entscheidungen des Nobelpreiskomitees. Die Kritiker dieser Entscheidung hielten ihre Romane fĂŒr literarisch wertlos und eigentlich fĂŒr Trivialliteratur. Die seither verwendete inoffizielle Regel, den Nobelpreis nur an Autoren zu verleihen, die bereits vorher mindestens einmal dafĂŒr nominiert waren, wird in den Feuilletons bis heute „Lex Buck“ genannt. Der Beliebtheit der Autorin hat dies keinen Abbruch getan; ihre BĂŒcher werden noch heute ĂŒbersetzt und gedruckt.

Sie selbst schlug gemeinsam mit der chilenischen Schriftstellerin Gabriela Mistral 1950 den indischen Philosophen und Schriftsteller Sri Aurobindo fĂŒr den Literaturnobelpreis vor.

Werke (Auswahl)

Biographien

  • The Exile: Portrait of an American Mother, 1936 (dt. Die Frau des Missionars)
  • Fighting Angel: Portrait of a Soul, 1936 (dt. Der Engel mit dem Schwert)
  • The Child Who Never Grew, 1950 (dt. Geliebtes unglĂŒckliches Kind, 1950)
  • My Several Worlds: A Personal Record, 1954 (dt. Ruf des Lebens)
  • A Bridge for Passing, 1962 (dt. Zuflucht im Herzen)

Romane und ErzÀhlungen

  • East Wind, West Wind (Roman, 1930; dt. Ostwind – Westwind, 1934)
  • The Good Earth (Roman, 1931; dt. Die gute Erde, 1933)
  • The Mother (Roman, 1934; dt. Die Mutter, 1934)
  • Dragon Seed (Roman, 1942; dt. Die Drachensaat, 1953)
  • Portrait of a marriage (Roman, 1945; dt. Eine Liebesehe, 1946)
  • Pavilion of Women (Roman, 1946; dt. Die Frauen des Hauses Wu, 1948)
  • Far and Near (ErzĂ€hlungen, 1948; dt. ZurĂŒck in den Himmel, 1954)
  • Kinfolk (Roman, 1950; dt. Fremd in fernem Land, 1963)
  • The Townsman (Roman, 1952; dt. Und weiter fĂŒhrt der Weg nach Westen, 1952)
  • Imperial Woman (Roman, 1956; dt. Das MĂ€dchen Orchidee)
  • The Three Daughters of Madame Liang (Roman, 1969; dt. Die Töchter der Madame Liang)

Verfilmungen

  • 1937: Die gute Erde
  • 1944: Drachensaat (Dragon Seed)
  • 1945: Am Himmel von China (China sky)
  • 1961: China-Story (The devil never sleeps)
  • 2000: Die Frauen des Hauses Wu (Pavilion of women)

Literatur

Wissenschaftliche und biografische Literatur

  • Peter Conn: Pearl S. Buck. A cultural biography. Cambridge u. a.: Cambridge Univ. Press. 1996. ISBN 0-521-56080-2
  • Paul A. Doyle: Pearl S. Buck. New York: Twayne. 1965. (= Twayne's United States authors series; 85)
  • Xiongya Gao: Pearl S. Buck's Chinese women characters. Selinsgrove, Pa.: Susquehanna Univ. Press u. a. 2000. ISBN 1-57591-025-X
  • Kang Liao: Pearl S. Buck. A cultural bridge across the Pacific. Westport, Conn. u. a.: Greenwood Press. 1997. (= C Contributions to the study of world literature; 77 ) ISBN 0-313-30146-8
  • Elizabeth Johnston Lipscomb (Hrsg.): The several worlds of Pearl S. Buck. Essays presented at a centennial symposium, Randolph-Macon Woman's College, March 26-28, 1992. Westport, Conn. u. a.: Greenwood Press. 1994. (= Contributions in women's studies; 144) ISBN 0-313-29152-7
  • Nora Stirling: Pearl Buck. A woman in conflict. Piscataway, N.J.: New Century Publishers. 1983. ISBN 0-8329-0261-6
  • Anna Maria Stuby: Ich bin nirgendwo ganz zu Hause und ĂŒberall ein bißchen. In: Charlotte Kerner (Hrsg.): Nicht nur Madame Curie 
 Frauen, die den Nobelpreis bekamen. Neuausg. Weinheim: Beltz und Gelberg. 1999. ISBN 3-407-80862-3
  • Gertraude Wilhelm (Hrsg): Die Literatur-NobelpreistrĂ€ger. Ein Panorama der Weltliteratur im 20. Jahrhundert. DĂŒsseldorf: Econ. 1983. (= Hermes Handlexikon) ISBN 3-612-10017-3

Fiktionale Literatur

Weblinks

 Commons: Pearl Buck â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. ↑  Lexikonredaktion des Verlages F.A.Brockhaus (Hrsg.): Nobelpreise. Chronik herausragender Leistungen. Mannheim 2001, ISBN 3-7653-0491-3, S. 374.</span>
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