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Peter Kotte

Peter Kotte 1980

Peter Kotte (* 8. Dezember 1954 in L├Âtzschen bei Gro├čenhain) war Fu├čballspieler in der DDR-Oberliga, der h├Âchsten Spielklasse des DDR-Fu├čballverbandes. Er spielte dort f├╝r die SG Dynamo Dresden, mit der er dreimal Meister und einmal Pokalsieger wurde. Kotte ist 21-facher DDR-Nationalspieler. 1981 wurde er aus politischen Gr├╝nden lebenslang gesperrt.

Kotte begann als Sch├╝ler bei der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Lok in Lampertswalde und wechselte 1969 zur Jugendmannschaft der BSG Stahl Riesa. W├Ąhrend der Saison 1972/73 r├╝ckte Kotte in die 1. M├Ąnnermannschaft auf, die in dieser Spielzeit in der zweitklassigen DDR-Liga vertreten war. Mit 18 Punktspielen und drei Toren trug der 18-J├Ąhrige zum Aufstieg in die Oberliga bei. Au├čerdem beendete er seine Mechanikerlehre. In der Oberligasaison 1973/74 wurde er von Beginn an als Linksau├čenst├╝rmer eingesetzt. Am 4. Saisonspieltag schoss er im Heimspiel gegen den FC Vorw├Ąrts Frankfurt das erste Oberligator seiner Karriere, als er in der 42. Minute den 1:1-Endstand herstellte. Auf der Suche nach einem Ersatz f├╝r seinen langzeitverletzten besten Torsch├╝tzen Hans-J├╝rgen Kreische trat der Trainer des aktuellen DDR-Meisters Dynamo Dresden Walter Fritzsch noch im Herbst 1973 an Kotte heran, um ihn zu einem Wechsel zum Bezirksrivalen zu ├╝berreden. Nachdem Kotte die Zusage erhalten hatte, im Falle eines Scheiterns nach Riesa zur├╝ckkehren zu d├╝rfen, erkl├Ąrte er sich zum Wechsel bereit. Dieser erfolgte von einem Spieltag zum anderen, am 10. Spieltag spielte Kotte noch in Erfurt f├╝r Stahl Riesa, in der Begegnung des 11. Spieltages Dynamo Dresden -1. FC Lok Leipzig 1:0 am 24. November 1973 stand Kotte bereits als Linksau├čen in der Dynamo-Mannschaft. Bis zum Ende der Saison bestritt er auf dieser Position alle restlichen Punktspiele. Im Laufe der Saison 1974/75 wechselte er auf die Position des Mittelst├╝rmers, die er auch in den folgenden Jahre beibehielt.

Bereits Anfang 1974 war Kotte in den Kader der DDR-Nachwuchs-Nationalmannschaft aufgenommen worden, mit der er am 27. Februar 1974 im Qualifikationsspiel zur Nachwuchs-Europameisterschaft Italien - DDR (1:1) sein erstes L├Ąnderspiel bestritt. Mit der Nachwuchsauswahl wurde er zweimal 1974 und 1978 Vize-Europameister und bestritt bis 1978 insgesamt 27 Nachwuchsl├Ąnderspiele. In diesen Spielen schoss er zehn Tore. Bereits am 21. April 1976 erhielt Kotte seine erste Berufung zu einem A-L├Ąnderspiel. Beim Freundschaftsspiel DDR - Algerien (5:0) wurde er als Rechtau├čenst├╝rmer eingesetzt und schoss gleich bei seinem ersten Einsatz zwei Tore. Bis 1980 absolvierte er 21 A-L├Ąnderspiele, in denen er drei Tore erzielte. Au├čerdem bestritt er am 17. August 1977 ein B-L├Ąnderspiel (Polen - DDR 2:1).

Die Oberligasaison 1975/76 beendete Kotte mit seinem ersten Titel in der Oberliga. Mit 22 Punktspieleins├Ątzen und vier Toren war er am Gewinn der DDR-Meisterschaft der Dresdner Dynamos beteiligt. In der Saison 1976/77 konnte Kotte verletzungsbedingt nur in der Hinrunde der Oberliga spielen, und trug somit nur bedingt mit 13 Eins├Ątzen und sieben Toren zur Dresdner Titelverteidigung bei. Als Einwechselspieler f├╝r 17 Minuten war er auch am Pokalsieg am 28. Mai 1977 ├╝ber den 1. FC Lok Leipzig (3:2) beteiligt. Seine intensivste Oberligasaison spielte Kotte 1977/78, als er am Meisterschaftshattrick der Dresdner mit 25 Spielen beteiligt war und mit elf Treffern Torsch├╝tzenk├Ânig seiner Mannschaft wurde. Au├čerdem stand er erneut im Pokalfinale, das Dresden diesmal jedoch mit 0:1 gegen den 1. FC Magdeburg verlor. Bis zum November 1980 blieb Kotte unumstrittener Mittelst├╝rmer bei Dynamo Dresden. Bis dahin hatte er innerhalb von sieben Jahren 156 Oberligaspiele f├╝r Dresden bestritten und 53 Punktspieltore erzielt. In dieser Zeit war er in allen 36 Dresdner Europapokalspielen eingesetzt worden und hatte vier Tore erzielt.

Im Januar 1981 sollte Kotte mit der Nationalmannschaft auf eine S├╝damerikatournee gehen. Bei der Abreise wurde er zusammen mit seinen Dresdner Mannschaftskollegen Matthias M├╝ller und Gerd Weber auf dem Ost-Berliner Flughafen Sch├Ânefeld wegen versuchter ÔÇ×RepublikfluchtÔÇť verhaftet. Weber wurde f├╝r Jahre ins Zuchthaus gesteckt, M├╝ller und Kotte nach mehrt├Ągiger Untersuchungshaft wegen Mitwisserschaft lebenslang f├╝r die erste und zweite Fu├čball-Liga gesperrt und bei Dynamo Dresden entlassen.

Kotte schloss sich daraufhin dem drittklassigen Bezirksligisten Fortschritt Neustadt an, mit dem er 1982 die Dresdner Bezirksmeisterschaft gewann. Der damit verbundene Aufstieg in die DDR-Liga hatte f├╝r Kotte zur Konsequenz, dass er in die 2. Mannschaft ausweichen musste, da er wegen seiner Sperre f├╝r die zweitklassige Liga keine Spielberechtigung erhielt. Ein Jahr sp├Ąter konnte er wieder in die 1. Mannschaft aufr├╝cken, da Neustadt sofort wieder abgestiegen war. In einem Punktspiel erlitt Kotte 1984 eine schwere Wadenbein-Verletzung. Eine drohende Beinamputation konnte zwar abgewendet werden, doch f├╝r den 29-J├Ąhrigen war die Fu├čballerlaufbahn beendet.

Kotte hatte inzwischen die Trainerlizenz f├╝r die dritte Liga erworben und konnte als Trainer weiter am Fu├čballgeschehen teilnehmen. So ├╝bernahm er zun├Ąchst das Training seiner Mannschaft in Neustadt, sp├Ąter war er im osts├Ąchsischen Raum bei unterklassigen Mannschaften in Gro├čharthau, Dresden-Leuben, Heidenau und Freital t├Ątig. 1990 wurde Kotte bei Dynamo Dresden rehabilitiert, 2001 wurde er Ehrenmitglied und 2002 Nachwuchstrainer.

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