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| Strukturformel | ||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||
| Name | Phosgen | |||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | CCl2O | |||||||||||||||||||
| CAS-Nummer | 75-44-5 | |||||||||||||||||||
| PubChem | 6371 | |||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farbloses Gas[1]
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 98,92 g·molâ1 | |||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
gasförmig[2] | |||||||||||||||||||
| Dichte | ||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
7,44 °C[2] | |||||||||||||||||||
| Dampfdruck | ||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||
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| MAK |
0,1 ml·mâ3[2] | |||||||||||||||||||
| LD50 | ||||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||||||||||||||||||||
Phosgen ist der Trivialname fĂŒr Kohlenoxiddichlorid oder Carbonylchlorid, COCl2, das Dichlorid der KohlensĂ€ure. Als Diphosgen bzw. Triphosgen werden Verbindungen der Zusammensetzung C2O2Cl4 bzw. C3O3Cl6 bezeichnet, die zwar als SyntheseĂ€quivalente des Phosgens eingesetzt werden, jedoch i.e.S. keine Oligomere desselben sind.
Inhaltsverzeichnis |
Phosgen wurde 1812 von John Davy, dem jĂŒngeren Bruder von Sir Humphry Davy, entdeckt. Der Name Phosgen (griech.: durch Licht erzeugt; vgl. biogen, anthropogen) stammt von der von ihm durchgefĂŒhrten photoinduzierten Addition von Chlorgas an Kohlenstoffmonoxid.
Der Einsatz von Phosgen als chemischer Gaskampfstoff (GrĂŒnkreuz) war fĂŒr den GroĂteil der etwa 90.000[6] Gastoten des Ersten Weltkriegs verantwortlich.
Phosgen ist ein sehr giftiges Gas, dessen Geruch als sĂŒĂlich faul (faulende Bananenschale oder feuchtes Heu) beschrieben werden kann. Dieser ist sehr charakteristisch und schnell zu identifizieren.
Phosgen ist gut in organischen Lösungsmitteln löslich (beispielsweise Benzol, Toluol, Chlorbenzolen und andere), es löst sich in Wasser unter allmĂ€hlicher Zersetzung zu Kohlenstoffdioxid und SalzsĂ€ure, weshalb fĂŒr die Synthese oder Umsetzung von Phosgen wasserfreie organische Lösungsmittel verwendet werden mĂŒssen.
Phosgen hat eine VerdampfungswĂ€rme von 24,38 kJ·molâ1.
Da Phosgen schlecht wasserlöslich ist, gelangt es beim Einatmen bis zur Blut-Luft-Schranke in die LungenblĂ€schen (Alveolen). Bei vorhandener Feuchtigkeit zersetzt es sich dort allmĂ€hlich zu Kohlenstoffdioxid und SalzsĂ€ure. Die SalzsĂ€ure verĂ€tzt das Lungengewebe und die Alveolen. Dies fĂŒhrt nach 2-3 Stunden zu quĂ€lendem Husten, Zyanose und Lungenödemen und endet meist tödlich. Der Tod tritt in der Regel bei vollem Bewusstsein ein. Hohe Dosen können auch binnen Sekunden oder Minuten zum Tod fĂŒhren, indem die PhosgenmolekĂŒle in hoher Anzahl mit den AminosĂ€uren der AlveolenwĂ€nde reagieren und den Sauerstoffaustausch verhindern. Das in organischen Lösungsmitteln gelöste Phosgen beschleunigt und potenziert die giftige Wirkung. Anders als Senfgas wird Phosgen nur durch die Lunge aufgenommen, nicht ĂŒber die Haut.
Phosgen wird unter katalytischem Einfluss von Aktivkohle aus Kohlenmonoxid und Chlor hergestellt:
Die stark exotherme Reaktion muss mit groĂem Aufwand gekĂŒhlt werden, da Temperaturen im âHotspotâ von bis zu 600 °C entstehen. Kohlenmonoxid wird im Ăberschuss eingesetzt, um die vollstĂ€ndige Umsetzung des Chlors zu garantieren und somit einem Chloreisenbrand vorzubeugen. Restmengen von Methan, die aus der Kohlenmonoxidherstellung stammen, reagieren zu Tetrachlorkohlenstoff. Das Kohlenmonoxid muss unbedingt frei von Wasserstoff sein, damit kein Chlorknallgas entsteht.
Phosgen kann durchaus auch bei der Verbrennung von chlorhaltigen Kunststoffen (beispielsweise PVC) in Gegenwart von Metall und Kohle und bei Verbrennung (z.B. Zulöten alter Kupferleitungen von KĂ€lteanlagen) des seit 1. Januar 2010 verbotenen KĂ€ltemittels R22 entstehen. Im LabormaĂstab kann es auch aus Tetrachlormethan und rauchender SchwefelsĂ€ure (âOleumâ) hergestellt werden:
Phosgen wurde als chemischer Gaskampfstoff militÀrisch eingesetzt.
Phosgen ist ein wichtiger Synthesebaustein beispielsweise zur Herstellung von CarbonsĂ€urechloriden (wobei hier meist das unproblematischere Thionylchlorid verwendet wird) und Polyurethanen (ĂŒber Isocyanate) sowie Polycarbonat-Kunststoffen (AbkĂŒrzung: PC, beispielsweise zur Herstellung von CDs) und anderen Zwischenprodukten, die dann zur Herstellung von Medikamenten, Farbstoffen und Insektiziden dienen.
Wegen der GefĂ€hrlichkeit des Phosgens wird es heute in der chemischen Industrie zum ĂŒberwiegenden Teil innerhalb derselben Anlage erzeugt, in der es auch verbraucht wird, sodass kein Transport stattfinden muss und das entstehende giftige Phosgen möglichst zĂŒgig und vollstĂ€ndig zu harmlosen Folgeprodukten umgesetzt wird. Als Alternative stehen Diphosgen (Trichlormethoxyformylchlorid) und Triphosgen (Bistrichlormethylcarbonat) zur VerfĂŒgung, die dieselbe ReaktivitĂ€t zeigen, jedoch wesentlich ungefĂ€hrlicher in der Anwendung und einfacher zu lagern sind.