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Der Ausdruck Perfekt (von lat. perfectum â âvollendetâ) ist ein grammatischer Terminus, der einen Aspekt oder ein Tempus eines Verbs bezeichnen kann. Er wird auch 2. Vergangenheit genannt.
Das Perfekt als Verbalaspekt entspricht dem in Sprachen, die fĂźr die Aspekte keine eigenen Morpheme haben, vorhandenen perfektischen Aspekt; das temporale Perfekt ist ein Tempus der Gegenwart oder der Vergangenheit.
Es wurde fßr das Urindogermanische als einer der drei dort vorhandenen Aspekte, die im Protoindoeuropäischen die wichtigste Verbalkategorie darstellen, rekonstruiert[1]. Die Aspekte sind im Altgriechischen noch komplett erhalten[2], im Neugriechischen immer noch stark hervortretend. Die altitalischen Sprachen sehen das Perfekt hingegen schon als Tempus.[3] Seit dem Lateinischen, wo der Aorist mit dem Perfekt zusammengefallen ist[4], sind der aoristische und der perfektische Aspekt dem Tempus Perfekt in vielen indogermanischen Sprachen eindeutig zugeordnet.
FĂźr das Deutsche empfiehlt die Duden-Grammatik von 2005, den Ausdruck nur als Namen fĂźr die 2. Vergangenheit aufzufassen.[5]
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Das deutsche Perfekt wird analytisch gebildet, es ist eine zusammengesetzte Verbform aus der Personalform der Hilfsverben âhabenâ oder âseinâ und dem aussagenden Verb. Das Hilfsverb wird im Präsens konjugiert. Das aussagende Verb steht stets im Partizip II und ist daher in jeder Person gleich.
Im Deutschen wird das Perfekt der Ăźberwiegenden Anzahl von Verben mit dem Hilfsverb âhabenâ gebildet, unter anderem bei allen transitiven sowie bei reflexiven bzw. reflexiv gebrauchten Verben.
Mit dem Hilfsverb âseinâ wird das Perfekt einer Gruppe von intransitiven oder intransitiv benutzten Verben gebildet, die eine Ortsänderung (âvon A nach Bâ: kommen, gehen, fahren, springen âŚ) ausdrĂźcken. Diese Verben werden als Bewegungsverben bezeichnet. Beispiel: âIch bin mit dem Auto gefahrenâ â aber: âIch habe dich gefahren.â Auch eine Gruppe von Verben, die eine Zustandsänderung (Ăbergang von einem Zustand in einen anderen) ausdrĂźcken (aufwachen, sterben, verwelken), bilden das Perfekt ebenfalls mit âseinâ.
Regionale Unterschiede gibt es bei der Bildung des Perfekts von Verben der Position (stehen, sitzen, liegen etc.) â im nĂśrdlichen Teil Deutschlands mit âhabenâ gebildet, in Ăsterreich, der Schweiz und weiten Teilen SĂźddeutschlands jedoch mit âseinâ (ich bin gestanden, er ist gesessen). Beides gilt als korrekt. FĂźr Ăźbertragene Wortbedeutungen (âer hat gesessenâ = âer war im Gefängnisâ) werden die Formen mit âhabenâ im sĂźddeutschen Sprachraum jedoch ebenfalls benutzt.
Die Perfektform wird im Deutschen in unterschiedlicher Bedeutung verwendet:
Das Perfekt wird fßr Sachverhalte verwandt, die (relativ zum Sprechzeitpunkt) in der Vergangenheit abgeschlossen wurden, deren Ergebnis oder Folge aber noch zum Sprechzeitpunkt relevant sind.[7] Der Gegenwartsbezug unterscheidet das Perfekt vom Präteritum.
Die Duden-Grammatik spricht von Präsensperfekt.[8]
Im gesprochenen Deutsch die herrschende Verbform fĂźr die Beschreibung von Vergangenem z. B. im Satz âIch habe gegessenâ. Im Schweizerdeutschen und anderen oberdeutschen sowie westmitteldeutschen Dialekten gibt es fast Ăźberhaupt keine Formen fĂźr das Präteritum. Das Perfekt wird hier grundsätzlich als Ersatz fĂźr das Präteritum verwendet. Die Grenze dieses Sprachphänomens lässt sich dabei teilweise sehr exakt bestimmen; sie folgt teilweise der Mainlinie und verläuft von Hof im Osten bis nach Aachen im Westen. Diese Entwicklung ist im SĂźden des deutschen Sprachraums bereits im 16./17. Jahrhundert eingetreten und wird auf den Ausfall des âeâ am Ende der Präteritumformen regulärer Verben zurĂźckgefĂźhrt. Eindeutiger als âer sagtâ und âer sagteâ erschien die Form âer hat gesagtâ.
Die Tempusform Perfekt kann im Deutschen auch zum Ausdruck des Futur II verwandt werden.[6]
Aorist | Futur | Futur II | Imperfekt | Paratatikos | Präsens | Perfekt | Plusquamperfekt | Präteritum