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Die PhĂ€nomenologie (von altgriechisch ÏαÎčΜÏÎŒÎ”ÎœÎżÎœ phainĂłmenon âSichtbaresâ, âErscheinungâ und λÏÎłÎżÏ lĂłgos âRedeâ, âLehreâ) ist eine philosophische Strömung, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts von Edmund Husserl geprĂ€gt wurde (Ă€ltere Begriffsverwendungen seit dem 18. Jahrhundert, s.u.). Deren Vertreter sehen den Ursprung der Erkenntnisgewinnung in unmittelbar gegebenen Erscheinungen, eben den PhĂ€nomenen. Die formalen Beschreibungen der PhĂ€nomene geben grundsĂ€tzlich den Anspruch aller phĂ€nomenologischen AnsĂ€tze wieder, seien es philosophische oder naturwissenschaftliche, literarische oder psychische. Sie unterscheiden sich nur in der Art, wie sie mit dem unmittelbar Gegebenen umgehen.
Das Wort âPhĂ€nomenâ beschreibt schon im Altgriechischen eine Erscheinung (siehe hierzu die Etymologie von PhĂ€nomen), womit ein mit den Sinnen wahrnehmbares einzelnes Ereignis gemeint ist. Der Begriff âPhĂ€nomenologieâ oder âphĂ€nomenologischâ geht auf das 18. Jahrhundert zurĂŒck und findet sich bei Friedrich Christoph Oetinger (Philosophie der Alten), sowie bei Johann Heinrich Lambert (Ăber die Methode, die Metaphysik, Theologie und Moral richtiger zu beweisen, 1762). Dies als Begriff einer Phaenomenologia oder optica transcendentalis. In Lamberts Schrift Neues Organon oder Gedanken ĂŒber die Erforschung und Bezeichnung des Wahren und dessen Unterscheidung von Irrtum und Schein, Teil 4: PhĂ€nomenologie oder Lehre vom Schein (1764) wird eine Lehre des Scheins von einer Lehre der Wahrheit unterschieden.
Kant gebraucht den Begriff ebenfalls zur Benennung einer Lehre von den Grenzen der Sinnlichkeit. Daraus entstand unter anderem seine Kritik der reinen Vernunft.[1] Des Weiteren steht der Begriff im Werk Hegels, besonders in der PhĂ€nomenologie des Geistes, fĂŒr die Gesamtheit der Erscheinungen des Geistes in Bewusstsein, Geschichte und Denken.[2] Die PhĂ€nomenologie des Geistes versteht sich als Wissenschaft der Erfahrung des Bewusstseins, welches zunĂ€chst noch absolute Unmittelbarkeit ist, spĂ€ter zum absoluten Wissen zurĂŒckkehrt. Franz Brentano verwendete alternativ den Begriff phĂ€nomenologische oder deskriptive Psychologie.[3] EigenstĂ€ndige philosophische Methode wird die PhĂ€nomenologie aber erst durch Edmund Husserl Anfang des 20. Jahrhunderts.
Ziel Husserls ist es, die Philosophie als âerste Wissenschaftâ (Prima philosophia) zu rehabilitieren. Nach Husserl kann nur eine phĂ€nomenologische Philosophie den Vorbedingungen einer wahrlich strengen Wissenschaft genĂŒgen, weil eine naturalistische oder experimentelle Philosophie auf Vorurteilen und Existenzannahmen basiert, also sich nicht an den âSachen selbstâ orientiert. Diese Orientierung charakterisiert die gesamte Strömung der PhĂ€nomenologie. Sie soll sicherstellen, dass sich die Wissenschaften nur von Evidenzen leiten lassen, die dem unmittelbaren Bewusstseinserleben entstammen.
Husserl stellt diesen Zusammenhang in einem Artikel in der EncyclopĂŠdia Britannica 1927 folgendermaĂen dar:
âPhĂ€nomenologie bezeichnet eine an der Jahrhundertwende in der Philosophie zum Durchbruch gekommene neuartige deskriptive Methode und eine aus ihr hervorgegangene apriorische Wissenschaft, welche dazu bestimmt ist, das prinzipielle Organon fĂŒr eine streng wissenschaftliche Philosophie zu liefern und in konsequenter Auswirkung eine methodische Reform aller Wissenschaften zu ermöglichen.â
â Husserliana IX, 277
In diesem Artikel werden drei wesentliche Aspekte der PhÀnomenologie Husserls genannt:
Diese drei Aspekte sind fĂŒr alle folgenden PhĂ€nomenologen verbindliche Strukturmerkmale der PhĂ€nomenologie â auch wenn sie in der Weiterentwicklung der PhĂ€nomenologie und der Wandlung der phĂ€nomenologischen Forschungsgemeinde deutlicher Kritik unterzogen wurden.
âJedes psychische PhĂ€nomen ist durch das charakterisiert, was die Scholastiker des Mittelalters die intentionale (auch wohl mentale) Inexistenz eines Gegenstandes genannt haben, und was wir, obwohl mit nicht ganz unzweideutigen AusdrĂŒcken, die Beziehung auf einen Inhalt, die Richtung auf ein Objekt (worunter / hier nicht eine RealitĂ€t zu verstehen ist), oder die immanente GegenstĂ€ndlichkeit nennen wĂŒrden. Jedes enthĂ€lt etwas als Objekt in sich, obwohl nicht jedes in gleicher Weise. In der Vorstellung ist etwas vorgestellt, in dem Urteile ist etwas anerkannt oder verworfen, in der Liebe geliebt, in dem Hasse gehasst, in dem Begehren begehrt usw. Diese intentionale Inexistenz ist den psychischen PhĂ€nomenen ausschlieĂlich eigentĂŒmlich. Kein physisches PhĂ€nomen zeigt etwas Ăhnliches.â
â Psychologie vom empirischen Standpunkte, 1874, S. 124
Diese trivial anmutende Entdeckung ebnet den Weg zu einem der grundlegenden philosophischen Probleme â der Spaltung der Welt in Subjekt und Objekt. Auf Grundlage des intentionalen Charakters des Bewusstseins konnte dieses Problem aus einer neuen Perspektive bearbeitet werden.
Auch Brentano ging davon aus, dass sich die Grundlagen der Logik nicht in einer naturalistischen Psychologie begrĂŒnden lassen. Husserl greift diesen Aspekt auf und weitet diesen Gedanken der deskriptiven Psychologie Brentanos auf eine transzendentale PhĂ€nomenologie, welche die Möglichkeiten von Bewusstseinsakten ĂŒberhaupt erklĂ€ren will.
Die philosophische Ausgangslage Husserls war die zu seiner Zeit herrschende Annahme, dass Wahrheiten relativ betrachtet werden mĂŒssen und sich nur in ihrer jeweiligen historischen Form zeigen (Historismus) oder aber Produkt einer naturalistisch gedachten Psyche sind (Psychologismus). Philosophie wĂ€re dann keine Form der Erkenntnisgewinnung mehr und hĂ€tte diese Aufgabe an die Psychologie abzugeben. Dieser Auffassung setzte Husserl seine Kritik des Psychologismus entgegen. Nach Husserl ist die These des Psychologismus, die Logik sei ein Teil der Psychologie, da diese sich als Wissenschaft der Psyche auch mit den Denkgesetzen beschĂ€ftige, falsch. Demnach wĂ€re Logik die Lehre vom Denken, Schlussfolgern und Urteilen und ein Spezialfall der psychischen FĂ€higkeiten. Husserl widerspricht dieser Auffassung in doppelter Hinsicht. ZunĂ€chst zeigt er auf, dass die Konsequenz des Psychologismus eine bloĂe RelativitĂ€t logischer Gesetze zur Folge hĂ€tte. So wĂŒrde der Satz vom Widerspruch zu einer bloĂen Wahrscheinlichkeit werden, da empirische Regeln keine AllgemeingĂŒltigkeit beanspruchen können.
Ein weiteres Problem betrifft die Denkakte und deren Richtigkeit. Wenn die Gesetze der Logik rein empirischer Natur wĂ€ren, abgeleitet aus den Denkgesetzen, sei damit noch nicht geklĂ€rt, dass diese auch richtig wĂ€ren. So gibt es durchaus logisch falsche Urteile, die ebenfalls dem Denken entspringen. Somit kann das Kriterium der Richtigkeit nicht im Denken selbst liegen, es sei denn falsche Urteile wĂŒrden einer anderen Denkabfolge unterliegen, wobei dann wiederum die Frage bliebe, was denn nun das Kriterium fĂŒr richtig oder falsch sei. Husserl ist der Ăberzeugung, dass der Psychologismus letztlich die Denkinhalte, z. B. das Urteil, nicht vom Denkverlauf, dem Urteilen selbst unterscheidet. Damit ist das Urteilen selbst real, wĂ€hrend der Urteilsinhalt ideal ist. Diese Unterscheidung zwischen Inhalt und Denkakt, zwischen âGenesisâ und âGeltungâ, wird in der Folge der PhĂ€nomenologie konstitutiv bleiben.
Methodisch am weitesten verbreitet ist die freie Variation, die dem deskriptiven Vorgehen der PhĂ€nomenologie am nĂ€chsten ist. Durch freie Variation in der Phantasie können unterschiedliche, aber einander gleichende Sachen vorgestellt werden. Jede dieser Sachen wird nur vom logisch Möglichen begrenzt, nicht von ihrer Existenzmöglichkeit (Beispiel: Goethes Konzept der Urpflanze). In dieser freien Variation können dann Konstanten entdeckt werden, in denen sich die unterschiedlichen Varianten âdeckenâ, z. B. sind Scharlach und Bordeaux zwar unterschiedliche Farbtöne, beide aber doch rot. Es ist diese Deckung, diese IdentitĂ€t in der eidetischen Variation, welche diejenige Allgemeinheit ergibt, die Husserl mit dem Begriff âIdeeâ bezeichnet. Das Husserlsche eidos ist ohne seine Metaphysik eine platonische Idee. Es ist das Wesen, eine Allgemeinheit, die anschaulich, intuitiv gegeben ist. Wichtig dabei ist der Unterschied zwischen empirischer Generalisation und dieser Ideation: Empirische Anschauung ist immer begrenzt, wĂ€hrend reine eidetische Variation unendlich ist, da sie nicht nur das aktuell Existierende schaut, sondern alle logischen Möglichkeiten in Anspruch nimmt. Wenn nach Husserl die Philosophie strenge Wissenschaft sein soll, so benötigt sie diese UniversalitĂ€t und die durch sie gegebene Möglichkeit einer letzten BegrĂŒndung, welche die PhĂ€nomenologie ist.
IntentionalitĂ€t ist der zentrale Begriff der PhĂ€nomenologie Husserls ĂŒberhaupt. Er greift die in der Psychologismuskritik schon angedeutete Problematik von Subjekt und Objekt wieder auf. Mit IntentionalitĂ€t ist die Tatsache gemeint, dass unser Bewusstsein immer auf etwas gerichtet ist, also ein Bewusstsein âvon etwasâ ist. Diese Bezeichnung lĂ€sst sich in der Betrachtung eines PhĂ€nomens verdeutlichen: AlltĂ€gliche Wahrnehmungen, wie z. B. das Wahrnehmen von Personen oder GegenstĂ€nden, vollziehen sich in einer nicht reflektierten Einstellung, die nicht die Sinnhaftigkeit der Person oder Sache in Frage stellt. Husserl geht nun davon aus, dass diese Sinnhaftigkeit etwas ist, das wir den Sachen beilegen. Ein Beispiel dafĂŒr ist die so genannte TĂ€uschung. Schauen wir uns eine Schaufensterpuppe in einem Schaufenster an, vor dem wir stehen, so kann es geschehen, dass wir ĂŒberrascht bemerken, dass es sich nicht um eine Puppe, sondern um einen Menschen gehandelt hat. In diesem Augenblick â und dies ist der Zeitpunkt, in dem die TĂ€uschung umschlĂ€gt â verĂ€ndert sich der Sinn dieser Figur. So verhalte ich mich z. B. nicht mehr so als sei ich unbeobachtet.
Edmund Husserl spricht in seinen Ideen zu einer reinen PhĂ€nomenologie und phĂ€nomenologischen Philosophie (auch Ideen I) von Noesis und Noema als Grundmomenten der Gegenstandskonstitution und somit als der Grenze des Sagbaren (siehe auch Ludwig Wittgenstein). âNoesisâ bedeutet dabei, wie sich der Bewusstseinsakt auf seinen Gegenstand bezieht (glauben, wollen, hassen, lieben) und ânoemaâ, wie der Gegenstand durch diese noetischen Akte erscheint (das jeweils Geglaubte, Gewollte, Gehasste, Geliebte).
So ist z. B. das Noema der Wahrnehmung eines Baumes das âBaumwahrgenommeneâ. Dieses unterscheidet sich aber nun fundamental vom Baum, der z. B. verbrennen kann, wĂ€hrend die Baumwahrnehmung das nicht kann, da sie keine realen Eigenschaften besitzt. Allerdings besitzt die Baumwahrnehmung ihre eigene gegenstĂ€ndliche Sinnhaftigkeit: z. B. können BĂ€ume wachsen, sind anzufassen etc. Der Baum wird also als etwas aufgefasst, das so und so strukturiert ist. Dass wir etwas als etwas vermeinen, ist der zentrale Gedanke Husserls, die sogenannte IntentionalitĂ€t. (Die Thematik lĂ€sst sich analog vielleicht am Beispiel von Vexierbildern verdeutlichen: Siehe das nebenstehende Vexierbild als ein Beispiel dafĂŒr, wie das intentional vermeinte zwischen zwei Bedeutungen umschlagen kann.)
Ăhnlich wie beim Vexierbild ist der Stoff (griech. hĂœlĂȘ) unserer Wahrnehmung erst durch den intentionalen Akt als z. B. real, phantasiert, getrĂ€umt usw. gemeint. Das bedeutet, wir legen der Hyle einen Sinn bei. Nun bekommen nach Husserl z. B. die GegenstĂ€nde der Biologie ebenfalls einen Sinn beigelegt, z. B. âbewegt sich von selbst und reproduziert sichâ. Die dahinter stehende Sinnhaftigkeit ist die sogenannte materielle Ontologie, die Husserl auch als regionale Ontologie bezeichnet. Nach Husserl sind diese regionalen Ontologien die Grundlage fĂŒr die Wissenschaften, konstituieren sie doch erst den Gegenstandsinn der Themen der einzelnen Wissenschaften.
Wie kann es aber sein, dass wir im Schaufenster (s.o.) einmal eine Puppe sahen, ein andermal eine Person? Husserl wĂŒrde sagen, dass wir beide Male eine Wahrnehmung hatten. Auch die TĂ€uschung ist zunĂ€chst eine Wahrnehmung, die sich spĂ€ter als TĂ€uschung herausstellt. Was sich verĂ€ndert hat, ist nur die Sinnhaftigkeit, mit der wir die Aspekte unserer Wahrnehmung belegt hatten: unbelebtes Ding â Person. Damit es also TĂ€uschungen geben kann, mĂŒssen wir offensichtlich den GegenstĂ€nden einen Sinn beilegen können, der sich allerdings auch wieder verĂ€ndern kann. Ein zentraler Begriff in der Terminologie Husserls ist dabei die Abschattung. GegenstĂ€nde sind uns nie als ganze Einheit prĂ€sentiert, sondern zeigen sich uns nur in Seitenansicht. Nie haben wir die vollstĂ€ndige Perspektive auf sie, was letztlich der völligen Unwahrnehmbarkeit des Gegenstandes entsprechen wĂŒrde. Voraussetzung der Wahrnehmung ist deshalb die Perspektive, die damit aber auch gleichzeitig die Verborgenheit der Sache ausmacht, mithin das PhĂ€nomen der TĂ€uschung erst ermöglicht.
Die erkenntnistheoretische Pointe dieses Ansatzes besteht in der Auflösung der Aporie, die nach Husserl der Empirismus und der Rationalismus hinterlassen hat. Da ihre AnhĂ€nger sich in AbstĂ€ndigkeit dem PhĂ€nomen Welt nĂ€hern, die einen, indem sie eine Ă€uĂere Welt annehmen, die anderen, indem sie sie als Produkt der Vernunft auffassen, gehen sie nicht streng dem PhĂ€nomen entsprechend vor. WĂŒrden sie dies tun, so Husserl, so wĂŒrden sie feststellen, dass wir weder zuerst uns wahrnehmen und dann die Welt, noch zunĂ€chst die Welt und dann uns, sondern uns immer schon in der Welt gleichursprĂŒnglich erfahren. Diese KomplementaritĂ€t von Welt und Bewusstsein beschreibt die Struktur der IntentionalitĂ€t. Indem ich die Welt und die Dinge als objektiv intendiere (vermeine), erhalten sie ihre UnabhĂ€ngigkeit von unserem Bewusstsein. Indem Husserl diese Struktur des Bewusstseins nachzeichnet, gelingt es ihm ĂŒber die klassischen Probleme der Erkenntnistheorie hinauszugehen. Methodisch geht Husserl in einer strengen, am PhĂ€nomen orientierten Beschreibung vor. Wichtige Aspekte sind dabei die EpochĂ© und die Eidetische Reduktion:
Die Methode der EpochĂ© (Enthaltung, Innehalten) ist fĂŒr Husserl die Ausschaltung der Generalthesis der natĂŒrlichen Einstellung. Das Einklammern der damit verbundenen Vormeinungen nannte Husserl âeidetische Reduktionâ. Dabei sollen zunĂ€chst alle theoretischen Annahmen (Hypothesen, BeweisfĂŒhrungen, tradiertes Vorwissen âŠ) ĂŒber den betrachteten Gegenstand ausgeschaltet werden (vgl. Reduktionismus). In einem zweiten Schritt (der transzendentalen eidetischen Reduktion) wird die Existenz des Gegenstandes insofern auĂer Betracht gelassen, dass sich nur die âWasheitâ zeige, also das, was der Gegenstand ist, sein Wesen.
Aus der Perspektive des transzendentalen Bewusstseins wird das Sein nur noch als Korrelat des Bewusst-Seins angesehen, also ohne Annahmen oder Urteile ĂŒber das tatsĂ€chliche Sein oder Nicht-sein der Bewusstseinsinhalte. Diese Methode nĂ€hert sich den Gedankenexperimenten von Descartes und Hobbes ĂŒber die so genannte âWeltvernichtungâ (die Frage: Was bleibt erhalten, wenn es die physische Welt nicht mehr gĂ€be?). Damit ergibt sich aber auch sofort eines der gröĂten Probleme der PhĂ€nomenologie. Husserl hatte nĂ€mlich den oben erwĂ€hnten Unterschied zwischen Bewusstseinsakt (Noesis) und Bewusstseins-Inhalt (Noema) angebracht. Dies entspricht einer Einteilung in was das Bewusstsein ist und was es bedeutet (denn nach Brentano ist das Bewusstsein immer intentional). Wie kann man aber sagen, dass die Inhalte des Bewusstseins noch Bedeutung haben, wenn jegliche Existenz ausgeklammert wurde? Husserl wollte die Existenz ausklammern, da die Objekte ihm zufolge das Bewusstsein transzendieren: wenn es sie gibt, so gibt es sie auĂerhalb des Bewusstseins selbst. Um Zugang zu den reinen Ideen gewinnen zu können, muss daher ihre Existenz ausgeklammert werden. Die PhĂ€nomenologie muss beantworten können, wann und wie es möglich sei, dass das Bewusstsein sich auf etwas âbewusstsein-transzendentesâ bezieht. Husserls ErklĂ€rung wird lauten, dass der Inhalt sehr wohl bewusstsein-transzendent ist, aber dass das Intendieren selbst bewusstsein-immanent sein muss. Also wird etwas immer immanent intendiert, wĂ€hrend es als bewusstsein-transzendent intendiert wird, weil es, wenn es existieren wĂŒrde, auĂerhalb des Bewusstseins sein wĂŒrde.
Am Anfang der Wirkungsgeschichte der PhĂ€nomenologie steht die âPhilosophische Gesellschaft Göttingenâ, ein Diskussionsforum, in dem sich von 1910 bis 1920 u. a. Alexandre KoyrĂ©, Dietrich von Hildebrand, Theodor Conrad, Hedwig Martius (nach ihrer Heirat 1912 hieĂ sie Hedwig Conrad-Martius), Hans Lipps, Edith Stein, Roman Ingarden und Adolf Grimme um Husserl und Adolf Reinach scharten. Die PhĂ€nomenologie wurde zu einer der wichtigsten Strömungen der zeitgenössischen kontinentalen Philosophie. Die Soziologie profitierte von ihr vor allem durch Arbeiten von Alfred SchĂŒtz und spĂ€ter in ethnomethodologischen ForschungsansĂ€tzen. Die PhĂ€nomenologie beeinflusste die Werteethik als Wesensanalytik des Ethischen (Moritz Geiger, Hans Reiner, Max Scheler, Dietrich von Hildebrand), fand Eingang in die Psychologie (Alexander PfĂ€nder) und die Rechtswissenschaften (Adolf Reinach). Das phĂ€nomenologische Denken hat die Entwicklung des Existenzialismus in Deutschland und Frankreich entscheidend geprĂ€gt und voran getrieben. Es zieht sich entsprechend durch die wichtigsten Werke von Jean-Paul Sartre. Bei Maurice Merleau-Ponty stehen Wahrnehmung und Leib im Mittelpunkt des phĂ€nomenologischen Schaffens, bei Paul RicĆur Sprache und GedĂ€chtnis. Besonders treu verfolgte Eugen Fink, ein ehemaliger Assistent Husserls, dessen Linie. Martin Heidegger hingegen, ebenfalls Assistent Husserls und einer der prominentesten Vertreter phĂ€nomenologischer Philosophie, entwickelte einen eigenen phĂ€nomenologischen Zugang, bei ihm spielt der Begriff des Seins die zentrale Rolle. Auch der tschechische Philosoph Jan PatoÄka ist zu nennen. Husserls Gedanken ĂŒbten auĂerdem einen starken Einfluss auf Laura Perls aus, eine der MitbegrĂŒnderinnen der Gestalttherapie.
Der Weg von Husserl zu Heidegger kann unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden. Zentraler Aspekt und Vorwurf Heideggers an Husserl ist aber sicherlich der Gedanke, dass der Mensch selbst nicht in der phÀnomenologischen Epoché beschrieben werden kann, da, so Heidegger, gerade dann von dem abgesehen werde, was diesen ausmache: seiner Existenz.
WĂ€hrend Husserl den RĂŒckgang zu einem âtranszendentalen Egoâ forderte, das zu allererst den konkreten Menschen konstituieren soll und Heidegger in Sein und Zeit seine existenziale Analytik des Daseins als Fundamentalontologie ausarbeitete, fragt Hans Lipps: âInwiefern wird in der mannigfachen Bedeutung des Seienden gerade die Verfassung meiner Existenz Erfahrung?â FĂŒr ihn grĂŒndet sich menschliche Existenz in der Auslegung der Wirklichkeit, ist Philosophie âverantwortliche Ăbernahme meiner selbstâ.
Max Scheler hatte einen methodischen Zugang zur PhÀnomenologie. Im Zentrum seines Denkens steht die materiale Werteethik, die er als einen besonderen PhÀnomenbereich im Sinne der phÀnomenologischen Methode beschreibt.
Eugen Fink war langjĂ€hriger Assistent und SchĂŒler Edmund Husserls und letztlich von Husserl selbst autorisierter Interpret der PhĂ€nomenologie. Umso bedeutsamer war dessen Rede auf dem phĂ€nomenologischen Kolloquium in BrĂŒssel 1951. Hier verkĂŒndete Fink, dass der Husserlsche Ansatz nicht so voraussetzungslos sei, wie Husserl, und in Folge auch er selbst, stets betont hatte. Die Ăberlegungen ĂŒber Erscheinung, Sein, Objekte, Gegenstand und Seiendes seien der phĂ€nomenologischen Methode vorgĂ€ngig und nicht deren Resultat.
Michel Foucault war in seinen frĂŒhen Schriften stark durch die PhĂ€nomenologie, insbesondere durch Heidegger, beeinflusst. Erst in seinen genealogischen Schriften unterwirft er die PhĂ€nomenologie einer intensiven Kritik.
Der Philosoph Emmanuel Levinas ist einer der PhĂ€nomenologen, die sich vielleicht am weitesten vom Ansatz Husserls entfernten und ihm dabei doch treu blieben. Sowohl von seiner jĂŒdischen Tradition als auch von Martin Heidegger beeinflusst, entwickelt Levinas eine Ethik, die sich vom Antlitz des Anderen leiten lĂ€sst. Da der Andere fĂŒr Levinas letztlich niemals einzuholen, d. h. in seiner TotalitĂ€t zu verstehen ist, geht von ihm ein Anspruch aus, der letztlich alles ĂŒbersteigt. Interessant ist in diesem Zusammenhang der hĂ€ufig gemachte Vergleich zwischen Martin Buber und Levinas. Obgleich beide in der jĂŒdischen Tradition einen Teil ihrer Wurzeln haben, sieht Buber in dem GegenĂŒber ein prinzipiell Gleiches, wĂ€hrend dieses fĂŒr Levinas gerade das Ende jeder Ethik bedeuten wĂŒrde.
Indem JĂŒrgen Habermas die Kritik Husserls am objektivistischen SelbstverstĂ€ndnis der Wissenschaften teilt, möchte er jedoch davor warnen, in einen anderen Objektivismus zu verfallen, der von den berechtigten erkenntnisleitenden subjektiven Interessen ablenkt.[4]
Die PhÀnomenologie hat viele der gegenwÀrtigen philosophischen Strömungen beeinflusst. Dabei ist zu bemerken, dass vielfach gerade Philosophen, die sich kritisch zur PhÀnomenologie stellen, z. B. Michel Foucault und Derrida stark durch sie beeinflusst wurden.
Bernhard Waldenfels hat mit seiner responsiven PhĂ€nomenologie, die stark an Merleau-Ponty orientiert ist, eine PhĂ€nomenologie des Fremden entwickelt, in der das Fremde als nicht zu ĂŒbersteigende Grenzregion beschrieben wird. Insbesondere in gesellschaftlich wichtigen Problemfeldern wie Gewalt, Fremde, Krankheit und Tod weist seine PhĂ€nomenologie Grenzen des Zugangs aus.
Die von Michel Henry (1922-2002) begrĂŒndete radikale LebensphĂ€nomenologie setzt sich von der klassischen PhĂ€nomenologie und auch noch vom frĂŒhen Merleau-Ponty insoweit ab, als sie das in der Welt Erscheinende nicht aus diesem selbst zu ergrĂŒnden sucht, sondern auf ein ursprĂŒngliches (Selbst-)Erscheinen tranzendentaler SubjektivitĂ€t im Leben zurĂŒckfĂŒhrt. Dabei lĂ€Ăt sich Henry v.a. von der Lehre einer inneren leiblichen Apperzeption bei Maine de Biran inspirieren.
Im kritischen Anschluss an Husserl und Heidegger sowie im Ăberstieg phĂ€nomenologischer GrundansĂ€tze von âTranszendentaler oder Horizont-PhĂ€nomenologieâ bei Husserl und âOntologischer oder DaseinsphĂ€nomenologieâ bei Heidegger, entfaltet Heinrich Rombach mit der Genetischen oder StrukturphĂ€nomenologie eine âPhĂ€nomenologie der Je-Weltenâ.
Die TiefenphĂ€nomenologie ist eine von JosĂ© SĂĄnchez de Murillo begrĂŒndete und maĂgeblich entwickelte Variante der PhĂ€nomenologie. Sie geht auf 1977 begonnene Forschungen im Bereich der deutschen Romantik â insbesondere Jakob Böhmes, Franz von Baaders und Schellings â zurĂŒck. Wichtig fĂŒr die TiefenphĂ€nomenologie waren ebenso die von Martin Heidegger und Jean-Paul Sartre eröffneten Forschungswege. Von daher versucht die TiefenphĂ€nomenologie, verborgene Grundbedingungen von Natur- und anthropologischen PhĂ€nomenen aufzudecken, deren Tiefenbedeutung fĂŒr das Leben zu erhellen und sie den Menschen zu vermitteln.
Die Neue PhĂ€nomenologie ist eine von dem 1993 emeritierten Kieler Philosophieprofessor Hermann Schmitz eingefĂŒhrte und maĂgeblich entwickelte Variante der PhĂ€nomenologie. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Wissenschaftsgebieten Medizin und Psychologie ist fĂŒr die Neue PhĂ€nomenologie von Bedeutung. Grundlage der Neuen PhĂ€nomenologie ist eine Wiederentdeckung der unwillkĂŒrlichen Lebenserfahrung ausgehend von dem, was jeder Mensch vortheoretisch an seinem eigenen Leib spĂŒrt.
In der ersten Generation von Vertretern der PhĂ€nomenologie und der sog. Analytischen Philosophie bestanden teils wechselseitige Beziehungen, etwa zwischen Husserl und Gottlob Frege. Anders wird es bei Vertretern analytischer Philosophie, welche sprachanalytische Methoden zur Rekonstruktion von Aussagen ins Zentrum stellen, sei es die Orientierung an formalen Sprachen oder die Orientierung an der Umgangssprache. Ein zeitlich wie inhaltlich gemeinsamer Ursprung von PhĂ€nomenologie und Analytischer Philosophie ist, folgt man der Darstellung Michael Dummetts, die Kritik von Frege, Brentano und Husserl am Psychologismus.[5] Gedanken sind nach Frege nicht zu analysieren mittels der Mechanik einzelner mentaler Operationen, sondern sind zeitunabhĂ€ngige Objekte, die nicht in Verursachungsbeziehungen eintreten. Auch Bernard Bolzano, der u.a. in diesem Punkt von Husserl und Alexius Meinong rezipiert wurde, unterschied scharf zwischen Ideen bzw. Gedanken an sich selbst (objektiv) und dem subjektiven Bewusstsein von ihnen. Die Logik habe mit ersterem zu tun, wĂ€hrend der Psychologismus forderte, sich an letzteres zu halten. In der Folge entwickeln sich aber beide AnsĂ€tze dergestalt auseinander, dass die meisten Vertreter der PhĂ€nomenologie die von einigen wichtigen Vertretern analytischer Philosophie vollzogene sprachanalytische Orientierung nicht teilten. Husserls deskriptive Wesenswissenschaft beansprucht dann etwa eine systematische âAnalyseâ und âDeskriptionâ der in den âRichtungen des Schauens sich darbietenden Gegebenheitenâ.[6] Dagegen orientierten sich Vertreter normalsprachlicher Philosophie wie der spĂ€te Wittgenstein an dem Programm, das Wesen der GegenstĂ€nde durch Analyse des Gebrauchs darauf bezogener sprachlicher AusdrĂŒcke (âGrammatikâ) zu bestimmen.[7] Da sich Husserl ausdrĂŒcklich dagegen wandte, sich in der strengen Wissenschaft hin zu den âSachsen selbstâ von der âgrammatischen Analyseâ gĂ€ngeln zu lassen,[8] galten diese Forschungsrichtungen lange Zeit als unvereinbar. Andere Autoren betonen aber auch NĂ€hen beider Richtungen. So gebe es etwa bei Husserl und Heidegger ebenfalls eine Hinwendung zur Sprache und deren Gebrauch.[9] J. L. Austin spricht 1956/57 von âlinguistischer PhĂ€nomenologieâ. Damit gemeint ist aber vor allem, wie beim spĂ€ten Wittgenstein, eine âOrientierung am Sprachgebrauch, allerdings mit einem darĂŒber hinausgehenden RealitĂ€tsanspruch fĂŒr FĂ€lle, in denen die Alltagssprache keine Worte findet und dann neue Worte ausbildetâ.[10] Die sprachanalytische Orientierung haben aber zu keiner Phase sĂ€mtliche analytische Philosophen geteilt. Insbesondere werden zentrale Themen, Termini und Herangehensweisen der klassischen PhĂ€nomenologie seit den 1970er Jahren auch in Teilen der analytischen Philosophie des Geistes aufgegriffen, darunter etwa der Ansatz bei der Perspektive der ersten Person fĂŒr die Untersuchung der IntentionalitĂ€t und phĂ€nomenalen QualitĂ€t von BewusstseinszustĂ€nden und der Strukturen von Bewusstsein ĂŒberhaupt. Derartige Forschungsprogramme werden seit der Jahrhundertwende teilweise als âanalytic phenomenologyâ bezeichnet (analytische PhĂ€nomenologie). Zu den wichtigsten Vertretern zĂ€hlen Roderick Chisholm, Dagfinn FĂžllesdal, Jitendra Nath Mohanty, Hubert Dreyfus, Uriah Kriegel, David Woodruff Smith, Barry Smith.[11]
In vielen Wissenschaften wird von einer phĂ€nomenologischen Grundhaltung gesprochen. Diese unterscheidet sich jedoch manchmal von der PhĂ€nomenologie Husserls und der Nutzung des Begriffes durch die nachfolgenden Philosophen, da PhĂ€nomenologie in dem oben genannten Sinne nicht bei der Beschreibung der bloĂen Tatsachen stehen bleibt. Die meisten wissenschaftlichen AnsĂ€tze, die sich mit der Bezeichnung phĂ€nomenologisch versehen, greifen auf eine ursprĂŒnglichere Bedeutung des Begriffs PhĂ€nomenologie zurĂŒck; so fĂŒhren sie zum Beispiel keine eidetische Reduktion durch. Dies darf jedoch nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass in manchen Zweigen der PhĂ€nomenologie wie beispielsweise der klassischen RechtsphĂ€nomenologie auch die ursprĂŒngliche phĂ€nomenologische Methode erhalten bleibt.
Die Wortschöpfung phĂ€nomenologisch wird oft populĂ€rwissenschaftlich verwendet, dabei ist als Gegenstand zumeist das bloĂ PhĂ€nomenale gemeint. Das PhĂ€nomenale aber ist zunĂ€chst bloĂer Schein, nicht die dahinter liegende Wirklichkeit, oder aber bloĂe Erscheinung, die auf ein nicht zu erkennendes physisches oder psychisches Sein verweist. PhĂ€nomenologie wird hier mit PhĂ€nomenalismus verwechselt, einer Position des frĂŒhen Positivismus, eine Spielart des subjektiven Idealismus, dessen Gegenspieler der Realismus ist. Die genaue Betrachtung der IntentionalitĂ€t und der EpochĂ© und ihrer Ergebnisse verdeutlichen den Unterschied zwischen beiden Positionen. (siehe oben)
Die RechtsphĂ€nomenologie geht auf Edmund Husserl zurĂŒck und wurde vor allem durch den Rechtsphilosophen Adolf Reinach ausdifferenziert. Wilhelm Schapp, ebenfalls ein SchĂŒler Husserls, fĂŒhrte zunĂ€chst das Werk Reinachs kritisch fort, entwickelte spĂ€ter jedoch eine eigene GeschichtenphĂ€nomenologie, die sich von Reinach abwandte. Sie, wie weitere RechtsphĂ€nomenologen versuchten, auf Grundlage der PhĂ€nomenologie eine Antwort darauf zu finden, was Recht ist. Oder mit den Worten der PhĂ€nomenologie: Was das Wesen des Rechts ist. Die RechtsphĂ€nomenologie hat vereinzelte AnhĂ€nger in Deutschland und in den Niederlanden, am stĂ€rksten ist sie jedoch in Italien und Spanien vertreten.
Der âerste Blickâ auf das empirische Datenmaterial zu einem Forschungsvorhaben, die erste Phase einer systematischen wissenschaftlichen Arbeit (Stoffsammlung) wird hĂ€ufig als PhĂ€nomenologie bezeichnet. PhĂ€nomenologisch meint hier meist den Sachverhalt, die Sache selbst zu beschreiben. So wird ein Versuchsablauf möglichst ohne Zuhilfenahme von Theorien beschrieben (was natĂŒrlich nur bedingt möglich ist, da die Theorie selbst schon den Versuchsaufbau und Ablauf bestimmt), Tierverhalten nur beschrieben (vor dem Hintergrund einer Theorie der Biologie), nicht im Sinne menschlichen VerstĂ€ndnisses gedeutet, nur gesehen was passiert. Der PhĂ€nomenbegriff, der hier zu Grunde liegt, ist der der naturalistischen Erscheinung, der allerdings eine tiefere, aber nicht unbedingt eine logisch-rational erfassbare Wahrheit zugrunde liegen kann.
In humanistisch therapeutischen Theorien, Gestalttherapie, GesprĂ€chstherapie oder auch Logotherapie, steht die PhĂ€nomenologie hĂ€ufig als erkenntnistheoretisches Werkzeug im Vordergrund. Neben Husserl werden auch Philosophen wie Martin Buber oder auch PhĂ€nomenologen wie Emmanuel Levinas genannt. Karl Jaspers begrĂŒndete eine psychopathologische PhĂ€nomenologie. Gemeinsam ist allen Theorien die Vorsicht bezĂŒglich schneller Interpretation, Theorien nicht verabsolutieren zu wollen, sondern immer dem konkreten Erfahrungsbereich des Alltags verbunden zu bleiben, sowie die Autonomie der Erfahrung des anderen zu achten. Damit betrachten sie die PhĂ€nomenologie allerdings nur als methodische Zugangsform. Dass Husserl sehr wohl Theorie betrieb und reflexive Deskriptionen durchfĂŒhrte, steht in diesen therapeutischen Verfahren nicht im Vordergrund. Die reflexive SchĂ€rfe und transzendentale Problematik werden in diesen Verfahren nicht thematisiert. Somit ist der phĂ€nomenologische Sprachgebrauch nur eingeschrĂ€nkt phĂ€nomenologisch im Sinne Husserls, die theoretischen Grundbeziehungen zur PhĂ€nomenologie nur assoziativ.
Jura 2009, S. 661
Amsterdam Law School Research Paper No. 2011-25; Centre for the Study of European Contract Law Working Paper Series No. 2011-11; Post-National Rulemaking Working Paper Series No. 2011-01 2009, verfĂŒgbar unter [3]
Philosophiebibliographie: PhĂ€nomenologie â ZusĂ€tzliche Literaturhinweise zum Thema