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Piacenza

Dieser Artikel erlÀutert die Stadt Piacenza in Italien; zum Komponisten Piacenza siehe Domenico da Piacenza.
Piacenza
Wappen
Piacenza (Italien)
Piacenza
Staat: Italien
Region: Emilia-Romagna
Provinz: Piacenza (PC)
Lokale Bezeichnung: Piasëinsa
Koordinaten: 45° 3â€Č N, 9° 42â€Č O45.059.761Koordinaten: 45° 3â€Č 0″ N, 9° 42â€Č 0″ O
Höhe: 61 m s.l.m.
FlĂ€che: 118 kmÂČ
Einwohner: 103.206 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 875 Einw./kmÂČ
Postleitzahl: 29100
Vorwahl: 0523
ISTAT-Nummer: 033032
Demonym: Piacentini
Schutzpatron: Sant'Antonino
Website: Piacenza
Der Dom.
Der Palazzo del Governatore.

Piacenza?/i (im Altertum Placentia; ΠλαÎșÎ”ÎœÏ„ÎŻÎ± Plakentia) ist eine Stadt mit 103.206 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) in Norditalien. Sie ist Hauptstadt der Provinz Piacenza in der Region Emilia-Romagna und liegt nahe dem Zusammenfluss von Po und Trebbia in der lombardischen Ebene. Die Stadt ist Handelsplatz und Industriezentrum, in dem Erdgas- und Erdölraffinerien angesiedelt sind. Ferner werden Zement, Lebensmittel, Plastik, Lederwaren sowie landwirtschaftliche GerĂ€te hergestellt. In der NĂ€he befindet sich ein LuftwaffenstĂŒtzpunkt.

Es verfĂŒgt ĂŒber sehenswerte Kirchen, einschließlich des Domes im lombardisch-romanischen Stil (1122–1233).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Piacenza wurde 218 v. Chr. zur römischen Kolonie. WĂ€hrend seine Stadtmauern noch nicht fertiggestellt waren, musste es einen Angriff der Gallier zurĂŒckschlagen, und im gleichen Jahr gewĂ€hrte es den Überresten einer römischen Armee unter Scipio Schutz, die in der großen Schlacht an der Trebia geschlagen worden war. 205 v. Chr. widerstand die Stadt einer lĂ€ngeren Belagerung durch Mago. FĂŒnf Jahre spĂ€ter brannten die Cisalpinen Gallier die Stadt nieder, und 190 v. Chr. musste sie mit dreitausend Familien neubesiedelt werden. 187 v. Chr. wurde die Stadt durch den Bau der Via Aemilia mit Ariminum (Rimini) und dem SĂŒden verbunden. Sie wurde spĂ€ter ein sehr wichtiger Knotenpunkt; die Fortsetzung der Via Aemilia nordwĂ€rts nach Mediolanum (Mailand) mit einer Abzweigung nach Ticinum (Pavia) ĂŒberquerte dort den Po, und die Via Postumia von Cremona nach Dertona und Genua verliefen hindurch. Noch spĂ€ter baute Augustus die Straße von Dertona nach Vade und weiter nach Gallia Narbonensis neu und gab ihr von Placentia an den Namen Via Iulia Augusta. Das rechteckige Straßenschema im Stadtzentrum, durch das die Via Aemilia verlief, ist zweifellos ein Überbleibsel aus römischen Zeiten.

Placentia wird erwÀhnt in Zusammenhang mit der Eroberung durch Cinna und einer Niederlage der Truppen Carbos in der NÀhe (82 v. Chr.), einer Meuterei von Julius Caesars Garnison (50 v. Chr.), einer weiteren unter Augustus (40. v. Chr.), der Verteidigung der Stadt durch Spurinna (Othos General) gegen Caecina (Vitellius' General) (69 n. Chr.).

Als im 3. Jahrhundert mit den Alemannen erstmals wieder ein barbarisches Volk ĂŒber die Alpen nach Norditalien eindringen konnte, war Placentia eine der ersten römischen GroßstĂ€dte, die von den Eindringlingen belagert wurden. Der "Soldatenkaiser" Aurelian marschierte daraufhin mit einer Armee gen Norden. Vor den Stadtmauern der Stadt kam es daraufhin 271 zur Schlacht von Placentia, bei der die Alemannen die Römer in ihrem Feldlager erfolgreich ĂŒberraschen und ihnen eine herbe Niederlage zufĂŒgen konnten. Die Stadt wurde daraufhin von den Alemannen geplĂŒndert, ein großer Teil der Bevölkerung versklavt. Der Fall der fĂŒr den gesamten Nordhandel des Reiches wichtig gelegenen Stadt destabilisierte das ganze Reich und löste in der Hauptstadt Panik aus.

546 unterwarf Totila Piacenza aufgrund einer Hungersnot. Zwischen 997 und 1035 wurde die Stadt von ihren Bischöfen regiert, die von Otto III. den Grafentitel erhalten hatten.

Im 12. und 13. Jahrhundert war Piacenza ein bedeutendes Mitglied des Lombardenbundes. In der Regel blieb die Stadt guelfisch, aber einige Male rief sie auch mĂ€chtige Ghibellinen zu Hilfe, wenn sie ihnen gegen ihre einheimischen Tyrannen helfen konnten; ein Beispiel dafĂŒr war Galeazzo I. Visconti. 1447 wurde Piacenza von Francesco I. Sforza erobert und geplĂŒndert. Nachdem es 1512 von den pĂ€pstlichen Truppen besetzt worden war, wurde es 1545 mit Parma zu einem erblichen Herzogtum unter Pier Luigi II. Farnese vereinigt, einem Sohn Pauls III.. Bis 1731 wurde es nun von der Familie Farnese beherrscht, die die Architektur der Stadt prĂ€gte. 1746 wurde vor den Stadtmauern eine Schlacht zwischen dem französisch-spanischen und dem österreichen Heer ausgetragen. 1796 wurde es von den Franzosen besetzt. 1848 war Piacenza eine der ersten lombardischen StĂ€dte, die dem Piemont beitraten; es wurde aber bis 1859 von den Österreichern wiederbesetzt.

Wappen

Beschreibung: In Rot und Weiß gespalten. Vorn eine weiße Mittel- oder Herzvierung und hinten eine rotgezungte blaue HĂŒndin. Über dem Wappen eine fĂŒnftĂŒrmige goldene Mauerkrone.

Wirtschaft

In Piacenza haben sich vielfÀltige Industriebetriebe niedergelassen, darunter der LKW-Hersteller Astra.

Bei San Damiano befindet sich ein MilitĂ€rflugplatz der italienischen Luftwaffe. Da dessen militĂ€rische Zukunft nicht sicher ist, gibt es seit einigen Jahren Planungen fĂŒr eine zivile Nutzung. Von 1995 bis 2001 waren zur UnterstĂŒtzung multinationaler EinsĂ€tze im ehemaligen Jugoslawien deutsche Kampfflugzeuge vom Typ Tornado in Piacenza stationiert.

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Piacenza â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
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