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Der PrÀzisionssport Pétanque ist eine Boule-Sportart.
Der Sport wird von rund 570.000 Sportlerinnen und Sportlern in 76 nationalen VerbÀnden (Stand Dezember 2007), die der Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal (FIPJP) angehören, betrieben.
Nach SchÀtzungen des Deutschen Pétanque Verbandes (DPV) gibt es in Deutschland rund 1 Million nicht organisierter Freizeitspieler. In Deutschland wird von Freizeitspielern meist der Begriff Boule benutzt. Die meisten Freizeitspieler spielen allerdings in Anlehnung an die Grundregeln des Pétanque. In der Freizeitvariante kann man Pétanque auch als Geschicklichkeitsspiel bezeichnen.
Inhaltsverzeichnis |
Der Deutsche Bundesverband ist der Deutsche PĂ©tanque Verband (DPV). Der österreichische Fachverband ist der Ăsterreichischer PĂ©tanque Verband (ĂPV) und der Schweizer der FĂ©dĂ©ration Suisse de PĂ©tanque (FSP). Der deutsche Bundesverband und die beiden anderen DachverbĂ€nde sind Mitglied der FĂ©dĂ©ration Internationale de PĂ©tanque et Jeu Provençal (FIPJP) und der ConfĂ©dĂ©ration EuropĂ©enne de PĂ©tanque (CEP).
âBouleâ und damit PĂ©tanque steht auf der Liste des Internationalen Olympischen Komitees IOC als ârecognized sportâ und damit mögliche zukĂŒnftige olympische Disziplin.
63 % der Pétanque-Sportler waren am 31. Dezember 2006 im französischen Verband organisiert, am 31. Dezember 1978 betrug der Anteil der Franzosen noch 93 %, allerdings gab es damals nur 18 nationale VerbÀnde.
Der Deutsche PĂ©tanque Verband (DPV) ist mit rund 14.000 Sportlern der sechststĂ€rkste Verband. Die FĂ©dĂ©ration Suisse (Schweiz) de PĂ©tanque liegt mit 3.482 Sportlern auf Platz 12. Der Ăsterreichische PĂ©tanque Verband hat 262 Mitglieder.
Die Geschichte des Kugelspiels lĂ€sst sich bis zum Jahr 460 v. Chr. zurĂŒckverfolgen. In Frankreich lĂ€sst sich das Boule-Spiel anhand seiner Verbote ab 1319 nachweisen.
1894 wird das erste Turnier im Boule Lyonnaise (auch Sport-Boules) ausgetragen, eine komplizierte, bewegungsreiche und viel Training erforderliche Boule-Variante. Diese ist neben Boule des Berges (auch: Boule parisienne) 1900 olympische Disziplin. In der Provence entwickelt sich Jeu Provençal. Gelegt wird mit Ausfallschritt, geschossen mit 3 Schritt Anlauf auf einem Bein.
Das erste PĂ©tanque-Spiel findet im Jahre 1907 im sĂŒdfranzösischen Ort La Ciotat statt.
Ein guter und leidenschaftlicher Spieler namens Jules Le Noir wird vom Rheuma geplagt und kann deshalb nicht mehr die drei Schritte Anlauf beim Jeu Provençal machen.
Sein Freund Ernest Pitiot erfindet daraufhin ein Spiel auf kĂŒrzere Entfernung und ohne Anlauf. Er zieht einen Kreis auf den Boden. Aus diesem wird im Stand mit geschlossenen FĂŒĂen gespielt. Daher leitet sich der Name der Sportart ab. Die Bezeichnung fĂŒr âgeschlossene/sich tangierende FĂŒĂeâ heiĂt auf französisch pieds tanquĂ©s, auf provenzalisch ped tanco.[1]
Nach und nach werden die Regeln dieser neuen Spielart entwickelt, aufgeschrieben und ein neues Spiel entsteht. 1910 wird ein (erster) offizieller Wettbewerb durchgefĂŒhrt.
Im Gegensatz zu allen anderen Boulespielarten tritt PĂ©tanque einen raschen weltweiten Siegeszug an. DafĂŒr ausschlaggebend sind die relativ einfachen Regeln, die unter anderem besagen, dass PĂ©tanque auf jedem Boden gespielt wird.
1945 wird die FĂ©dĂ©ration Française de la PĂ©tanque et du Jeu Provençal (F.F.P.J.P.) gegrĂŒndet.
Die anderen Boule-Sportarten scheinen aber noch populÀrer zu sein. So lÀsst der Belgier Simenon 1949 seinen französischen Kommissar Maigret in seinem Buch Mein Freund Maigret folgende Beobachtung machen:
1949 wird aber auch schon in Belgien PĂ©tanque gespielt und mit dem â1ier club, A.B.F.â der erste belgische (wallonische) PĂ©tanque-Club gegrĂŒndet.
Weitere nationale GrĂŒndungen folgen in der Schweiz (1953), in Marokko (1954), in Kanada (1955) und in Luxemburg (1959).
Am 8. MĂ€rz 1958 grĂŒnden Belgien, Frankreich, Marokko, Monaco, die Schweiz, Spanien und Tunesien die FĂ©dĂ©ration Internationale de PĂ©tanque et Jeu Provençal (FIPJP).
Bereits im Jahre 1959 findet die erste Pétanque-Weltmeisterschaft in Spa, Belgien statt.
Kanada (1959) Luxemburg (1959) und Algerien (1962) kommen in den nĂ€chsten Jahren dazu. Italien, dessen PĂ©tanque-Spieler im italienischen Boccia-Verband organisiert sind, ist ebenfalls schon frĂŒh im Weltverband dabei.
PĂ©tanque verbreitet sich ansonsten zunĂ€chst ĂŒber französische Soldaten und Auswanderer. Dass Kanada mit der französischen Provinz QuĂ©bec zu den ersten Mitgliedern der FIPJP zĂ€hlt, ĂŒberrascht nicht.
Dass aber auch in den USA seit 1959 in San Francisco PĂ©tanque gespielt wird ist nicht so eindeutig. Jean Bontemps grĂŒndet âLa Boule dâOrâ, in San Franziskos Golden Gate Park wird 1960 das erste groĂe Turnier mit Teilnehmern aus Frankreich, QuĂ©bec und Tunesien ausgetragen.
PĂ©tanque spielt eine groĂe Rolle bei der Integration von Zuwanderern, nicht nur in den USA. Der Maler Alfred Levitt grĂŒndete 1973 den amerikanischen Verband FPUSA, den er 10 Jahre als PrĂ€sident leitete.
In den 1970er Jahren treten GroĂbritannien (1974) und die Niederlande (1978) der FIPJP bei.
Die Zeitpunkte der GrĂŒndung der Nationalen VerbĂ€nde und deren Beitritt zur FIPJP weichen von der Erteilung von Lizenzen fĂŒr Spieler der entsprechenden Nationen ab. So werden in einer Statistik von 1978 ĂŒber FIPJP-Lizenzen 18 Nationen genannt, die zum Teil (wie Deutschland) noch keine nationalen VerbĂ€nde haben. (Die Entwicklung Deutschlands wird weiter unten dargestellt.)
1980 tritt neben den Schweden das erste asiatische Land bei: Thailand. Hier sind es nicht französische Soldaten sondern es ist die Königin-Mutter, die den PĂ©tanque-Sport fördert. Sie hatte ihn in Frankreich und Genf kennengelernt. Nun lernen zunĂ€chst die thailĂ€ndischen Soldaten (pflichtgemĂ€Ă), spĂ€ter vor allem BĂŒrger der Oberschicht des französische Spiel mit den Kugeln.
1986 tritt Australien als erstes Land Ozeaniens bei, Pétanque ist nun auf allen Kontinenten vertreten.
In den 1990er Jahren treten 16 Nationen, in der Zeit von 2000 bis Ende 2007 treten sogar 27 Nationen bei. Zum Beispiel wurde zur WM 2007 Kroatien aufgenommen. Die Nation startete mit einer Mannschaft, deren Mitglieder seinerzeit alle eine Lizenz bei einem Deutschen Verein hatten.
2008 löst sich der Verband von GroĂbritannien auf, dafĂŒr bilden sich neue VerbĂ€nde in England, Schottland und Wales, die (anstelle GroĂbritanniens) dem Weltverband beitreten.
Als Kugelsportart wird in Deutschland zunĂ€chst das italienische Boccia gespielt. Der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer spielte dies im Italienurlaub. Das wird in den Deutschen Wochenschauen immer wieder gezeigt. In der Folge kommen wassergefĂŒllte Plastikkugeln auf den Markt.
Dann bahnt sich zunĂ€chst ĂŒber französische Soldaten PĂ©tanque seinen Weg nach Deutschland. In (Bonn-)Bad Godesberg wird 1963 der erste PĂ©tanque-Club gegrĂŒndet, 1966 zieht Saarlouis, nahe der französischen Grenze, nach. Neben Bonn und dem Saarland, wo weitere Vereine entstehen, etabliert sich Freiburg im Breisgau als weitere Keimzelle des PĂ©tanque.
In Bad Godesberg wird 1977 die erste Deutsche Pétanque-Meisterschaft (im Triplette) ausgetragen. Erste Deutsche Meister wurden: Remo Rinaldi, Martin Ulrich, Albert Weingartz.
1977 fahren dann auch die ersten Deutschen zu den Weltmeisterschaften nach Luxemburg. Ebbi Toepfer, Karsten Köhler und Olaf Fingerhut kommen aus Bad Godesberg und Freiburg.
Fortan werden die teilnehmenden deutschen Teams âVertreter des Deutschen PĂ©tanque-Verbandesâ genannt. Der ist allerdings noch gar nicht gegrĂŒndet.
In mehreren BundeslÀndern entstehen LandesverbÀnde.
Erst 1984 treffen sich in GroĂ-Gerau Vertreter der inzwischen gegrĂŒndeten LandesverbĂ€nde aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Baden-WĂŒrttemberg sowie Vereinsvertreter aus Aschaffenburg, Bonn, Darmstadt, Dillingen, DĂŒren, Durmersheim, Frankfurt/Main, Freiburg, Bad Godesberg, Heidelberg, Kiel, Konstanz, Nalbach, NĂŒrnberg, Raunheim, Rastatt, Reutlingen, Rottweil, SaarbrĂŒcken, Saarwellingen, Saarlouis, Singen, WĂŒrzburg und grĂŒnden den Deutschen PĂ©tanque-Verband.
In Niedersachsen gibt es zunĂ€chst einen eigenen Kugelsportverband, der im Deutschen Sportbund (DSB) ist, der DPV ist in der F.I.P.J.P. Nach einigen Verhandlungen schlieĂen sich die beiden VerbĂ€nde zusammen.
Zurzeit existieren in Deutschland mehrere hundert Clubs mit mehr als 14.000 Mitgliedern.
Die Grundregeln des PĂ©tanque sind einfach und werden in der Regel auch von Freizeitspielern befolgt. Auf die ausfĂŒhrlichen Regeln, die bei PĂ©tanque-Sportveranstaltungen zu beachten sind, wird in FuĂnoten hingewiesen.[2] Die Regeln werden hier nur in den GrundzĂŒgen dargestellt.
Gespielt wird auf jedem GelĂ€nde; ein ebenes, glattes Spielfeld oder Banden wie bei der italienischen Variante Boccia bzw. bei der Bowls-Variante sind nicht erforderlich. Wenn in abgegrenzten Feldern gespielt wird, mĂŒssen diese Spielfelder bei Meisterschaften 15 m mal 4 m betragen, mindestens aber 12 m Ă 3 m groĂ sein.[3] Sehr viel kleinere Felder sind fĂŒr das PĂ©tanque-Spiel nicht geeignet (siehe auch Boulodrome).
Beim PĂ©tanque stehen einander immer zwei Formationen gegenĂŒber, jede verfĂŒgt ĂŒber die gleiche Anzahl Kugeln. Folgende Formationen sind ĂŒblich:
Beim Training, beim freien Spiel und beim SupermĂȘlĂ©e spielen auch unterschiedliche Formationen gegeneinander. FĂŒr die besondere Situation, dass 7 PĂ©tanque-Spieler aufeinander treffen, gibt es den sogenannten Berliner.
Das Spiel ist in Spielabschnitte, sogenannte Aufnahmen unterteilt. In jeder Aufnahme wird zunÀchst die Zielkugel geworfen, anschliessend spielen beide Mannschaften nach einer besonderen Reihenfolge all ihre Kugeln - es sei denn
Zu Beginn des Spiels wird durch Auslosen ermittelt, welche Mannschaft das SpielgelĂ€nde aussuchen darf und als erstes die Zielkugel wirft (das Aussuchen des Spielfeldes erĂŒbrigt sich, wenn, wie auf manchen Turnieren, Spielfelder zugewiesen werden).
Ein beliebiger Spieler der so ermittelten Mannschaft zieht einen Wurfkreis oder legt einen Wurfkreis aus Vollmaterial auf die Erde. Aus diesem Kreis wirft nun ein Spieler derselben Mannschaft die Zielkugel auf 6 bis 10 m.
Derjenige Spieler, der den Kreis zieht und die Zielkugel wirft, und der die erste Kugel wirft, kann, aber muss nicht derselbe sein.
Nach dem Auswerfen der Zielkugel:
Es gibt zahlreiche Regelfeinheiten. So gilt z. B. fĂŒr den Fall, dass die Zielkugel[5] auf verbotenes GelĂ€nde (ins Aus) gelangt:
Kugeln, die im verbotenen GelĂ€nde liegen oder ĂŒberqueren sind ungĂŒltig.[6]
Dann beginnt die nÀchste Aufnahme. Es beginnt die Mannschaft, die den Punkt gemacht hat. Diese zieht oder legt zunÀchst den Wurfkreis um die Stelle, an der am Ende der vorherigen Aufnahme die Zielkugel lag,[7] wirft aus diesem die Zielkugel sowie die erste Kugel. Diese und weitere Aufnahme verlaufen ansonsten wie die erste Aufnahme.
Eine Begegnung geht, wenn keine Zeitbegrenzung fĂŒr die Veranstaltung gilt, bis 13 Punkte. Es werden also mindestens drei Aufnahmen (im TĂȘte-Ă -TĂȘte 5 Aufnahmen) gespielt. âEs besteht jedoch die Möglichkeit, die Vorrunden- (âpoulesâ) oder die Entscheidungsspiele (âcadrageâ) nur bis zum Erreichen von 11 Punkten zu spielen.â[8]
Das Finale der Weltmeisterschaft wurde bis 2006 bis 15 Punkte gespielt. Der Internationale Delegiertenkongress der FIPJP beschloss auf seiner Tagung am 20. September 2007 in Pattaya (wĂ€hrend der Weltmeisterschaft 2007), dass das WM-Finale kĂŒnftig nur noch bis 13 gespielt wird. Dies wurde bereits 2007 umgesetzt.[9]
Ein PĂ©tanque-Spiel ohne Zeitbegrenzung kann in AusnahmefĂ€llen mehrere Stunden dauern; vor allem, wenn mehrere Null-Aufnahmen gespielt werden. Die PĂ©tanque-Regeln bestimmen lediglich ein Zeitlimit von einer Minute zwischen dem Wurf der Zielkugel und dem der ersten Kugel, sowie den dann folgenden Kugeln. Wird gemessen, beginnt die Zeit nach diesem Vorgang zu laufen.[10] FĂŒr das evtl. Suchen einer nicht auffindbaren Zielkugel stehen maximal 5 Minuten zur VerfĂŒgung.[11]
Der Veranstalter kann eine Zeitbegrenzung beschlieĂen. Diese sieht in der Regel eine bestimmte Zeit, zuzĂŒglich einer oder zwei weiterer Aufnahmen vor. Nach Ablauf der Zeit wird in der Regel die laufende Aufnahme zu Ende gespielt, dann die zusĂ€tzliche(n) Aufnahme(n). Bei einem Punktegleichstand wird in der Regel eine weitere Aufnahme gespielt.
Die FIPJP hat fĂŒr die Weltmeisterschaften ab 2008 beschlossen, dass in der Vorrunde 6 Runden Schweizer System mit einer Stunden Zeitbegrenzung plus 2 Aufnahmen gespielt werden.[9]
Wenn unklar ist, welche Kugel am nĂ€chsten ist, wird gemessen. Da dieses fĂŒr den Spielverlauf und die Punktevergabe von entscheidenden Bedeutung sind, ist das Messen genau geregelt.[12]
ZunĂ€chst obliegt das Messen âdem Spieler, der die letzte Kugel gespielt hat oder einem seiner Mitspieler.â[13] Danach hat ein Spieler der gegnerischen Mannschaft das Recht nachzumessen, im Zweifel wird ein Schiedsrichter hinzugebeten. Das Messen muss mit geeigneten MessgerĂ€ten erfolgen, jede Mannschaft muss ein MessgerĂ€t haben. Das Messen mit den FĂŒĂen ist beim offiziellen Wettkampf ausdrĂŒcklich verboten.
Gemessen wird in der Regel mit einem MaĂband. Ist der Abstand damit nicht feststellbar, wird ein Tirette verwendet, ein GliedermaĂstab mit ausschiebarer Zunge. Sie wird herausgeschoben und zwischen die zu messenden Kugeln und die Zielkugel gehalten, wobei die Zunge Richtung Zielkugel zeigt. Dieser Vorgang wird fĂŒr alle fraglichen Kugeln ausgefĂŒhrt. In der Regel lĂ€sst sich dadurch die Punktkugel ermitteln. Ist dies nicht möglich, kann mit einem Zirkel gemessen werden, der auch zum Einsatz kommt wenn nicht anders gemessen werden kann.
Haben zwei gegnerische Kugeln den gleichen Abstand zur Zielkugel oder berĂŒhren beide diese, gibt es folgende Möglichkeiten:
Dieselben Regeln werden sinngemÀà angewandt, wenn alle geworfenen Kugeln auf dem Feld (auf verbotenem GelÀnde) liegen.
Verschiebt ein Spieler eine Spiel- oder Zielkugel beim Messen, so geht der Punkt an den Gegner. Verschiebt ein Schiedsrichter eine Kugel, so entscheidet er nach bestem Wissen und Gewissen. Dazu ist es sinnvoll, sich vor dem Messen einen Eindruck zu verschaffen.[14]
Zur Leitung offizieller Wettbewerbe werden Schiedsrichter eingesetzt, die die strikte Einhaltung der Spielregeln und der begleitenden Bestimmungen ĂŒberwachen. Sie können Spieler und Mannschaften vom Wettbewerb ausschlieĂen. AuĂerdem sollen sie âZuschauer [âŠ], die durch ihr Verhalten den Anlass zu ZwischenfĂ€llen auf dem SpielgelĂ€nde gebenâ, dem zustĂ€ndigen Nationalen Komitee melden, das wiederum das Verbandsgericht einschaltet.[15]
PĂ©tanque ist ein Sport, der von Menschen jeden Alters gespielt werden kann, auch von solchen, die körperlich oder geistig beeintrĂ€chtigt sind. Die Regeln sind sehr einfach und verstĂ€ndlich. Besondere Kraft ist nicht nötig, es geht nicht darum, wer am weitesten kommt; so können alle miteinander spielen. Das Material ist einfach und nicht teuer, ein Platz findet sich ĂŒberall.
Von Vereinen, VerbÀnden und anderen Organisationen werden verschiedene Wettbewerbe veranstaltet und zwar:
AuĂerdem gibt es unterschiedliche Ranglisten.
nÀheres siehe Hauptartikel: Pétanque-Wettbewerbe.
Petanque wird, bis auf die Zielkugel, ausschlieĂlich mit Metallkugeln gespielt. Um das Spiel kennenzulernen, genĂŒgt ein preiswerter Satz Kugeln, die meistens in Sechser-Sets angeboten werden. FĂŒr Turniere sind allerdings ausschlieĂlich Wettkampfkugeln zugelassen, die ĂŒblicherweise in Dreier-Sets angeboten werden. Man erkennt diese unter anderem daran, dass Hersteller, Modell, und Gewicht der Kugel eingraviert sind, eventuell auch Initialen, oder der Name des Spielers. Die Kugeln sind hohl, meist werden sie aus zwei verschweiĂten Halbkugeln hergestellt, es gibt auch gegossene Kugeln.
Um fĂŒr offizielle WettkĂ€mpfe zugelassen zu werden, mĂŒssen die PĂ©tanque-Kugeln vom französischen Boule-Verband, der FĂ©dĂ©ration Française de PĂ©tanque et Jeu Provençale bzw. der FĂ©dĂ©ration Internationale de PĂ©tanque et Jeu Provençal (F.F.P.J.P et F.I.P.J.P), homologiert sein. Die Marke des Herstellers und das Zulassungssiegel sind auf jeder Kugel ebenso wie die Seriennummer und das Gewicht eingraviert. Um diese Siegel zu erhalten, mĂŒssen die Kugeln einer Reihe von Bestimmungen genĂŒgen:
Die Auswahl des richtigen Kugelsatzes macht man in der Regel von seiner Spielweise abhÀngig:
Die Zielkugel massiv; aus Holz (meist Buchsbaum) oder Kunststoff, mit einem Durchmesser von 30 mm (+- 1mm) und darf in einer beliebigen Farbe lackiert sein. Der Name der Zielkugel variiert je nach geographischer Region. Allerdings scheint die hĂ€ufig anzutreffende Bezeichnung als âSchweinchenâ, âWutzâ oder âCochonnetâ (frz.: âSchweinchenâ) darauf hinzudeuten, dass viele PĂ©tanquespieler ein liebevoll-gehĂ€ssiges VerhĂ€ltnis zu ihr haben.
Innerhalb der Mannschaften kann man die Aufgaben der einzelnen Spieler unterscheiden. In der Einerkonstellation des âtĂȘte Ă tĂȘteâ muss der Spieler sowohl Legen als auch SchieĂen können. In der Zweiermannschaft des Doublette ĂŒbernimmt fĂŒr gewöhnlich ein Spieler den Part des Legens (Leger oder Pointeur), wohingegen sich sein Mitspieler auf das SchieĂen, also das Entfernen gegnerischer Kugeln, konzentriert (SchieĂer, Tireur). Im Dreierteam des Triplette kommt noch ein weiterer Spieler hinzu. Er kann sowohl gut SchieĂen als auch Legen, weswegen er als âMilieuâ den Platz in der Mitte des Teams einnimmt und seine Kugeln stets je nach Situation verwendet. GrundsĂ€tzlich ist diese Rollenverteilung innerhalb der Mannschaft jedoch nicht zwingend, sie kann jederzeit geĂ€ndert werden. Es kann eine zielfĂŒhrende Taktik in einer Aufnahme sein, den gegnerischen Leger zum SchieĂen oder den gegnerischen SchieĂer zum Legen zu zwingen, also den Spieler zu der fĂŒr ihn ungewohnteren Technik zu zwingen, in der Hoffnung, dass er dann mehr Fehler macht. Umgekehrt wird hĂ€ufig âgedrehtâ, also der Rollentausch als taktisches Mittel angewendet. Insbesondere, wenn der Gegner gerade ĂŒberlegen ist, kann diese MaĂnahme eine entscheidende Wende herbeifĂŒhren.
Ăhnlich wie beim Golf lesen die Spieler (vor allem beim Legen) den Boden. Da PĂ©tanque auf jedem Boden gespielt wird, muss die Beschaffenheit des Bodens, kleine und groĂe Unebenheiten, kleine und groĂe Hindernisse sowie die Löcher, die von bereits gespielten Kugeln gemacht wurden, in die Wurfplanung einbezogen werden. Bei schwierigen BodenverhĂ€ltnissen erkundet der Spieler das Spielfeld (auch in der Hocke sitzend) von mehreren Seiten. Hindernisse dĂŒrfen wĂ€hrend einer Aufnahme grundsĂ€tzlich nicht entfernt werden. Vor einem Wurf darf jedoch ein beliebiges Loch, das beim Auftreffen der Kugel auf dem Boden entsteht, dichtgemacht werden. Das âLoch wegmachenâ ist eine taktische Variante. Dabei ist entscheidend, ob der Aufschlagpunkt (das DonnĂ©e) von der eigenen Mannschaft noch einmal genutzt werden soll und ob zu erwarten ist, dass der Gegner diesen benutzen will.
Eine wichtige Voraussetzung fĂŒr die eigene Spieltaktik ist die Kenntnis des Gegners, seiner FĂ€higkeiten und Spielgewohnheiten. Dabei wird sowohl auf die Erfahrung frĂŒherer (selbst gespielter oder beobachteter) Spiele als auch das aktuelle Spiel berĂŒcksichtigt. Videoanalysen vor wichtigen WettkĂ€mpfen sollten Teil der Vorbereitung sein.
Die erste taktische MaĂnahme ist das Platzieren der Zielkugel (Cochonnet, Schweinchen etc.). Dabei sind sowohl die FĂ€higkeiten des eigenen Teams als auch die des Gegners zu berĂŒcksichtigen. ZunĂ€chst ist die LĂ€nge entscheidend. Manche Spieler können besser auf eine kurze (6 m), mittlere (7â8 m) oder lange Distanz (9â10 m) legen oder schieĂen. FĂŒr den Leger ist es zudem wichtig, ein geeignetes DonnĂ©e in einer von ihm bevorzugten Weite sowohl vom Abwurfpunkt als auch vom anvisierten Ziel zu haben. Sind die Vorlieben und FĂ€higkeiten der Gegner bekannt, ist auch das zu berĂŒcksichtigen. Ebenso wird bei einer hohen FĂŒhrung und eigener hoher Punktzahl (10â12 Punkte) ein Platz fĂŒr die Zielkugeln gewĂ€hlt, von dem angenommen wird, dass hier nur wenig Punkte erzielt werden können, damit der Gegner nicht aufholt. Bei bestimmten SpielstĂ€nden kann es zudem wichtig sein, die Zielkugel so zu platzieren, dass sie leicht ins Aus befördert werden kann.
Es gibt drei Grundformen des Legens:
Das anvisierte Ziel ist oft nicht direkt an der Zielkugel. Auch hier kommt es auf die FĂ€higkeiten des Gegners an. Rollt dieser vorwiegend, ist eine Kugel vor (frz.: devant âvorâ) dem Bild (die Lage der bisher gespielten Kugeln und der Zielkugel) sinnvoll. Eine Devant-Kugel ist in den meisten FĂ€llen (Ă€hnlich wie die Guard beim Curling) sprichwörtlich Gold wert. Ein französischer Reim (boule devant, boule d'argent; SinngemÀà zu ĂŒbersetzen mit: âEine Kugel, die vorne liegt, ist eine Kugel, die Geld machtâ) wird oft zitiert. Bei gegnerischen PortĂ©e-Spielern ist es sinnvoll, die Kugel in das DonnĂ©e der Gegner zu legen.
Hat der gegnerische Tireur eine hohe Quote an Carreaus, ist es nicht besonders sinnvoll die eigene Kugel direkt an der Zielkugel zu platzieren, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Kugel des gegnerischen Tireurs nach dessen Schuss direkt am Platz der eigenen Kugel oder in unmittelbarer NĂ€he liegen bleibt. Es sei denn, der eigene SchieĂer hat eine gleich hohe Quote.
Oft macht es im Spielverlauf Sinn, die eigene Kugel âauf Konterâ zu legen. Optimal ist eine Lage direkt an der besten gegnerischen Kugel.
Auch beim SchieĂen (fr. tirer) gibt es drei unterschiedliche WĂŒrfe:
Auch beim âLunetteâ (Brille), bei dem zwei nebeneinander liegende Kugeln getroffen werden und bei der âCiseauâ (Schere), die auseinander liegende Kugeln treffen sollen, wird nicht 'voll auf Eisen' geschossen. Auch muss darauf geachtet werden, dass weder die Schusskugel noch die getroffene Kugel eigene Kugeln rauskontert.
Als âcontre-secâ (trockener Konter) oder âcontre-carreauâ (Carreau mit Konter) wird ein Schuss bezeichnet, bei dem die geschossene Kugel eine oder mehrere Kugeln der eigenen Mannschaft herauskontert.
NatĂŒrlich können auch beim Legen Kugeln kontern; dies geschieht gewollt und ungewollt (etwa durch ein sehr hartes DonnĂ©e (z. B. ein Stein im Boden).
In Hohenrode bei Rinteln wurde 2006 das erste Deutsche Kugelmuseum (Boule-Museum) eröffnet. Schwerpunkt der Sammlung ist die Dokumentation der verschiedenen Nageltechniken, um den Verschleià der damaligen Holzkugeln zu vermindern. (siehe Boulemuseum)
Quelle:DPV-Website Freigabe GFDL: Ticket#: 2006111710003577